30. Nora im Räuberlager

Erst gegen Morgen legten sie eine Rast ein. Boris wollte mit der Beute so schnell wie möglich in ihr Stammlager zurück. Sie mussten immer auf der Hut sein, dass sie der Truppe des Zaren nicht in die Hände fielen. Boris gab seiner Gefangenen seinen Trinkschlauch, den sie mit ihren zusammengebundenen Händen entgegen nahm. Sie widerte es zwar an daraus zu trinken, wo der schon daran gewesen war, aber sie hatte Durst.

Nora wusste noch nicht, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollte. War es besser, ihn ihre Verachtung spüren zu lassen, oder ihm gefällig zu sein? Sich zu sträuben würde ihr wahrscheinlich nichts nützen. Sie saß geistesabwesend am Lagerfeuer und starrte in die Flammen. Die meisten der Bande dösten bereits. Boris rückte näher zu ihr und fuhr mit den Fingern durch ihr offenes Goldhaar. Er konnte kein Grau darin entdecken. Seine Hand strich über ihren Nacken, entblößte eine ihrer Schultern und küsste sie dort. Was für weiche Haut sie hatte. Ihr Stillhalten ermutigte ihn weiter zu machen. Seine Finger krochen in ihren Ausschnitt und ertasteten ihre Brust. Dort war ihre Haut noch zarter. Er rieb ihre Brustwarze zwischen seinen Fingern bis sie sich versteifte. Nun war seine Leidenschaft richtig entfacht. Er meinte: "Komm!" Und zog Nora auf die Füße. Sie ließ sich teilnahmslos ins Unterholz führen. Dort öffnete Boris seine Hose und führte Noras Hände dort hin: "Fass ihn an." Als sie den Schaft mit einer Hand umschloss, keuchte er: "Du hast so zarte Finger." Boris gefiel ihr Reiben, aber er wollte sie nun ganz. Er zog sie mit sich zu Boden, griff unter ihren Rock, streichelte die weichen Schenkel und ihre Scham. Nora sah ihn nicht an, verschloss sich völlig, damit sie nicht mitbekam, was er mit ihrem Körper tat. Er legte sich schließlich auf sie, drang in sie ein und küsste ihr Dekolleté während er sich bewegte. Von ihrer Abneigung bekam er in seiner Erregung kaum etwas mit. Schnaufend und stöhnend stieß er sich in ihre ziemlich trockene Spalte, wandte ihr Gesicht seinem zu und drückte seine Lippen auf ihre. Nora versuchte abermals ihren Kopf abzuwenden, aber er hielt sie am Kinn fest und ihre gefesselten Hände waren zwischen ihren Leibern eingekeilt. Als dann noch seine Zunge zwischen ihre Lippen drängte, hätte sie ihm am liebsten ins Gesicht gespien. Es reichte doch, dass er sie benutzte. Boris Stöße wurden kräftiger. Das Küssen erregten ihn noch stärker und er rammte sich laut keuchend voller ungezügelter Lust in Noras weichen Leib. Sie musste aufstöhnen, weil es nun schmerzte. Hoffentlich war er gleich fertig. Seine Anspannung nahm jetzt rasch zu, er klammerte sich an Noras Körper und wand sich kurz darauf auf ihr. Während seinem Winden bohrte er sich noch einige Male tief in sie hinein, bevor er erschlafft und stöhnend auf ihr liegen blieb. Nora fragte sich, wie sie das früher im Frauenhaus nur ausgehalten hatte. Er sollte sein Teil endlich aus ihr rausziehen, aber er schien es nicht eilig damit zu haben. Nachdem er sich ein wenig gefasst hatte, richtete er sich ein Stück auf und blickte schmunzelnd auf sie herab: "Das wiederholen wir im Lager. Dort haben wir dann ein Bett und es ist bequemer für dich." Nora sah ihn mit stechendem Blick an. Lieber sollte er sie das nächste Mal nicht wund reiben. Boris setzte sich auf: "Du verachtest mich, weil ich deinen Goscha besiegt habe. Was kann ich dafür, wenn er so schlecht kämpfen kann. So einen Jammerlappen hast du nicht verdient. Du brauchst einen richtigen Mann." Sie entgegnete spitz: "So wie du?" Er nickte lachend: "Ja, ich tauge viel mehr als er. Ich bin ein guter Kämpfer, ein guter Jäger, befehlige diese Bande und ich kann es dir jede Nacht besorgen. Dein Herr war doch schon alt und krank. Hat er ihn überhaupt noch hoch gekriegt?" Noras Blick durchbohrte ihn: "Wie kannst du es wagen? Er hat mich auf Händen getragen und nicht wie eine Hure behandelt, so wie du." Nun kamen ihr die Tränen und sie schluchzte vor sich hin. Georgij war für immer fort und auch das schöne Leben war vorbei. Bei diesem Kerl würde sie es nicht aushalten. „Du warst für sein Vergnügen zuständig und so werde ich es auch halten", sagte Boris und half ihr hoch. Zurück am Feuer, gab er ihr seinen Umhang: "Schlaf noch ein wenig, bevor wir weiter reiten." Erst als er sich ebenfalls hinlegte, spürte Boris, dass seine Eichel ein wenig schmerzte. Bestimmt, weil Nora nicht feucht gewesen war.

