20. Siebzehn

So furchtbar müde Toni auch gewesen war, als er eingeschlafen war, hinderte es ihn doch nicht daran, mitten in der Nacht wieder aufzuwachen und sich dann hellwach zu fühlen.

Er lag auf dem Rücken, starrte an die fremde Zimmerdecke und brauchte erst einen Moment, um sich zurecht zu finden. Und als ihm wieder alles eingefallen war, da wollte er sich am liebsten nur wieder zusammenrollen und weiterschlafen. Denn er kannte sich selbst gut genug um zu wissen, dass er nicht aufgewacht war, um nochmal über den wunderbaren gestrigen Tag nachzudenken.

Nein, sein Gehirn hatte eindeutig andere Pläne. Schließlich würde er in ein paar Stunden zurück nach Hause fahren, zu Lydia. Und zu Max. Und da war jetzt kein Platz um sich so gelöst, frei und glücklich zu fühle, wie er es gestern getan hatte. Aber er wollte es nicht. Er wollte die schöne Zeit noch ein wenig festhalten, bevor er wieder anfing, sich miserabel zu fühlen, und jetzt schnell wieder in den Schlaf zu finden wäre die einzige Möglichkeit, es auch zu schaffen.

Eng beinander waren sie eingeschlafen, aber im Laufe der Nacht hatte Toni sich auf den Rücken gedreht und Gregor auf die andere Seite, von ihm weg und jetzt lag er mit dem Rücken zu Toni, eine schwarze Silhouette in dem dunklen Zimmer. Toni lag einen Moment auf der Seite mit auf der Hand abgestützten Kopf  und fragte sich, ob eine zweite Möglichkeit, die wunderbare Zeit von gestern festzuhalten, nicht wäre, Gregor zu wecken.

Sie könnte noch ein wenig kuscheln und Toni würde ihn ganz festhalten, damit er auch noch zuhause genau wusste, wie Gregor roch, wie er sich anfühlte, wie es war, ihn zu küssen. Oder sie würden vielleicht noch eine Runde von dem machen, was sie gestern gemacht hatten. Es war vielleicht nur Trockensex gewesen, aber trotzdem war es bis jetzt die beste sexuelle Erfahrung, den Toni bis jetzt gemacht hatte und er wusste genau, er konnte noch so oft mit Lydia ins Bett gehen, es würde niemals auch nur entfernt an das mit Gregor herankommen.

Schon wieder an Lydia zu denken hinterließ ein hohles Gefühl in Tonis Magen aber gleichzeitig hörte er Gregors tiefe gleichmäßige Atemzüge und fand es furchtbar egoistisch, ihn jetzt zu wecken, nur, um mit ihm über seine Probleme zu reden. Deswegen schmiegte Toni sich bloß an ihn und legte vorsichtig den Arm um ihn. Er drückte seine Stirn leicht gegen Gregors Rücken, schloss die Augen und hoffte, er würde jetzt schnell wieder einschlafen.

Aber das hohle Gefühl in ihm wurde mit jeder Sekunde stärker und er fühlte sich, als würde sich ein tonnenschweres Gewicht auf ihn legen, das es ihm beinahe unmöglich machte, vernünftig Luft zu holen.

Anstatt von Gregors ruhigen Atmen wieder in den Schlaf gelullt zu werden, war Tonis Gehirn jetzt endgültig aufgewacht und fing an, ihn mit den Dingen zu bombadieren, vor denen er sich gefürchtet hatte.
In erster Linie war es natürlich das schlechte Gewissen gegenüber Lydia und die absolute Skrupellosigkeit, mit er er ihre Gutmütigkeit schon die ganze Zeit ausnutzte. Allein, wenn er an ihre verständnisvollen Nachrichten der letzten Woche dachte, schnürrte es ihm die Kehle zu. Auch Gregors ,eiskalter Manipulator' hatte wieder seinen Auftritt und da durfte natürlich auch Toni der Feigling nicht fehlen. Der doch eigentlich geplant hatte, ruhig und sachlich mit Gregor über Lydia zu reden. Aber stattdessen hatte er sich lieber ein paar schöne Stunden mit ihm im Gras gemacht.

