24. Auf der Jagd

Endlich ging es mal wieder auf die Hirschjagd. Der Herbst war gekommen und die Brunftzeit begann. Nun trugen die Hirsche ihre prächtigen Geweihe und waren eine lohnende Trophäe. Hinzu kam das Fleisch, das dann für den Winter gepökelt oder getrocknet wurde.

Boris ritt hinter seiner Tochter, die neben Semjon war. Die beiden hielten immer wieder Händchen und lachten. Ihm war es sehr recht, dass sich da Etwas anbahnte. Wurde sein rebellisches Töchterlein endlich vernünftig und nahm sich einen Mann. Im kommenden Frühjahr wollte er Felix dann auf die Raubzüge mitnehmen, aber Nastja nicht. Das würde ihr überhaupt nicht gefallen, aber seiner Meinung nach war das nichts für eine Frau. Vielleicht erwartete sie bis dahin bereits ein Kind, dann gab es ohnehin keine Diskussion. Er schmunzelte. Semjon sollte sich ranhalten, aber das würde er gewiss tun. Der Winter war lang und kalt.

Semjon war stolz und froh, dass die schöne Hauptmanntochter ausgerechnet ihm die Gunst erwies. Sie waren inzwischen ein Liebespaar und er dachte immer öfter über ihre Zukunft nach. Hier im Wald konnten sie zwar nicht getraut werden, aber er wollte mit ihr zusammen leben, wie ihr Vater mit Olga oder Pawel mit Jelena und Kinder mit ihr haben. Er betrachtete sie lächelnd. Sie war so wunderschön und leidenschaftlich. „Sieh mich nicht so an.", sagte sie schmunzelnd. „Wir sind auf Jagd." Er lachte: "Ich weiß. Mal sehen, wer von uns einen Hirsch erlegt." Sie brüstete sich: "Na, ich." Semjon lachte gutmütig: "Das werden wir ja sehen." Er wusste, dass sie eine gute Schützin mit der Armbrust war, von daher standen ihre Chancen ganz gut.

Nikolaj entdeckte Wildspuren. Er und Pawel waren die Späher von Boris Bande. Sie folgten dem schmalen Wildpfad. Nastja reihte sich frech vor Semjon ein, da sie nun nicht mehr nebeneinander reiten konnten. Er sagte scherzhaft:" Freches Luder!" Für Boris war es amüsant ihren kleinen Neckereien zuzusehen. Der junge Mann war ohnehin tolerant seiner Tochter gegenüber. Nastja konnte ganz schön bockig und zickig sein, aber Semjon ließ sich davon nicht beirren. Ein Mann der sie unterjochte hätte bei ihr sowieso keinen Bestand.

Plötzlich hallten die röhrenden Brunftschreie eines Hirsches durch den Wald. Alle hielten wachsam die Augen offen und Nastja lud ihre Armbrust. Semjon folgte ihrem Beispiel.

Schließlich entdeckten sie ein Rudel Hirschkühe mit dem Platzhirsch auf einer Lichtung. Nastja wollte den anderen zuvor kommen. Sie ließ ihr Pferd langsam vorangehen, visierte den Hirsch an, der vollkommen mit seinen brunftigen Kühen beschäftigt war, zielte und schoss. Ihr Bolzen traf das Tier jedoch nicht tödlich. Sie erwischte den Hirsch am hinteren Schlegel und er versuchte lahmend zu flüchten. Da traf ihn nochmal ein Schuss und er ging zu Boden. Nastja sah in die Richtung aus der, der Schuss gekommen war und erblickte ihren grinsenden Geliebten: "Das ist meiner." Sie erwiderte bestimmt: "Unserer. Wenn ich ihn nicht angeschossen hätte, hättest du ihn doch gar nicht getroffen." Er lachte nur kopfschüttelnd: "Dann bekomme ich das Geweih und du das Fell." Damit war Nastja einverstanden.

Die anderen hatten noch vier Hirschkühe geschossen. Boris war sehr zufrieden mit der erfolgreichen Jagd und alle kehrten am Abend gut gelaunt zurück.

