37. Kampf um alles

Ich stand in Sams Wohnung. Dante und Nick hatten mich zurückbegleitet. Nicht, dass ich eine Wahl gehabt hätte.
Mal wieder alleine Stand ich da und überlegte, was bloß der nächste Schritt sein sollte. Ich musste mir einen Weg suchen, das Rudel unbemerkt zu verlassen, musste meine Mutter aufsuchen und mit ihr reden. Vielleicht konnte sie mir mehr Klarheit über William verschaffen.
Ich musste wissen, was seine nächsten Schritte sein würden. Gabriel konnte mir viel erzählt haben, doch ob es wahr sein würde, konnte ich nur von einer Peron erfahren ...
Vielleicht waren Lichtmänner von Natur aus verrückt? Vielleicht war es genau das, wovon auch Sam und die anderen, besessen schienen.
Ich horchte in mich. Zu meinem Nachteil fühlte ich mich keines Wegs anders. Ich fühlte mich nicht stark, mächtig oder mit irgendwelchen Kräften versehen. Ich war immer noch Nida. Eine etwas verzweifelte Version meiner selbst, aber Nida.
Zur Unterstützung schloss ich die Augen. Wenn William überall auftauchen konnte, konnte ich das auch! Ich spannte mich an. Dachte gezielt an meine Mutter und horchte.
Nichts.
Ich versuchte es ganze Fünf Mal, bis ich genervt auf der Couch landete. Mit geschlossenen Augen saß ich da. Horchte in mich hinein, immer tiefer. Es dauerte gefühlte Stunden, doch dann, fand ich die Tür. Nervös stand ich vor ihr, konnte es bildlich vor mir sehen. Mit zitternder Hand griff ich nach ihr. Konnte ich es? Wollte ich es? Angst überkam mich, dennoch musste ich es tun. Es gab keinen anderen Weg. Es war weniger eine Tür als ein Schleier. Durch den ich hindurchtrat und in einen Nebel ins Nichts hinein.

Ich öffnete die Augen, in dem Moment als ich viel. Ich landete unsanft auf steinigem Boden. Was einen erstickenden Laut mit sich brachte. Grollend und mit unglaublichen Schmerzen im Steißbein kam ich hoch. Vor mir stand eine junge schöne Frau, sie starrte mich an, geschockt und blass.
„Was? Noch nie ein Halblicht durch die Decke fallen sehen?“, fuhr ich sie an und rieb mir den Hintern. Mir schmerzte der ganze Rücken. Wo auch immer ich war. Ich war nicht bei meiner Mutter. Der Frau hatte es die Sprache verschlagen, wo zur Hölle war ich gelandet? Ich hoffte nicht am anderen Ende der Welt.
„Nida?“, fragte die Frau, was nun mich erstarren ließ. Ich musste blinzeln, war das gerade die Stimme meiner Mutter gewesen? Ich sah sie mir genau an, mit offenem Mund. Langes braunes Haar mit Gold durchzogen, die blauen liebevollen Augen.
„Mutter!?“ Geschockt viel mir die Farbe aus dem Gesicht. Das war nicht ihr erst! Sie war mindestens acht Jahre jünger als ich! Und hätte zu allem übel auch noch an einer Miss Wahl teilnehmen können! „Das ist nicht dein erst ...!?“ Verwirrt sah ich mich um. Nein es war nicht das Apartment meiner Mutter, es war ein Schloss, in dem ich gelandet war? Was zur Hölle tat sie hier?
„Schatz, was tust du hier?“, flüsterte sie und schritt in einem Traum aus weißer Seite du mir herüber. Das bodenlange Kleid stand ihr gut, die Jugend nicht so sehr. Konnte ich sie noch Mutter nennen?
„Kind antworte mir?“, flüsterte sie erneut und sah sich besorgt um. Ich folgte ihrem Blick durch den Raum mit hohen Decken, an dessen Ende ein Meisterwerk der Kunst die Decke verzierte.
