20. Kampf um ein Jagdrevier

Wie jeden Abend erwachte Magnus mit den flüsternden Stimmen der Stadt. Erst wenn er richtig zu sich gekommen war, ließ er sie verstummen. Inzwischen hatte er gelernt, sie auszublenden und nur zuzulassen, wenn er sie brauchte.
Er sah kurz Bilder von Yvetta, da sie an ihn dachte, was ihn schmunzeln ließ. Hatte er so einen tiefen Eindruck bei ihr hinterlassen?
Heute war also die Nacht der Entscheidung.
Große Bedenken hatte er allerdings nicht, dass er die vier besiegen konnte. Das dürfte nicht so schwer werden.
Nachdem Magnus in seine abgewetzten Lederklamotten geschlüpft war und seine Haare zusammengebunden hatte, verließ er Valentinas und Darios Wohnung.

Durch die Luft kam schon kurz darauf sein hoffentlich zukünftiges Revier in Sicht und er konzentrierte sich auf die Auren des Quartetts. In der Nähe der Katakomben konnte er sie schließlich schwach spüren, setzte vor dem, hinter einem Gebüsch versteckten, Eingang auf, und schritt dann durch die schmale Maueröffnung in das unterirdische Labyrinth hinein.
Wo waren sie?
Er fühlte, dass sie sich aufgeteilt hatten, denn ihre Schwingungen kamen nicht von derselben Stelle.
Konzentriert setzte Magnus seinen Weg durch die stockdunklen, engen und staubigen Gänge fort. Sein Infrarot half ihm, genug zu erkennen.
Noch konnte er nicht genau sagen wo sie ruhten, bestimmt erwachten sie gerade. Er selbst hielt seine Aura zurück, damit sie ihn nicht bemerkten. Das war sein Vorteil. Er konnte sich unbemerkt anschleichen.
Dann kehrte er zum Eingang zurück, um auf Ivana zu warten. So hatten sie es besprochen. Sie würde sauer werden, wenn er es jetzt doch allein durchzog.
Wo genau muss ich hinkommen?‘, sandte Ivana ihrem Gefährten, weil sie nicht wusste, wo der Eingang zu den Katakomben genau war.
Magnus blieb vor dem Gebüsch stehen und behielt den Himmel im Auge, bis er Ivana ausmachen konnte: ‚Süße, ich bin vor den Büschen.'
Schließlich stand sie vor ihm und gab ihm einen Kuss: „Ciao Liebling. Wie willst du vorgehen?“
„Ich gehe erst mal allein rein."
„Ok. Sei vorsichtig", sagte sie zu ihm, bevor er vorausging. Sie folgte ihm nur ein kurzes Stück in den Gang hinein und blieb dann stehen, um abzuwarten, ob er Hilfe brauchen würde.

Tiberius war viel zu neugierig, um sich den Kampf des schönen Blonden entgehen zu lassen. Daher machte er sich ebenfalls nach Torino auf, wo der Herausforderer auf die Reviereigentümer treffen würde. Der Herrscher wollte sich nur in der Nähe des Schauplatzes aufhalten, um den Verlauf, und vor allem den Ausgang des Kampfes, mitzubekommen.