Anastasia war neugierig auf diese unbekannte Frau, doch ihr Vater war immer bei ihr. Als sie dem Lager immer näher kamen, wurde ihr allmählich klar, dass er die Adelsdame nicht gehen ließ. Was hatte er mit ihr vor? Sie wirkte auf die Räuberstochter sehr betrübt.

Nora war geschockt, als ihr klar wurde, wer sie da entführt hatte. Als immer wieder der Name Borja fiel, erinnerte sie sich woher sie diese Augen kannte. Das sollte Zojas Gefährte sein? Während des restlichen Weges zum Räuberversteck erfuhr sie, dass Anastasia und Felix seine Kinder waren. Felix war Zojas Sohn, das wusste sie noch und an seinen rötlich schimmernden Haaren war das auch gut zu erkennen. Wie konnte ihr ehemaliger Schützling nur so einen Mann lieben, aber Nora ahnte, dass Zoja inzwischen tot war. Sie saß bei Boris auf seinem schwarzen Pferd und sagte: "Ich kann mich nun an dich erinnern. Du warst doch mit Zoja zusammen." Er erwiderte: "Sie ist schon viele Jahre tot. Fieber." Nora entgegnete: "Welch ein Jammer! Ich hatte sie damals sehr gern. Was geschah damals, als ich zu Goscha zurück ging? Er verfolgte euch nicht weiter, denn er hatte mich zurück. Eigentlich müsstest du mir dankbar sein." Boris erwiderte: "Er hat für das Abschlachten meiner Kameraden bezahlt. An dir übe ich keine Rache. Du sollst nur bei mir bleiben."

„Hast du im Moment keine Frau?" Er lächelte: "Doch, Olja. Du kennst sie noch, als Serjoschas Gefährtin." Oh nein. Jetzt wurde diese Olga ein zweites Mal wegen ihr verstoßen. „Wird sie das einfach so hinnehmen, wenn du jetzt eine Neue anbringst?" Er küsste ihren Hals und fuhr mit einer Hand in ihren Schoß: "Du wirst nicht in meiner Hütte wohnen. Ich komme dann, wenn ich dich will." Nora wurde es bang: "Nur du?", denn sie wollte keine Lagerhure werden. „Das weiß ich noch nicht. Es kommt darauf an, was du dafür tust." Seine Hand fand den Weg unter ihren Rock und zu ihrem Dreieck. Sie saß mit gespreizten Beinen im Sattel und so konnte er sie ungehindert streicheln. Nora empfand nichts dabei. Es war eher unangenehm, als sein Finger in sie glitt. Boris erregte das Treiben ungemein. Er durchschnitt ihre Handfesseln und führte ihre Hand nach hinten an seinen Hosenstall. Schnell öffnete er ihn und raunte: "Besorgs mir!" Sie tat es und er bewegte seine Hand bei ihr. Die anderen sollten so wenig wie möglich davon mitbekommen. Boris unterdrückte sein Stöhnen, aber diese Heimlichtuerei erregte ihn sehr. Allmählich schien es Nora ebenfalls zu gefallen, denn an seinen Fingern wurde es feuchter. Wie gern würde er es jetzt mit ihr treiben. Aber damit musste er sich bis ins Stammlager gedulden und wahrscheinlich noch länger, denn er wollte seine Olga nicht gleich vor den Kopf stoßen. Zuerst forderte die sicher ihre Zuwendung.