Wo zum Henker waren wir?
„Das könnte ich dich fragen.“ Sie sah sich erneut um.
„William brachte mich her, ich weiß nicht -“
„Wo wir sind? Ernsthaft, warum vertraust du dem Kerl!?“, schrie ich erstickt, da meine Mutter mir den Mund zuhielt.
„Nicht so laut“, rügte sie mich mit besorgter Mine.
„Ich fall vom Glauben. Wie siehst du überhaupt aus!?“
„Lange Geschichte. Du solltest gehen.“
„Warum? Damit ich eure Versöhnung nicht störe, bei eurer Wiedervereinigung?“ Ihre Augen weiteten sich.
„Nein, Dummbeutel. Damit er dich nicht sieht!“ Ich verstand die Welt nicht mehr. Auf welcher Seite war die Frau verflucht nochmal! Etwas bewegte sich im Flur. Wie von einer Biene gestochen, schreckten wir beide auf.
„Schnell!“, flüsterte Mutter panisch.
„Wieso?“, blieb ich standfest. Schritte, sie kamen immer näher. Mutter wurde mit jedem Hallen nervöser.
„Er kommt.“ Sie legte mir die Hände auf die Augen, ich versuchte sie fortzuziehen, doch es gelang mir nicht.
„Ich brauche ...“ Damit war ihre Wärme fort. Als ich die Augen öffnete, stand ich allein in ihrem Apartment. Fassungslos stand ich da. Wieso durfte ich meinem Vater plötzlich nicht mehr begegnen, in der Vergangenheit wäre ich sogar froh gewesen ihm aus dem Weg gehen zu müssen. Doch heute? Wieso hatte Mutter so eine Angst vor dem zusammentreffen? Verwirrt und mit gewisser Wut im Bauch, stampfte ich aus ihrem Apartment auf die Straße hinaus.

Erzürnt ging ich die Straße entlang. Wie sollte ich mein Problem lösen ohne einen gewissen Input? Ich zermarterte mir grummelnd das Hirn, während ich die seelenlose Straße entlang ging.
Zu allem übel würden mich Dante und Co. einen Kopf kürzer machen. Ich fühlte ihre Unruhe, dass ich einfach verschwunden war. Notfalls würde ich es darauf schieben, ausversehen weggebeamt worden zu sein. Nida, ein hilfloses Lamm. Ob sie mir das abkaufen würden?
Ich stampfte weiter. Immer wieder musste ich mir die Frage stellen, warum meine Mutter Geheimnisse vor ihrem geliebten William hatte, wenn sie ihn doch so sehr liebte. Oder war es alles doch ganz anders? Vielleicht hatte sie Angst vor ihm. Oder um mich. Ich konnte es wirklich nicht sagen.
Was zur Hölle war dort los?
In dieser Dimension neben unserer. Was mich fragen ließ, wo genau sie war. Genau neben unserer? Es würde dem Besuch in der Kirche neben der Kirche erklären. Die eine Seite zertrümmert, die andere vollkommen.
„Nida Will?“
„Nein“, antwortete ich, ohne hinzusehen.
„Nida Well?“ Jetzt hatte die Männerstimme meine volle Aufmerksamkeit.
„Was wollen sie!? Ich sagte nein!“ Der sichtliche Hipster grinste verstohlen.
„Du bist wunderschön.“
„Ich bitte dich! Bin vergeben.“ Damit wendete ich mich ab und ging weiter. Sowas konnte ich nun echt nicht gebrauchen. Nicht von solch einem Bubi. Am liebsten hätte ich mir die Haare gerauft.
„Ich hoffe, dein Geschmack ist ebenfalls so rein.“ Ich erstarrte.
„Nicht dein Ernst!“ Das durfte einfach nicht wahr sein! Ich wendet mich wieder zu ihm um. Erst jetzt realisierte ich, dass es mitten am Tag, viel zu still in einer belebten Stadt mit mehreren Tausend Einwohnern war. Abgesehen davon, das es so dunkel war, wie bei Nacht ...