Magnus ging immer weiter hinein und folgte den Schwingungen der Jüngeren. Nach vielen Gängen, wurde das Gefühl stärker. Sie waren in der Nähe. Er hörte ihr Flüstern und die nervösen Gedanken von Priscilla.
„Er ist noch nicht hier, oder?", fragte einer der Männer
„Zumindest habe ich noch nichts von ihm wahrgenommen", erwiderte die Stimme des Anführers. „Aber wer weiß, wie gut er sich in seinem Alter verbergen kann. Wir sollten bereit sein."
„Wie sollen wir es machen? Trennen wir uns paarweise, oder lieber zusammen bleiben?"
Priscilla war es gar nicht wohl. Am liebsten würde sie sich verkriechen, aber sie musste ja helfen.
Toni antwortete: „Nein, wir bleiben auf jeden Fall zusammen. Wenn wir eine Chance haben dann nur, wenn wir es ausnutzen, dass wir zu viert sind."
Die Stimmen wurden lauter.
Schließlich schritt Magnus den Gang entlang, der zu dem größeren Raum führte, wo die vier sich aufhielten.
Er hörte Gedanken: ‚Ich glaub, ich hab leise Schritte gehört.‘
Jetzt waren sie gewarnt und er konnte seine Tarnung aufgeben.
Mit einem Huschen stand er nur noch wenige Meter von ihnen entfernt und blickte überlegen in die Runde, wie sie bereits abwehrbereit dastanden.
Dieser Francesco hatte sich mit einem abgebrochenen Knochen bewaffnet, der Anführer Toni hielt einen Dolch in seiner Faust, Priscilla klammerte sich ebenfalls an den Griff eines langen Messers und die andere Frau namens Laura hatte nichts bei sich.
„Na, alle auf einem Haufen. Wer will zuerst?" Dabei entblößte er seine Zähne, was Priscilla zum Zittern brachte.
Sie verfluchte sich selbst, dass sie sich ihm gegenüber einfach nicht zusammenreißen konnte. Er war so furchteinflößend und jetzt ließ er sie alle absichtlich seine Macht spüren, indem er seine Aura wieder freiließ.
Magnus näherte sich ihnen noch weiter und sagte drohend: „Legt euch besser nicht mit mir an. Ich gebe euch die Chance einfach zu verschwinden."
„Für wie feige hältst du uns?! Wir überlassen dir unser Revier nicht einfach kampflos!", fauchte Toni ihn an und machte mutig einen Schritt auf ihn zu.
‚Wir greifen ihn gleichzeitig an‘, sandte er den anderen drei. Er warf Priscilla einen kurzen Blick zu. ‚Reiß dich zusammen! Bedenke, jetzt hast du die Chance, ihm das von gestern heimzuzahlen.‘
Nach einem kurzen Blickkontakt mit den anderen, sprang er auf Magnus zu. Priscilla versuchte es ebenfalls.

Der Ältere hatte die stummen Absprachen gehört und sich zur Abwehr bereit gemacht. Nun schlug er die Angreifer mit einem Rundumschlag von sich, schleuderte damit Francesco, Toni und Laura mit Wucht gegen die Steinwand und Priscilla war auch weggeschleudert worden, aber nicht so heftig, weil sie am Schluss gesprungen war. Sie landete im Staub und rappelte sich schnell wieder auf und umgriff wieder das Messer.
Magnus konzentrierte sich auf Toni, den Stärksten des Quartetts. Mit einem Satz war er bei ihm, packte den Jüngeren am Arm und schlug ihn abermals gegen die Wand.
Da sprang ihm plötzlich Francesco in den Rücken und trieb ihm den spitzen Knochen ins Fleisch, als er Toni herumschleuderte.
Solange der Anführer am Boden lag, warf sich Magnus mit Francesco im Rücken an eine Wand um ihn abzuschütteln, dabei brachen demjenigen mehrere Rippen.
Toni, den schaffen wir nicht. Der schlägt uns zu Brei.‘
Toni war noch nicht bereit aufzugeben.
Trotz ein paar gebrochener Rippen und einem ausgekugelten Schultergelenk, ging er mit einem wütenden Knurren auf Magnus los und versuchte mit dem Dolch auf dessen Hals zu zielen.
Fast gleichzeitig sprang Laura an Magnus Arm und verbiss sich darin. Sie zerfetzte dort seine Lederjacke, bis ihre Zähne seine Haut durchdrangen. Toni fügte ihm währenddessen einen tiefen Schnitt in den Hals zu, worauf das Blut reichlich aus dieser Wunde floss.
Zu allem Überfluss hechtete dann auch noch Francesco, angespornt durch den Mut der anderen, auf Magnus Schultern, zog den Knochen, der dort noch immer von seiner vorigen Attacke steckte, heraus um nochmals zuzustechen.
Magnus drehte sich schnell hin und her, um die Angreifer loszuwerden, aber Francesco klammerte sich hartnäckig an ihm fest.
Plötzlich stand Priscilla vor ihm und rammte ihm ihr langes Messer in den Bauch. Magnus spürte deutlich seine gesamten Verletzungen an dem starken Kribbeln der Wunden und der aufkommenden Schwäche durch den Blutverlust seiner Hals-und Bauchwunde. Doch bis jetzt war er immer noch stark genug.
Zornig stieß er mit dem freien Arm Priscilla von sich und schleuderte Laura von seinem anderen Arm weg, die dann mit dem Kopf gegen einen Steinblock stieß und geschwächt liegen blieb. Francesco auf seinem Rücken war schon schwerer loszuwerden. Vor allem, weil dieser immer wieder mit dem spitzen Beinknochen auf ihn einstach. 
Solange der Ältere so auf Francesco konzentriert war, fasste Toni den Griff des Messers, das Priscilla in dessen Bauch gestoßen hatte. Er versuchte es erst noch weiter rein zu rammen, drehte es und zog es dann so heraus, dass er die Wunde dabei so weit wie möglich vergrößerte.
Als Toni mit dem Messer in Magnus Bauch herumrührte und Francesco seinen Rücken zerstach, ballte sich etwas in ihm zusammen. Sein Überlebungsinstinkt erwachte.
Eine Art Panikreaktion bei den Unsterblichen, wenn ihr Körper keinen anderen Ausweg mehr sah.
Eine unsichtbare geistige Kraft brach plötzlich aus ihm hervor, die man unter Ihresgleichen als die unsichtbare Faust kannte.
Alle vier spürten daraufhin innerlich einen dumpfen Schlag, taumelten geschwächt zu Boden, und dann sickerte ihnen Blut aus Nase, Mund und Ohren. Was war das gewesen?
Sie lagen benommen am Boden und bluteten stark aus ihren Körperöffnungen.
Magnus fixierte die vier mit den Augen und hielt sie nun mit seinem Willen in Schach.
Priscilla und Francesco versuchten aufzustehen, aber irgendetwas hielt sie auf der Erde. So sehr sie sich dagegen stemmten, sie bekamen den Rücken nicht vom Boden. Toni versuchte ebenfalls hochzukommen, aber schaffte es nicht.
Als auch die Anderen so außer Gefecht gesetzt waren, sah er ein, dass weiterkämpfen keinen Sinn mehr hatte. Zerknirscht ließ er den Gegner wissen: „Wir ergeben uns. Du hast gewonnen.“
Magnus nahm seine Kraft von ihnen zurück und zog dann das Messer aus seinem Bauch.
Die Wunden kribbelten immer noch stark. „Ich gebe euch bis morgen Nacht Zeit, hier zu verschwinden."
Dann machte er sich auf den Weg zum Eingang, wo Ivana sicher schon ungeduldig wartete.