Mischa betrachtete immer wieder die hübsche Hauptmanntochter, weil sie auf dem Heimritt mit Semjon vor ihm war. Er schwelgte in der Erinnerung an den Geschlechtsakt im Ziegenstall. Wie gern würde er das wiederholen, oder sie am besten ganz für sich haben. Selten war es mit einem Weib so wollüstig gewesen. Aber sie gehörte Semjon. Doch Mischa konnte es ihr viel besser besorgen. Wie sie sich seinen starken Stößen entgegen gestemmt hatte und ihre wilden Laute. Eine andere hätte eher vor Schmerz geschrien und nicht aus Lust. Nastja mochte es offensichtlich hart. Da regte sich sein Schoß, wenn er daran dachte.

Nach ihrer Heimkehr begossen sie ausgiebig ihr Jagdglück. Semjon und Nastja waren besonders stolz auf ihre Beute. Bier und Wodka floss zur Genüge, es wurde gesungen, getanzt und später auch geliebt. Vera lag abseits mit Nikolaj im Gras, Nastja verzog sich mit Semjon auf dessen Lager und Boris wurde am Lagerfeuer bei seiner Olga zudringlich. Pawel schmuste mit Jelena, nur Mischa und Felix gingen leer aus. Mischa wollte später zu Vera gehen, wenn Nikolaj mit ihr fertig war. Die war zwar fünfzehn Jahre älter als er mit Achtundreißig, aber heute war ihm das gleichgültig. Hauptsache eine feuchte Möse. Er beobachtete, während er am Feuer saß, wie Nikolaj sich auf ihr bewegte. Das Zusehen brachte ihn schon in Stimmung und er konnte es kaum erwarten, bis endlich ein Zittern durch den Älteren ging. Nikolaj wälzte sich keuchend neben Vera, die sich danach aufsetzte und überrascht zu Mischa aufsah, der vor ihr stand. „Lass mich auch mal ran", meinte er und Vera, gut angetrunken, erwiderte: "He, Bürschchen. Da kann ich mich ja geehrt fühlen. Ich könnte fast deine Mutter sein." Sie lehnte sich breitbeinig zurück und sah Mischa erwartungsvoll an. So einen jungen Bock wollte sie sich nicht entgehen lassen. Der legte sich sogleich auf sie und begann schnaufend zuzustoßen, während sich Nikolaj zurück ans Feuer verzog. Vera umschlang diesen jungen, kräftigen Körper und presste ihn an sich. Seine Stöße waren hart und schnell und zwischendurch rammte er sich ab und zu bis zur Schwanzwurzel in sie. Vera sagte: "Du gehst aber ganz schön ran." Sie zog ihre Beine an, legte sie ihm schließlich auf die Schultern, was dem Jüngeren sehr gefiel. Es fühlte sich enger an und er kam noch tiefer in sie hinein. Er bearbeitete sie weiterhin heftig, klammerte sich an ihre Waden und kam bald darauf laut röhrend zum Ziel. Vera hatte den Akt als sehr lustvoll empfunden und dann auch noch mit einem jungen, strammen Mann. Sie seufzte enttäuscht, als er sein Teil rauszog und lallte: "Du kannst jederzeit zu mir kommen, Mischa." Er stand auf, schloss seine Hose: "Bestimmt. War ja ganz gut mit dir."

In der nächsten Zeit kroch Mischa nun öfters zu Vera aufs Lager. Im Dunkeln sah er ihre graumelierten Haare und ihre Zahnlücken nicht, aber ihr Körper fühlte sich noch gut an. Schöne Brüste und einen festen Hintern. Und Vera genoss ihrerseits die Aufmerksamkeit des jungen Liebhabers. Doch außer ihrer nächtlichen Freuden, wollte er tagsüber nichts von ihr wissen.

