21. Neue Heimat

Magnus zog heute seinen neuen silbergrauen Anzug und das schwarze Hemd für das Treffen mit der Maklerin an und danach machte er es sich auf der Couch von Dario und Valentina bequem. Unschlüssig zappte er durch die TV-Kanäle, bis jemand der Gastgeber auftauchen würde.
Dario gesellte sich als Erster zu ihm: „Ciao Magnus, wie war es gestern?"
Er lächelte: „Gut. Meine Blessuren sind wieder verheilt. Es war zwar nicht ganz so einfach gegen die vier da unten in den Katakomben, aber sie gaben schließlich auf. Ich konnte Ivana überzeugen, dass sie draußen warten soll, falls ich sie brauchen würde. Das war zum Glück nicht nötig."
Er erinnerte sich gern an gestrige Nacht. Vor allem an das Danach. Das hatten sie schon lange nicht mehr, gemeinsames Trinken und Sex.
Der Italiener grinste. „Sehr schön. Dann werdet Ihr hier also langsam sesshaft. Das ist doch immer ein gutes Gefühl."
Auch Valentina erschien kurz darauf und setzte sich zu den beiden Männern.
Magnus sagte dann: „Heute treffen Ivana und ich die Maklerin wegen der Wohnung. Wenn das klappt, dann seid ihr uns endlich los."
„Hey, so war das nicht gemeint", wehrte Dario ab. „Ihr stört uns hier wirklich nicht als Gäste. Ich kann aber trotzdem gut verstehen, dass ihr froh seid, wenn ihr was Eigenes habt."
Magnus schüttelte schmunzelnd den Kopf: „Nein, so habe ich es auch nicht verstanden. Aber du hast recht. Wir sind froh, wenn wir etwas Eigenes haben."
Als er spürte, dass Ivana wach war, stand er vom Sofa auf: „Ich geh kurz hoch."

Kurz darauf betrat er das Gästezimmer: „Hallo Süße.“
„Steht dir, der Anzug", bemerkte sie.
Er band seine Haare noch straff nach hinten: „Heute muss ich schließlich seriös aussehen, wenn ich eine Luxus-Wohnung kaufen will."
„Magnus, wir kaufen die Wohnung. Ich bestehe darauf, die Hälfte daran zu zahlen.“
Er verdrehte die Augen: „Okay, von mir aus.“
In der Hinsicht war Ivana immer empfindlich. Über ihre Finanzen hielt sie sich seither bedeckt, aber sie wird diese Summe schon aufbringen können, wenn sie so darauf besteht.
Magnus hatte den Großteil von dem übernommenen Vermögen dieses Alexeijs bei der Bank für Ihresgleichen angelegt, wie die meisten Unsterblichen. Die Einnahmen der offiziellen Clubs in Vegas flossen auf ein Konto bei einer Bank der Sterblichen. Aber die jetzigen Einnahmen gehörten ja Lily, seit er ihr die Clubs übertragen hatte.
Schließlich machte er sich mit seiner Gefährtin auf den Weg zu ihrer hoffentlich zukünftigen Adresse.

Magnus blickte an der unscheinbaren Hausfassade hoch. Irgendwie sahen diese Stadthäuser von außen alle gleich aus und man würde keine prächtigen Wohnungen dahinter vermuten.
„Sie ist schon da“, stellte er fest. „Dann brauchen wir nicht zu warten."
Diesmal fuhren sie mit dem Fahrstuhl in das oberste Stockwerk, denn die Maklerin wäre sicher geschockt, wenn sie über die Dachterrasse herein spazieren würden. Die Tür zur Wohnung stand offen und so traten sie ein.
Magnus folgte den Pulsgeräuschen und dem Duft der Sterblichen.
„Buonasera, Signora Mancini. Wir haben telefoniert", sprach Ivana die dunkelhaarige Italienerin an.
„Ah, dann sind die Frau Peranowa."
Ivana nickte und stelle Magnus vor.
„Schön, dass Sie für uns Zeit haben", sagte Magnus und gab ihr die Hand. Fast unbewusst dachte er: ‚Du wirst uns die Wohnung verkaufen‘, als er sie ansah.
Die Maklerin führte die beiden durch die Wohnung, denn sie konnten ja nicht zugeben, dass sie schon alles gesehen hatten.
Magnus und Ivana waren bereit die gebotene Summe von knapp über einer Million Euro zu zahlen und nun stand nur noch ein Termin beim Notar an, um als neue Besitzer eingetragen zu werden.  
Die beiden verabschiedeten sich von der Sterblichen und schlenderten in ihrer neuen Wohngegend umher.
Ihr neues Zuhause lag in der Nähe des Tibers, den man von der Dachterrasse aus sehen konnte und das Gebäude stand beim Piazza Farnese.
Magnus erwähnte: „Hier ist übrigens Tiberius Revier."
„Oh wirklich?", entgegnete Ivana erstaunt. „Er wohnt auch hier in der Nähe, nicht?"
Magnus wies in eine bestimmte Richtung: „Ja, dicht beim Pantheon. Soll ich dir seinen Palazzo von außen zeigen?" Damit schlug er die gezeigte Richtung ein.
„Ja, den würde ich gerne mal sehen", sagte Ivana und folgte ihm.

