28. Rettung

Valentins nächsten Tage verliefen monoton. Vormittags durfte er das einzige Mal am Tag seinen Platz neben dem Bett verlassen, um ins Bad zu gehen. Die Mistress salbte ihn nach dem Waschen immer ein und kettete ihn dann wieder an.
Er bekam sein Essen vorgesetzt, eine Wasserflasche pro Tag und saß oder lag sonst nur auf dem Handtuch.
Wenn die Chefin um ihn herum war, traute er sich kaum noch sich zu bewegen oder einen Laut von sich zu geben, aus Angst, sie wütend zu machen.
Adam musste sie jeden Tag befriedigen, was Valentin direkt mitbekam, da es auf dem Bett geschah. Er sah nicht hin, hörte nur ihre Laute und würde sich am liebsten die Ohren zuhalten. Leider würde der Tag bald kommen, an dem er diesen Job wieder selbst machen musste. Am besten dachte er gar nicht darüber nach, blieb mental abwesend und führte es einfach aus. Bei den Kundinnen würde es schon schwerer werden. Da musste er Standhaftigkeit beweisen, obwohl ihm überhaupt nicht mehr nach Sex war. Leider schien er hier wirklich in absehbarer Zeit nicht rauszukommen und um nicht noch mehr Prügel zu kassieren, musste er funktionieren. Vielleicht kaufte ihn ja mal eine Kundin. Das erschien ihm im Moment der einzige Ausweg, der Mistress zu entkommen. Schlimmer als hier kann es bei keiner anderen Herrin sein. Das konnte er sich einfach nicht vorstellen. Doch die Damen, die hierher kamen, konnten sich ja keine Diener leisten. Obwohl, diese Pam hatte ihn kaufen wollen, aber da war die Chefin dagegen gewesen. Also, war es auch keine Option. Valentin seufzte tief. Es war aussichtslos!
Adam war im Moment im Club, somit hatte er niemanden zum Reden. Sein Blick fiel auf seine Striemen am Arm, die ein wenig blasser geworden sind. Doch es dauerte sicherlich noch eine Woche, bis er wieder runter musste.

Am nächsten Morgen, als Valentin aufwachte, lag die Mistress im Bett, aber auf der anderen Bettseite war kein Adam mehr. Oh nein! Jetzt war er ihr wieder völlig ausgeliefert. Zwar hätte ihm Adam auch nicht helfen können, aber irgendwie hatte seine Anwesenheit ihm Sicherheit gegeben und er hatte sich nicht so einsam gefühlt.
Als die Chefin dann wach war, meinte sie: „Jetzt brauche ich Adam hier nicht mehr. Dir geht’s ja wieder gut. Nur in den Club kannst du mit den blauen Flecken noch nicht.“
„Ja, Mistress“, antwortete er monoton. Er ahnte, was ihm später blühte und schon bei dem Gedanken, würgte es ihn fast.
Sie ließ ihn von der Kette und Valentin ging mit noch steifen Gliedern ins Bad. Von dem ständigen Sitzen und Liegen auf dem Boden, waren sie eingerostet. Doch nach ein paar Schritten wurde es besser.
Heute wollte die Mistress, dass er seine Haare wusch. Also stieg er zuerst in die Dusche. Diesmal durfte er alles selber tun. Nach dem Abtrocknen kämmte er dann die Haare sorgfältig durch und ließ sich von der Mistress einsalben. Sie begutachtete prüfend seine blauen Flecken: „Das wird schon deutlich besser. In einigen Tagen kannst du bestimmt wieder arbeiten“, bevor sie ihn zurück zum Bett führte.
Valentin setzte sich, ließ sich anketten und die Mistress setzte sich auf die Bettkante neben ihm.
„Knie dich hin!“ Sofort befolgte er ihren Befehl. Dann kam die nächste Anweisung: „Komm hierher!“
Dabei zeigte sie zwischen ihre geöffneten, nackten Beine. Ihr Kleid rutschte im Sitzen ein Stück nach oben und gab mehr von ihren schlanken, gebräunten Schenkeln frei. Valentin sah bewusst nicht in ihren Schoß, denn er wusste, was jetzt kommen würde. Er dachte einfach nicht daran, schaltete seine Gedanken so ziemlich ab und fixierte lieber die Innenseite ihres Schenkels.
