4. Magdalenas erster Ball

In den folgenden Tagen liefen die Vorbereitungen für den nächsten Ball, auf Magnus Burg. Die Diener waren mit putzen, Kerzen herbeischaffen und herrichten des Saales beschäftigt.

Magdalena hatte inzwischen bemerkt, dass ihr Gemahl, Sterbliche, als Futter ins Verlies sperrte. Magnus sagte, es wäre eben Sitte, Nahrung für das Fest zu beschaffen. Dazu legte er weite Strecken, durch die Lüfte zurück und schleppte meistens gleich zwei Menschen, die er betäubt hatte, zur Burg. Sein besonderes Augenmerk galt den Jungfrauen. Er schloss sie getrennt von den übrigen Gefangenen ein, damit sie es bis zur besagten Nacht auch blieben. Diese blutjungen Mädchen waren sehr begehrt in der Vampir-Gesellschaft, aber mehr aus dem Grund, ihnen die Unschuld zu rauben, bevor sie leergesaugt wurden, als wegen dem Geschmack des Blutes.

 

Magdalenas erste Ballnacht nahte. Sie freute sich sehr darauf und sie vergaß ein wenig ihren Kummer, über ihr Dasein. Magnus hatte ein weiteres festliches Kleid für sie fertigen lassen. Diesmal in violett mit goldenen Bordüren und Perlen. Der Schneider war gerade hier, um die Anprobe vorzunehmen. Ein paar Änderungen musste er, laut dem Herzog, bis zum Fest noch erledigen. Magnus äußerte seine Wünsche sehr genau.

Er wurde zornig, das spürte sie, aber er hielt sich im Zaum. Er beobachtete das Tun des Sterblichen argwöhnisch, wie er an Magdalena herum zupfte. Als der Schneider gegangen war, sagte sie: „Er bemüht sich doch, Liebster. Warum warst du wütend auf ihn?" Magnus entgegnete: „Es war wegen dem, wie er dich ansah. Am liebsten hätte er beim Maß nehmen, an deine Brüste gefasst. Diese dreckigen, sterblichen Gedanken. Ich hätte ihn zerfetzt, hätte er es gewagt." Seine Gefährtin legte die Arme um ihn: „Ach, Magnus! Was bedeutet die Berührung eines Menschen schon gegen deine? Meine Opfer berühren mich doch auch. Sei nicht so eifersüchtig." Er zog sie enger an sich und küsste sie: „Ach, Liebes. Ich kann es eben nicht ertragen. Ich will doch nur dein Bestes." So viele Kleider, wie sie bis jetzt schon besaß, hätte sie in ihrem armseligen Leben, nicht einmal bis zum Tod gehabt. Magnus bemühte sich wirklich sehr um sie, versuchte ihr alle Wünsche zu erfüllen. Sie hatte trotz allem, großes Glück mit ihm gehabt. Er war ein guter Ehemann, der sie aufrichtig liebte.

 

Schließlich war der Festabend gekommen. Zusammen mit seiner Gefährtin, machte Magnus sich in der Grabkammer zurecht. Er war prächtig gekleidet und gestern gebadet worden. Sein hellblondes, langes Haar hob sich markant von seiner schwarzen Tunika ab, die mit silberfarbenen Ornamenten bestickt war. Der Unsterbliche trug seine Haare meistens offen, was so etwas, wie ein Statussymbol war. Nur wohlhabende Männer konnten sich langes Haar leisten, das ansonsten bei der Arbeit hinderlich gewesen wäre. Als Magdalena in ihre Frauengemächer kam, erwarteten die Zofen sie schon, um ihre kastanienfarbene, lockige Pracht zu frisieren. Als Frau trug sie noch längeres Haar, als ihr Gatte. Ihres reichte fast bis zur Hüfte. Danach beobachteten sie die Leute im Burghof. Die Gäste kamen zu Pferde, oder mit der Kutsche und manche auch zu Fuß. Magnus meinte: „Wir warten noch, bis die Meisten anwesend sind, bevor wir uns zeigen." Magdalene fragte: „Wie viele kommen denn?" Er legte den Arm um sie: „Ungefähr fünfzig. Bist du hungrig?"

„Ein wenig, ja." Magnus küsste ihre Wange: „Gut. Ich ebenfalls. Wir können uns ein gemeinsames Opfer suchen."

