1: Kae

Ein dumpfer Schlag. Ich wurde mehrere Meter über den unebenen Steinboden geschleudert. Mit zitternden Fingern versuchte ich zu koordinieren, wo ich gelandet war. Hatte ich Wunden? Das war egal. Ich musste wieder aufstehen und weitermachen, kostete es was es wollte.
Ich richtete mich aus meiner gekrümmten Haltung auf, langsam, aber schnell genug um einen heftigen Schwindel auszulösen.
“Weitermachen. Weitermachen. Weitermachen!“, tönte es in mir. Ich begann mich wieder voran zu bewegen, meine Rippen schmerzten fürchterlich und mein Kopf dröhnte und pochte. Ich sah immer weniger, alles fing an zu verschwimmen und ich erkannte nur noch teilweise meinen Gegner vor mir. Wenn ich aufgab, war alles umsonst.
Ich riss meine Augen auf in der Hoffnung, besser sehen zu können und rannte. Ich rannte auf meinen Gegner zu, ich würde diesen Hurensohn endlich in den Boden stampfen. Er grinste herablassend und machte sich auf meinen Frontalangriff bereit. Zu dumm, dass er dümmer war als ich. Ich sprang über ihn, während er dachte einen Angriff blockieren zu müssen und versenkte mein Schwert in seinem Rumpf. Ich ließ das Schwert los und landete auf beiden Beinen. Die Gesichtszüge meines Gegners strafften sich und damit verschwand auch dieses gottverdammte Grinsen. Ich zog mein Schwert aus der Wunde, aus der nun massig Blut quoll. Es verteilte sich auf dem kompletten Boden, hätten wir weiterkämpfen müssen wären wir vermutlich darauf ausgerutscht.
Auf einmal fing jemand an zu klatschen. Ich schreckte herum. Hinter mir stand ein Mann – Anfang dreißig, ca. 1,90 groß, dunkle Haare – und das war nicht irgendein Mann. Es war der Chef einer riesigen Organisation, gegründet von und bestehend aus Dämonen.
„Glückwunsch…“, sagte er, „…du hast die Prüfung bestanden. Willkommen in der Haupteinheit der Red V’s.“
Ich verstand in dem Moment nicht ganz was geschah.
Der Typ, der mich angegriffen hatte, konnte doch nicht etwa von den Red V’s, einer der zwei existierenden Organisationen, gekommen sein? Er hatte mich doch bloß überfallen, so was war ich gewohnt.
„Mach dir keine Sorgen um den da“, der Chef deutete auf die blutübergossene Leiche, „Der ist in zwei Tagen wieder auf den Beinen.“
„Ja natürlich, nachdem man ein Schwert quer durch den Körper geschoben bekommen hat lässt es sich ja aber auch leicht weiterleben“, bemerkte ich, nicht mangelnd an Sarkasmus.
Der Chef lachte auf, an einen Laternenpfosten gelehnt der die Straße, auf der wir uns befanden, mit spärlichem Licht versorgte. „Müsste eine hübsche Dame wie du nicht erstmal ärztliche Hilfe bekommen?“
Ach genau, ich wäre ja eben beinahe gestorben.
Mein Adrenalin ließ auf den Schlag nach und ich sah wieder so schlecht wie vorher. Meine Welt begann sich zu drehen, meine Beine ließen nach und ich klappte zusammen. So blöd es auch gewesen sein mag – mein Kopf schlug auf der Straße auf und ein schrecklich lauter Ton in meinen Ohren brachte mich fast um den Verstand. Er wurde lauter und lauter, ich griff mir an den Kopf und spürte warme Flüssigkeit – Blut.
Stand der Chef nicht gerade noch neben mir? Konnte er mir nicht helfen? Was war denn los? Ich versuchte krampfhaft wach zu bleiben, was mir jedoch nicht gelang. Meine Augen klappten zu, bis ich zwei Arme spürte die mich ganz meiner Vermutung nach hochhoben.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nicht mal beurteilen konnte wo oben und wo unten war, ich ging davon aus einen warmen Körper zu fühlen. Eine Brust, ein Herz das schlug. Ich merkte es genau an meinem Kopf. Wurde ich getragen?
Dann verlor ich das Bewusstsein. Ich bekam nur bruchstückhaft mit, wie mir eine tiefe Stimme zuflüsterte dass alles gut werden würde.

Kommentare

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    Erstmal herzlich willkommen! Dein Text und dein Schreibstil gefallen mir sehr gut. Bin schon sehr gespannt wie es weitergehen wird. Toll gemacht 5/5 :)

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Feenstaub

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