Als er ihre Hände auf seinen Schultern spürte, zuckte er leicht zusammen, aber diese strichen nur darüber, dann über seine Arme und über seinen Oberkörper. Sie fuhr weiter bedächtig über seinen Körper: „Mein Engel.“
Ihre Finger hoben sein Kinn an: „Lass mich deine schönen Augen sehen. Den Anblick habe ich wirklich vermisst. Du siehst echt verboten gut aus.“ Die Finger zeichneten seine Lippen, seine hohen Wangenknochen nach.
„Einige Gäste haben nach dir gefragt. Ich hab gesagt, dass du krank bist, aber bald wieder fit sein würdest. Jetzt habe ich dich noch für mich allein, mein Schöner und du weißt sicher, was ich von dir will.“
Valentin schaute gezwungenermaßen zu ihr auf und registrierte ihren lüsternen Blick. „Ja, Mistress. Dass ich Sie lecke.“
Sie ließ ein zufriedenes „Hm“ hören.
„Genau richtig. An die Arbeit.“
Valentin kauerte vor ihre weit gespreizten Schenkel, näherte sich mit fast geschlossenen Augen ihrer Körpermitte, stellte sich vor, dass er einfach eine Kundin bediente.. Nachher würde er sie ganz schließen, dann konnte er besser ausblenden, bei wem er es tat. Ihr Geruch strömte bereits in seine Nase und, noch bevor seine Zunge das zarte Fleisch berührte, wusste er, dass sie schon feucht war.
Während er seinen Job machte, spürte er zu seinem Entsetzen, plötzlich ein beginnendes Ziehen in seinen Lenden. Oh nein, nicht jetzt! Die Mistress würde ihn bestrafen, wenn er erregt wurde. Die Gedanken an eine Fremde, schienen ihn, wie gewohnt funktionieren zu lassen. Dazu kam seine tagelange Abstinenz.
Er öffnete seine Augen, hoffte, durch den Anblick ihrer Scham, sich wieder bewusst zu werden, wen er vor sich hatte. Aber sein Körper wandte sich gegen ihn. Valentin fühlte, wie er immer härter wurde und er schielte zaghaft zu seiner Chefin hinauf. Zum Glück hatte sie seufzend den Kopf in den Nacken gelegt und stützte sich mit den Armen auf dem Bett ab. Er ignorierte einfach seinen Ständer und verwöhnte sie gewissenhaft weiter. Ihr Seufzen und Keuchen ließen ihn hoffen, dass er bald am Ziel war. Doch die Mistress beugte sich wieder mehr nach vorn und dann drückte sie seinen Kopf auf einmal zurück und zeigte auf seinen Schoß: „Was ist das, Sub?“
„Bitte Mistress, vergeben Sie mir“, murmelte er und rechnete mit erneuten Schlägen. Sie legte den Kopf leicht schief, schien nachzudenken. Versonnen streichelte sie an seinem Schaft entlang: „Inzwischen bist du ja wieder vollkommen sauber. Komm, knie dich aufrecht hin und leg deine Hände auf den Rücken.“
Valentin tat, wie geheißen richtete sich auf den Knien auf und verschränkte die Hände hinter seinem Rücken. Die Mistress umfasste sein Becken, zog ihn so komplett zwischen ihre Beine und führte sich seufzend sein hartes Teil ein. Er keuchte überrascht auf, als er in ihre heißen, feuchten Tiefen drang und ließ sich dann von ihr führen. Ihre Finger krallten sich in seinen Hintern und immer wieder zog sie ihn mit einem Ruck tief in sich. Dabei durchfuhr ihn jedes Mal ein heißer Stoß und brachte ihn seinem Höhepunkt fast zu nahe. Doch er durfte nicht in sie spritzen, sonst gab es das nächste Donnerwetter. Valentin kniff die Lippen zusammen, um nicht unweigerlich zu stöhnen. Ihre Wände deutlich zu spüren, erregte ihn sehr, obwohl er die Frau fürchtete. Wahrscheinlich, weil er schon seit mehreren Tagen keinen Sex mehr gehabt hatte und sich selbst rührte er ja nicht an. Er schaute nach unten, weil er ihre lustverzerrte Visage nicht ansehen wollte, aber dafür konnte er jetzt beobachten, wie sein Schaft bei ihr raus und rein glitt und das war sicher nicht abturnend. Trotzdem hob er den Blick nicht, atmete angestrengt vor Erregung und Anspannung. Seine Augen wanderten zur Seite, richteten sich auf einen ihrer Schenkel, der jedes Mal erzitterte, wenn sie ihn tief in sich stieß. Sein Erguss baute sich auf, die heiße Woge schlug diesmal sehr hoch.