Toni hielt es jetzt nicht mehr im Bett aus. Ihm war plötzlich viel zu warm und er hatte das Gefühl, von der Decke erdrückt zu werden. Er schlug sie zurück und kroch vorsichtig aus dem Bett. Um dann festzustellen, dass es im Zimmer auch viel zu warm war. Gregor musste den Kamin noch angezündet haben, als Toni schon längst eingeschlafen war. Es gab zwar kein Feuer, aber irgendetwas sorgte für angenehme Wärme. Zu angenehm für Toni. Er musste jetzt unbedingt an die frische Luft. Dann fiel sein Blick auf die Balkontür und er zögerte nicht lange, zog sich seine Hose, Schuhe und seine Jacke an, öffnete vorsichtig die Tür und trat nach draußen.

Ein wunderbar kühler Windstoß empfing ihn und er verscheuchte zwar nicht dieses furchtbar hohle Gefühl in ihm, aber wenigstens war ihm jetzt nicht mehr so unangenehm heiß.

Leise schloss er die Tür hinter sich, trat an die Brüstung und starrte in die Ferne. Er blickte auf die Lichter des Dorfes unter sich und dahinter auf den Fluß, der im Mondlicht glitzerte, ohne es wirklich zu sehen. Es war eigentlich eine schöne Nacht mit einem wolkenlosen Himmel voller Sterne, einem hellen Mond, der schon fast voll war und einem Wind, der in den Bäumen rauschte.

Aber Toni war viel zu sehr mit dem Chaos in seinem Inneren beschäftigt, um wirklich einen Blick dafür zu haben. Er krampfte die Hände um das steinerne Geländer, um wenigstens symbolischen Halt zu haben, während ihn sein Gedankenstrudel mit sich riss.

Nur noch ein paar Stunden und er würde hier wegmüssen und den anderen Toni, der er eindeutig die letzten Tage gewesen war, zurücklassen. Und genau wie den anderen Toni würde er auch das Gefühl von Freiheit und Gelöstheit nicht mitnehmen können. Wofür er ja auch selbst gesorgt hatte. Denn in gewisser Weise hatte ihn ja niemand dazu gezwungen mit Lydia etwas anzufangen, außer er selbst. Er hätte auch die  ,Jungfrau ohne Freundin'-Scherze einfach über sich ergehen lassen können, denn eigentlich hatten es Max und die anderen ja gar nicht böse gemeint. Vielleicht schätzte Toni sie ja auch falsch ein und sie hätten überhaupt kein Problem damit gehabt, wenn er eben nie irgendeine Freundin gehabt hätte.

Vielleicht hätte er auch irgendwelche Sex-Geschichten mit unbekannten Mädchen erfinden können, die natürlich immer zu weit weg wohnten, damit die anderen Jungs sie zufällig mal treffen konnten. Und dafür wäre Toni dann sicher in ihrer Achtung gestiegen. Andererseits, war er wirklich fähig, ein so geschicktes Lügengespinst zu spinnen und aufrecht zu erhalten, dass keiner misstrauisch wurde? Wenn er an seine Unfähigkeit, manche Dinge im Voraus planen zu können, dachte wohl eher nicht.

Und den anderen einfach klipp und klar zu sagen, was Sache war, war auch keine Option, darüber musste Toni gar nicht länger nachdenken. Er brauchte Lydia als Freundin, genau, wie er Max und die anderen brauchte. Und wenn er mit Lydia Schluss machte, unabhängig davon, ob er ihr die Wahrheit sagen würde oder nicht, dann würden sie sicher keine Freunde bleiben und es war völlig naiv von ihm, dass er trotzdem die Hoffnung hatte.

Und wenn er Max und den anderen die Wahrheit sagen würde, dann würde es ihm sicher so gehen, die dem Kerl aus der Parallelklasse. Und das wollte er definitiv nicht. Wie er es auch drehte und wendete, es gab einfach keinen Ausweg aus seiner Misere.

Außer vielleicht einfach nicht wieder nach Hause zu fahren und hier zu bleiben. Bei Gregor, Kara und den anderen wo alles so leicht war und wo er sich nicht verstellen musste. Aber das ging natürlich auch nicht.

