17. Kapitel

Victor konnte verstehen, dass Julia der wiederkehrende Alltag nicht besonders gefiel. Ihm ging es ähnlich. Wem ging es nicht so? Jeder war in der alltäglichen Routine gefangen. So auch er selbst. Einen Ausweg konnten die wenigsten finden.

Sein Alltag war eintönig. Jeder Tag schien sich unendlichfach zu wiederholen. Nur hatte ihn das merkwürdigerweise nie gestört. Jetzt machte er sich aber Gedanken darüber und stellte fest, dass es ein einsames und routinegeprägtes Leben war, das er bisher geführt hatte. Nicht einmal die Gespräche mit den Kollegen in der Mittagspause waren anregend gewesen. Nur immer dieselben Fragen und Themen. Am häufigsten ging es um das Wetter oder bevorstehende Aufgaben in der Firma. Ihn wunderte, dass ihm das nicht eher aufgefallen war. Jetzt schien es ihm das so offensichtlich.

Eigentlich war er gerne auf Arbeit gegangen. Zumindest lieber, als zu Hause zu bleiben und den ganzen Tag allein zu verbringen. Abends hatte er nie viel unternommen. Partys mochte er gar nicht und die Vorstellung, alleine irgendwo hinzugehen, missfiel ihm gänzlich. Am häufigsten war er wohl in einer kleinen Bar gewesen, doch sich allein zu betrinken war eher eine Möglichkeit zu vergessen, als einen schönen Abend zu verbringen.

Er freute sich, dass sich Julia wieder Zeit für ihn genommen hatte. Dieses Mal hatte sie fast schon hübscher als letztes Mal ausgesehen. Ob sie schon einen Freund hatte? Aber egal. Er freute sich einfach, dass sie gekommen war. Den Grund dafür kannte er nicht. Das war ihm aber auch nicht wichtig, solange sie ihn wieder besuchte. Heute hatte sie wieder ihren Alltag für ihn unterbrochen. Oder war er jetzt ein Teil davon?

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