„Mistress, bitte. Ich kann nicht mehr, ich komme.“ Er versuchte, sich rechtzeitig zurückzuziehen, aber sie klammerte sich immer noch an seinem Hintern fest und als sie realisierte, was er gesagt hatte, spritzte bereits ein Teil seines Spermas in sie hinein und der Rest beschmutzte ihre Schenkel. Entsetzt stieß sie ihn von sich: „Du Sau!“, und legte sofort eine heftige Ohrfeige nach. Ihre Stimme brauste auf: „Sieh dir deine Schweinerei an!“ Sie packte ihn an den Haaren und zog ihn grob zu ihrem Schoß, drückte seine Nase in die milchige Flüssigkeit auf ihrer Haut: „Sauberlecken! Aber gründlich.“
Valentin war den Geschmack seines Saftes zwar gewohnt, aber heute krampfte sich sein leerer Magen zusammen. Am schlimmsten war es diesmal für ihn, ihre Scheide sauber zulecken und ihr dazu noch die entgangene Befriedigung zu verschaffen. Als er es endlich geschafft hatte, war ihm speiübel.
Solange sie sich unter ihren Orgasmuswellen auf dem Bett wand, kauerte er mit hängendem Kopf auf dem Vorleger. Er hatte versagt und das frustrierte ihn ungemein. Wenn er schon bei ihr bleiben musste, dann wollte er für sie ein guter Diener sein.
Die Chefin erhob sich schließlich vom Bett, strich ihr Kleid zurecht und verließ das Zimmer, ohne Valentin noch eines Blickes zu würdigen.
Er seufzte laut und trank erstmal aus seiner Wasserflasche, um den Geschmack von sich und ihr aus seinem Mund zu bekommen.
Kurz darauf kehrte sie zurück. Er sah ihre nackten Beine auf sich zukommen und dann knallte ein Teller vor ihm auf den Boden, so dass die Toastscheiben zum Teil herunterrutschten. Valentin betrachtete enttäuscht die leeren Scheiben, während sie wortlos wegging. Das hatte er nur seinem Versagen zu verdanken, dass er keinen Belag bekam.
Nach seinem kargen Frühstück hatte sich seine Übelkeit ein bisschen gelegt und er rollte sich, nackt wie er war, auf seinem Lager zusammen, schloss die Augen und döste. Was sollte er so ganz allein auch sonst tun? So verging der Tag einigermaßen zügig, wenn er viel schlief.
Im Halbschlaf bekam er mit, wie abermals ein Teller auf den Linoleumboden abgestellt wurde, aber er wartete ab, bis sich die Schritte entfernten und sich die Tür schloss. Erst dann öffnete er seine Augen und inspizierte sein Lunch. Es waren nackte Nudeln. Keine Soße oder sonst was. Hungrig aß er alles, bis auf den letzten Krümel auf. Nun war es ihm wieder wohler.
Seine letzte Mahlzeit des Tages, ein Sandwich, bekam er, bevor die Mistress in den Club losmusste. Dann war er wieder allein. Heute war sie nach dem misslungenen Akt nur noch reingekommen, um ihm das Essen zu bringen und sich umzuziehen. Kein Wort hatte sie an ihn verloren, was er begrüßte.
Seit seiner Gefangenschaft bei ihr, spielte er immer wieder an seiner Kette herum, ließ die glatten Glieder gedankenverloren durch die Finger gleiten, klimperte damit herum und hatte sie auch schon mal gezählt. Was tat man nicht alles vor Langeweile.

Irgendwann später hörte Valentin plötzlich ein Poltern und Krachen vor der Wohnung. War das die Wohnungstür?
Konzentriert lauschte er, aber jetzt war es wieder still. Bis jemand an der Klinke zum Schlafzimmer rüttelte. Er zuckte erschrocken zusammen. Wer war das?