Den Winter über bauten Boris, Semjon, Felix und Nastja an einer Blockhütte für das Paar. Und zu Boris Freude und Erleichterung kam es so, wie er es sich gewünscht hatte. Gegen Ende des Winters stellte Nastja fest, dass sie ein Kind trug. Sie wusste nicht so recht, ob sie sich darüber freuen sollte, weil sie sich noch nicht bereit dazu fühlte, Mutter zu werden. Semjon war jedoch ganz begeistert und hatte ihr Gesicht abgeküsst, als sie es ihm gesagt hatte. Als er sie vor Freude fest an sich gedrückt hatte, ließ er kurz darauf erschrocken los und fragte ängstlich, ob das dem Kind im Bauch geschadet hätte. Sie musste ihn immer wieder beruhigen, dass Dies oder Jenes dem Kind nicht schade, weil es gut geschützt im Bauch lag und die anderen Weiber berichteten, was sie alles während den anderen Umständen getan hatten. Das besänftigte den werdenden Vater wieder. Nastja hatte, wie in allem, ihren eigenen Kopf und merkte schon selbst, wenn ihr etwas zuviel wurde. Manchmal war ihr flau im Magen, der Geruch von gebratenem Fleisch oder Käse verursachte ihr Übelkeit. Aber sonst empfand sie es von Vorteil, besser riechen zu können.

Olga, ihre Mutter, versuchte in der Winterzeit eine gute Hausfrau aus ihr zu machen. Schließlich wohnte sie bald mit Semjon allein zusammen und gründete mit ihm eine Familie. Da musste sie auch für Mann und Kind sorgen können. Sie zeigte ihr, wie man zum Beispiel Käse herstellte oder Kwas, den Brottrunk. Der erinnerte an Malzbier und wurde mit Roggenbrot angesetzt. Ein wenig widerwillig ließ sich Nastja von ihrer Mutter in all die Dinge einweisen, die sie können sollte.

Als wieder die Zeit der Raubzüge begann, wölbte sich ihr Bauch bereits. Semjon streichelte am Abend bevor die Bande aufbrach, über die harte Wölbung und schlief nochmal mit ihr, denn er wusste nicht, wie lange sie fort sein würden. Er kniete sich auf das Lager und zog seine lüsterne Gefährtin auf seinen Schoß. Sie ließ sich auf sein Glied gleiten und legte die Beine um seine Lenden. Semjon wollte sich nicht mehr auf sie legen, wegen dem Kind. Er hatte Angst, er könnte es da drin mit seinem Gewicht und seinen Stößen quetschen.

„Ich will nicht, dass du gehst", flüsterte Nastja nach dem Liebesakt an sein Ohr. Sie saß noch auf ihm und hatte die Arme um ihn geschlungen. Seit dem Spätsommer waren sie zusammen und seit dem Herbst nicht mehr getrennt gewesen. Semjon strich ihre Taille entlang: "Ich muss. Das weißt du doch." Sie nickte und gab ihm einen Kuss: "Ja. Gib gut auf dich acht. Ich will nicht, dass du verwundest wirst." Er nahm ihr Gesicht in beide Hände: "Mach dir keine Sorgen."

Am nächsten Morgen waren alle schon früh auf den Beinen. Die Männer packten ihre Sachen zusammen und rüsteten sich zum Aufbruch. Nikolaj und Pawel waren einen Tag früher aufgebrochen und sie würden sich in einem Unterschlupf treffen. Boris küsste seine Olga innig zum Abschied genau wie Semjon Nastja, der noch über ihr Bäuchlein streichelte. Felix war voller Ungeduld, dass er endlich mit reiten durfte.

Im Übergangslager erzählten Nikolaj und Pawel, dass viele wohlhabende Reisegruppen unterwegs waren. Meistens Borjaren, die adligen Gutsherren, mit ihren Familien. Doch die wurden oft von ihrer eigenen bewaffneten Truppe begleitet und so wäre ein Angriff viel zu riskant. Die Bande musste sich also eher auf Kaufleute konzentrieren.