„Es gehört uns", verkündete er strahlend. Sie fiel ihm erleichtert um den Hals.
„War es schwierig?", fragte sie dann und entdeckte die Bauchwunde. „Du bist verletzt."
Magnus erwiderte: „Im Prinzip war es nicht schwierig, aber durch die Messer haben sie mir doch ganz schön zugesetzt."
Er zog die Lederjacke aus und betrachtete die vielen Löcher darin: „Die ist jetzt endgültig hin. Einer hat mir oft in den Rücken gestochen. Aber durch meine Bedrängnis, habe ich eine neue Kraft in mir entdeckt. Nachdem ich die unsichtbare Faust auf sie geschleudert hatte und sie alle am Boden lagen, konnte ich sie mit meinem Willen unten halten. Das habe ich bisher noch nie gemacht und wusste auch gar nicht, dass ich das kann." Er lächelte stolz. Ivana küsste ihn. Jetzt hatten sie hier ein eigenes Revier.
„Das ist wundervoll! Ich habe vorhin noch die Maklerin angerufen und wir treffen sie morgen. Dann sind wir hier hoffentlich bald richtig zu Hause."
Magnus legte zufrieden den Arm um sie: „Sehr gut. Ich freue mich schon, wenn wir endlich in der Wohnung sind. Dann passt alles. Unser Sieg muss gefeiert werden. Da ich einiges an Blut verloren habe, suche ich mir am besten noch ein Opfer. Willst du dann ein wenig kosten? Eine Frau, einen Mann? Was würde dir zusagen?"

