2. Kapitel

Schnell eilte Julia in die Bäckerei zurück. Ihr Herz pochte. „Da steht ein Mann draußen“, sagte sie. „Na, das ist doch nichts ungewöhnliches“, antwortete ihre Arbeitskollegin Marie. „Er ist ganz kalt“, entgegnete Julia. „Sag mal, du solltest doch nur den Aufsteller hinausstellen. Und da gehst du einfach zu fremden Männern hin und fasst sie an? Unbegreiflich. Du bis hier auf Arbeit und nicht in deiner Freizeit!“ Ihre Arbeitskollegin konnte sie nicht verstehen, das war klar. Deshalb antwortete Julia: „Komm mit!“ und ging wieder nach draußen. Kurz darauf folgte Marie ihr. Als sie den Mann mit seinem Aktenkoffer sah, wich ihr uninteressierter Blick einem fragenden. „Wie lange steht der schon hier?“, wollte die Bäckereiangestellte wissen. Diese Frage konnte Julia ihr nicht beantworten. Sie war lediglich aus dem Laden gegangen, um den Aufsteller hinzustellen. „Ich weiß es nicht“, lautete deshalb die wahrheitsgemäße Antwort. So standen die beiden einige Zeit in gebührendem Abstand von dem Mann entfernt und dachten nach. „Was machen wir jetzt?“, fragte Julia, als sie das Schweigen der beiden brach. „Vielleicht sollten wir die Polizei rufen. Was macht man sonst mit einem zu einer Statue gefrorenen Mann? Vielleicht taut er ja wieder auf.“ Und so gingen sie beide wieder in die Bäckerei und riefen die Polizei.

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