Die Späher entdeckten am nächsten Tag einen kleinen Zug von drei Wagen, den sie überfallen wollten. Boris postierte sich mit seinen Mannen an einer günstigen Stelle, wo die Straße steiler wurde und die Gespanne entsprechend langsamer fuhren. Die Fuhrleute waren zuerst völlig überrascht, aber griffen sofort zu Spießen und Knüppeln, als sie die Gefahr erkannten. Ein kurzer Kampf entbrannte, in dem Boris Leute mit ihren Schwertern den klaren Vorteil besaßen. Unter den Fuhrmännern waren auch einige Kaufleute und eine blonde Frau. Die schnappte sich gleich Mischa und zerrte sie vom Wagen: "Schaut mal was ich hier Leckeres habe." Die junge Frau wand sich in seinem Griff: "Lass mich los, du Schurke." Mischa lachte nur.

Boris war noch am kämpfen und nahm erst von der Frau Notiz, als er ihren Schrei hörte. Er sah in die Richtung, ritt näher und erblickte Nora. Bei näherer Betrachtung war sie es natürlich nicht. Dieses Weib hier war jünger, aber sie sah der schönen Hure ähnlich. Sie stand eingeschüchtert da und hielt ihr halb zerrissenes Kleid zusammen. Mischa zog ihre Arme weg, so dass man einen Blick auf ihre nackten Brüste erhaschen konnte. Gierig befummelte er sie. Was für eine Augenweide. In seinen Lenden spannte es heftig. Boris gefiel dieses Weib ebenfalls sehr, da sie ihn an Nora erinnerte. Wie oft hatte er sie nicht haben können, weil andere sie wollten. Aber nun war er Hauptmann und hatte das Vorrecht. Deshalb brüllte er: "Genug!"

Alle starrten ihn überrascht an und er sagte bestimmt: "Sie gehört mir." Er musste sie einfach haben. Solch eine Gelegenheit kam so schnell nicht wieder. Boris sprang aus dem Sattel, musterte die Blondine und kam auf sie zu. Mischa trat missmutig, aber ohne zu murren zur Seite. Vielleicht kam er nachher noch zum Stoß. Bis jetzt hatte sich Boris noch nie an den Schändungen beteiligt, aber auch nicht verboten. Er kümmerte sich um das Verladen der Beute, solange Mancher seinen Spaß hatte. Der Hauptmann packte ihren Arm und zog sie mit sich ins Gebüsch: "Komm mit!" Sie leistete kaum Gegenwehr mehr, hatte wohl erkannt, dass sie keine Chance hatte.

Im Dickicht hielt er an und meinte: "Du bist hübsch." Er strich über ihre Wangen, dann über ihren Busen, bis zu ihrer Scham. Das Kleid war fast entzwei gerissen. Seine Hand drängte sich zwischen ihre Schenkel. Dabei wurde sein Gemächt hart, er begann stärker zu atmen und spürte, wie sie sich verkrampfte: "Lass lieber locker, sonst tu ich dir weh." Er hatte nicht die Absicht, ihr Schmerzen zuzufügen. Er wollte sie einfach. Sie konnte froh sein, dass Mischa sie nicht in die Finger bekam. Der war immer grob und rücksichtslos. Dann wies er mit dem Kinn zu Boden: "Leg dich hin." Zögernd gehorchte die Schöne und als er zwischen ihren Beinen kniete, zitterte sie. Seine Hände strichen abermals über ihren anmutigen Körper über die geöffneten Schenkel und er steckte einen Finger in ihre Öffnung. Das war nun alles nur für ihn. wie angerichtet lag die Schöne da. Aber sie war ziemlich trocken. Boris spuckte auf seine Finger und rieb es zwischen ihre Beine, bevor er sich auf sie legte. Er stützte sich auf seine durchgedrückten Arme und begann sich zu bewegen. Die Blonde hatte ihr Gesicht abgewandt und schluchzte leise. Sie lag starr unter ihm, wie ein Brett. So hatte es sich Boris mit der Schönen nicht vorgestellt: "Komm, beweg dich ein bisschen." Er griff mit einer Hand unter ihr Gesäß, als sie nicht reagierte und hob sie seinen Stößen entgegen. So war es schon besser und er machte weiter, bis er sich in sie ergoss. Als er sich aufrichtete und auf sie hinunter blickte, rollte sie sich zur Seite von ihm abgewandt und ihre Wangen glänzten von Tränen.

