Überraschende Wende

"Nein!", schrie Sassy, aber es half nicht, Vanessa schien mit aller Wucht auf Saphira zu prallen, eine Druckwelle entstand und schleuderte Sassy zurück.
Alpha eilte zu ihr: "Geht es dir gut? Was passiert da vorne?" 
Auch Celles erreichte die beiden: "Was ist mit Saphira passiert?"
Der Staub legte sich wieder, Saphira kauerte am Boden, schien aber unverletzt zu sein.
Vor ihr stand eine hoch gewachsene Gestalt in einem braunen Reisemantel, blaues langes Haar wehte im Wind, und durch die bloße ausgestreckte Hand war Vanessa aufgehalten worden. Aber es passierte noch mehr, eigenartige Zeichen schienen auf Vanessas Stirn zu erscheinen, dann kippte sie einfach um.
"Wer ist das?", Alpha kniff die Augen zusammen und betrachtete die mächtige Frau argwöhnisch.
Celles stürmte an ihnen vorbei um nach Saphira zu sehen.
Sassy erhob sich auch wieder: "Das ist Ladira, die Hüterin!"
Alpha sah sie weiter fragend an, aber Sassy beschloss erst einmal ihre Tante zu begrüßen. 
Ladira hatte sich ebenfalls zu Saphira gebeugt und betrachtete ihre Tochter mit zusammengekniffenen Augen.  
"Mom, was hat sie?", wollte Celles wissen, sie war sehr besorgt. Ladira schüttelte den Kopf: "Ich weiß es nicht! Ich kann es dir nicht sagen Celles!" 
Sassy nickte Ladira zu: "Schön das du uns helfen konntest!" 
Ladira schenkte ihr ein Lächeln: "Sei so gut und kümmere dich um Vanessa, ich habe sie außer Gefecht gesetzt, aber zur Vorsicht sollten wir sie trotzdem erst einmal irgendwo einsperren!"
Sassy nickte und machte sich daran die bewusstlose Vanessa weg zu schleifen. Celles streichelte in der Zwischenzeit über Saphiras Stirn, sie schien nicht wirklich Fieber zu haben oder etwas in der Art, langsam kam sie auch wieder zu sich.
Ladira beruhigte Celles noch ein wenig: "Vielleicht war es nur ein Schwächeanfall oder etwas in der Art!"
Celles nickte, langsam schien es Saphira auch wieder besser zu gehen.
"Pah", das verächtliche Geräusch eines jungen Mannes lies Ladira erschaudern. Die Stimme erinnerte sie an den Dunklen selbst, als er noch jung gewesen war, und sie noch sicher, dass er der Mann ihres Lebens sein würde.
Sie sah auf zu dem jungen Mann der sich vor ihnen aufgebaut hatte. Er stand mit verschränkten Armen da, eine lange Narbe zierte sein Gesicht, welches in Form und Beschaffenheit dem Dunklen extrem ähnelte.
Dann war da noch sein Körper und seine Haltung. Sie hatte das Gefühl ihren Exmann in junger Form vor sich stehen zu haben.
Er bemerkte diesen Blick und erwiderte ihn ohne dabei seine Verächtlichkeit zu verlieren. 
"Das Mädchen ist schwanger, falls ihr das nicht kapiert habt. Sie hält sich ständig den Bauch, ich denke sie tut es unbewusst. Ihre Kräfte sind groß, aber ihr Kreislauf macht ihr Probleme, das war schon bei ihrem Kampf mit den Zombies ersichtlich! Man muss kein Allister sein um das zu sehen. Von der Hüterin hätte ich mir mehr erwartet!", seine Stimme klang charismatisch, dunkel und hatte selbst ähnliche Betonungen wie der Dunkle damals.
Ladira erhob sich und fixierte ihn: "Wer bist du?"
Alpha stieß ein weiteres verächtliches Geräusch aus: "Ihr wart die Frau meines Vaters, wollt ihr mir sagen, dass ihr nie etwas von seinen Experimenten mitbekommen habt? Aber ihr habt mit Finn zusammen gelebt und nicht bemerkt, dass auch er der Sohn eures Mannes ist!" 
Ladira schien zu begreifen woher der Hass auf sie und ihre Mädchen kam. Sie hatten zumindest lange Zeit in Frieden gelebt, aber dieser Junge hatte wahrscheinlich durch die Hölle gehen müssen. Der Dunkle hatte nie viel von Lebewesen gehalten, sie wollte sich gar nicht ausmalen was er durch gemacht hatte.
Alpha starrte sie schockiert an, den alles was sie tat war auf ihn zu zu gehen und ihn in die Arme schließen. 
"Es tut mir so Leid", flüsterte Ladira ihm ins Ohr, "wenn ich von euch gewusst hätte, ich hätte euch zu mir geholt!"
Alpha begann zu zittern, ihre Worte waren echt, das konnte er spüren. Aber da war noch mehr, was dieser simple Satz ihm verriet. Auch die Hüterin musste schrecklich unter seinem Vater gelitten haben.