Eleonora saß deprimiert in der Hütte, wo sie mit Vera, Semjon und Nikolaj wohnen musste. Sie bekam einen Strohsack zum Schlafen und ekelte sich vor allem. Hier war alles so schäbig und entsprechend verdreckt. Mit Wehmut dachte sie an ihr schönes Bett, die saubere Wäsche und an die übrigen schönen Räume. Hier drin war es rauchig vom Herd und duster, weil es nur ein Fenster gab.

Olga hatte die Blondine schnell wieder erkannt und stellte Boris zur Rede: "Warum hast du sie hergebracht? Das gibt nur böses Blut. Ihr Herr wird sie suchen." Boris erwiderte: "Der ist tot. Ich habe ihn erschlagen." Olga weiter: "Dann kommt eben ihr Sohn. War dir das keine Lehre, was damals mit Serjoscha und den anderen geschehen ist?" Aber sie wusste, dass bei den Männern anscheinend der Verstand aussetzte, wenn sie Nora erblickten. Deshalb winkte sie nur ab. Der Hauptmann sagte: "Ich verspreche dir, dass sie uns nicht finden werden."

Anastasia ging in die große Hütte und setzte sich auf eine der Holzbänke. Sie blickte schließlich zu Nora: "Ich dachte Papa lässt dich unterwegs frei, wenn wir weit genug vom Hof weg sind." Die Edeldame erwiderte: "Nun, das hat er nicht. Er will mich wohl behalten." Nastja fragte einfältig: "Wozu?" Nora lächelte bitter: "Zum Vergnügen." Das verärgerte die junge Frau, dass ihr Vater sich neben ihrer Mutter eine Nebenfrau halten wollte. Das empfand sie als Frechheit. Was sagte da Mamutschka dazu? „Wie viele Kinder hast du noch? Ich weiß nur von den beiden Mädchen", sagte die Hauptmannstochter. Nora betrübt: "Ich habe noch einen älteren Sohn und eine Tochter ungefähr in deinem Alter." Dann hellte sich ihre Miene ein wenig auf: "Von Petja habe ich bereits zwei Enkel und Sonja erwartet ein Kind." Nastja entgegnete: "Ich hatte auch schon eine Tochter, aber sie starb. Sie war zu schwach, wurde nur ein paar Monate alt." Nora fragte: "Und der Vater?" Die Jüngere flüsterte: "Semjon. Wir sind nicht mehr zusammen. Er gibt mir die Schuld für ihren Tod" Dann wurde sie lauter:" Ich will keine Kinder mehr." Die Ältere schmunzelte:" Und auch keinen Kerl?" Nastja zuckte die Achseln: "Ich weiß nicht. Zur Zeit jedenfalls nicht. Außer Semja gibt es hier ohnehin keinen. Da müsste ich mir auch einen rauben, wie Papa dich." Die Vorstellung belustigte Nora und das würde sie diesem burschikosen Mädchen sogar zutrauen. „Da würde es derjenige gut treffen. Du könntest wirklich hübsch sein, wenn deine Haare gekämmt wären und mit einem schönen Kleid." Da schüttelte Nastja energisch den Kopf: "Nein, Kleider trug ich eine Weile, aber damit ist jetzt Schluss. Ich will nur noch Kriegerin sein."

„Soll ich dich mal ein wenig frisieren?", bot Nora an. Damit war Nastja zumindest einverstanden.

