17. Siebzehn

Für einen Moment befürchete Toni, dass das Gespräch von grade die Stimmung zwischen ihnen jetzt total kaputt gemacht hatte. Aber je länger sie Arm in Arm auf der Bank saßen, desto mehr fing Toni wieder an, sich so frei und leicht wie vorhin im Wald zu fühlen.

Gregor hatte eine Art unter dem Pullover über seinen Arm zu streicheln, von der Toni der Kopf auf eine unglaublich angenehme Art schwirrte. Er versuchte sich zu revanchieren, in dem er mit den Fingern immer wieder sanft über Gregors Hand strich und so wie der seufzte und sich gegen ihn drückte machte Toni seine Sache wohl auch ziemlich gut.

Zungenküssen mit Lydia hatte Toni nie etwas abgewinnen können, aber es natürlich trotzdem gemacht, weil es eben dazugehörte. Zungenküsse mit Gregor aber waren unglaublich und sorgten dafür, dass Tonis Kopf nur noch mehr schwirrte.

Wie eigentlich immer, wenn sie zusammen waren, redeten sie wenig und wenn, dann war es hauptsächlich Gregor, der etwas sagte und er hatte sein Talent zu erzählen absolut nicht verloren, im Gegenteil. Und natürlich hatte er auch einige Geschichten parat, die sich diesmal aber nicht um seine Vorfahren drehte, sondern um die Hotelgäste, die sich irgendwie daneben benommen hatten.

Und auch eine Familiengeschichte jüngeren Datums war, dabei, nämlich, als vor einem Jahr ein  Verwandten einen runden Geburstag feierte und die übers ganze Land verstreute Familie mal wieder zusammen kam. Dabei handelte es sich dann immerhin um über hundert Leute die mehr oder weniger schrullig waren und Toni kam aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Er selbst hatte so gut wie gar nichts zu erzählen, denn bei den interessanten Sachen, die ihm in der letzten Zeit passiert waren, war Lydia dabei gewesen. Und auch, wenn er das eigentlich gar nicht hätte erwähnen brauchen, hätte es sich für ihn trotzdem komisch angefühlt und er wollte diese wunderbare Stimmung durch nichts kaputt machen. Also beschränkte er sich, wenn er mal etwas sagte, auf Streitereien mit Peter, lustige Dinge, die Maja mal gemacht hatte und Schulgeschichten. Aber eigentlich reichte es ihm voll und ganz, hier zu sitzen und Gregor zuzuhören. Oder mit ihm zusammen zu schweigen.  

Die kleine Welt, in die sie sich wieder zurückgezogen hatten und in der Zeit absolut keine Rolle spielte, wurde schließlich durch ein lautes Piepen aus Gregors Jackentasche abrupt zerstört.

"Ach man!" murmelte Gregor, ohne das Handy aus der Tasche zu holen, und drückte sein Gesicht in Tonis Schulter. "Das ist meine Mama," sagte er in seine Jacke und seufzte einmal tief.

"Will sie etwa wissen wo du bist, weil sie gesehen hat, dass du noch nicht im Bett liegst?" fragte Toni scherzhaft.

Gregor seufzte wieder. "Ich weiss es ist grausam aber es ist genau das," antwortete er. "Gegen elf guckt sie immer noch bei mir rein und am liebsten hätte sie es, wenn ich dann auch schon im Bett liege. Hab mich schon mit ihr deswegen gestritten, weil das doch echt lächerlich ist! Inzwischen ist sie soweit, dass sie nicht mehr drauf besteht, dass ich im Bett liege, aber dass ich wenigstens im Zimmer bin. Und am schlimmsten ist echt, dass sie auch am Wochenende so drauf ist. Aber das seh ich dann erst recht nicht ein, weswegen wir uns dann auch wieder streiten. Einziger Trost ist, dass sie bei Johann genau so ist."

Toni fiel wieder ein, wie Gregors Mutter damals schon immer Punkt 21 Uhr aufgetaucht war und Toni dann sofort hatte gehen müssen. Da schien sich ja in den drei Jahren absolut nichts geändert zu haben, von der Uhrzeit mal abgesehen. Er seufzte jetzt auch und drückte Gregor einmal mitleidig an sich. "Das ist ja echt super scheisse," sagte er mitfühlend.