Kurz darauf standen sie vor Tiberius Hausfassade: „Hier ist es. Von außen nichts Besonderes, aber innen scheint es sehr groß zu sein. Letztes Mal war ich nur in seinem Wohnzimmer. Alles sehr römisch."
Plötzlich schwang das Tor auf und Magnus musste lächeln: „Er scheint uns bemerkt zu haben. Komm. So war es bei mir beim letzten Mal auch."
Sie betraten den Innenhof mit den Brunnen und Palmen, gingen die große Treppe in den 1. Stock hinauf und blickten in die Flure, wo überall weiße Marmorfiguren standen.
Kurz darauf kam Helena auf sie zu: „Buonasera, Magnus. Wie ich sehe, hast du deine Gefährtin mitgebracht." Sie betrachtete die junge Unsterbliche: „Willkommen Ivana. Kommt, ich bringe euch zu Tiberius."
Der Hausherr lag auf einem Ruhebett im Wohnzimmer und las gerade, als Helena die Gäste hereinführte. Er trug einen seidenen, weinroten Hausmantel und Sandalen, wie schon beim ersten Treffen.
Tiberius legte das Buch zur Seite und meinte erfreut: „Oh, welch angenehme Überraschung, Magnus."
Er setzte sich auf, stand plötzlich vor Ivana und gab ihr die Hand: „Schön, dass ich dich nun ebenfalls kennenlerne, Ivana." Wirklich eine hübsche Frau. Er wies auf die Sitzgelegenheiten: „Setzt euch."
Magnus nahm in einem römischen Stuhl ohne Lehne Platz und erzählte: „Wir sind wohl jetzt entfernte Nachbarn. Wir haben gerade eine Wohnung in eurem Revier gekauft."
Tiberius strahlte: „Glückwunsch. Wo liegt sie denn, wenn ich fragen darf?"
Magnus erwiderte: „Zwischen Piazza Farnese und dem Tiber."
Der Römer nickte: „Eine gute Lage. Es wird euch bestimmt gefallen."
„Ja, das denke ich auch", stimmte Magnus zu.
Helena nahm nun neben Tiberius auf dem Ruhebett Platz.
„Bestimmt gefällt uns die Gegend.", bemerkte Ivana.
Tiberius fragte sie: „Was habt ihr bis jetzt von Rom gesehen?"
„Ich denke schon einiges", antwortete sie. „Valentina und Dario haben uns auf einem kleinen Stadtrundgang schon sehr viel gezeigt an Sehenswürdigkeiten."
Magnus pflichtete ihr bei: „Ja. Kolosseum, Pantheon, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe und dann unser jetziges Revier. Wir sind ja auch noch nicht lange hier."
„Rom birgt noch viele sehenswerte Dinge", sagte der Hausherr. „Ich sehe die Stadt noch immer mit den Augen des alten Römers." Er lachte.
Magnus wirkte heute so anders im Anzug und den zurückgebundenen Haaren. Tiberius hatte ihn bis jetzt nur mit seiner wehenden, blonden Mähne gesehen. Er hatte so lange Haare, wie die Barbaren früher. Und diese faszinierenden blauen Augen. Er stammte bestimmt von den Kelten ab. Stolze Krieger. Diesen Eindruck machte der Blonde auf ihn. Tiberius getraute sich nicht in ihm zu lesen, weil Magnus es eventuell schon spüren könnte, aber ihn interessierte brennend was sich noch hinter dieser attraktiven Fassade verbarg. Bei Ivana sah das schon anders aus, aber sie hatte noch wenige gemeinsame Erinnerungen mit Magnus. Tiberius erkannte, dass sie vom Wesen her, ihrem Gefährten sehr glich, dass sie ihn deswegen liebte. Eine ungewöhnliche Konstellation diese beiden. Er so alt und sie blutjung.
„Eine Stadtführung von dir wäre sicher eine Bereicherung für uns", meinte Ivana keck.
Tiberius lächelte sie an: „Gern." Er erhob sich: „Ich ziehe mich nur kurz an." An Helena wandte er sich auf Altgriechisch: „Kommst du mit?"
„Geht ruhig allein", antwortete sie.
Als gebildeter Römer hatte Tiberius Griechisch bereits in der Schule gelernt. Es war damals die Sprache der Gelehrten und die großen Werke der Literatur waren in Griechisch geschrieben worden. Helena hatte er vor 1500 Jahren auf Kreta kennengelernt und so unterhielten sie sich noch heute untereinander in der Sprache von damals.
„Gut, dann bis gleich", sagte er zu seinen Gästen und war blitzschnell verschwunden.
Helena stand ebenfalls auf: „Ihr könnt schon in den Innenhof gehen. Tiberius braucht normalerweise nur einige Minuten."
So warteten Magnus und Ivana im Hof: „Alles schön angelegt, nicht wahr?"
„Ja, gefällt mir gut", antwortete sie und war gespannt, was Tiberius bei einer kleinen Stadtführung so zu erzählen wusste.
Der Hausherr erschien bald darauf in einer dunklen Hose und Hemd: „So, wegen mir können wir los. Wart ihr schon beim Forum Romanum?"
Magnus antwortete: „Nein, soweit ich weiß, noch nicht."
Tiberius schlug die entsprechende Richtung ein: „Dann fangen wir dort an."