Nora genoss immer mehr das Vertrauen von Nastja. Sie war ein interessantes Mädchen. Wild im Wald aufgewachsen und das komplette Gegenteil von Sonja. Die Ältere bemerkte, dass noch etwas zwischen ihr und Semjon existierte. Beide sahen sich manchmal verstohlen nach, wenn der andere es nicht mitbekam. Dafür bekam Nora des Öfteren mit, wenn Nikolaj oder Semjon sich mit Vera vergnügten.

Boris schlich sich nur nachts zu seiner Konkubine und schlüpfte unter ihre Decke. Meistens erwachte sie, weil er sie streichelte und sich dann auf sie legte. Nora ließ es einfach geschehen. Aber sie mochte es nicht, wenn er danach noch bei ihr blieb und sich an sie schmiegte. Doch sie musste zugeben, dass er einen gestählten Leib hatte, im Gegensatz zu Georgij. Bei Boris fühlte man nur straffe Muskeln, wenn er auf ihr lag. Anfassen tat sie ihn kaum. „Du nimmst es mir immer noch übel, dass ich ihn besiegt habe", sagte der Hauptmann als er befriedigt neben Nora lag. Sie drehte sich auf die Seite von ihm abgewandt: "Wie würde es dir gehen, wenn eine andere Frau Olga ermorden würde und dich dazu zwingen, mit ihr zu schlafen? Ich hatte Goscha mit der Zeit sehr gern. Er war ein guter Gemahl. Du magst meinen Leib besitzen, aber sonst empfinde ich nur Verachtung für dich."

Das traf Boris schon. "Was kann ich tun, um dich zu besänftigen, Norutschka?" Sie erwiderte leise schluchzend: "Lass mich zu meinen Kindern zurück." Er wandte ihr Gesicht seinem zu: "Das kann ich jetzt nicht mehr und das weißt du." Dann stand er auf, zog seine Hose wieder an und ging.

Nikolaj hörte die Edeldame kurz darauf weinen und es grämte ihn, dass sie so traurig war. Nora war eine schöne Frau, sie gefiel ihm selbst und er würde sie gern trösten. Er konnte sich noch gut an sie erinnern, als sie noch im Frauenhaus war und dann das erste Mal im Lager bei Sergej.

In den nächsten Tagen beobachtete Nikolaj Nora des Öfteren, dass es schon Vera auffiel. Sie stieß ihn an: "Was starrst du die so an? Da kommst du sowieso nicht zum Zug. Die gehört Borja." Der Blonde brummte: "Ich weiß. Ansehen darf man ja wohl." Vera wurde ein wenig eifersüchtig, weil Nikolaj der Neuen so viel Aufmerksamkeit schenkte. Aber immerhin durfte er nicht auf sie drauf.

Nora war dankbar für die Zuwendung des großen, schlanken Räubers mit den stahlblauen Augen und den blonden, zu einem Pferdeschwanz zusammen gebundenen Haaren. Sie reichten ihm bis fast zur Mitte des Rückens. Dieser Nikolaj hatte hohe Wangenknochen und edle Gesichtszüge. Seinen Bart trug er sehr kurz, was dem Hauptmann auch nicht schaden würde. Der hatte eher Gestrüpp im Gesicht. Nikolaj schien ein besonnener Geselle zu sein und Nora erinnerte sich noch ein wenig an ihn. Er hatte sich eher im Hintergrund gehalten und war ein schneidiger Bursche gewesen. Das war er für sein Alter immer noch. Wie bei ihr, wurden seine blonden Haare mit dem Alter nur stellenweise heller, anstatt grau. Doch in seinem wettergegerbten Gesicht sah man sein Alter an den tiefen Falten.