Kein Schwein war auf den Straßen. Außer mir und Mister Grusel Hipster. Ein leichter Nebel lag auf der Umgebung. Ich war noch nicht aus dem Schleier hinausgetreten? Oder doch?
„Ich werde deine Seele verschlingen.“
„Hast du ein Rad ab!? Willst du dich ernsthaft mit mir anlegen!? Ich mach Gulasch aus dir!“, fauchte ich wutentbrannt. Der junge Mann lachte mich aus. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich das bewerkstelligen wollte. Mein Licht würde das schon regeln, auch wenn es mir unerklärlich war.
Davon abgesehen sah der Junge nicht im geringsten gefährlich aus. Im Gegensatz zu seinen Worten, die er sicherlich versuchen würde wahrzumachen. Die reine Vorstellung er konnte versuchen mich zu beißen, belustigte mich. Andererseits ... je nachdem was er war ...
„Vielleicht behalte ich dich, fürs Erste.“ Er schmiss seine schicke Brille auf den Boden. Sie kratzte über den steinigen Boden, dessen Geräusch verursachte Gänsehaut.
„Machst du jetzt einen auf Clark Kent? Ist das nicht zu Mainstream für dich?“ Jetzt musste er lautstark lachen. Schön das ich den was auch immer belustigte, statt ihm zum Zittern zu bringen. Ich musste unbedingt meine Methode ändern. „Du willst doch nicht ernsthaft ...?“ Es folgte sein Hemd. „Er legt einen Striptease hin“, sagte ich fassungslos. Seine Hose flog im hohen Bogen. Nichts, das er mir so Angst einjagen konnte, im Gegenteil, nur wo führte das hin? Er griff nach seiner Unterwäsche.
„Nein Sam!“, schrie ich hilfefordernd aus voller Kehle. Ein Impuls vibrierte durch die Verbindung wie der Schrei selbst.
Umgehend nahm ich die Beine in die Hand. Nur weg, war eine gute Idee. Ich sah nicht, wie er seinen letzten Fetzen vom Leib entfernte, stattdessen hörte ich eine Explosion und ein ekliges Krachen und Schmatzen. Ein Kriechen ertönte, kurz überlegte ich, ob es von mir stammte. Doch es war so grell. Eher monsterhaft, statt weiblich. Es musste von dem Hipstermonster stammen.
Ich rannte mit vollem Tempo, ein kurzer Blick genügte, um einen fledermausähnlichen Mann zu erkennen. Mit blutroten Augen und messerscharfen Zähnen. Seine Zähne ließen mich sogleich zittern, sie würden gigantische Löscher hinterlassen.
Die Umgebung war so neblig wie düster. Das war nicht meine Dimension, auch nicht Williams, also welche war es?
Ich wurde am Fuß gepackt und viel mit vollem Tempo auf die Nase. Mein Kopf donnerte, Blut sprudelte aus meiner Nase. Hoffentlich war sie nicht gebrochen.
Ich wendete mich um, nur um im gleichen Moment der Pranke auszuweichen zu müssen. Seine Klauen erweichten mich am Arm, ich schrie erstickt auf. So nah konnte ich sehen, wie haarig es war und schwarz wie die Tiefen des Alls. Die Bezeichnung als Schatten passte wirklich sehr gut.
Schnell verwandelte ich mich und brachte mehr Luft zwischen uns. Fliehen war nicht drin. Also musste ich Kämpfen. Ich hatte es schon einmal getan. Das ich so schnell einen Schatten von der To-Kill Liste streichen konnte, hätte ich nicht gedacht. Immerhin hieß es, sie hielten sich zurück. Oder nicht? Hatte Gabriel mich angelogen? Vielleicht hatte er sich auch einfach nur geirrt.
