Wie du einen tollen Blogartikel schreibst

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In dieser dreiteiligen Reihe wirst du lernen was einen guten Blog-Artikel ausmacht. Dieser erste Teil ist sehr einfach gehalten, und beschreibt vor allem Aufbau und Struktur eines listenbasierten Blog-Posts, sowie eine professionelle Arbeitsweise.

1. Thema und Recherche

Zuerst brauchst du ein interessantes Thema. Gehen wir mal davon aus, dass du bereits einen Blog hast, und deine Zielgruppe gut kennst. Wähle unbedingt ein Thema, bei dem du deinem Publikum einen echten Mehrwert bieten kannst.

Wenn du die Sache richtig angehen willst, wirst du für die Recherche wohl am meisten Zeit aufwenden, aber das ist gut so - der Arbeitsaufwand, den du hier betreiben musst, entspricht der Menge an Arbeit, die du deinen zukünftigen Leserinnen und Lesern durch deinen Artikel ersparen kannst.

Wenn du Mühe hast, dir die nötigen Informationen zusammenzusuchen, dann ist das ein sehr gutes Zeichen. Das bedeutet nämlich, dass das Thema, über das du schreibst bisher nur unzureichend behandelt wurde.

Verschwende an dieser Stelle noch keine Zeit an den Titel, sondern wähle zunächst einfach irgendeinen Arbeitstitel.

2. Eine Outline erstellen

Schreibe alle Punkte auf einen Zettel, die du in deinem Artikel behandeln möchtest, und mache dir Gedanken, in welcher Reihenfolge diese Punkte vorkommen sollen.

Kontrolliere nochmal, ob alle Punkte auf deiner Liste wirklich wichtig sind, oder ob du noch welche streichen kannst. Denke darüber nach, ob es noch Punkte gibt, die fehlen, und stelle dir die Frage, ob du die optimale Reihenfolge aufgeschrieben hast.

Außerdem solltest du zu allen Punkten etwas Hilfreiches zu sagen haben. Falls nicht, solltest du zu den einzelnen Punkten noch weiter recherchieren, bis du auf alle aufgeworfenen Fragen eine zufriedenstellende Antwort hast.

Stehen zu viele Punkte auf deiner Liste, denke eventuell darüber nach, den Artikel in zwei oder mehr zusammengehörende Postings aufzuspalten.

3. Das Intro

Schreibe eine kurze Einleitung (maximal 2-3 Sätze), die alle Lesenden neugierig machen soll, und in der du kurz zusammenfasst worum es in deinem Artikel überhaupt gehen wird. Gib dir Mühe, denn anhand dieses Intros werden viele Besucher entscheiden, ob dein Artikel interessant für sie ist, oder ob sie lieber anderswo nach den benötigten Informationen suchen sollen.

Diese Einleitung ist wie eine verbindliche Vereinbarung mit deinem Publikum. Du sagst damit aus "Wer meinen Artikel liest, wird danach Folgendes wissen..."

Halte dieses Versprechen, denn jeder wird enttäuscht sein, wenn du das Blaue vom Himmel versprichst, und danach nur heiße Luft ablieferst! Da du ja deine Outline hast, solltest du bereits ein ziemlich gutes Bild davon haben, was du mit gutem Gewissen versprechen kannst.

Wenn du es nicht schaffen solltest, dein Intro interessant zu gestalten, hast du womöglich schon bei der Outline oder der Themenwahl etwas versäumt, und solltest nochmal dorthin zurück gehen.

4. Die Punkte ausformulieren

Langsam ist es an der Zeit, deinen Artikel tatsächlich zu schreiben. Vielleicht denkst du jetzt: "leichter gesagt als getan", tatsächlich aber hast du einen Großteil der Schreibarbeit schon längst erledigt.

Durch deine Outline weißt du ja schon exakt worüber du schreiben wirst, und mit deinem Intro bist du einen Vertrag mit deinen Fans eingegangen, den es nun zu erfüllen gilt. Du wirst überrascht sein, wie einfach das Schreiben mit so genauen Vorgaben ist.

Schreibe so viel wie nötig, aber fass dich dabei so kurz wie möglich. Dies wird dein First Draft also mache dir keine großen Gedanken über Dinge wie Fehler, genaue Formulierungen oder deinen Schreibstil. Das sind alles Probleme für dein Zukunfts-Ich, du selbst bist nur dafür zuständig, so hilfreiche und witzige Antworten wie möglich zu liefern.