Der Hauptmann hatte es satt, sich immer nur heimlich zu Nora zu schleichen. Deshalb beschloss er mit ihr einen Ausritt zu machen. „Wenn du versuchst zu fliehen, dann schieße ich dich ab", warnte er sie vor. Aber dann wurde er wieder versöhnlicher und sie ritten los. Boris legte am See eine Rast ein. Nachdem die Pferde getrunken hatten, begann er sich auszuziehen und forderte Nora ebenfalls dazu auf. Nach einigem Zögern fügte sie sich, während er schon hüfttief im Wasser stand. „Komm, Norutschka! Es ist erfrischend." Unsicher stand sie am Ufer: "Ich kann nicht schwimmen." Er streckte seinen Arm aus: "Du brauchst ja nicht weit hinein. Gib mir deine Hand." Sie tat es und schämte sich, völlig nackt im Sonnenlicht vor ihm zu stehen. Boris sah sie nicht direkt an und führte sie ins Wasser. „Ich habe noch nie in einem See gebadet", sagte Nora. Das erstaunte den Hauptmann: "Wirklich? Dann wird es schleunigst Zeit." Sie umklammerte unsicher seine Finger: "Gibt es hier Getier im Wasser?" Er grinste: "Vermutlich. Aber das tut dir nichts. Die Fische flüchten vor uns." Nora beobachtete misstrauisch die Wasseroberfläche und begann langsam ihre Arme nass zu machen. Boris schwamm ein Stück von ihr weg, um sie endlich bewundern zu können. Ihre Haare glänzten in der Sonne und er sah nun ihre Brüste, ihre Taille und den Bauch. Der Rest befand sich unter Wasser. Nora wagte sich schließlich bis zu den Schultern hinein und plantschte herum. Boris kam ihr nicht zu nah und bedrängte sie auch nicht, sondern genoss einfach ihren Anblick.

Nach dem Schwimmen legte sich der Hauptmann in voller Blöße bäuchlings ins Gras, um sich trocknen zu lassen. Nora war noch im Wasser und betrachtete ihn genauer. Sein Körper war wirklich ansehnlich, aber nun sah sie erst einige Narben, die er hatte. Das mussten teilweise tiefe Schnitte gewesen sein. Sicher Kampfwunden. Als er zu dösen schien, wagte sie sich aus dem Wasser und setzte sich am Ufer nieder. Er rührte sich nicht. Schlief er? Bestimmt tat er nur so, um sie auf die Probe zu stellen. Dumm war Nora nicht und er sicher auch nicht. Das Risiko ging er gewiss nicht ein jetzt zu schlafen. „Boris?", sprach sie ihn an. Er richtete sich ein wenig auf: "Bist du endlich heraus gekommen?" Er wandte sich ihr zu, so dass sie seine Vorderseite sah. Schlaff hatte sie sein bestes Stück noch nie gesehen. Ziemlich klein. „Das Baden hat mir gefallen. Können wir das noch öfter tun?" Boris lächelte erfreut: "Natürlich." Leider hielt sie züchtig ihre Arme vor der Brust verschränkt. „Warum schämst du dich vor mir? Ich bin doch dein Liebhaber." Sie erwiderte: "Mir ist es unangenehm. Es ist so hell hier." Er strich über ihre Arme: "Aber du hast doch gar keinen Grund. Du bist immer noch eine schöne Frau. Deine Haut ist zart und hell." Boris rückte näher zu ihr und küsste ihre Schulter. Dabei spürte er, wie sie sich anspannte. Er strich über ihren Rücken und wanderte mit seinen Lippen von der Schulter zu ihrem Hals, schob ihre nassen Haare beiseite und liebkoste ihren Nacken. Das schien sie völlig kalt zu lassen und Boris wurde langsam wütend. Keine seiner Bemühungen schien zu fruchten. Sie war ein stures Weibsbild. „Was soll ich denn noch tun, damit du mir ein wenig entgegen kommst?" Nora entgegnete: "Ich kann einfach nicht. Du bist ein gemeiner Dieb und ein Mörder." Der Hauptmann gereizt: "Das war Dima auch und den hast du geliebt." Sie verteidigte sich: "Das wusste ich damals nicht. Er sprach nie über sein Leben. Ich hielt ihn für einen reichen Junker. Erst durch dich damals erfuhr ich von seiner Olga. Damit begrub ich meine Hoffnung, dass er mich von dort wegholen würde. Als mir dann Goscha anbot, mich mitzunehmen, nahm ich ohne zu Zögern an. Ich wusste, dass diese Gelegenheit vielleicht nie wieder kommen würde. Kannst du nicht verstehen, dass ich dieses Hurenleben hasse? Das habe ich mir nicht ausgesucht. Mein Vater verkaufte mich dorthin. Nun ist das alles über zwanzig Jahre her und nun bin ich wieder eine Hure. Deine!" Enttäuscht stand Boris auf und kleidete sich an: "Gut. Reiten wir zurück!" Die Lust war ihm jetzt vergangen. Nora blickte ihm erstaunt nach, dass er sich nun hastig anzog. Sie tat dasselbe und sie machten sich schließlich auf den Rückweg. Ein wenig erleichtert war sie schon, dass er sie diesmal nicht benutzt hatte.