Ich hatte mich für den Kampf entschieden, weshalb ich mich ihm gegenübertrat und in Deckung ging. Aus meiner Kehle drang ein bedrohliches Knurren, er lachte.
Meine Haare stellten sich wutentbrannt auf. Dem würde ich es zeigen! Niemand lachte mich aus! Besonders kein Schatten! Immerhin war ich ... Verdammt ja, ich war die Tochter eines Lichts und ich würde ihm den Arsch aufreißen, bei meinem Licht!
Mit einem angedeuteten Sprung zum Angriff meinerseits wollte er nach mir packen, doch ich entschied mich für einen Seitenwechsel und rammte ihn. Was denn Schatten ins Wanken brachte. Gleich darauf Biss ich ihn, was einen schrillen Aufschrei auslöste. Mir platzte fast das Trommelfell, weswegen ich zurückwich.
Der Schatteb rappelte sich auf, blutete stark aus der Wunde, und fauchte. Der Geschmack seines Blutes war grauenerregend, sogar so schlimm, dass es mich zum würgen brachte. Es erinnerte mich an saure Milch und Dreck, jede Menge Dreck und Schweiß.
Ich fasste mich und war bereit den Kampf weiter zu führen. Dass mir dabei ordentlich die Knie wackelten, konnte wohl jeder sehen, auch mein Gegner. Der mich mit seinem Grinsen verhöhnte.
Ich fixierte ihn. Das Vieh brüllte, worauf ich bedrohlich knurrte. Sollte er zuerst angreifen, ich würde bereit sein.
Er rannte Los. Ich wollte dem Kerl an die Kehle Springen, doch mich drückte plötzlich etwas zu Boden. Ich schnappte nach Fell und realisierte jetzt erst, dass ich nicht mehr alleine war.
Ich sah auf zu Gideon. Er hatte mich umgerammt, zu Boden gepresst und stand schützend auf mir. Nur wo war Sam!? Ich kam blitzschnell auf die Beine und sah zum Monster. Es war nun ordentlich beschäftigt.
Sam hielt ihn ganz allein in Schach und machte dabei sogar eine richtig gute Figur. Wie auch nicht. Er hatte gelernt zu kämpfen, zu jagen. Ich war gerade erst am Anfang. Dante, Ian und Gale, gesellten sich zu ihm und attackierten den Dämon systematisch.
Ich wurde im Nacken gepackt. Ein junken entwich meiner Kehle. Dann wurde ich fortgerissen. Er gab mir nicht einmal die Chance zu protestieren.

Gideon zwang mich, immer weiter zu laufen. Fort von dem Dämon und Sam. Hin in eine sichere Umgebung. Wir liefen durch den Wald, als wir an einem Schleier ankamen. Ich blieb kurz stehen. Die anderen liefen weiter und durchquerten die schwarze Wand. Gideon drückte mich weiter. Ich ging zögerlich hindurch.
Auf der anderen Seite war es hell und farbenfroh. War es unsere Welt? Es drangen bekannte Gerüche meine Nase ein. Wir waren wieder im Wald.
»Eine Dimension neben unserer«, erklärte mir Nick. Ich nickte knapp, ohne den Blick von Gideon zu nehmen. Ich spürte seine Wut, den Zorn der in ihm brodelte. Er wollte mich bestrafen mich unterwerfen, doch irgendwas hielt ihn ab. War es Sam?
Auf einem Feld angekommen blieben sie alle stehen. Alex sah mich genervt an. Es schien ihnen auf den Zeiger zu gehen, das ich nicht einmal blieb, wo sie mich haben wollten. Ich war nun mal keine Frau, die man einsperren konnte, ich liebte meine Freiheit!
»Hals Maul!«, ging mich Alex an. Sie war aufgesprungen und zu mir gekommen. Mit einem bedrohlichen Knurren setzte sich Sam urplötzlich vor mich. Ich war kaum mitgekommen, da standen zwei aggressive Wölfe vor mir, die sich gleich zu kloppen schienen. Ich sah das schwarze Blut auf Sam, zusammen mit Rotem.