Er ließ sie zurück und ging zu seinen Männern. Mischa war enttäuscht, dass der Hauptmann allein zurück kehrte. Er glaubte, Boris hätte der Schönen gleich den Garaus gemacht. Seine Mannen hatten schon alles während seiner Abwesenheit auf den Packpferden verstaut und sie ritten mit der Beute zum Übergangslager. Die Überfallenen, die sich ergeben hatten, waren am Leben geblieben.

Felix schielte immer wieder zu seinem Vater. Er glaubte vermutlich, dass Boris die Frau getötet hatte. Wusste sein Sohn, was er mit ihr getan hatte? Na, er würde Felix mit ins Hurenhaus nehmen, damit er endlich Erfahrungen machen konnte. Mit fünfzehn war er alt genug.

Im Frauenhaus aß und trank die Bande zuerst, bevor sich die Einzelnen mit den Mädchen verzogen. Boris ließ seinem Sohn den Vortritt. Semjon blieb am Tisch bei seinem Bierkrug sitzen. Als Mischa von oben zurück kehrte, sagte er: "He, was ist mit dir? Willst du keine vögeln?" Semjon entgegnete: "Was geht's dich an? Ich versauf meinen Anteil lieber. Davon hab ich mehr", und kippte den fünften Krug hinunter. Mischa grinste verschlagen: "Stimmt, ich vergaß. Du hast deine Hure ja zu Hause. Die könnte es an Wollust sicher mit jeder hier aufnehmen." Da stieg Semjon die Zornesröte ins Gesicht: "Wie redest du von meinem Weib, du Dreckskerl. Glaubst du, ich sehe nicht, wie du sie angaffst." Mischa verengte seine Augen: "Die Nacht im Stall war wirklich gut. Ich hab sie ganz schön rangenommen, dein Weib. Mich in sie gerammt so fest ich konnte und sie wollte noch mehr, dieses schamlose Luder." Das war für Semjon zu viel. Er sprang mit einem wütenden Schrei auf und donnerte Mischa die Faust ins Gesicht. Zwischen den beiden Männern entbrannte eine derbe Schlägerei. Die Leute in ihrer Nähe verzogen sich, um nichts abzubekommen und die Wirtin kam herbei: "Aufhören, ihr Trunkenbolde! Ich lass euch rauswerfen." Als Semjon Mischa gegen den Tisch schleuderte, der polternd umfiel, rief die Wirtin nach zwei Knechten. Die kamen sogleich mit Knüppeln bewaffnet daher und schlugen die Streithähne auseinander. Mischa trug ein zerschlagenes Gesicht von Semjon davon und noch Prellungen von den Knüppeln. Semjon erging es besser.

Nachdem die Knechte sie vor die Tür geworfen hatten, lungerte jeder an einer anderen Stelle im Hof herum. Semjon verzog sich bei dem starken Regen in den Pferdestall und lehnte sich an die Ständerwand seines Pferdes. Er rieb sich fluchend die schmerzenden Glieder und kauerte sich dann ins Stroh. Seine Wut auf Mischa gärte noch weiter. Seit das mit Nastja gewesen war, war ihre Männerfreundschaft beendet gewesen und Semjon bekam immer mehr eine Wut auf seinen früheren Kumpan. Er beobachtete, wie Mischa seiner Liebsten hinterher stierte und der Gedanke, dass dieser rallige Bock, sie in der Nacht von hinten gevögelt hatte, brachte den werdenden Vater fast um den Verstand. Vor allem, weil er wusste, wie gut es Nastja gefiel, es so zu tun. Was sie jetzt gerade wohl tat? Bestimmt saßen alle in der großen Hütte beim Essen zusammen. Schließlich rollte er sich in seinen Umhang und schlief ein.

