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                                                  SETH

Es ist eine Qual, sie zu begehren und nicht zu haben. Die Härte zwischen meinen Beinen ist schmerzvoll. Ihre langen braunen Haare breiten sich auf meinem Oberkörper aus und ihr stetiger und ruhiger Herzschlage bedeutet mir, dass sie tief und fest schläft. Ich wünschte mir, ich hätte sie in der Zeit kennengelernt, als ich als Gottheit angebetet wurde. Ich konnte alle weiblichen Wesen haben. Konnte mit ihnen machen was ich wollte. Sie haben mich begehrt und mir all meine Wünsche erfüllt. Doch jetzt. Hier. In dieser Zeit tue ich mir schwer, mich zurecht zu finden. Erst wenn sich das neue Leben, Tobias, mit meinem Geist vereint, werden all meine Erinnerungen wieder zurückkommen. Ich muss ihn dazu bringen, sich daran zu erinnern. Und dann werde ich mir Marie nehmen und sie nicht gehen lassen. Auch, wenn mein zweites Ich sich von ihr fernhalten möchte, so spüre ich dennoch, dass die Anziehung so stark ist, dass auch er jedes Mal Erregung spürt, wenn er in ihrer Nähe ist. Doch vorerst muss ich mich auf den Schutz von Marie und meinem zweiten Ich konzentrieren. Soweit ich es in Marie`s Gedanken lesen konnte, müssen wir zu Baal. Dem einstigen Gott der Unterwelt. Ich kenne ihn nur von Erzählungen und hätte niemals gedacht, dass er sich jemals von Luzifer austricksen lässt – für einen Pakt, der mich betrifft. Ich habe keine Ahnung wie er das geschafft hat. Ich weiß nur, dass ich ihn töten muss, um meine Erinnerung zurück zu bekommen und mich mit meinem Gegenwärtigem Ich zu vereinen. Zu gerne möchte ich wissen, wieso sich dieser Baal auf einen Pakt mit Luzifer eingelassen hat, obwohl er doch so viel mächtiger war als Luzifer selbst.

Meine Gedanken schweben noch weiter und ich versuche diesem Körper die benötigte Ruhe zu schenken. Wäre ich Ich, dann würde ich so gut wie ohne Schlaf auskommen können. Doch ich bin nicht wirklich Ich. Ich bin Tobias und Tobias ist Ich. Verwirrend und dennoch so seltsam faszinierend. Also schließe ich meine Lider in dem Wissen, dass es gut möglich ist, dass ich erst wieder in einigen Tagen aufwache. Denn ich weiß nicht, wann Tobias mich wieder verdrängt. Doch, so lange wie ich Seth sein kann, so lange lausche ich dem stetigen Herzschlag von Marie. Er begleitet mich in die Dunkelheit.

***

Von einer zarten Stimme werde ich geweckt. Sie flüstert in mein Ohr. Ich spüre sanfte warme Hände an meinem Oberarm. Dann öffne ich meine Augen und voller Überraschung stelle ich fest, dass ich noch immer Ich bin. Seth. Dann blicke ich in diese grünen Augen, die mich voller Neugier betrachten. Sie scheint wohl wissen zu wollen, mit wem sie es heute zu tun hat. Zuerst glaube ich, Enttäuschung in ihren Augen sehen zu können, doch dann erscheint ein kleines Lächeln auf ihren weichen, vollen Lippen. Nur zu gut erinnere ich mich an diese Berührung und muss meine Kraft aufwenden, um sie mir nicht noch einmal zu nehmen.

„Seth.“

Ein Feststellung, keine Frage. Sie erkennt uns an unserer Augenfarbe. Ich kann ebenfalls ein verschmitztes Grinsen nicht unterdrücken, als ich ihre zersausten Haare sehe und ihre verschlafenen Augen. Sogar so, sieht sie begehrenswert aus. Doch ich kann auch nich anders, als sie zu ärgern. Die Röte, die dabei jedesmal ihre Wangen färbt, macht sie nur noch unwiderstehlicher. Und ich weiß, ich quäle mich damit selbst, aber so krank es klingen mag, ich liebe dieses Verlangen.

„Du freust dich wohl, mich zu sehen? Willst du dort weitermachen wo unsere Lippen beim letzten Mal aufgehört haben?“

Um meine Worte zu unterstreichen versuche ich mich mit einem Zwinkern, das sofort diese Röte in ihrem Gesicht auslöst. Doch wider erwarten, löst sie ihre Hände, die noch immer meine Haut berühren, nicht von mir. Mit einem Lächeln, blickt sie auf mich herab. Über mich gebeugt und die nächsten Worte machen mich schwach. Lassen mich im Instinkt handeln.

„Du freust dich wohl auch, mich zu sehen?“

Nach diesen Worten ist alles vorbei. All meine Beherrschung. All meine Gedanken ausgelöscht von dem Verlangen sie mir jetzt und hier zu nehmen. Meine Hand schnellt zu ihrem Nacken und ich ziehe sie ruckartig an mich, sodass sie keine Chance hat, mir zu entkommen. Wie eine Explosion durchfährt es meinen Körper, als ihre Lippen die meinen berühren. Feucht. Warm. Sanft. Wild. Zart. Alles vereint in diesem Kuss. Zuerst war sie überrumpelt, doch jetzt. Jetzt spüre ich, dass sie es ebenfalls will. Sie will mich. So wie ich sie will. Ich lasse meine zweite Hand zu ihrer Hüfte wandern und schlinge sie darum. Mit einer schnellen Bewegung habe ich uns beide gedreht und sie unter mich gebracht. Mein Gewicht drückt sie in die weiche Matratze. Meine Hüfte presst sich zwischen ihre Beine. Meine Härte eingeengt von der zu eng gewordenen Hose. Mein Verlangen, in ihr zu sein, wird immer größer. Heftiger. Ich schiebe die Träger von ihren Schultern und löse den Verschluß, um danach ihre wundervollen Brüste vor meinen Augen zu haben, die mich sehnsüchtig erwarten. Langsam lasse ich meine Lippen zu ihren Brüsten wandern. Küsse eine Spur auf ihrer weichen Haut entlang.

Doch dann. Verdammt. Nein Tobias. Nicht jetzt. Du verdammter Bastard.

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