Tiberius war erleichtert, als er den Blonden bei seiner Gefährtin auftauchen sah. Einen kurzen Moment hatte er gedacht, dass Magnus unterliegen könnte, aber dann hatte sich dieser mit seinen geistigen Kräften gerettet.
Der Herrscher wartete ab, bis die beiden verschwunden waren und landete dann an der Stelle, an der Magnus seine zerlöcherte Lederjacke achtlos hingeworfen hatte. Er hob sie auf, betrachtete die unzähligen, kleinen Schlitze im Leder, die der spitze Knochen hinterlassen hatte, mit dem Francesco Magnus attackiert hatte. Das Aroma, das an den getrockneten Blutflecken haftete, stieg Tiberius in die Nase. Er sog den verführerischen Duft ein, schloss die Augen und leckte, wie von selbst über eine Stelle.
Langsam ließ er sich den Geschmack des anderen auf der Zunge zergehen, was ihm ein erregtes Knurren entlockte.
Bald würde er persönlich von ihm kosten können und bei diesem Gedanken versteifte sich sofort sein Gemächt.
Die Stimmen der Besiegten drangen an seine Ohren und lenkten ihn von seinen erotischen Gedanken ab..
Francesco fragte: „Was war das? Hatte der das mit seinen Gedanken gemacht?“
„Ich habe keine Ahnung“, antwortete Toni. „Aber ich hatte vorher noch nie mit einem so Alten zu tun. Wer weiß, was die für Fähigkeiten besitzen.“
Tiberius musste schmunzeln. Ja, das konnten sich diese Grünschnäbel wahrhaftig nicht vorstellen.
Kurz schweifte er in Erinnerungen ab, wie er in dem Alter gewesen war.
Damals hatte er erst entdeckt, wie man als Bluttrinker unter Sterblichen leben konnte. Vom kalten, düsteren Britannien war er über einen langen Zeitraum hinweg Richtung Italien gezogen und hatte sich dann in seinem geliebten Rom eine Existenz aufgebaut.
Mit seinem Schöpfer und drei anderen Bluttrinkern hatte er in der Wildnis gelebt, wie ein Tier. So hatte er sich am Anfang auch gefühlt.
Aus dem zivilisierten Römer war ein Raubtier geworden und streifte durch die Wälder auf der Suche nach menschlichem Blut. Den Tag hatten sie in der nackten Erde, oder sonstigen lichtgeschützten Verstecken, verschlafen.
Nun kehrte er in seinen Palazzo zurück, öffnete seine geheime Abstellkammer, wo er persönliche Erinnerungsstücke aufbewahrte. Dort legte er die Jacke hinein und ließ sich dann in seinem Wohnzimmer nieder, streckte sich der Länge nach auf dem Triclinium, einem römischen Sofa, aus.
Sein Schaft versteifte sich abermals, als ihm Magnus Aroma wieder bewusst wurde, das immer noch an seiner Zunge haftete. Er umgriff bereits seine Erektion, besann sich dann aber auf seine Gefährtin: ‚Meine Schöne, komm, leg dich zu mir.‘
Helena betrat kurz darauf den Raum, schmunzelte bei dem Anblick seines hochgereckten Gliedes: „So ungeduldig“, kniete sich zu ihm hin und stülpte ihre Lippen darüber Tiberius stöhnte auf. Genauso hatte er sich die Befriedigung vorgestellt.

Währenddessen entdeckten Magnus und Ivana eine Gruppe junger Männer. Durchtrainierte Fußballer, die anscheinend vom Training kamen. Die beiden Unsterblichen verfolgten sie über die Dächer.
Als die Gruppe Männer sich trennte, ließ Magnus seinen Instinkt entscheiden, welchen er weiter folgte. Er witterte ihren Duft und irgendwann hatten sich endlich alle getrennt und er konnte sich sein erwähltes Opfer holen.
Der dunkelhaarige Kerl war allein in der Straße und Magnus wollte seine neue Kraft ausprobieren.
Er fixierte den Sterblichen mit seinem Blick und konzentrierte sich auf ihn. Daraufhin wurde dieser wie von einer Windböe zu Boden geworfen und lag hilflos strampelnd auf dem Rücken. Er kam nicht mehr hoch.
Der Vampir sprang neben ihn, ging in die Hocke, packte sein Kinn und zwang den Menschen ihn anzusehen.
‚Du willst unbedingt mit mir kommen. Wir werden ne Menge Spaß haben', redete Magnus in dessen Unterbewusstsein ein. Dann laut: „Lust auf ne Party?" Der Unsterbliche zog den Mann auf die Füße.
Der war noch ein wenig verwirrt, wusste nicht so recht, was gerade passiert war: „Äh, wo ist ne Party?"
Magnus lächelte: „Privat." Er strich lasziv über die Schulter des Sterblichen: „Ne heiße Braut ist auch dabei. Die wird dir sicher gefallen. Sie ist ne Bombe im Bett. Komm!"
„Wie heißt du?" , fragte der Vampir, als sie losgingen.
Der Sterbliche antwortete: „Marco."
„Wohnst du allein, Marco?" Als dieser bejahte, grinste Magnus: „Gut. Dann soll die heiße Frau zu dir mitkommen. Was meinst du?"
Der Dunkelhaarige nickte: „Ja, hört sich gut an. Dort drüben ist meine Wohnung." Er fand den blonden Typen echt anziehend, obwohl er noch nie was mit Männern hatte.
‚Ivana, wir gehen in seine Wohnung. Folge einfach. Ich fang nicht ohne dich an.‘