Die Sterblichen aus den Verliesen wurden noch gewaschen und eingekleidet. Magnus roch sie und hörte ihre Stimmen. Ihre Artgenossen da unten im Hof hingegen, verströmten nichts und bewegten sich lautlos über das Kopfsteinpflaster. Magdalena entdeckte Kriemhild mit Ivanhoe zum Tor hereinkommen. Kriemhild hatte Magdalena auf einem ihrer Streifzüge in die Umgebung, kennen gelernt. Dann nahm ihr Gemahl ihre Hand: „Komm. Gehen wir nach unten in den Saal."

In der Burghalle herrschte ein regelrechtes Gedränge. Magnus schritt langsam mit ihr die Treppe hinab und viele sahen zu ihnen hinauf. Alles Unsterbliche, außer einigen Dienern, die dazwischen hin und her eilten. Er begrüßte die Gesellschaft und befahl den Musikern zu spielen. Dann führte er seine Gattin aufs Tanzparkett und andere taten es ihnen gleich. Endlich wurde Magdalenas Märchen wahr. Sie tanzte mit dem schönen Prinzen, auf dem Ball. Mit dem Teufel, eigentlich. Nur Dämonen um sie herum. Als sie in die Menge zurückkehrte, erblickte sie Kriemhild. Sogleich begrüßte Magdalena sie: „Guten Abend, Kriemhild. Ich bin erfreut, dich zu sehen." Die andere wandte sich um: „Guten Abend. Ich danke dir für die Einladung. Wie erging es dir?"

„Gut. Ich lerne zu akzeptieren." Magdalena sah ihren Gefährten nach dem nächsten Tanz, auf das Treppengeländer springen und verkünden: „Lasst nun das Mahl beginnen!"

Die Diener hatten bereits den Saal verlassen und Magnus betrachtete die herausstaffierten Sterblichen, die sich ahnungslos unter die Gäste mischten. Umgeben von blutrünstigen Bestien in einer wunderschönen Hülle. Dabei sah er, wie jemand eng hinter die Herzogin trat. Magdalena dachte an ihren Gemahl und fragte: „Wen möchtest du?" Da flüsterte eine fremde Stimme: „Dich. Sei meine Gefährtin heute Nacht." Sie drehte sich um und sah Ivanhoe vor sich stehen. Sein schwarzes, halblanges Haar war sorgfältig gekämmt und schillerte regelrecht im Schein der vielen Kerzen. Er lächelte, nahm sie an die Hand und sagte: „Gestattest du mir den nächsten Tanz?" Sie willigte ein. Solange sie über den Boden glitten, sah Magnus von der Empore aus zu, sagte aber nichts. Dann ging er wieder nach unten in die Menge, um eine sterbliche Jungfrau aufzufordern. Magdalena wusste, was er mit ihr vorhatte.

Ivanhoe küsste plötzlich ihre Wange und Magdalena schrak zurück. Er fragte: „Widert dich meine Gegenwart an?" „Nein, aber ich bin doch ...." Er schmunzelte: „Magnus hat sicher keine Einwände. Bei uns ist das anders und die sterblichen Regeln gelten hier nicht. Deine Hochzeit war nur Schau, symbolisch. Verstehst du?" Die Neugeborene blickte ihn schweigend an, dann: „Von wem möchtest du trinken? Ich werde daran teilhaben." Ivanhoe küsste jetzt ihre Lippen: „Ich verstehe das, als Einwilligung. Du wirst nicht enttäuscht sein."

Solange Magnus sich mit seinem Opfer vergnügte und es schließlich tötete, dachte er immer wieder an seine Gefährtin. Gab sie sich diesem Ivanhoe hin, tranken sie gemeinsam? Als der donnernde Blutstrom in ihm, sich langsam beruhigte, hörte er Magdalenas Gedankenfetzen. Sie lag tatsächlich mit dem anderen zusammen. Das verärgerte ihn. Er wollte in Magdalenas erster Ballnacht, gern mit ihr zusammen trinken, aber als sie dann mit diesem anderen tanzte, suchte er sich selbst ein Opfer. Nun erhob er sich von dem blutigen Bett, zog sich an und schwebte durch das Fenster hinaus. Er folgte den Schwingungen seiner Gattin und ihrem Liebhaber.