"Mhm," murmelte Gregor, das Gesicht inzwischen an Tonis Hals. Eine Weile saßen sie so da, bis Gregor einmal herzhaft gähnte. "Jetzt bin ich leider doch echt müde geworden," sagte er missmutig.

"Willst du nach Hause?" fragte Toni und Gregor schüttelte den Kopf. "Absolut nicht!" erwiderte er entschlossen. "Von mir aus können wir hier noch ewig weiter sitzen. Scheiss auf Schule oder Arbeit oder sonst irgendwas! Oder irgendwen!"

Toni, der noch immer ganz berauscht von Gregors Nähe und den Küssen war, hätte selbstverständlich auch noch ewig hierbleiben können. Er fühlte sich noch kein bisschen müde und es wäre bestimmt schön gewesen, sich den Sonnenaufgang zusammen anzugucken. Allerdings durch die Nachricht von Gregors Mutter und dass sie dann darüber geredet hatten, waren sie von der Realität wieder eingeholt worden. Und die bestand eben daraus, dass sie nicht bis Sonnenaufgang auf dieser Bank sitzen konnten, weil Gregor morgen wieder zur Schule gehen musste.

Toni konnte zwar ausschlafen aber das Gespräch von grade wegen Lydia war doch nicht ganz so spurlos an ihm vorbeigegangen, wie er gedacht hatte. Und jetzt merkte er auch erst richtig, wie kalt der Wind eigentlich war. Und wie hart die Bank.

Die Ernüchterung, wie schnell diese wunderbare kleine Welt zerstört werden konnte und wie unsanft sich der Aufprall auf den harten Boden der Tatsachen anfühlte, machte sich in Toni breit.

Sie blieben noch für einen Moment sitzen und genossen die letzten Sekunden auf ihrem sterbenden kleinen Planeten. Dann standen sie wie auf ein unsichtbares Kommando gleichzeitig auf und gingen schweigend zur Tür.

Irgendwie frustrierte Toni die Tatsache, dass das Haus auf dem Rückweg immer noch genau so gruselig war, wie auf dem Hinweg. Denn obwohl sich die letzten Stunden mit Gregor so super angefühlt hatten, hatte sich trotzdem absolut gar nichts geändert. Alle seine Probleme waren noch da, angefangen von dem gruseligen Haus bis hin zu seinem schlechten Gewissen gegenüber Lydia. Natürlich wusste er selber, dass es absolut schwachsinnig war, dass sich alles in Wohlgefallen auflöste, nur weil das zwischen ihm und Gregor so toll war. Aber trotzdem hatte Toni sich nicht gegen diesen Gedanken wehren können.

Aber dann griff Gregor nach seiner Hand, nachdem sie aus dem Haus gekommen waren, und Toni wurde mit einem Schlag wieder etwas mit der Realität versöhnt.

"Komm," sagte Gregor. "Ich bring dich zurück."

Eigentlich wäre es Toni umgekehrt lieber gewesen, denn bis zu Gregor war der Weg länger. Aber dann musste er dran denken, dass nicht nur er grade aus den Wolken gefallen war, sondern Gregor vermutlich auch genau so. Und dann war ihm klar geworden, dass er morgen wahnsinnig früh aufstehen musste und dass es vielleicht doch besser war,vorher noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Aber im Gegensatz zu Toni ließ er sich von der Realität nicht ganz so niederdrücken, denn es gab ja nicht nur heute. "Wir wollten morgen in die Stadt, da gibt es eine Kneipe, wo wir jeden Freitag hingehen," sagte er, nachdem sie einen Moment schweigend Hand in Hand gegangen waren. "Und ich fänd's echt super toll, wenn du auch mitkommen würdest. Es ist wirklich immer klasse da, die Musik ist gut und das Bier kostet nicht viel."

"Na klar komm ich mit!" rief Toni wie aus der Pistole geschossen. "Ich wär auch mitgekommen, wenn die Musik scheisse und das Bier teuer wäre!"

Gregor lachte einmal und weil sie inzwischen bei Nadjas Haus angekommen waren, blieb er stehen, legte die Arme um Tonis Hals und dann küssten sie sich eine ganze Weile.