In dessen Wohnung machte es sich Magnus zuerst auf dem Sofa bequem, ließ den Blutgeruch des Menschen auf sich wirken und begutachtete seinen Körper. Der schien gut durchtrainiert zu sein. Bestimmt nett anzusehen ohne Klamotten. Diese Gedanken machten ihn ungeduldig und er wartete sehnsüchtig auf Ivanas Erscheinen.
Endlich spürte er sie in der Nähe und kurze Zeit später betrat sie die Wohnung, deren Tür nur angelehnt war.
Im Türrahmen zum Wohnzimmer blieb sie stehen und Marco wurde auf sie aufmerksam: „Ciao." Er war sofort fasziniert von dieser Frau. Sie sah toll aus. Er wies grinsend neben sich: „Setz dich doch. Wie heißt du denn?" Vor Vorfreude gleich mit ihr Sex zu haben, wurde er ganz nervös.
Magnus konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: ‚Ich lasse dir gern den Vortritt im Bett. Aber das meiste Blut gehört mir.‘
Die Russin nickte.
Dann wandte sie sich dem Sterblichen zu. „Ciao, ich bin Ivana." Sie ließ sich neben ihm auf dem Sofa nieder und fuhr mit ihrer Hand seinen Arm entlang. Diese Berührung elektrisierte ihn. Was für zarte Finger sie hatte.
„Freut mich, Ivana", stammelte er und seine Hose beulte sich bereits aus.
Magnus fand die Szene sehr amüsant und lehnte sich in die Polster zurück, um sie zu genießen.
Ivana hielt sich nicht lange auf. Sie zog den jungen Mann zu sich her und küsste ihn. Dem Sterblichen wurde es heiß und kalt. Er umschlang diese Frau mit den Armen und erwiderte ihre Küsse leidenschaftlich. Diese zarten Lippen. Das würde sicher wunderbar werden.
Er ist schon voller Hingabe' , stellte der Vampir fest, ging dann ins Bad solange die beiden beschäftigt waren, um seine Wunden zu inspizieren.