Sie unterhielten sich zwanglos auf dem Weg zum Forum. Dort angekommen, erzählte Tiberius aus der damaligen Zeit.
Magnus betrachtete die Ruinen und versuchte sich die Dinge vorzustellen, wie Tiberius sie beschrieb. Gern würde er einen Blick in diese Zeit werfen.
Die Ruine vor ihm veränderte sich plötzlich und wurde zu einem stattlichen Tempel mit vielen Säulen. Dazu wurde es taghell und römische Sterbliche umgaben ihn auf einmal. Sie gingen an ihm vorbei, oder saßen auf den breiten Stufen.. Die Sonne schien warm vom Himmel und er hörte Stimmen und andere Geräusche. Fasziniert genoss er die Bilder, die nur in seinem Kopf existierten. Sie kamen von Tiberius, das wusste er. Er konnte sie ihm ohne Blutaustausch übertragen. Er wandte sich um und sah den Römer einige Meter hinter ihm stehen und ebenfalls an diesem Tempel emporblicken: „Das war der Saturn-Tempel. Hier wurde ich getauft, beziehungsweise bekam meinen Namen.“
„Wie alt warst du da?“, wollte Magnus wissen.
„Neun Tage. So war es Brauch.“
Zu schnell hörten die Bilder wieder auf und der Angelsachse stand wieder im Dunkeln vor der Ruine. Tiberius war nun neben ihm und lächelte ein wenig: ‚Ich hoffe, es hat dir gefallen.‘
Magnus erwiderte: ‚Faszinierend, was du kannst.‘
Der Ältere lächelte breiter und strich flüchtig über Magnus Schulter. Der Jüngere hatte nur den Hauch einer Berührung wahrgenommen. Dann entfernte sich Tiberius einige Schritte.
Seine Gefährtin sah fragend von einem zum Anderen. Sie spürte, dass da mehr geschah als sie wahrnahm.
Magnus legte den Arm um sie und sah Tiberius hinterher. Der Ältere war wohl wirklich scharf auf ihn. Das schmeichelte ihm und er betrachtete den Römer ein wenig genauer von hinten.
Tiberius war ein wenig breiter gebaut, als er, aber trotzdem athletisch und sein Hintern war auch nicht zu verachten. So wie die Stoffhose sich dort vorwölbte, hatte er wohl einen Arsch in der Hose, wie man heute sagte.
Dann wandte er sich wieder seiner Gefährtin zu: „Gehen wir weiter."
Tiberius fragte nachdem sie sich genug umgesehen hatten: „Wollt ihr noch in den Petersdom?"
Magnus sah Ivana an: „Magst du, oder sollen wir das ein anderes Mal machen?"
„Ich denke, das sollten wir auf ein anderes Mal verschieben. Das wird sonst zu spät."
Tiberius erwiderte: „Scusi, ich vergaß. Dann wünsche ich euch noch eine schöne restliche Nacht. Bis bald."
Magnus entgegnete: „Gracie. Bis bald."