Celles und Saphira waren schließlich an der Vernichtung seines Körpers beteiligt gewesen.
Sein Hass war verflogen, er löste sich aus der Umarmung und ging zu Saphira, dann hob er sie auf und trug sie in den Tempel. 
"Denkst du man kann ihm trauen?", fragte Celles ihre Mutter als er außer Hörweite war.
Ladira lächelte: "Er fragt sich auch ob er uns trauen kann, Kind. Du musst verstehen, er hatte nie die Chance auf ein paar unbeschwerte Tage wie du und Saphira sie hatten. Sein Leben muss die Hölle gewesen sein!"
Celles begann zu verstehen.
"Er wusste wer wir sind als wir ankamen!", sie folgte ihrer Mutter in den Tempel, "Ich war wohl nicht besonders nett zu ihm, vielleicht war das falsch!"
Sassy hatte Saphira in der Zwischenzeit zu den anderen Kranken im inneren des Tempels verfrachten lassen und überlegte angestrengt, ob Alpha recht haben könnte.
Dieser schien eine plötzliche Welle der Zuneigung seinen Halbschwestern gegenüber entdeckt zu haben.
Er saß an ihrem Krankenlager und schien angestrengt nachzudenken. Ladira hatte sich mit Celles daran gemacht Vanessa sicher in einem abgeschiedenen Raum des Tempels zu verwahren. Sassy fragte sich, ob mit Treplews Tod dieser Spuk ebenfalls beendet wäre. 
Ihre größte Sorge galt allerdings Shanora, sie hoffte, dass sie in Sicherheit war.
Aber mit Allister, Church und dem eigenartigen Dunkelelf an ihrer Seite würde sie es schaffen. Was auch immer sie vor hatte, sie würden es überleben.
"Denkst du, dass es möglich wäre?", Ladiras Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Sassy war kurz verwirrt, dann aber schoss ihr was Ladira wissen wollte.
"Ich weiß es nicht", antwortete sie wahrheitsgemäß, "ich habe sie ewig nicht gesprochen!"
Die Hüterin lächelte milde: "Nicht von Saphira, du kennst das Schattenwesen mit dem sie leiert war!"
Sassy verdrehte die Augen: "Hör auch ihn als Schattenwesen zu bezeichnen. Er hat vielleicht sogar mehr für Elensar und Shanora getan als du!"
Ladira erstarrte, ihr war bewusst, dass sie recht hatte.
Trotzdem hatte sie eine so große Dunkelheit in Church, oder wie auch immer sein Name war gespürt. 
Sassy merkte, dass sie ihre Worte bereute und antwortete ihr deswegen doch: "Er hat mit mir nie über seine Familienplanung gesprochen, aber falls es so ist denke ich nicht, dass er davon weiß!" 
Saphira öffnete in der Zwischenzeit die Augen, das Erste was sie sah waren eigenartige gelbe Augen, die auf ihr lagen. 
Es handelte sich um den Mann den Celles liebevoll Narbenfresse getauft hatte, aber seine Augenfarbe schien sich verändert zu haben.
"Wie lange weißt du es schon?", wollte er von ihr wissen.
Seine Stimme klang eher besorgt als argwöhnisch.
Saphira überlegte was er meinen könnte, dann aber legte er seine Hand auf ihren Unterbauch und schloss die Augen. 
"Es scheint dem Kind gut zu gehen, aber du solltest dich ab jetzt schonen und nicht mehr so unverantwortlich handeln!", stellte er fest. Saphira bekam eine Gänsehaut, sie hatte die letzten Wochen befürchtet schwanger zu sein.
Aber den Gedanken immer wieder weg geschoben, es war keine Zeit dafür. 
"Mein Name ist Alpha, falls du das vergessen hast. Schätze ich bin dein Bruder und das in deinem Bauch wird meine Nichte oder mein Neffe. Ich würde gerne einer der coolen Erwachsenen für das Kind sein!", erklärte er weiter, "Und mit einem musst du leben, ich werde dich beschützen und ein Auge auf dich haben bis Chruch zurück kehrt!"
Saphira war sehr verwirrt und verwundert über ihren so genannten Bruder. Ihr wurde bewusst wie sehr dieser Alpha sie an Finn erinnerte, beide waren stur und ließen sich nichts von anderen sagen. Aber sie waren anscheinend beide bereit alles für ihre Familie zu geben. 
"Und eure Probleme werdet ihr wieder in den Griff bekommen. Chruch hat dich aus allem raus gehalten weil er es tun musste. Aber das heißt nicht, dass er dich nicht gerne hat!", Alpha strich sich lächelnd eine Haarsträhne hinters Ohr, dann erhob er sich, er schien gespürt zu haben, dass sich Ladira und Celles von hinten genähert hatten.