»Sam!« Ohne weiter nachzudenken, sprang ich ihn an um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Alex entfernte sich, weshalb Sam sich mir zuwendete. Seine Augen voller funkelnden Zorn. Ich schluckte schwer, was mich nicht davon abhielt, ihn mir genau anzuschauen.
Er sah ganz schön gerupft aus, genau wie die anderen, dabei hatten sie nicht einmal gekämpft. Verwirrt blinzelte ich.
»Mir fehlt nichts«, bekam ich gerade noch von Sam zu hören, als Gideon sich zwischen uns drängte.
»Was fällt dir ein!«, begann er wutentbrannt. »Wir sagten dir, du sollst dich zurückhalten!« Sam schien nicht eingreifen zu wollen. Er stand also hinter ihm. Ich konnte es ihm nicht mal verübeln.
»Du sagtest ...«
»Nida!«, unterbrach mich Dante, damit ich seinem geliebten Gideon bloß nicht widersprach. Meine Kiefer pressten sich aufeinander.
»Muss man dich erst fesseln, damit du an Ort und stelle bleibst wie einen Welpen!?« Er begann, mich zu umkreisen.
»Ihr fesselt Welpen?« Er knurrte und ich duckte mich. Seit wann waren sie so verdammt groß?
»Ab jetzt hören seine Alleingänge auf! Sofort!« Er wollte sich abwenden.
»Nein.« Was mir wieder seine volle Aufmerksamkeit einbrachte. Vielleicht war ich Lebensmüde, aber ich konnte den Gedanken nicht ertragen die Füße stillhalten zu müssen und mit anzusehen, wie wir alle in einer Katastrophe endeten. Wie man sah, war auch für die Schatten der Startschuss für meine Seele gefallen.
Seine Augen wurden groß und begann zu knurren. Sam sah nur zu. Würde er zulassen, dass Gideon mich angriff? Lief das so, in einem Rudel? »Ihr lasst mich im Dunkeln. Ich weiß nichts, über das was ihr vorhabt. Ich dachte immer, ein Rudel wäre eine Familie, ein Zusammenhalt, doch ihr seid es die mich zu den Alleingängen zwingt. Ich versuche meinen Fehler zu beheben. Was ihr macht ist mir schleierhaft!«, schrie ich ihn an. Ich begann ebenfalls zu knurren. Nur weil er mein Alpha war, musste ich nicht mit seinen Entscheidungen zufrieden sein. Er wollte einen Kampf, seine Meinung aufdrücken? Sollte er versuchen! Ich war bereit die meine zu verteidigen, von mir aus, bis es blutig wurde.
Wir standen uns knurrend gegenüber. Es musste nur noch ein Funken fliegen und es wäre so weit. Ich hätte meinen ersten anständigen Kampf. Den ich wohl mit dem kürzeren Schwanz verlassen würde. Immerhin Stand ein Koloss vor mir und auch noch ein im Kampf erprobter.
Nun stellte sich vor Gideon Sam. Mir gegenüber. Gideon dampfte fluchend mit einem tiefen Knurren ab. Ihm folgten all seine Mitglieder. Außer Sam und mir.
Ich entspannte mich keines Wegs, doch mein Knurren erlosch. Drohungen waren bei ihm nicht nötig.
Hatte ich je bemerkt, was für ein schöner Wolf er war? Mit glänzendem Fell und einer atemberaubenden Anmut. Ich nahm eine aufrechte Position ein. Ich wollte, dass er sieht, dass ich weder sein Handeln noch die Konsequenzen fürchtete.
»Ihr hättet nicht kommen müssen.«
»Du hast nach mir gerufen.«
»Ein Schwächeanfall.« Ich würde mich nicht geschlagen geben. Ich hatte ihnen gesagt, was ich vorhatte, was ich auf Teufel komm raus, auch tun würde. Nicht könnte mich davon abhalten.