Als Tiberius verschwunden war, meinte er: „Schon faszinierend so jemand Altes kennenzulernen. Was er wohl für Kräfte hat? Ich habe ja inzwischen auch einige, aber er ist nochmal 800 Jahre älter. Meinst du, er kann in der Sonne wandeln?"
„Wir sind jetzt ja quasi Nachbarn. Da kannst du ihn sicher noch öfter treffen und es herausfinden.“ Sie fand es aber auch faszinierend.
„Ja, das werde ich sicher noch herausfinden." Er dachte wieder an die vorherigen Gedankenbilder, die er von ihm erhalten hatte. 
                                                                   
                                                                         ***

Magnus tauchte langsam aus seinem Todesschlaf auf und empfing dabei Bilder eines antiken Bades. Ein Wasserbecken, Mosaikboden, Marmorsäulen und Statuen. Jemand sagte seinen Namen. Er erkannte die dunkle, warme Stimme als die des Römers. Hatte Tiberius ihm diese Bilder geschickt? Wollte er ihn wiedersehen?
Na ja, warum nicht. Der Herrscher hatte ihn gestern beeindruckt und es war schmeichelhaft, dass er solch ein Interesse an Magnus hatte.
So stand er also auf, zog seine neue dunkelblaue Jeans und das weinrote Shirt an, kämmte seine Haare und verließ das Haus.
Kurz darauf stand er vor Tiberius Palazzo und abermals öffnete sich das Haustor von selbst. Tiberius hatte ihn bestimmt schon gespürt und mit seinem Willen die Tür geöffnet. Magnus dachte bei sich, dass der Hausherr bereits Dinge beeinflussen konnte, die weit entfernt von ihm waren, denn der Römer war irgendwo im Haus und nicht in unmittelbarer Nähe. Magnus fühlte dessen Präsenz von unten aus dem Untergeschoss kommen, wo er noch nicht gewesen war. Er folgte einfach den Schwingungen des Älteren vom Innenhof aus eine schmale Treppe hinab, die in einen langen dunklen Gang führte.
Magnus hörte leises Plätschern von Wasser, folgte dem Gang bis zu einer hohen und verzierten Flügeltür, hinter der er Tiberius Aura stärker wahrnahm.
Als er sie fast erreicht hatte, wichen die Flügel vor ihm zurück und schlossen sich wieder nachdem er hindurchgetreten war.
Vor ihm öffnete sich eine Badehalle. Mosaikböden, Marmorstatuen, Säulen und Malereien an den Wänden. Im Boden befand sich ein großes rechteckiges Becken und in Nischen verteilt noch zwei kleinere runde Becken.
Magnus betrachtete erstaunt die Wandmalereien, die verschiedene Paare in unterschiedlichen Stellungen beim Liebesspiel zeigten. Darüber musste er schmunzeln: „Sehr originell. Ein gemalter Porno."
Tiberius räkelte sich im großen Becken und lächelte ihm zu: „Gefällt es dir?"
Der andere grinste: „Ja, doch. Ging es im alten Rom so freizügig zu?"
Der Hausherr erwiderte: "Teilweise. Aber diese Bilder waren nicht anstößig. Das war normal damals."
Magnus zeigte zum Becken: „Kann ich auch baden?"
Tiberius lachte: „Natürlich. Tu dir keinen Zwang an.“ Er wies zu einer Umkleidekabine. „Dort kannst du dich ausziehen und es liegen auch Badetücher bereit."
Doch Magnus scherte seine Blöße vor anderen wenig und so streifte er sich das Shirt ab und stieg aus der Jeans.
Tiberius betrachtete den Körper des Jüngeren begehrlich. Der Barbar war wirklich gut gebaut. Breite Schultern, schmale Hüften und einen schön strukturierten Oberkörper, nicht zu viele Muskeln. Dessen bestes Stück war ebenfalls nicht zu verachten. Im erregten Zustand sicherlich imposant.
Bei dem Anblick dieses göttlichen Körpers wurde es Tiberius schon ganz warm und die Lust fraß sich wie ein Lauffeuer durch seinen Leib. Das erregte Knurren, das sich aus ihm lösen wollte, schluckte er hinunter. Dieser Magnus war wirklich ein Prachtkerl und das Verlangen des Herrschers wurde fast übermächtig. Am liebsten würde er sich sofort auf ihn stürzen und ihn nehmen. Der Römer war froh, dass sich sein Unterleib unter Wasser befand, denn diese Blöße wollte er sich vor dem Jüngeren nicht geben.
Sein Gast stieg nun ins warme Wasser, das ihm bis über den Bauchnabel reichte, glitt dann hinein und schwamm einige Züge, bevor er sich neben Tiberius am Rand abstützte: „Dein Bad gefällt mir. Ich bin gern im Wasser."
Der Römer wich ein wenig zurück. Ihm so nah zu sein, verlangte wieder Beherrschung und seine Erektion sollte er noch nicht bemerken. Daher lächelte Tiberius: "Dann haben wir ja etwas gemeinsam."