5. Zusammenfassung

Du hast es geschafft, alle Punkte zufriedenstellend zu beantworten? Wenn du dir bei einem Punkt nicht ganz sicher bist, dann solltest du es entweder nochmal versuchen, etwas mehr recherchieren oder dich im schlimmsten Falle fragen, ob der Punkt überhaupt auf deiner Liste stehen sollte, wenn du nichts Hilfreiches dazu zu sagen hast.

Wenn du dir sicher bist, alles Wichtige gesagt zu haben, dann gönne deinen Lesern und Leserinnen noch eine kurze Zusammenfassung dessen, was sie gerade gelesen haben, und falls du dich für einen mehrteiligen Artikel entschieden hast, gib ihnen einen kurzen Ausblick auf die Fortsetzung.

Das mag zwar trivial klingen, aber eine Zusammenfassung des Gelernten ist eine hervorragende Stütze fürs Gedächtnis, und deine Follower werden dir dafür dankbar sein.

Je nach Art des Artikels kannst du an dieser Stelle auch einen Call to Action aussprechen indem du deine Leser dazu ermunterst das soeben Gelernte gleich mal auszuprobieren oder ihre persönliche Meinung im Kommentarbereich zu teilen.

6. Probelesen und Verbessern

Hey, erinnerst du dich daran, als wir von deinem Zukunfts-Ich sprachen? Herzlichen Glückwunsch, denn das bist jetzt du.

Du solltest nun damit beginnen, dir deinen Blogartikel selbst laut vorzulesen, und alle Stellen zu überarbeiten, die noch nicht besonders gut klingen. Bestimmt weißt du noch, dass du den Artikel so kurz wie möglich halten solltest?

Ich weiß es ist hart, aber verkürze ihn noch weiter!

Das Überarbeiten sollte (neben der Recherche) der Schritt sein, welcher am meisten deiner Zeit und Energie beansprucht. Niemand schreibt einen perfekten First Draft, deshalb ist die Überarbeitung so wichtig.

Wenn du nicht unter Zeitdruck stehst, solltest du zwischendurch eventuell eine Pause einlegen um Abstand von deinem Text zu gewinnen. Schlafe wenn möglich ein oder zwei Nächte darüber, und betrachte dein Werk mit frischen Augen.

Bist du letztendlich mit Stil und Inhalt vollkommen zufrieden, jage den Artikel durch ein Rechtschreibprogramm und beseitige sämtliche Fehler. Falls du die Möglichkeit hast, solltest du ihn anschließend einem ausgewählten Testpublikum zeigen, und auf eventuelle Verbesserungsvorschläge eingehen.

7. Einen Titel finden

Nicht vergessen, dein Beitrag braucht noch einen ordentlichen Titel. Dieser ist enorm wichtig, denn er entscheidet wer auf deinen Artikel klicken wird und wer nicht.

Eine Sache, die stets viele Klicks einbringt, sind Formulierungen mit Zahlen im Titel, zum Beispiel: Unsere 7 Philosophien oder Bestenlisten wie 5 wichtige Bücher für Romanautoren. Diese Methode solltest du allerdings nicht übertreiben, sondern nur dort einsetzen, wo sie auch wirklich Sinn macht.

Hast du endlich den perfekten Titel gefunden, ist dein Blog-Post fertig.


Zusammenfassung

In diesem Artikel hast du gelernt, wie du einen typischen listenbasierten Artikel schreibst, und worauf du bei der Struktur achten solltest. Du hast erfahren wie wichtig ein gutes Intro ist und in welchen Schritten du von einer Idee zum fertigen Beitrag gelangst.

Im nächsten Artikel gehen wir etwas fortgeschrittenere Möglichkeiten durch, mit denen du deinen Artikel noch weiter verbessern kannst.

Über den Autor

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Ben Wendtner ist ein österreichischer Schriftsteller und Software-Entwickler, und einer der Gründer von Belletristica. Profil besuchen

Kommentare

  • Author Portrait

    Danke, das war genau die Art von Anleitung, die mir gefehlt hat. Ich hab gestern meinen ersten eigenen Blog angefangen und häng noch ziemlich in den Seilen. Mit diesem Artikel hier hab ich aber wenigstens schon mal ein paar Anhaltspunkte, worauf es ankommt. =)

  • Author Portrait

    This was excellent advice. I really need to think and plan more when I blog.

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