Gleich darauf flog die Tür krachend auf und zwei schwarze Gestalten mit der Waffe im Anschlag traten herein und blickten sich nach allen Seiten um. Der grelle Lichtschein einer Taschenlampe blendete ihn und er wich mit zusammengekniffenen Augen ängstlich an den Bettrahmen zurück. Behandschuhte Finger berührten seinen Arm, was ihn zusammenzucken ließ.
„Ssh, ganz ruhig! Ich tu dir nichts“, sagte eine Frauenstimme. „Wir machen dich jetzt los. Bleib ganz ruhig! Bist du verletzt?“
Valentin schüttelte den Kopf. Ihre Stimme beruhigte ihn, aber die vermummten, schwer bewaffneten Polizistinnen machten ihm trotzdem Angst.
Eine schnitt seine Kette mit einer großen Zange durch und dann half die mit der netten Stimme ihm hoch. Es tat gut von ihr gestützt zu werden, denn er war noch unsicher auf den Beinen. Sie gab ihm das Badetuch, auf dem er gelegen hatte, in die Hand: „Hier, wickel das um die Hüften.“
Mechanisch befolgte er ihre Anweisung und schlang das Tuch um seinen nackten Unterleib.
Im Clubraum angekommen, erschien Valentin alles so unwirklich. Die Diener standen alle zusammen vor der Bar und überall waren vermummte Polizistinnen verstreut. Gäste konnte er keine mehr ausmachen und auch die Mistress nicht.
„Dann wollen wir mal die Chips auslesen!“
Eine Frau in normaler Polizeiuniform trat mit einem Lesegerät an den ersten Diener heran und hielt es an seinen Oberarm. Valentin hörte das Piepen und wie die Polizistin einer Kollegin die Adresse nannte. So verfuhren sie mit allen Männern. Adam erschien ihm irgendwie nicht so erleichtert, beim Auslesen seines Chips.
Schließlich war er selbst an der Reihe. Als er Alex‘ Adresse vernahm, hoffte er so sehr, dass es diesmal kein Traum war.
„Angel, wie geht’s dir inzwischen?“, fragte Adam.
Valentin hob den geschundenen Arm an: „Schon besser. Und wie war es bei dir?“
Der andere zuckte mit den Achseln: „Das Übliche. Bis die Polizei hier aufgekreuzt ist.“
„Wo ist die Mistress?“, flüsterte Valentin.
Adam lächelte. Diese Gefühlsregung hatte Valentin, soweit er sich erinnern konnte, bei ihm noch nie gesehen: „Sie wurde abgeführt. Endlich sperren sie die Hexe ein.“ Dann wies dieser mit dem Kinn in Richtung von drei Dienern, die als erste weggeführt wurden: „Das sind ihre Eigenen. Die kommen jetzt ins Zentrum zurück.“
Valentin sah ihnen nach und dachte, dass sie es dort sogar besser hatten als hier und hoffentlich bekamen sie das nächste Mal gute Herrinnen. Er kannte die anderen Diener kaum. Er hatte ja fast keinen Kontakt zu ihnen gehabt und während der Schicht, hatten sie sich nicht miteinander unterhalten dürfen. Valentin stützte sich an der Theke ab und ließ die Augen durch den Raum schweifen. Das Einsatzkommando rückte ab und nur noch einige Beamtinnen blieben zurück, die sich um den Abtransport der Diener kümmerten. Eine von ihnen schaute auf die Liste mit den aufgeschriebenen Adressen und zeigte auf ihn, Adam und Ricardo: „Die drei zusammen!“
Eine Polizistin reichte ihnen noch Decken, bevor sie hinausgeführt wurden. Valentin zog die Decke eng um seine Schultern und als sie zum Eingang hinaustraten, sah er, warum es besser war, sich zu verhüllen. Einige Meter vor dem Club, hinter Absperrbändern, standen Schaulustige. Die vielen Leute, der Lärm und die Lichter irritierten ihn. Nach seiner Zeit in Einsamkeit war das ein Schock und er starrte schnell auf den Boden vor seine nackten Füße. Die Polizistinnen wiesen auf die geöffnete Hintertür eines wartenden Streifenwagens: „Steigt ein!, und er setzte sich schnell auf die Rückbank neben Adam, der schon Platz genommen hatte.