Jäh hörte Magdalena ein huschendes Geräusch und sah eine schwarze Gestalt, die sich vor dem Fenster abzeichnete. Es war Magnus! Er schaute zu ihnen hinüber und der Anblick, wie sie aneinander geschmiegt dalagen, ließ seine Wut gären. Er zischte: „Verschwinde!" Dabei sah er Ivanhoe zornig, mit stärker funkelnden Augen, an. Dieser ergriff seine Kleider und erhob sich von ihrem Lager. Schweigend, streifte er sich seine Sachen über und entschwand durch die Tür. Ihr Schöpfer verharrte immer noch vor dem Fenster: „War es schön?" Magdalena erwiderte nichts. Sie stand ebenfalls auf, um sich anzuziehen. Da entriss er ihr das Kleid, packte ihre Arme und drückte sie mit sich auf die Decken. Magdalena wehrte sich gegen seine Kraft, aber er lag mit seinem ganzen Gewicht auf ihr, hielt mit den Händen, ihre Handgelenke über dem Kopf fest, stemmte mit seinem Schenkel ihre Beine auseinander und zwängte sich dazwischen.

„Ich zeige dir, zu wem du gehörst!" Dann stieß er sich in ihre Öffnung. Magdalena versuchte ihn herunterzustoßen, aber er war um so vieles stärker.

„Warum wehrst du dich, meine Liebe? Willst du nicht mehr die Bettstatt mit mir teilen? Mit deinem Gemahl?" „Magnus, nicht jetzt!", antwortete sie und wand sich unter ihm. Er bohrte seine Hauer in ihre Kehle und das erweckte wilde Leidenschaft in ihr. Gegenseitige Bisse waren für ihre Art sehr erregend und Verletzungen verursachten ein angenehmes Kribbeln an den jeweiligen Stellen. Magnus grinste: „Ha, ich wusste, das gefällt dir. Meine unsterbliche Kurtisane." Diesmal war er besonders heftig mit ihr gewesen. Am ganzen Körper hatte sie Wunden von den Nägeln und Zähnen, überall kribbelte die Heilung, aber sie empfand Befriedigung. Sie hatten auch gegenseitig, ihr Blut gekostet und Magdalena wusste, dass seines, ihre Wunden schneller heilen ließ.

Magnus zog seine Beinkleider wieder hoch und schritt zum Fenster. Er sah hinaus zu den Dörfern: „Du wirst noch erleben, wie stark wir fühlen können. Trauer, Liebe Hass und Wut. Wir erleben es stärker, als die Sterblichen und wir können nicht vergessen. So wie unsere Sinne schärfer sind, sind unsere Gefühle stärker. Unsere Liebe kann Jahrhunderte überstehen. Menschen könnten das niemals." Magdalena kam neben ihn: „Magnus, du machst mir Angst. Kann ich niemals vergeben, falls mich jemand kränkt?" Er drehte sich wieder um: „Doch. Es sind die schlimmen Dinge, die ins Gedächtnis eingebrannt werden. Wir nennen es, den Fluch der Unsterblichkeit." Magnus umarmte und küsste seine Gefährtin. Ihre Wunden waren nun geschlossen, aber noch mit roter Haut bedeckt.

Magdalena betrachtete den toten Menschen am Boden. Seine leeren Augen, sein offener Mund, den zerfleischten Hals und das trockene Blut an seinem Oberkörper: „Ich finde, das dort ist der Fluch dieser Unsterblichkeit. Mord um Mord, bis in alle Ewigkeit." Er sah ebenfalls zu dem Toten: „Du gewöhnst dich daran. Denk nur noch an das Blut, das dich befriedigt." Sie kauerte neben dem Sterblichen nieder und strich über die kalte Haut. Es roch unangenehm und die Haut war feucht. Dann sagte sie: „Er war tapfer. Hat sich gewehrt, solange er konnte." Ihr Gefährte nickte: „Wenn sie sich an ihr Leben klammern und nicht aufgeben, sind sie am besten für uns." Magdalena erwiderte: „Armer Sterblicher! Nur noch ein Häufchen Elend." Magnus forderte sie auf: „Zieh dich an! Wir müssen die Toten beseitigen." Und sie tat, wie ihr geheißen.