»Du willst es rückgängig machen?« Er klang angespannt. Es wiederstrebte ihm.
»Es soll nicht so sein. Das ist nicht dass, was euch bestimmt war.«
»Wieso glaubst du das?«
»Weil es der Wille, eines Wahnsinnigen ist, Sam! William wusste, was passieren würde. Wusste, was geschieht. Was für mich bedeutet, dass es wieder normal werden kann.« Er sah kurz zu Boden, eh er mich mit mehr Starrsinn anblickte als zuvor.
»Wieso glaubst du, würde wir das wollen?« Jetzt stutzte ich. Natürlich wollten sie das nicht, nur wieso? Ein Leben, ohne Dämonen und Co. Eine Zukunft, die nur uns gehörte. In der niemand außer wir sagten würde, wo es langging. »Wieso glaubst du, dass es nicht so ist?« Ich schnaubte. Was hatte dieser Mann nur vor?
»Wieso klärst du mich nicht auf? Wieso wollt ihr diesen Fluch? William und all sein Zeug? Wenn es auch anders gehen kann.« Sam kam näher und verwandelte sich. Ich tat es ihm nach. Er legte seine Hände in mein Gesicht und sorgte dafür, dass ich ihm in die Augen schauen musste.
»Weil ich dich schützen kann.« Ich verstand nicht recht. „Needy. Ich hatte eine Höllenangst dich zu verlieren, und als mir bewusst wurde, was du bist, war mir klar das ich dich nicht schützen kann, nicht so. Ich war nur ein Wolf, doch jetzt bin ich ein Teil von dir, ein Teil deiner Welt.“
„Und wenn ich das nicht will? Ich will ein normales Leben Sam, eine Zukunft ohne das.“ Es war schon so schwer sich damit abzufinden, ein Wolf zu sein. Doch das dieses übermenschliche Zeug dazukam, raubte mir den Verstand. Ich hätte es am liebsten abgegeben und vergessen. „William wird euch benutzen, euch manipulieren und wer weiß was sonst noch.“
„Wird er nicht.“
„Woher willst du das wissen!?“ Ich löste mich von ihm, der Mann hörte einfach nicht zu. War er berauscht von der Macht? Konnte er überhaupt klar denken?
Er packte mich und riss mich an sich. Meine Arme schmerzten, dennoch ließ er nicht los.
„Glaub nicht Weib, ich hätte mich nicht unter Kontrolle. Glaub nicht, ich wüsste nicht, was für uns das Beste wäre! Ich denke jede Minute an das Kommende, doch ich weiß, dass wir es schaffen. Das wir eine Chance haben was zu verändern. Ich tue das für dich Kätzchen, für unsere Zukunft und deine Sicherheit.“
„Aber was wenn ich das alles ablegen könnte? Wenn wir normal werden würden und nichts davon sein müsste?“
„Wir haben uns entschieden.“ Er schwieg eine Weile, genau wie ich. Was sollte ich noch dazu sagen? Er hatte sich entschieden, genau wie ich. Doch war es mein Teil in ihm. Meine Seele, mein Licht. Ein Licht, dass ich nicht haben wollte, egal wie toll es war. „Nun solltest du dich entscheiden.“ Sein Ausdruck wurde distanziert. Er ließ von mir ab und ging. Ließ mich allein auf dem Feld.
Seine Frau.
Sam wollte diese Macht. Wollte diese Kraft um Dinge zu verändern. Doch er schien nicht nachzudenken, was sie aus ihm machte. Was sie aus uns machte. Bemerkte er nicht, dass er sich entfernte? Wie unser Leben aus allen Bahnen geriet. Ich sehnte mich zurück zu der Zeit, als ich nur eine Frau war, mit Freunden und einem geregelten Leben. Ich wollte Sam nicht verlieren und dennoch kam mir der Gedanke, dass ohne ihn doch alles besser war.

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