Toni seufzte einmal abgrundtief und bekam dann fast einen Herzriss, als neben ihm eine Stimme seinen Namen sagte. Er fuhr herum und da stand Gregor, mit vom Schlaf zerwühlten Haaren, fest in seine Jacke gewickelt und man sah ihm an, dass ihm ziemlich kalt war.

"Was machst du denn hier draußen?" fragte er mit schlaftrunkener Stimme und rieb sich einmal über die Augen. "Ich hab n ziemlichen Schrecken gekriegt, als ich aufgewacht bin und du nicht mehr da warst. Ich hab gedacht, du bist vielleicht zurück zu Nadja gegangen, weil..." Er redete nicht weiter sondern zuckte nur mit den Schultern, aber Toni erkannte gleich, dass in dem Schulterzucken genau das lag, über das er sich grade so den Kopf zerbrach.

Und obwohl er sich innendrin immer noch furchtbar elend fühlte, gelang ihm trotzdem ein Lächeln. "Als ob ich gehen würde, ohne dir Bescheid zu sagen," erwiderte er sanft und war selbst überrascht über sich, dass seine Stimme absolut gar nichts von seinen Gefühlen preisgab. "Ich hab einfach nur mal kurz frische Luft gebraucht."

Gregor war anscheinend noch zu müde um mitzukriegen, dass Toni sich grade absolut nicht gut fühlte, denn er erwiderte das Lächeln nur wortlos und stellte sich ganz dicht neben ihn.

Sie schwiegen eine ganze Weile und dann holte Toni einmal tief Luft. Wenn er über alles reden wollte, dann war jetzt eindeutig der beste Moment.

"Sag mal," fing er an. "An deiner Schule...Sind da eigentlich alle so wie Kara und die anderen?"
Gregor, der jetzt etwas wacher war, verstand jetzt sofort, was Toni meinte. "Nein, absolut nicht," erwiderte er und lachte einmal freudlos. "Eher im Gegenteil. Ich durfte mir schon so einige tolle Sachen anhören und ,Schwuchtel' und 'man, du bist ekelig' sind da noch die harmlosesten."

Obwohl Toni innerlich mit so einer Antwort gerechnet hatte, war er trotzdem erschüttert. Genau so erschüttert wie die kleine perfekte Welt, die er sich in dieser Woche von Gregor und seinem Leben aufgebaut hatte und die sich dann als ebensowenig perfekt wie seine eigene herausstellte. Mit einem Unterschied.

"U...und es macht dir gar nix aus, wenn sie solche Sachen zu dir sagen?" fragte Toni und er wusste genau, er wäre am Boden zerstört wenn jemand ihm so etwas an den Kopf werfen würde.

Aber Gregor hob nur die Schultern. "Warum? Das sind alles Leute, mit denen ich absolut nichts zu tun haben will, wieso sollte es mich kümmern, was sie denken? Die, bei denen es mir wichtig ist, die würden sowas nie zu mir sagen und das ist das Einzige, was für mich zählt."

Toni sah ihn von der Seite an, hörte die Entschlossenheit und die Ernsthaftigkeit in seiner Stimme und beneidete ihn plötzlich um seine Stärke. Denn er wusste genau, dass er selbst so etwas niemals hinbekommen würde.

"Es... es gibt da einen... einen Jungen in meiner Parallelklasse..." fing er stockend an zu erzählen. "Er heisst Hendrik... glaube ich. Und irgendwann hat er sich einfach vor seine Klasse gestellt und gesagt, dass... dass er schwul ist. Und dann haben alle über ihn geredet... und zu ihm genau die gleichen Dinge gesagt, wie zu dir. Und dann wollte niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben... Er steht jetzt immer alleine auf dem Schulhof herum."

"Und du hast jetzt Angst, dass genau das Gleiche mit dir passiert, wenn du's jemandem sagst?" fragte Gregor, aber es war mehr eine Feststellung.

Toni nickte heftig. "Ja! Das würd ich niemals hinkriegen! Und... und ich muss immer dran denken, wie du mich einen eiskalten Manipulator genannt hast und du hast absolut Recht damit! Was ich mit Lydia abziehe ist einfach das Letzte und ich hab sie sowas von gar nicht verdient! Egal, was ich diese Woche gemacht hab, ob ich mich den ganzen Tag mal nicht gemeldet hab, oder eben nicht gestern schon nach Hause gekommen bin, wie wir es eigentlich besprochen hatten, immer hatte sie Verständnis und hat mir viel Spaß gewünscht.