Als Shanora erwachte beschloss sie die Höhle zu verlassen.
Von Allister und Yalhan fehlte jede Spur und Church schien wie der zum Mensch gewordene Marbas fast Komatös zu schlafen.
Sie starrte auf die aufgehende Sonne, der dritte Tag war angebrochen, der Tag an dem Finn nach Osilia kommen würde. 
Allister kam mit Yalhan gerade den Hügel zu der Höhle hoch, beide sahen ein wenig abgekämpft aus.
"Shanora, gut du bist wach! Wir haben ein Problem!", Allister deutete auf den finsteren Horizont östlich von ihnen. Er war von unheimlichen schwarzen Wolken bedeckt.
"Das ist also der Weg zum schwarzen Thron", Shanora kniff die Augen zusammen, "wir müssen durch diese Dunkelheit um Finn zu treffen!"
Yalhan nickte: "Wir müssen mit allem rechnen. Ich denke nicht, dass wir da einfach durch spazieren können!" 
Allister deutete ihnen still zu sein, er blickte sich um, war sicher, dass ihre Unterhaltung nicht mehr privat war. 
"So sieht man sich wieder, Allister Androlien!", die gebrechliche Stimme des jungen Mannes lies Allister schaudern.
Er hatte ihn schon einmal getroffen. Yalhan konnte an Allisters Gesicht ablesen, dass er dem Besucher nicht traute.
Auch Shanora glaubte die Stimme zu kennen, eine Erinnerung schoss durch ihren Kopf. 