Nikolaj wartete ab, bis Boris in seine Hütte ging, bevor er Nora das Pferd abnahm: "Ich mache das." Die Blondine lächelte: "Danke, Kolja." Sie blieb neben dem Pferd stehen und sah zu, wie er ihm das Zaumzeug abnahm und absattelte. „Wir waren am See", begann sie zu erzählen. Nikolaj konnte sich schon denken, was sie dort getrieben hatten und das wurmte ihn. Nora kicherte: "Ich war noch nie in einem Gewässer baden." Er grinste: "Wirklich? Und, wie hat es dir gefallen?" Sie lachte: "Ich hatte Angst, dass mich ein Fisch beißt, aber sonst war es gut." Er musste ebenfalls lachen. Dann legte Nora ihre Hand auf seinen Arm: "Ich geh mal zu Nastja." Ihre Berührung durchfuhr ihn regelrecht und er sah ihr nachdenklich hinterher, bis sie in Nastjas Hütte verschwand. War das eine zufällige Geste gewesen? Nikolaj ließ das Pferd durch das Gatter der Koppel und schimpfte sich selbst einen Narren, weil er sich wegen ihrer Berührung zu viel einbildete. Bestimmt war es unbedeutend für Nora gewesen. Einfach aus Dank.

Als Nora eintrat, flickte Anastasia gerade an ihrer Tunika. Sie fragte bissig: "Na, wie war es?" Die Ältere erwiderte gelassen: "Nicht was du denkst. Wir haben nur gebadet. Dein Herr Papa kann sich auch zurückhalten." „Das will ich ihm auch geraten haben." Nora lächelte nur milde. Nastjas Bestimmtheit gefiel ihr. Dann kam sie auf Semjon: "Warum redest du kaum noch mit Senja? Ihr schaut euch doch immer noch nach."

„Pah, der verachtet mich doch" Nora schüttelte den Kopf: "Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, er hat Angst, dir wieder näher zu kommen. So wie er dich heimlich ansieht, denke ich nicht, dass er dich verachtet. Du beachtest ihn kaum. Nur wenn er wegsieht, schaust du ihn an." Die junge Frau legte die Nadel nieder und seufzte: "Er hat mich tief verletzt." Nora nickte: "Das mag sein, aber ich glaube, du hast ihn trotzdem noch gern."

„Ich weiß nicht", wich Nastja aus. Nora wechselte das Thema: "Ist Kolja eigentlich am längsten in eurer Bande? Weil er ist ja auch schon älter." Die Hauptmannstochter nickte: "Ja, er und Papa blieben damals als Einzige übrig. Ich war erst einige Jahre alt, aber ich weiß noch, dass wir in einer Höhle hausten und dann ein neues Lager aufbauten. Vera war auch schon immer da. Die anderen kamen dann später hinzu." Nora wollte ihr nicht erzählen, dass sie damals der Grund war. „Dann ist Kolja sicher sehr erfahren in dem wilden Leben." Nastja bejahte: "Deshalb ist er auch unser Späher. Er und Pascha. Sie haben auch euer Gut ausgekundschaftet. Dass es dort viel zu holen gibt."