Und ich komme mir wie der absolut schlimmste Mensch der Welt vor, dass ich sie so verarsche. Aber ich kann auch nicht damit aufhören, weil dann alles kaputt gehen würde, was ich habe. Und das kann ich auch nicht, egal, wie falsch es auch ist. Ich muss wohl damit leben, dass ich einfach ein schlechter Mensch bin!"

Gregor legte seine Hand auf Tonis, die immer noch die Brüstung umklammerte und drückte sie einmal liebevoll. "Ich weiss, als ich dir damals was geraten hab, ist es echt in die Hose gegangen aber ich tu's jetzt trotzdem wieder, auch, wenns bestimmt wieder daneben geht. Aber es ist ganz schön hart für mich, wenns dir so scheisse geht."

Er räusperte sich einmal. "Also, was du mir bis jetzt so über Lydia erzählt hast, hat sich für mich angehört, als wäre sie eine ziemlich gute Freundin.  Und wenn du ihr, als ihr nur befreundet gewesen seid, alles erzählt hättest, dann hätte sie dich bestimmt nicht beschimpft und stehen lassen. Im Gegenteil, sie scheint ja echt verständnisvoll zu sein, wieso sollte sie es dann da nicht sein? Aber jetzt, wo ihr 'zusammen' seid, da bist du dann natürlich erst mal ein ganz schöner Drecksack, wenn du ihr sagst, weswegen du eigentlich mit ihr zusammen bist.

Vielleicht will sie erst mal auch nichts mehr mit dir zutun haben, aber das ändert sich bestimmt, wenn sie sich wieder abgeregt hat. So eine lange Freundschaft wie eure, die kann man bestimmt nicht mit sowas kaputt machen. Und selbst, wenn alles zerbricht, dann wird sie es sicher nicht weitererzählen, wenn du sie darum bittest."

"Und wenn doch?" murmelte Toni.

"Dann ist es eben so," erwiderte Gregor fest. "Aber du fühlst dich dann wenigstens nicht mehr schlecht! Und es kann doch auch nicht sein, dass du dich jetzt immer nur mies fühlst, nur, damit die anderen dich mögen! Und wenn sie dich deswegen von Jetzt auf Gleich dann nicht mehr mögen, dann ist doch klar, dass sie nie wirklich gute Freunde gewesen sind! Und solche Freunde braucht echt keiner!"

Jetzt waren sie wieder an dem Punkt angelangt, an dem sie damals schon im Garten gewesen waren und Toni musste sich auf die Lippe beißen, um nicht genau so zu reagieren, wie damals. Gregor und er waren bei diesem Thema eben unterschiedlicher Meinung, woran sich auch nichts ändern würde, wenn er jetzt wieder ausrastete. Er musste einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass er nicht so stark war wie Gregor und es auch niemals sein würde.

Also schwieg er nur und konzentrierte sich auf einen Punkt in der Ferne.

"Außerdem, egal, wie es läuft, ob Lydia jetzt weiter mit dir befreundet bleiben will oder nicht und ob sie es weiter erzählt, oder nicht, wenn du dein Abi hast, was nicht mehr lange dauern wird, dann kannst du irgendwo weit weg studieren gehen und einfach alles hinter dir lassen und nochmal ganz von vorne anfangen. Auch, wenn's dir vielleicht schwerfällt," sagte Gregor da noch und so längerfristig hatte Toni die ganze Sache noch gar nicht betrachtet. Er sah nur seine momentane Misere, von der er sich sicher war, dass er daraus niemals einen Ausweg finden würde. Und die Utopie, einfach bei Gregor zu bleiben, funktionierte zwar nicht, aber zum Studieren einfach wegzugehen, das war etwas, das klappen könnte.

Wenn Max und die anderen ihn nicht mehr abkonnten, dann würde er nicht weiterhin in einer Stadt mit ihnen leben müssen. Er würde einfach seine Sachen packen und gehen.