Der Mann mit dem dunklen Haar und den Olivgrünen Augen schien die Flügel eines Engels zu tragen, sie verschwanden aber. Er schien nachzudenken, dann aber wurde sein Blick hasserfüllt. 
"Das ändert nichts! Meine Mutter starb weil deine Schwester ihr Zuhause angezündet hat. Meine Freunde starben durch deine Hand. Und du, du hast mich belogen, von Anfang an, du bist für mich der Grund meines Wahnsinns, und du wirst mich nicht aufhalten!", die Stimme war die Selbe wie die, die sie gerade gehört hatte.
Er schien sich nicht bewegen zu können. "Lass deine Zaubertricks, du kommst niemals gegen meine Macht an!", presste er hervor.
Ein Sturm aus Feuer brach über ihn herein, gefolgt von einem Hagel aus Eisbrocken. Shanora war sich sicher, dass diese Fähigkeiten zu Saphira und Celles gehörten. Sie konnte aber nicht genug erkennen um sie zu sehen. 
Die Flügel des Engels erschienen wieder und trugen ihn aus der Gefahrenzone. Er starrte wütend in den Nebel. "Was haben wir für einen Plan?", die Stimme gehörte zu Saphira oder Celles, Shanora war nicht sicher.
"Ich bin hier der Plan!", Finn erschien hinter dem Engel und riss ihn zu Boden.
Shanora schmunzelte, ihr Bruder war schon immer planlos auf alles los gegangen, was ihm im weg stand. 

Der Engel wurde von einer Schicht aus Eis bedeckt und von Finn weiter auf den Boden gedrückt.
Church kam heran und packte ihn am Hals, er schien eine goldene Kopie des jungen Mannes aus ihm heraus zu ziehen. Shanora war sicher, das Church ihm seine Kräfte zu nehmen schien. Dann packte er den Köper und brachte ihn weg.
Dort lag der junge Mann nun, er schien Schmerzen zu haben.
Shanora konnte nichts erkennen, außer einer Hand die ihm half. 

Er erhob sich wieder und seine Flügel kehrten zurück, zu wem auch immer die Hand gehört hatte, sie hatte den gefallenen Engel zurück in den Himmel geholt.
Aber er war schon seid Beginn ihrer Reise wieder zurück in Elensar und verfolgte sie, die Frage war nur warum.

"Mein Name ist Luis, falls du dich das jemals gefragt hast", Shanoras Vision versiegt wieder, die normale Umgebung kehrte um sie zurück.
"Du hast einmal mit meinem Bruder gekämpft!", Shanora wich zurück.
"Ja, ich war ein gefallener Engel der Rache üben wollte. Aber ich wurde errettet um euch zu helfen!", er kniete vor Shanora nieder. Diese schaute überfordert zu Allister, der Yalhan deutete die Schwerter von Gaap wieder weg zu stecken.
"Ich denke wir sollten ihm zuhören!", Allister schien ihm zu glauben. 
Luis erhob sich wieder: "Aber es bin nicht ich dem ihr zuhören solltet, folgt mir! Der Dunkelelf allerdings verfügt nicht über die Voraussetzungen den Ort zu betreten an den ich euch bringen werde!"
Yalhan blickte aufgeschreckt zwischen Allister und Shanora hin und her.
"Gut, er wird hier bleiben!", beschloss Allister.
Yalhan packte ihn am Arm: "Bist du sicher das du ihm trauen kannst?" Allister nickte und Shanora versuchte ihre Nervosität abzulegen.
Luis streckte seinen Arm aus und begann sich zu konzentrieren. Shanora staunte als eine Tür zu erscheinen begann, schneeweiß mit goldenen Verzierungen. "Jetzt könnt ihr mit dem Schicksal sprechen!", Luis öffnete die Tür und ging hindurch.
Shanora und Allister folgten ihm. 
Sie landeten auf einem glatten weißen Boden, vor ihnen stand ein riesiges Tor aus purem Licht. Shanora hob die Hand vor die Augen, das Tor schien so hell zu leuchten, dass sie beinahe nicht hinsehen konnte. 
"Shanora", Allister deutete hinter sie, Shanora drehte sich herum. Vor ihr stand die weiß verhüllte Frau, welche sie in Allisters Haus getroffen hatte.
"Allister und Shanora, so weit seit ihr gekommen. Aber wie weit ihr es schaffen werdet kann auch ich nicht genau sagen!", ihre Stimme hallte durch ihre Köpfe, dann warf sie den weißen Mantel ab.






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