Und nicht nur der Kuss sorgte dafür, dass Toni sich gleich wieder besser fühlte, sondern auch, dass er Gregor morgen wiedersehen würde und es sprach ja auch absolut nichts dagegen, dass es auch dann wieder so wunderbar werden würde, wie es heute gewesen war.

Er zog Gregor ganz dicht an sich heran und nach dem Kuss blieben sie noch einen Moment mit geschlossenen Augen stehen, Gregor legte sein Stirn an Tonis und streichelte seine Schultern. "Gleich, wenn ich gegangen bin, werd ich die ganze Zeit an dich denken müssen," sagte er liebevoll und Toni erwiderte "Ich auch," obwohl er genau wusste, dass das eine absolut schamlose Lüge war. Denn er spürte schon, wie sich ihm andere Gedanken aufdrängten, die sich nur wieder um die gleichen Dinge wie sonst auch drehten, denen er aber trotzdem nicht entkommen konnte.

Vermutlich hätten sie jetzt noch eine weitere Stunde genau so stehen können, wenn Gregors Handy nicht erneut gepiept hätte. Seufztend ließ er Toni los. "Ich versuch, mich morgen so früh wie möglich freizumachen und dann komm ich gleich zu dir, okay?" fragte er und Toni nickte heftig. "Na klar!" Er drückte Gregors Hand. "Ich vermiss dich jetzt schon."

"Ich dich auch!" erwiderte Gregor, dann küssten sie sich noch einmal kurz und er ging los, aber nicht, ohne sich noch einmal umzudrehen und die Hand zu heben.

Toni winkte zurück und sah ihm nach, bis er endgültig in der Dunkelheit verschwunden war. Dann öffnete er leise die Haustür, zog seine Schuhe aus und ging hoch ins Gästezimmer. Sein blinkendes Handy, das heute den ganzen Tag nur auf dem Nachttisch gelegen hatte, empfing ihn schon und nachdem er das Licht eingeschaltet hatte, holte er einmal tief Luft, bevor er es in die Hand nahm und auf den Bildschirm sah.  

Lydia hatte ihm fünf Nachrichten geschickt, die er schnell überflog immer in der Erwartung, dass sie in irgendeiner davon richtig wütend geworden war, weil er sich einfach nicht meldete. Aber sie wurde in keiner einzigen Nachricht wütend, sondern erzählte nur von ihrem Tag, dass sie sich ein paar Bücher gekauft hatte, die Toni sicher auch gefallen würde und um halb zehn hatte sie die letzte Nachricht geschrieben, dass er wohl ziemlich viel unterwegs sei und deswegen keine Zeit hatte, ihr zurückzuschreiben und dass sie sich sehr freue, dass er anscheinend richtig viel Spaß hatte.

Als Toni diese Nachricht las, spürte er einen sehr unangenehmen Stich, vorallem, mit der Unterhaltung vorhin mit Gregor im Hinterkopf.

Er nahm den einen Stuhl, stellte ihn ans Fenster, setzte sich drauf und stüzte die Arme auf dem Fensterbrett ab, während er durch die Scheibe auf den menschenleeren Burghof sah. Er musste auch an Gregor denken und wie schön es heute mit ihm gewesen war. Eigentlich war es echt das Beste, das Toni bis jetzt erlebt hatte und er wünschte sich, dass es einfach immer so weitergehen würde. Aber das hätte entweder bedeutet, zwei Beziehungen zu führen, einmal die Scheinbeziehung mit Lydia zuhause und dann die Beziehung mit Gregor hier, wobei Gregor da sicher nicht mit einverstanden gewesen wäre.

Er könnte dann natürlich mit Lydia Schluss machen und ihr einfach zu sagen, dass es mit ihnen dann doch nicht funktionierte. Auch, wenn er ihr gar nichts davon erzählte, wie es wirklich in ihm aussah, wäre es dann damit zuende gewesen, denn er hatte noch nie mitbekommen, dass eine Freundschaft nach einer Trennung wirklich funktioniert hatte.