Dann durchstöberten sie die Burg nach den Leichen. Überall lagen die Körper. Im Saal, in den Gängen und auf den Zimmern. Manchen fehlte fast der Kopf und sie zog nackte Mädchen mit tiefen Wunden von den Betten. ‚Oh Gott, was waren wir nur für bösartige Wesen', dachte sie.

Magnus schichtete die Toten im Hof, auf einen Haufen, übergoss ihn mit Pech und zündete ihn an. Magdalena fragte sich, als die Leiber brannten, welche der jungen Frauen, er getötet hatte. Wahrscheinlich die, mit den Bisswunden an Brüsten und Schenkeln. Er war immer ungestüm in der Liebe. Egal, ob unsterblich oder nicht. Hoffentlich, war sie da schon jenseits von Schmerz und Leid gewesen. Ihr Geliebter sah jetzt zu ihr herüber. Er hatte ihre Gedanken gehört, sagte aber nichts. Er löschte das Feuer, um nun die Überreste in Säcke zu stopfen. Seine Gefährtin war gegangen. Der Morgen nahte und sie musste sich bereits zur Ruhe betten. Er jedoch, schleppte die gefüllten Säcke, in die Highlands, um sie zu vergraben. Als er zurückkehrte, schlief sie schon tief. Er öffnete ihren Marmorsarkophag, um sie anzusehen und ihr Blumen auf die Brust zu legen. Der Duft würde ihr sicher gefallen, wenn sie erwachte.

 

Langsam verlor das Töten seinen Schrecken für die junge Frau. Sie tauchte mehr und mehr, in die Welt ihrer Art ein. Ihr Leben war losgelöst von der Wirklichkeit da draußen, von dem Dorfleben. Sie spazierte manchmal zwischen den Häusern umher, wenn die meisten Menschen schliefen. All das, war nun weit fort von ihr. Gerade einmal einige Monate bei Magnus, hatten das bewirkt. Sie betrachtete die Diener, als ihren Besitz und sah inzwischen sogar zu, wenn ihr Gefährte eine Magd im Bett tötete. Sie glaubte, dass ihre Seele abstarb, oder entwich. Immer mehr und am Ende wäre sie, wie er. Von Kriemhild erfuhr sie, dass die Seele in ihnen allerdings niemals entwich. Der Fluch war ja, dass sie den Körper niemals verlasen konnte. Außer er wurde unwiederbringlich zerstört.

„Das bedeutet Unsterblichkeit, meine Teure. Auch, wenn du zerfleischt am Boden liegst, existierst du weiter, wenn du zerstückelt wirst, lebst du in jedem Körperteil. Nur die Sonne vernichtet dich und du bist frei."

„Wolltest du in die Sonne gehen, Kriemhild?" Sie nickte: „Ganz am Anfang, ja. Aber ich hatte zu große Angst davor. Einige taten es, ketteten sich nackt an Bäume oder Pfähle, um nicht fortzulaufen, wenn sie kommt." Magdalena entgegnete: „Wie furchtbar! Man muss wohl sehr verzweifelt sein, um das zu tun." Kriemhild fuhr fort: „Ivanhoe half mir aus meinem Kummer. Er nahm mich bei sich auf und später zogen wir in die Felsen."

„Magdalena! Was meinst du, wie lange du seiner Liebe sicher sein kannst?" Die Jüngere wandte sich um: „Ich weiß es nicht. Er erzählte von Paaren, die sich ewig lieben können. Ich glaube, das wünscht er sich mit mir. Obwohl ich das wahrscheinlich, nicht immer können werde. Manchmal erschreckt mich sein Wesen noch. Wenn er grausam zu den Sterblichen ist und sich im Blut wälzt, das aus aufgeschlitzten Pulsadern strömt. Mich widert es an. Einmal war ich dabei, aber ich musste das Gewölbe verlassen, weil ich das Stöhnen einer meiner Mägde nicht mehr ertragen konnte. Ihr Blut floss aus den offenen Arm- und Beinvenen und sie hing kopfüber von der Decke." Kriemhild entgegnete: „Ja, das tun einige von uns. Es ist eine Art Brauch. Und ich habe es auch schon genossen."

„Du warst bei ihm?" Die Ältere lächelte verzückt: „Ja, ich kenne ihn, aber es ist lange her. Da waren wir beide noch jünger. Vielleicht vor fünfzig Jahren, als seine Herrschaft auf der Burg begann. Er ist wirklich ein sehr ansehnlicher Mann."