„Manchmal hinkt er ein wenig. Hatte er eine Verwundung?" Die Jüngere nähte weiter: "Er wurde von einem Bolzen in den Oberschenkel getroffen. Das war im Winter. Sie hatten eine Weiberbande verfolgt, die uns ausgeraubt hatte. Es kam zum Kampf und nur eine von ihnen entkam. Mit denen wäre ich gern mit geritten. Die waren genau wie ich. Papa ist einer von ihnen nachgestiegen und das haben sie ausgenutzt. Ich glaube, nun ist er misstrauischer bei fremden Weibern." Nora meinte: "Wahrscheinlich. Aus Fehlern lernt man ja für gewöhnlich." Sie schenkte sich einen Becher Kwas ein und setzte sich Nastja gegenüber: "Kann ich dir vertrauen?" Die Jüngere blickte auf und nickte: "Du willst von hier weg." Nora weiter: "Du wärst doch froh, wenn ich weg wäre. Wegen deiner Mutter." Nastja sah Nora gelassen an: "Ja, ich kann dir zur Flucht verhelfen. Aber ich will nicht unbedingt, dass Papa mich verdächtigt."

„Du müsstest mir nur den Weg zeigen", sagte die Ältere. Die Hauptmannstochter flüsterte: "Ihr wart doch heute am See. Präge dir den Weg gut ein, wenn er das nächste Mal mit dir hin reitet. Von dort ist es einfacher zurückzufinden. Nach Osten." Nora kippte den Rest Kwas hinunter: "Gut. Ich werde es mir merken."

In der Nacht konnte Nora nicht schlafen. Sie verließ die Hütte und spazierte ein wenig zwischen den Bäumen umher. Nun schöpfte sie wieder Hoffnung, dem Hauptmann entkommen zu können. Hoffentlich ritt er bald wieder mit ihr zum See. Natürlich würde er sie dann verfolgen, deshalb musste sie ihn außer Gefecht setzen. Dazu wollte sie sich ein kleines Messer einstecken. Sie brauchte nur noch eines unbemerkt zu entwenden. Plötzlich fragte eine Männerstimme: "Was bedrückt dich?" Nora zuckte heftig zusammen: "Wer?" Die große dunkle Gestalt kam näher und sie erkannte Nikolaj: "Verzeih, dass ich dich erschreckt habe." Sie lächelte: "Ist schon gut. Ich konnte nicht einschlafen." Er meinte leise: "Ich kann dir helfen zu fliehen." Sie war überrascht: "Warum willst du das tun?" Der Räuber erwiderte: "Weil ich sehe, dass du dich grämst." Er hob die Hand und strich leicht über ihre Wange. Nora ließ es einfach geschehen: "Was verlangst du dafür?" Er schüttelte den Kopf: "Nichts. Nur dass du wieder lächeln kannst."

Sie legte dankbar ihre Hand auf seine, die er noch immer auf ihre Wange gelegt hatte. Wortlos sah Nora ihn an. Sein Mitgefühl rührte sie und sie hätte es niemals von einem Räuber erwartet. Sein Gesicht kam näher, er beugte sich zu ihr hinunter und seine Lippen küssten sie sanft. Nora rührte sich immer noch nicht, als er schon wieder ein wenig zurück wich. Zögernd legte Nikolaj abermals seine Lippen auf ihre und da sie ihn gewähren ließ, zog er sie nun in seine Arme und sie erwiderte seine Küsse. Beide wurden zunehmend leidenschaftlicher und wälzten sich schließlich auf dem Boden. Nora gab sich dem Blondem bereitwillig hin und kniff immer wieder die Lippen zusammen, um ihre Lustschreie zu unterdrücken. Sie ahnte, dass der Hauptmann kurzen Prozess machen würde, wenn er sie ertappte. Nikolaj keuchte: "Du bist die wundervollste Frau, die ich je hatte. So schön." Er schmiegte sich danach noch an sie und war glücklich. Nora entgegnete: "Mit dir ist es auch wundervoll. Aber wir sollten wieder zur Hütte. Bevor noch jemand unser Fehlen bemerkt." Er nickte, zog schnell seine Beinkleider wieder hoch und ging leise zur Hütte zurück. Nora wartete noch kurze Zeit bevor sie ihm folgte.


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