14. Kapitel

Victor hatte alles verstehen können, was Joseph Greidt gesagt hatte. Er konnte verstehen, dass nicht jeder Arzt werden und Menschen operieren wollte. Wenn man diese Arbeit nur auf das Aufschneiden von Menschen reduzierte, so kamen da schon moralische Bedenken zum Vorschein. Aber auf der anderen Seite hatte er ein wenig Mitleid mit dem Arzt. Er arbeitete sicherlich schon lange hier, seiner Erfahrung nach zu urteilen. Und immer noch hatte seine Frau Probleme damit, dass mit der Arbeit ihres Mannes ethische und moralische Konflikte und Fragen zusammenhingen.

Er freute sich darüber, dass Julia zu Besuch gewesen war. Das war keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Sie hatte ihn lediglich auf der Straße gefunden. Und das in keinem angenehmen oder gewöhnlichen Zustand. Umso mehr freute es ihn, dass sie ihn doch besucht hatte.

Er sah sich um, soweit das eben sein Blickfeld zuließ. Es gefiel ihm hier. Die Atmosphäre schien unerklärlicherweise gemütlicher geworden zu sein. Und auch die Kälte, die er zunächst auf dem Bürgersteig und dann auch in den Räumen des Krankenhauses gespürt hatte, schien ein wenig zurückgewichen zu sein.

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