Und wenn er mit Lydia dann nicht mehr zusammen war, dann würde Max wieder anfangen zu fragen, wie es mit den Mädchen lief und da gar nichts laufen würde, würde er das irgendwann komisch finden und Toni fragen, ob er schwul sei. Und auch, wenn Toni das dann, natürlich, abstreiten würde, würde es ihre Freundschaft sicherlich trotzdem belasten. Was hieße, er hätte dann auch seinen zweiten engen Freund verloren und Gregors Rat, sich einfach neue Freunde zu suchen half natürlich nichts.

Allerdings sollten diese Probleme nicht angesichts dessen, was da zwischen ihm und Gregor war, eher unwichtig sein? Denn vermutlich konnte Toni wirklich nichts an dem ändern, was er war. Sonst hätte die Beziehung mit Lydia, die ja eigentlich richtig gut lief, wenn er sie mit denen von seinen Freunden verglich, ihm das doch schon gezeigt, oder?

Also sollte er sich dann doch auf das konzentrieren, was sich gut für ihn anfühlte und was eindeutig Gregor war. Und wenn er dann wirklich mit ihm zusammen war und nicht nur hier, weit weg von allem anderen, dann würden andere gute Dinge passieren, weil er sich dann ja nicht mehr versteckte. Was aber auch heißen würde, er würde noch einmal ganz von vorne anfangen müssen und wenn er an den geouteten Jungen aus der Parallelklasse dachte würde es ein ziemlicher Kampf werden.

Doch wenn Toni ehrlich war, dann war er absolut nicht bereit, diesen Kampf auf sich zu nehmen und das lag daran, dass er einfach ein Feigling war. Ein Feigling, den es auch nicht anspornte, mit Gregor zusammen zu sein, um nicht mehr feige zu sein. Also verdiente er doch im Grunde das Dilemma, in dem er grade steckte und alles würde beim Alten bleiben.

Eine Erkenntnis, die ziemlich bitter schmeckte, aber wahr war. Und die Toni schon längst hätte vor sich selbst aussprechen sollen. Denn jetzt musste er sich wenigstens nicht immer wieder dieselben Gedanken machen und sich fragen, wieso er Lydia so ausnutzte und einfach nicht zu sich selbst stehen konnte. Schließlich war die Antwort immer, dass er eben einfach ein Feigling war.

Natürlich war das Ganze eine sehr billige Ausflucht aber er nahm sie trotzdem gerne an. Denn sie schaffte es, die nervigen Gedanken in seinem Kopf zu stoppen, sodass er Lydia eine Nachricht schreiben konnte, in der er sich dafür entschuldigte, sich kaum zu melden und dass er wirklich viel Spaß hatte. Und danach konnte er sich aufs Bett legen und einfach nur noch an Gregor und die letzten Stunden denken und sich darauf freuen, ihn morgen wiederzusehen.

Die Quittung war dann allerdings, dass er verdammt schlecht schlief und ein Haufen unsinniges Zeug träumte. Als er dann schon um acht Uhr aus dem Schlaf hochschreckte, hatte er Kopfschmerzen und obwohl er immer noch ziemlich müde war, war ihm gleich klar, dass er nicht wieder einschlafen würde. Also stand er auf, zog sich an und ging nach unten. Er hatte zwar eigentlich keinen Bock auf Gesellschaft, aber ebensowenig drauf, allein zu sein.

Nadja empfing ihn mit einem fröhlichen "Ach, sieh mal einer an, wer da schon wach ist! Guten Morgen!" und Toni fragte sich, ob sie auch jemals schlechte Laune hatte.

Er erwiderte ihren Gruß mit einem gequälten Grinsen und ging an ihr vorbei zur Couchecke, wo seine Mutter und Peter, mit Maja auf dem Schoß, saßen. "Da bist du ja schon," empfing ihn seine Mutter lächelnd und streichelte seinen Arm, als er sich neben sie setzte. "Deine Tasche hast du doch sicher auch schon gepackt, was? Hauptsache schnell weg hier, nicht wahr?" Sie lachte einmal.

"Was meinst du?" fragte Toni verwirrt, dessen immer noch ziemlich verschlafenes Gehirn den Satz noch nicht wirklich verarbeiten konnte und sie sah ihn mit großen Augen an. "Das überrascht mich jetzt aber. Schließlich warst du derjenige der drauf bestanden hat, dass wir am Freitag gleich wieder nach Hause fahren."