Er zog sein schwarzes Shirt aus und betrachtete die Löcher am Rücken. Er hatte wohlweislich kein Neues angezogen.
Die Wunde am Bauch war schon von Schorf bedeckt und am Rücken, soweit er es sehen konnte, war bereits rosige Haut über den Wunden.
Die am Bauch war tiefer, aber das Blut des Sterblichen würde die Heilung nochmals beschleunigen.
Magnus wusch sein getrocknetes Blut vom Körper und trat schließlich nackt ins Wohnzimmer, wo die beiden gerade heftig zugange waren.
Der Anblick des kopulierenden Paares löste ein Knurren bei ihm aus und so langsam hatte er größeres Verlangen nach dem Blut des Menschen.
Seine Gefährtin bewegte sich heftig auf Marco, so dass er es körperlich gerade noch aushielt, was diesen ganz berauschte.
Magnus begann Ivana am Rücken zu streicheln und zu küssen. Wie sie den Sterblichen ritt, machte ihn an.
Er kniete neben dem Sofa auf den Boden und küsste die vor Stöhnen geöffneten Lippen des Menschen, ließ Marco ein wenig von dem Blut seiner angeritzten Zunge schmecken.
Der leckte es bereitwillig ab und seine Erregung verstärkte sich dadurch noch viel mehr. Marcos Oberkörper bäumte sich auf seinem Höhepunkt ruckartig auf und sein Becken wand sich zitternd unter der Unsterblichen.
Magnus lauschte dem heftigen Puls, der regelrecht in seinen Ohren dröhnte, was jetzt seine Gier erweckte. Knurrend zog er Marcos Kopf zur Seite, biss in seine Kehle und saugte genüsslich das heiße Blut in sich hinein.
Der Sterbliche befand sich immer noch im Rausch und in Ekstase, empfand das Saugen als erregend.
Ivana zog sich zurück, um Magnus beim Trinken zu beobachten.
Der Sterbliche wurde durch dessen kräftigen Züge schnell schwächer und kurz darauf, setzte das menschliche Herz aus. 
Magnus ließ schließlich von der Bisswunde ab, weil er nicht alles Blut brauchte, aber er genoss seinen Rausch, den er durch das lebendige Blut erlebte. Sein Herz schlug für kurze Zeit und sein Atem ging keuchend. Er lehnte sich an das Sofa und schloss die Augen, genoss die Hitze, die durch seine Adern strömte und das innere Pulsieren.
Als sich Magnus Körper beruhigt hatte, sah er lächelnd zu Ivana: „So zurückhaltend heute?"
Sie antwortete mit einem Knurren. „Garantiert nicht!"
Sie zog ihn stürmisch an sich und schlang ihre Beine um ihn, ungeduldig schob sie sein bestes Stück in sich.
Er krallte sich in ihr Haar und leckte über ihren Hals: „Ja, so gefällt mir das, meine Wilde."
Magnus war durch das frische Blut entsprechend aufgeputscht, hatte jetzt Lust auf rücksichtslosen Sex und traktierte Ivana mit heftigen Stößen. Ihre Zuckungen und ihr Winden bestätigten ihn noch mehr in seinem Tun und nach kurzer Zeit, bäumte er sich bereits schreiend auf und klammerte sich an Ivana fest. Hitzewellen rasten durch seinen Körper, während er keuchend auf ihr lag und sich erst allmählich beruhigte.
Er hatte seinen Kopf auf ihre Brust gebettet, genoss dieses Gefühl von ihr immer noch umschlungen zu werden und seufzte zufrieden. Dann sah er lächelnd zu ihr auf: „Im Moment bin ich sehr glücklich. Die Stadt ist schön, bis jetzt läuft alles nach Plan und der Sex ist auch viel besser. Ich hoffe unser Glück hält noch lange an."
Ivana lächelte ebenfalls zufrieden: „Das wird es bestimmt. Hier machen wir sicher nicht noch einmal so furchtbare Dinge durch." Sie küsste ihn zärtlich.
Magnus erwiderte ihre Küsse und streichelte über ihre Haut: „Ja, bestimmt. Ich liebe dich, meine Süße." Wegen ihm könnten sie noch die ganze restliche Nacht hier liegen, aber sie mussten den Toten beseitigen.
Sie schmiegte sich an ihn: „Ich liebe dich auch!"
Magnus blickte auf die nackte Leiche mit der aufgebissenen Kehle : „Hier gibt es doch Verbennungsanlagen, so wie Valentina erzählt hat, aber wir haben keine Nummer vom Abholservice. Dann verstecken wir ihn eben in den Katakomben."
„Wir könnten auch einfach unsere Gastgeber fragen", meinte sie und angelte nach ihrem Handy.
Einige Minuten später wusste sie die Nummer vom Abholservice.
Magnus suchte seine Klamotten zusammen und betrachtete das zerlöcherte, blutgetränkte Shirt. Da es schwarz war, sah man die Blutflecken nicht, aber der Stoff war durch das trockene Blut ganz hart. Widerwillig zog er es wieder an. Er konnte es ja schlecht hier zurücklassen und halbnackt herumlaufen. Seine Jacke hatte er ja schon bei den Katakomben liegen lassen. Dann stieg er in seine Lederhose: „Wenn ich dich nicht hätte. An das Handy dachte ich gar nicht."

Nach zirka zehn Minuten fuhr unten an der Straße der schwarze Lieferwagen, des Abholservices vor. Magnus öffnete ein Fenster von Marcos Wohnung, nahm die Leiche auf den Arm und sprang damit hinunter. So bemerkten die Nachbarn am wenigsten davon. Der Unsterbliche vom Service öffnete die Hintertüren, warf den Körper hinein, kassierte und brauste davon.

Ivana und Magnus kamen in der Wohnung ihrer Gastgeber an, wo er sofort sein Shirt auszog, kaum dass er zur Tür herein war: „Endlich kann ich den Fetzen ausziehen. Das rieb so auf der Haut."
Er blickte auf die Bauchwunde, die schon fast verheilt war. Die frische Haut war nur noch dunkler als die Restliche.
Magnus legte sich aufs Bett und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Er war jetzt rundum zufrieden mit dieser Nacht. Ein eigenes Revier, und danach sehr geile Stunden mit seiner Gefährtin: „Jetzt muss es nur noch mit der Wohnung klappen. Dann ist alles perfekt."
Seine Gefährtin ließ sich auch einfach aufs Bett fallen, als sie ausgezogen war: „Ja, aber das klappt bestimmt auch noch. Gerade läuft es ja wie am Schnürchen."
„Welche Uhrzeit hast du mit der Maklerin ausgemacht?"
„Um 20 Uhr treffen wir uns mit ihr", erwiderte sie.







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