00 - Die Spillunke am Hafen

Es war eine der tief dunkelsten Nächte am Hafen einer kleinen verträumten Hafenstadt in der ein grosses Ereignissen seine Schatten voraus warf und etwas in Bewegung brachte was niemand je gedacht hätte. Ein sehr lauer warmer wind zog durch die Häuser und Gassen dieser kleinen Hafenstadt. Am Himmel waren kaum Wolken zusehen. Der volle Mond lugte über den Gipfel des nahen Gebirges hervor und malte ein gespentisches fahles Licht. Nachtvögel flogen leise mit klatschenden Flügelschlägen über den Dächern der Häuser hinweg. Wenn man in den Himmelschaute, so konnte man dort unzählige leuchtende Sterne erblicken, die zum zum träumen einluden. In der Stadt war zu so tiefer Nacht kaum noch etwas los. Nur in einem Haus brannte noch licht und Geräusche einer fröhlich ausgelassenen Gesellschaft drangen nach draussen. Am Haus hing ein hölzernes Schild auf dem "Zum lustigen Kraken" stand welches leise im Wind hin und her schwang. Noch bevor man das Haus betreten konnte, wurde man über ein weiteres Schild in Augenhöhe, direkt an der Tür angebracht darauf hingewiesen, das Seeräuber und Piraten nicht erwünscht wären. Drinnen herrschte eine ausgelassene Stimmung von lustigen Kameraden und Raufbolden, die hier fröhlich beisammen sassen, und sich gegenseitig die wildesten Geschichten und Abenteuer erzählten und nebenbei immer wieder einen grossen Schluck aus einem hölzernen Humpen zu sich nahmen. Brennende Fackeln und Feuerpfannen erhellten den Raum und gaben ihm eine wundervoll gemütlich rustikale Athmosphäre im warmen flackernden Feuerschein. Unzählige Gäste waren hier und der Wirt schob mit schwung einen vollen Humpen nach dem anderen über den Tresen. Das Mobiliar war sehr alt und hatte bereits einiges erlebt. Zudem sah es so aus als wären Tisch und Stühle aus allerlei umterschiedlichster Materialien zusammen genagelt. Fast so als beständen sie ausschliesslich aus angeschwemmten Strandgut, der hier noch eine abzunutzende Bedeutung und Funktion erhielt. Kein Möbelstück sah aus wie das andere.

An einer Wand hing das Bild eines dreiköpfigen Affen wobei der eine Affe sich die Ohren zuhielt, der ander seine Augen und der dritte schlisslich seinen Mund. In der Ecke, gleich neben der Tür zur Kombüse stand eine Glasvitrine die schon längst hätte abgewischt und von Staub befreit werden müssen. In dieser Vitrine lag fest verschlossen ein dickes schweres in Pilzlederhaut eingeschlagenes Buch mit der Aufschrift "Schwertduelle - Ablenkung und Sieg durch Beleidigungen". In kleinen Schriftzeichen stand weiter unten kaum noch vollständig lesbar "geschrieben von G. Treibgut".

Während der Wirt unaufhörlich und beharrlich sein sehr beliebtes Getränk ausschenkte welches für besondere Fröhlichkeit und Ausgelassenheit seiner Gäste sorgte, kam der Koch immer wieder aus seiner Kombüse. Auf seinem linken Arm, den er höher hielt als er selbst es war, trug er ein blechernes Tablett auf dem knusprig gebratenes Bratgut garniert mit etwas gegrilltem Obst und Gemüse lag. Der Koch war nicht besonders gross. Gerademal so gross das sein ausgestrekter Arm mit dem Tablett die Höhe des Tresens erreichte. Wann immer der Koch am Tresen vorbei ging um eine Bestellung auszuliefern musste sich der Wirt zusammenreissen um nicht in pustendes Gelächter zu verfallen. Denn alles was man sah war ein wanderndes Tablett, dem der Zipfel einer gefalteten Kochmütze vorausging. Das sah einfach zu komisch aus. Natürlich schaffte es der Wirt nicht und niemals nicht zulachen, was den Koch wiederum sehr verärgerte und schmiss dem Wirt eine Geflügelkeule entgegen die den Wirt mitten im Gesicht traff und auf Grund des grossen Fettanteils unterhalb seiner Nase hängen blieb. Nun lachte seiner seits der Koch aus vollem Herzen. Denn nun sah der Wirt so aus als würde ihm ein Geflügelkeulenbart wachsen. Langsam, ganz langsam rutschte die Keule vom Gesicht des Wirtes der noch einmal genüsslich abbiss und schliesslich zurück warf natürlich ohne den Koch zu treffen. Die Geflügelkeule sauste am Smutje vorbei, prallte auf einem Tisch und flog schliesslich zm Fenster hinaus.

Ein köstlicher Duft von gebratenem schwängerte den Raum. Ein lautes schmatzen und kauen war zu hören neben den anhaltenden gesprächen mit lautem Gelächter. "Menschen fallen mir zu Füsse wenn ich komme." sagte ein Gast zu einem anderen der darauf entsprechend antwortete:"Auch bevor sie deinen Atem riechen." und beide vielen in grosses Gelächter. An einem anderen Tisch fand ein ähnliches Gespräch statt in dem ein Herr sagte:"Meine Narbe in meinem Gesicht stammt von einem harten Kampf." woraufhin prompt von seinem Gegenüber folgte:" Aha, mal wider in der Nase gebohrt.".

Eine wahrlich äusserst ausgelassene Stimmung gab es hier. Alle waren sehr gut gelaunt assen, tranken und lachten miteinander. So ging es hier Tag um Tag und Nacht um Nacht.

Bis, ja bis eines Tages ...

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