Während der Fahrt schwiegen sie. Valentin blickte nach vorn zur Frontscheibe hinaus, solange die beiden Beamtinnen beratschlagten, zu welcher Adresse sie zuerst fahren sollten. Dazwischen hörte er immer wieder Funksprüche. Außer Straßenbeleuchtung und der Fahrbahn, nahm er wegen der Dunkelheit eh nichts wahr. Erst als der Wagen in eine schickere Gegend kam, wurde Valentin aufmerksamer und aufgeregter. Bald war er wieder bei Alex.
Dann bog der Einsatzwagen in eine Einfahrt ab und kam vor einem großen, dunklen Tor zum Stehen. Die Fahrerin drückte an die Sprechanlage an der Seite, kündigte sich an und das Tor schob sich langsam zur Seite.
Adam stupste ihn an: „Hier ist es!“
Der Hellblonde sah weiter hinten ein großes, helles Haus auf einem riesigen Grundstück stehen, auf das der Wagen nun zufuhr.
„Wow, ganz schön groß!“
Adam erwiderte: „Ja, das ist es. Mal gespannt, wie sie mich empfängt.“
Valentin spürte, dass sein Kollege angespannt war. Nach allem was er bei der Mistress erlebt hatte, verwunderte ihn das.
Sie hielten vor der Villa, wo eine dunkelblonde, langhaarige Frau in einem Hausmantel vor der Tür stand und dem Polizeiauto erwartungsvoll entgegenblickte. Nun kam sie näher, blieb auf den Eingangsstufen stehen, solange die Beifahrerin ausstieg.
„Guten Abend, Mrs. Thomson. Wir bringen Ihren Diener zurück.“ Den Rest konnte Valentin wegen den geschlossenen Türen nicht mehr verstehen. Auch weil die Beamtin jetzt bei Adams Herrin stand und somit leiser redete. Sie wechselten einige Sätze, bevor die Polizistin dann die hintere Tür öffnete.
„Steig aus!“
Adam nickte, wandte sich nochmal zu Valentin und Ricardo um: „Also, lebt wohl Jungs!“
Valentin fand es schade, dass er ihn wahrscheinlich nie wieder sah und bekam gerade noch ein „Bye“ heraus.
Mrs. Thomson wirkte besorgt, strich Adam die Haare aus dem Gesicht und sprach mit ihm. Dann legte sie eine Hand an seinen Rücken und sie gingen davon. Mehr konnte Valentin nicht mehr sehen, denn der Wagen setzte sich wieder in Bewegung. Als Nächstes war sein Zuhause dran.

Bald erkannte er die Straßen wieder und seine Aufregung stieg.
Im Hof schaltete sich das Außenlicht an, als das Auto hineinfuhr und bevor die Beamtin klingeln konnte, öffnete Alex schon die Tür.
Sein Herz machte einen Freudensprung bei ihrem Anblick. Überschwängliche Freude und unendliche Erleichterung überwältigten ihn. Seine Resignation verflog sofort und er konnte es kaum erwarten, auszusteigen.
Endlich wurde die Tür geöffnet, Valentin warf Ricardo nur noch ein kurzes Bye zu und kletterte, immer noch in die Decke gehüllt, aus dem Auto.
Alex kam gleich mit feuchten Augen auf ihn zu und umarmte ihn fest: „Oh Babe! Gott sei Dank. Ich hab mir solche Sorgen gemacht.“ Ihr Körperkontakt und ihr Duft vermittelten ihm sofort Geborgenheit, Freudentränen schossen ihm in die Augen und er schniefte in ihren Armen. Er bekam nur nebenbei mit, wie sich Alex bei den Polizistinnen bedankte und dann legte sie den Arm um ihn und geleitete ihn ins Haus.