„Wolltest du mit ihm zusammenleben?" Kriemhild schüttelte den Kopf: „Nein, ich hatte ja Ivanhoe, aber an deiner Stelle, wären gern viele Unsterbliche. Magnus Gefährtin zu sein, ist der Traum vieler Weiber." Magdalena lächelte stolz und blickte in Richtung der Burg. Sie sehnte sich nach seinem Körper, seinen starken Armen, wenn er sie umfing und seinen zarten Lippen.

Mein Magnus!', schickte sie hinaus. Er hörte es und lächelte. „Meine Magdalena!", flüsterte er und antwortete: ‚Komm heim! Ich erwarte dich.'

Sie verließ Kriemhild, strebte zur Burg zurück und fand ihren Gemahl in einem der prächtigen Himmelbetten vor. Nun winkte er sie, mit seinen Klauen bewehrten Fingern näher. Er ließ seine Nägel lang und spitz, wie es ihrer Art eigen war. Magdalena ging nicht zu ihm. Sie begann sich zu entkleiden und sah ihn dabei an. Als sie sich dann selbst einen Kratzer, auf einer ihrer Brüste, beibrachte und der dunkle Lebenssaft hervorquoll, erfasste ihn Erregung. Sie tauchte ihre Fingerspitze in das Blut und lutschte es genüsslich ab. Das machte ihn verrückt, sein Gemächt schwoll zu seiner stattlichen Größe an und er wartete ab. Ihm gefiel das Spiel, wenn sie ihn reizte. Magdalena hob die verletzte Brust an, fuhr mit ihrer langen Zunge, über den Kratzer und seine Ruhelosigkeit wuchs. Magnus kroch zum Fußende des Bettgestelles, betrachtete sie weiterhin, während seine Geliebte näher kam. Sie beugte sich zu ihm nieder und bot ihm ihren verletzten Busen an. Ungestüm, biss er hinein, wie in einen Apfel und trank einige Züge von ihr. Dann küssten sie ihre blutigen Lippen, saugten gegenseitig an ihren Zungen und vereinigten sich schließlich. Magdalena liebte seine harten, kräftigen Stöße, mit denen er den sterblichen Frauen, die Hüfte zerschmettern konnte. Er war so wild und zügellos. Ganz anders, als Ivanhoe. Ihr Gefährte hielt kurz inne und raunte: „Denkst du immer noch an diesen Kerl?"

„Verzeih! Ich hatte nur euch beide." Er ächzte: „Das hoffe ich. Ich teile dich nicht gern, Liebste." Sie gaben sich weiter ihren Empfindungen hin. „Ich weiß, ich weiß", seufzte seine Gefährtin. Als die Wogen seiner Erregung nochmals aufbrausten, packten seine Kiefer ihren Hals und er krallte sich in ihre Schultern: ‚Du machst mich rasend, meine Liebe. Du weißt das. ' Als sie befriedigt waren, drückte er sich eng an den Rücken seiner Geliebten. So lagen die Beiden, bis zum Morgengrauen und er flüsterte ihr dabei viele liebe Worte ins Ohr.

 

Das Paar verbrachte viele glückliche Jahre auf der Burg, bis Magdalenas Zuneigung mit der Zeit schwand. Magnus gewährte daraufhin, zwei weiteren Gespielinnen Unterschlupf. Aber Magdalena sah er weiterhin, als seine Gefährtin an und die anderen waren nur Mätressen. Sie schliefen auch nicht in seiner Grabkammer, so wie sie.

Als Magdalena eines nachts auszog, um ein eigenständiges Dasein zu führen, verbanden ihn noch gemeinsame Nächte, mit seiner einstigen Gefährtin, auf seinen Festen. Manchmal lauerte er ihr auch auf, nachdem sie gejagt hatte, um sich mit ihr zu vergnügen. Sie ersehnte ihn immer noch. Daran änderte auch ihr weiteres Leben, bei Kriemhild nichts. Seine Macht, seine Schönheit, seinen Reichtum, seine Leidenschaft und seine Liebe. Warum hatte sie das alles aufgegeben? Magnus versuchte jedes Mal, wenn sie zusammenlagen, Magdalena zu überreden, zu ihm zurückzukehren, aber sie wollte ihre neugewonnene Unabhängigkeit nicht aufgeben.

 

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