Die Tatsache, dass heute Freitag war überrumpelte Toni völlig. Die Tage, von denen er vorher noch gedacht hatte, dass sie ewig dauern würden, waren einfach so an ihm vorbeigeflogen. Es dauerte einen Moment, bis er sich wieder gefangen hatte.

"Aber wollten wir nicht erst heute Abend fahren?" fragte er dann und das war natürlich absolut nicht die Reaktion, mit der seine Mutter gerechnet hatte. "Eigentlich schon," antwortete sie erstaunt. "Aber dann dachten wir, wir sparen uns das Geld für einen weiteren Tag im Hotel und fahren doch morgens. Und wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass dir das sehr recht wäre."

War es Toni aber absolut nicht. Auf keinen Fall würde er es verpassen, heute mit Gregor in diese Kneipe zu gehen! "Ich kann noch nicht fahren," erwiderte er deswegen. "Ich bin für heute verabredet!"

"Mit Gregor?" erkundigte sich seine Mutter lächelnd und eigentlich wäre jetzt nichts leichter gewesen, als einfach Ja zu sagen. Toni wusste, dass er völlig versagt hatte, sie davon zu überzeugen, dass er in Gregor nichts anderes sah, als einen Freund und dass die Beziehung zwischen Lydia und ihm ganz wunderbar lief.

Dass sie definitiv hinter ihm stehen würde, hatte sie ihm ja auch schon mehrfach gezeigt, aber Toni  hatte ja gestern festgestellt, dass er einfach nur ein Feigling war.

"Nicht mit Gregor!" stellte er deswegen klar. "Sondern mit den Leuten, mit denen ich die letzten Tage rumgehangen hab! Wir wollen in eine Kneipe in der Stadt und es wird spät werden. Deswegen werd ich hier wohl noch einmal übernachten werden."

"Sieh mal an." Seine Mutter verschränkte die Arme vor der Brust. "Das kommt jetzt aber echt unerwartet. Und wie willst du dann nach Hause kommen?"

Toni zuckte mit den Schultern. "Mit dem Zug natürlich," erwiderte er. "Ich bin die Strecke einmal hingefahren, also werde ich sie auch zurück schaffen. Und die Kosten für das Ticket könnt ihr mir ja vom Taschengeld abziehen," sagte er schnell, als er sah, dass Peter den Mund aufmachte.

"Tja," machte seine Mutter. "Verbieten hierzubleiben werden wir dir ja wohl kaum können. Aber hast du denn Nadja oder Thorsten gefragt, ob es für sie okay ist, wenn du noch eine Nacht hier schläfst?!"

"Ach, natürlich ist das in Ordnung," schaltete sich Nadja ins Gespräch ein, als sie mit einem großen Teller voller belegter Brote zu ihnen trat. Sie stellte den Teller auf den Tisch. "Meinetwegen kann er auch noch eine weitere Woche bleiben. Ist immer schön, ihn hierzuhaben. Für einen so guten Esser macht es doch immer Spaß zu kochen." Sie wuschelte Toni einmal durch die Haare. Er stieß ihre Hand sanft aber bestimmt weg und strich sich so würdevoll wie möglich seine Haare wieder glatt.

"Siehst du?" sagte er zu seiner Mutter und jetzt war sie an der Reihe, mit den Schultern zu zucken. "Also gut, wie du willst. Bevor wir losfahren schauen wir dann eben noch am Bahnhof vorbei und kaufen dir eine Fahrkarte. Aber morgen kommst du dann definitiv nach Hause?!"

Toni nickte. "Klar. Ich muss doch noch mit Lydia den Urlaub planen. Wir wollen ja Montag fahren."

"Ach so," machte seine Mutter nur, aber Toni wusste genau, was sie grade dachte. Doch bevor er jetzt anfing, sich wegen seiner Verlogenheit wieder einmal schlecht zu fühlen, erinnert er sich einfach wieder daran, dass er ein Feigling war. Und am Allerwichtigsten war grade sowieso nur, dass er Gregor nachher wiedersehen würde.

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