Ein Flüstern weckte ihn: "Herr, seid Ihr wach?" Jemand rüttelte an seinem Arm. Murrend schlug er die Augen auf und sah eine Küchenmagd neben ihm kauern: "Was willst du?" Sie lächelte: "Ihr wurdet doch hinaus geworfen und somit um Euer Vergnügen gebracht." Sie lüftete ihren Rock: "Nun, das kann ich Euch auch bieten. Ein kleiner Nebenverdienst." Er schüttelte den Kopf: "Scher dich in deine Küche zurück und lass mich in Ruh." Sie zog eine ärgerliche Miene, stand auf und ging.

Boris lag auf dem Bett einer Hurenkammer und ließ sich einen blasen. Das mochte er und einen Geschlechtsakt hatte er schon vor einigen Stunden. Solange die junge Frau am Werk war, schloss er die Augen und dachte an die Blonde im Unterholz. Sie war wirklich hübsch gewesen. Dabei erinnerte er sich an Nora. Ob sie noch lebte? Immerhin war sie so zehn Jahre älter als er, also Mitte vierzig. Eine alte Frau. Seine Olga hatte auch schon graue Strähnen und bekam Krähenfüße an den Augen. Zwar noch schwach, aber das Alter kam unaufhaltsam. Ihr Körper war auch nicht mehr taufrisch. Ihr Bauch war ausgeleiert durch die Schwangerschaften und ihre Brüste hingen mehr.

Nachdem er befriedigt war, kehrte Boris in den Schankraum zurück. Felix war noch oben. Lächelnd erinnerte er sich an seinen ersten Besuch in einem Freudenhaus. Da wollte er gleich nochmal und so erging es seinem Söhnchen sicher auch.

Als Felix nach einer Weile an seinen Tisch kam, grinste ihm Boris entgegen: "Na, hattest du deine Freude?" Der Junge nickte verlegen. Hier kam er zwar zu keinen neuen Erkenntnissen, weil er mit Nastja schon vieles ausprobiert hatte, aber es war trotzdem schön gewesen. Nach einem Bier gingen Vater und Sohn zum Stall. Da fragte Felix: "Papa, ist die blonde Frau tot?" Boris durchfuhr es heiß: "Nein. Ich ließ sie laufen." Das beruhigte den Jungen: "Hätte Mischa es getan?" Der Hauptmann nickte: "Vermutlich. Er ist nicht zimperlich." Er entdeckte Semjon schlafend im Stroh: "Schau Felja, Senja schläft seinen Rausch aus." Boris stieß ihn mit dem Stiefel an: "Wach auf!" Der junge Mann regte sich murrend: "Was ist?" Boris blickte auf ihn herab: "Wir brechen auf." Semjon rieb sich den Kopf: "Bei dem Sauwetter? Wieso bleiben wir nicht im Stall?"

„Na gut. Noch eine Weile. Vielleicht wird es schwächer. Wo sind die anderen?" Semjon erwiderte: "Keine Ahnung! Mischa muss hier irgendwo herumstreunen. Wir haben uns geprügelt und wurden rausgeworfen." Boris missmutig: "Warum habt ihr euch geprügelt?"

„Ach, er provozierte mich." Der Hauptmann entgegnete streng: "Ich kann jetzt keine Streitereien unter meinen Männern gebrauchen. Hast du verstanden? Wir müssen zusammen halten."

Nikolaj und Pawel erschienen schließlich ebenfalls wieder. Auf ihren Gesichtern lag tiefe Zufriedenheit. Nikolaj genoss es, endlich wieder andere Spalten, als Veras, stoßen zu können und die hier waren auch noch jung. Pawel liebte seine Jelena zwar immer noch, aber inzwischen wollte er genauso Abwechslung, wie die anderen. Kurz darauf tauchte Mischa auf. Boris sah, welche feindseligen Blicke Semjon ihm zuwarf und das gefiel ihm gar nicht. Das bedeutete Unheil. Doch dann war zuerst Felix vermeintliches erstes Mal Gesprächsthema, was dem Jungen die Schamesröte ins Gesicht trieb. Er wollte nicht über seine Erlebnisse erzählen.


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