Diese eigentlich einfache Erkenntnis, auf die er aber nie im Leben selbst gekommen wäre, sorgte dafür, dass eine unglaublich warme Welle durch seinen ganzen Körper strömte und das Chaos in seinem Kopf einfach wegschwemmte. Auch das hohle Gefühl in seinem Magen verschwand und er konnte endlich wieder richtig durchatmen. In dieser Sekunde fasste er einen Entschluss. "Ich werde es Lydia sagen! Gleich, wenn ich sie sehe! Und nicht erst, wenn ich mit ihr zum Zelten gefahren bin! Ich werde es ihr einfach sagen und dann mal gucken, was passiert!"

"Ja, genau!" bekräftigte Gregor ihn und drückte wieder seine Hand.

In diesem Moment wurden sie wieder von einem Windstoß getroffen aber erst jetzt fiel Toni auf, wie Gregor fröstelnd zusammenfuhr. Und bevor Toni ein schlechtes Gewissen bekam, dass er die ganze Zeit nur auf sich selbst geachtet hatte, während Gregor hier frierend stand, öffnete er seine Jacke und zog Gregor ganz dicht an sich. Der schlang unter der Jacke die Arme um Tonis Hüften und so standen sie eine ganze Weile da und hielten sich einfach nur fest. Denn trotz der ernsten Situation wurde ihn beide auch grade klar, dass sie nicht mehr lange so zusammensein würden.

Jetzt, wo in Tonis Kopf wieder Platz für andere Gedanken waren, fiel ihm etwas ein, von dem er gar nicht sicher war, ob er es überhaupt ansprechen wollte, aber dann rutschte es ihm einfach heraus: "Also, Kara meinte auf Philips Party zu mir, dass du es verdienst, auch mal Glück zu haben. Und... und da hab ich mich gefragt, ob du sowas hier schon mal mit jemand anderem hattest."

Gregor, der den Kopf auf Tonis Schulter gelegt hatte, lachte einmal leise. "Nein, sowas nie! Niemals! Aber es gab da jemanden, so vor nem halben Jahr und den fand ich auch nur interessant, weil er dir ähnlich sah. Ich hab ihn dann irgendwann mal angesprochen, einfach, weil ich wissen wollte, wie er so drauf ist. Nicht, weil ich geglaubt hab, dass er vielleicht interessiert an mir sein könnte. Aber er war es und wir sind dann auch ein paar Mal ausgegangen und haben uns auch geküsst. Mehr ist aber nicht passiert.

Ich fand ihn schnell echt nervig, weil er die ganze Zeit immer nur geredet hat und nicht mal fünf Minuten den Mund halten konnte. Sowas wie gestern, als wir auf der Wiese gelegen und einfach mal gar nicht geredet haben, sowas ging mit ihm nicht. Er hat immer nur gelabert und gelabert und dann auch immer völlig uninteressantes Zeug. Irgendwann hab ich ihn einfach nicht mehr ausgehalten. Er war absolut nicht wie du! Niemand ist wie du! Und bei dem Gedanken, dass du bald wieder weggehst, da geh ich echt kaputt!"

"Ich auch!" erwiderte Toni leise. "Aber ich komm wieder! In den Ferien und an Feiertagen und am Wochenende und es ist mir egal, wie lange ich unterwegs bin! Wenn ich dich schon ne Stunde sehe, dann reicht mir das schon!"

"Ja," erwiderte Gregor nur und sie sahen sich noch eine ganze Weile an, bevor sie sich küssten, erst langsam und jede Sekunde genießend, weil sie wussten, dass sie nicht mehr allzuviele davon haben würden. Dann wurde der Kuss heftiger und Gregor streichelte in einer Art über Tonis Hüften, die alles in ihm kribbeln ließ und ihm genau zeigte, welche Absichten Gregor jetzt hatte. Und wo er jetzt von allem Ballast befreit war, war er mehr als bereit dazu.

Irgendwann griff Gregor nach seiner Hand und zog ihn mit sich. "Du hast noch was gut bei mir!" rief er während er Toni wieder zurück ins Zimmer zog.

Toni musste nicht lange überlegen, bis ihm einfiel, was Gregor meinte: vor drei Jahren, sie zusammen in Gregors Bett, wo er sich einfach ein Herz gefasst hatte... Und er hatte grade auch absolut kein Problem damit, das gleich zu wiederholen.

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