„Komm erstmal aufs Sofa.“ Sie setzte sich zusammen mit ihm nieder, wischte sich zwischendurch immer mal wieder die Augenwinkel: „Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Als vorher die Polizei anrief, konnte ich es fast nicht glauben. Ich hab gewusst, dass du niemals fliehen würdest, aber sie haben mich zuerst belächelt.“
Valentin wischte sich ebenfalls über die Augen und fand seine Stimme wieder: „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Bist du diesmal kein Traum?“
Sie drückte ihn fest an sich: „Nein, Babe! Es ist kein Traum. Du bist wieder daheim.“
Er schmiegte sich so eng wie möglich an sie und genoss den intensiven Körperkontakt. Er vermittelte ihm Sicherheit. Leider löste sie sich auf einmal ein Stück von ihm. „Was hast du da?“
Die Decke war ein Stück heruntergerutscht und gab seinen Oberarm frei. Sie schob den Wollstoff weiter herunter und je mehr Haut zum Vorschein kam, desto mehr weiteten sich ihre Augen: „Oh Gott! Was haben diese Verbrecher dir angetan?“
Valentin schämte sich, wollte nicht, dass sie das ganze Ausmaß sah, aber das würde er nicht verheimlichen können. Alex zog auch noch die restliche Decke weg und starrte fassungslos auf die sichtbaren Striemen und Blutergüsse. Er versuchte sie zu beruhigen: „Es tut kaum noch weh.“
Ihre Miene wechselte von Bestürzung in Verärgerung: „Wer war das? Wer hat dich so zugerichtet?“
Ihr wütender Ton galt nicht ihm, aber schüchterte ihn trotzdem ein. Zaghaft erwiderte er: „Die Chefin! Vor einigen Tagen.“
Alex entschuldigte sich für ihren schroffen Ton, strich vorsichtig über den gestriemten Arm: „Mein armer Liebling! Wie kann man dir nur so etwas antun. Aber jetzt bist du in Sicherheit und niemand wird dir mehr weh tun.“
Dann fasste sie an den Rest der Kette und an sein Halsband: „Zuerst machen wir mal das Teil ab. Okay?“ Valentin nickte, senkte den Kopf und nahm seine Haare zur Seite, damit sie an seinen Nacken kam. Alex fingerte am Verschluss des Halsbandes herum und fluchte: „Shit! Da ist ein Vorhängeschloss dran.“ Sie steckte ihren Finger unter das Band und zog es ein wenig vom Hals weg: „Es sitzt relativ locker. Vielleicht kann ich es mit einem scharfen Messer durchschneiden. Warte kurz!“ Damit sprang sie eilig auf, er hörte Schubladen in der Küche und kurz darauf kam sie wieder mit einem dünnen Küchenmesser herein: „Keine Angst, Ich bin ganz vorsichtig.“
Valentin sollte das Band soweit wie möglich von seiner Haut weghalten und Alex führte das Messer von unten und mit der Schneide nach vorn zwischen seine Daumen, die das Halsband weit von seiner Halsseite weghielten.
„Ich versuche, das Leder damit durchzusägen. Halte es unter Spannung.“ Dann begann sie zu schneiden.
Es dauerte für Valentin ewig, bis sie endlich sagte: „Gleich ist es durch!“ Der Rest ging glücklicherweise schnell. Ein Gefühl der Leere breitete sich an seinem Hals aus, als es sich schließlich löste. Er strich sofort über die Haut, die ein bisschen juckte. Alex begutachtete die Stelle: „Es ist ein wenig rot. Da schmiere ich dir nachher Salbe drauf.“ Das zerschnitte Band mit der Kette daran, warf Alex gleich in den Müll.
„Willst du was trinken, hast du Hunger?“, rief sie aus der Küche.
„Nur Cola, bitte.“
Es war himmlisch dieses Getränk endlich wieder zu sich zunehmen. Im Club hatte er es öfter getrunken, aber in der Wohnung hatte es ja nur Wasser und ein wenig Orangensaft gegeben.
Alex legte ihre Hand auf seinen Schenkel: „Morgen soll Joe ein tolles Frühstück für uns machen. Was meinst du?“
Er drückte ihre Hand: „Das wäre super! Ich hab dort nur Toasts bekommen.“
Nachdem er leergetrunken hatte, begleitete ihn Alex in ihr Bad: „Gehen wir schlafen! Es ist schon sehr spät.“
Valentin legte die Decke endgültig ab, putzte sich die Zähne, kämmte seine Haare und zog die Schlafshorts an, die Alex ihm reichte.
Das Bett war so herrlich weich und bequem. Valentin kuschelte sich in die Zudecke, sog den Geruch von Alex ein und seufzte erleichtert. Endlich erlöst!

Kommentare

beta
Feenstaub

Navigation

Sprachen

Social Media