Magnus waren die Blicke des anderen nicht entgangen. Wie er seinen Körper mit den hellgrauen Augen gemustert hatte, bevor er ins Wasser gestiegen war und auch sonst lag in Tiberius‘ Blick ein offenes Begehren. Magnus fühlte sich ein wenig überlegen, dass ein so viel Älterer sich nach ihm verzehrte. Er war noch nie mit einem Unsterblichen zusammen gewesen, der 800 Jahre älter war als er. Das war auf jeden Fall sehr reizvoll.
Er war absolut neugierig, wie es sich mit dem Römer anfühlen würde.
Tiberius wagte den ersten Schritt, strich langsam über den Arm des anderen, sah in dessen tiefblaue Augen und kam näher.
Magnus berührte dessen Schulter und nahm sein Gegenüber genauer in Augenschein. Die schwarzen, kurzen Haare, das kantige Kinn und der relativ muskulöse Körper.
Sein Schoß regte sich, als Tiberius hauchte: „Te volo, mea celt. Ich will dich, mein Kelte.“ Er zog Magnus verlangend an sich, küsste seinen Hals, seine Wangen und schließlich seine Lippen.
Den Jüngeren erfasste sofort eine Welle der Lust. Diese Lippen waren die zartesten, die er je gespürt hatte und genauso die Haut des Älteren über die er strich.
Dann stöhnte er laut in den Kuss, als er Blut schmeckte, das aus der Zunge des anderen kam und schluckte es. Bilder tauchten vor seinem inneren Auge auf. Orgien mit schönen Sklavinnen, prachtvolle Räume wie hier, der Trubel in den taghellen Straßen der alten Stadt. Sicher Szenen aus Tiberius früherem Leben in Rom. Das mächtige Blut erregte den Jüngeren über alle Maßen und er wollte nur noch von dieser verzehrenden Begierde erlöst werden.
‚Ich ebenfalls‘, vernahm er in seinem Kopf. Er umschlang den anziehenden Körper des Römers und bot ihm verlangend seine Kehle an.
Tiberius verstand dieses Signal. Mit dieser Geste, gab sich Magnus ihm vollkommen hin. Es war die verwundbarste Stelle eines Unsterblichen und es war riskant, jemandem die Kehle anzubieten. So schnell hatte er den Kelten da, wo er ihn haben wollte. Damit hatte Tiberius nicht gerechnet und er musste sich stark im Zaum halten, um Magnus nicht zu verschrecken. Seine Anspannung ließ ihn leicht zittern, während er über diesen verführerischen Hals leckte und sich eng an Magnus‘ Leib schmiegte. Der Römer konnte den mächtigen Phallus an seinem Oberschenkel spüren und seine Ungeduld wuchs. Ohne zu zögern senkte er nun seine Zähne in die Kehle des Jüngeren und trank einige Züge.
Magnus wurde der enormen Kraft des Herrschers gewahr und die Ekstase ließ ihn bereits durch diesen Biss erzittern.
Tiberius umfasste Magnus zuckendes Glied, während er noch von ihm trank und drückte ihn an die Beckenwand.
Der Angelsachse ahnte bereits, dass dieses sexuelle Erlebnis alles Bisherige in den Schatten stellen würde und dass er gegen Tiberius Körperkraft so gut wie keine Chancen hatte. Er würde ihm völlig ausgeliefert sein und er zögerte kurz, ob er sich diesem Risiko aussetzen wollte. Ließ er den Römer gewähren, würde es kein Zurück mehr geben. Er spürte die Anspannung des Älteren, dass er sich noch im Zaum hielt.




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