5. Böses Mädchen

Ich wollte sterben. Nachdem er so plötzlich aufgetaucht war, war mit mir nichts mehr anzufangen. Ich kam nicht Mal annähren an meine vorige Höchstform. Somit endete das Meeting in einer Katastrophe. Die Kunden verabschiedeten sich, meinten, dass sie sich noch melden würden. Won wegen, höchstens meldete sich die Sekretärin für eine Absage.
Wir saßen schweigend da. Keiner von uns beiden versuchte das Wort zu ergreifen. Ich hatte es versaut, Mark war sauer. Zurecht. Wie lange würde es dauern, bis wir wieder so eine Chance bekommen würden? Eine Ewigkeit. Vielleicht sogar nie.
„Mark ich -“
„Nida lass gut sein.“ Endlich traute ich mich ihn anzublicken, er war nicht wütend.
Er war traurig.
Was es noch viel schlimmer machte. Denn jetzt schlug meine gesamte Wut gegen mich selbst und nicht über das überraschende Auftauchen dieses Arschlochs.
Er hatte die Hände in die Taschen gesteckt und rutschte am Stuhl hinab.
„War es so schlimm?“, fragte er abwesend.
„Ich mache das wieder gut“, versicherte ich ihm. Er sah fort, auf den kleinen Fluss der durch die Stadt floss. Ein schöner kleiner Ort. So friedlich und doch so belebt.
„Wir sehen uns morgen.“ Er stand langsam auf, wobei der Stuhl fürchterlich quietschte und die Menge zu und hinüberblickte. Es war ihm egal. „Ich denke, du solltest dich heute ausruhen. Du siehst schrecklich aus.“ Das tat weh. Doch wo er recht hatte, hatte er recht. Damit verschwand er ohne ein weiteres Wort.
Ich saß nur da, sitzengelassen auf der Rechnung. Dieser Mann begann, mein ganzes Leben zu zerstören! Das nur, indem er auftauchte. Als ich mich endlich zu fassen bekam, machte ich schnellstens, dass ich davon kam, bezahlte und ging hinaus.
Meine innerliche Gefühlswelt tobte. Meine Hände zitterten und mir wurde abwechselnd kalt und warm. Stress? Wieso auch nicht. Der Mann hatte mir meine Zukunft genommen. Dabei hatte ich fest daran geglaubt, ihn nie wiedersehen zu müssen und damit einen Schlussstrich ziehen zu können. Doch wie es aussah, war die Stadt nicht groß genug für uns beide. Wie oft würde ich diesem bösartig grinsendem Kerl noch begegnen? Ein Schauer lief mir über den Rücken.
So schnell es ging, fuhr ich nach Hause. Dabei schimpfte ich die ganze Autofahrt lang. In der Auffahrt angekommen bretterte ich fast die Mülltonne um.
„Verdammt!“ Ich stieg aus und trat sie zur Seite. Wodurch ein brennender Schmerz in meinem Fuß entfacht wurde. Ich zischte und trat mit dem gesunden zu. Dieser hatte mehr glück. Doch meine Wut war nicht verraucht. Im Gegenteil, die wurde nur noch großer. Heute war nicht mein Tag.
„Verflucht noch mal, ich hasse dich!“, schrie ich gegen die Tür, die eigentlich nichts dafürkonnte und die ich eigentlich, wie nichts anderes liebte, nur leider hatte sie das Gesicht dieses Mannes angenommen, den ich nun so sehr verachtete. Dann öffnete ich sie. Ich murmelte mich weiter in Rage, weshalb manche Wörter besonders hervortraten. Nicht sehr nette beleidigende Worte. Ich knallte sie mit voller Kraft zu, es gab ein klirrendes Geräusch, armes Schloss.
„Alles versaut!“ Ich ging ziellos in die Küche. „Am ende! Vorbei! Nur ein Moment und er hat all die harte Arbeit für immer zerstört! Ich könnt ihn ...“ Ich knurrte Laut. „Dieses Arschloch!“ Ich konnte nicht aufhören. Denn wenn ich nicht wütend war, würde ich heulen, was definitiv in dem Versuch enden würde mich im See zu ertränken.
Mein Körper bebte, ich glühte wie ein Vulkan, wodurch mein Gesicht brannte. Um runter zu kommen und mein Herz zu schonen, füllte ich ein großes Glas mit Leitungswasser und kippte es hinab. Vielleicht wäre etwas Stärkeres passender ...?
Mit einem knurrte, ging zurück ins Wohnzimmer. Wo die nächste Gefühlswelt auf mich niederviel. Ein Schock ließ mich ruckartig zum Erliegen kommen. Die Veranda Tür stand offen.
„Ich bring dich um!“, schrie ich. Mit einem Ruck hatte ich mich zu dem Übeltäter umgewandt. Wie hatte ich ihn nicht bemerkt? Er saß lässig auf der Couch, dieser arrogante Mistkerl hatte die Eier mich belustigt zu mustern.
„Das glaube ich weniger.“ Er erhob sich. Was gefühlt den ganzen Raum einnahm. Ich fühlte mich augenblicklich so winzig. Winzig, aber voller Zorn! Sein Geruch war überall. Drohte mir die Sinne zu nehmen, weshalb ich die Fäuste ballte.
„Gott!“ Ich raufte mir das Haar, wendete mich ein Mal im Kreis um ihn dann wieder zu fixieren. Ich war dabei durchzudrehen. Ich sollte ihn anschreien ihn angreifen, doch ich stand nur da und explodierte bald in ganz anderer Hinsicht.
„Samuel.“ Er bekam einen tödlichen Blick.
„Witzig. Was zur Hölle tust du hier? Verschwinde! Arschloch!“ Ich trat mit nur wenigen Schritten auf ihn zu und schupste ihn. Er bewegte sich keinen Zentimeter. War das zu glauben? Hatte ich da einen Felsen vor mir oder was war der Kerl!? Weil das nichts brachte, gab ich ihm eine Backpfeife was mich nicht gerade erleichterte, denn das war auch nicht sonderlich wirksam.
„Für gewalttätig hätte ich dich nicht gehalten Needy.“
„Du zerstörst mein Leben! Du hast alles versaut, all die Arbeit, die Zeit für nichts! Du hast -“
„Wirklich?“ Er grinste dabei, es war ihm egal. Wirklich!? Verdammt ich wollte ihm die Augen auskratzen. Meine Hände Balten sich zu Fäusten.
„Was sollte das im Café!? Bist du Irre? Soll ich dich einweisen?“
„Wie kommst du drauf, dass ich deinetwegen dort war?“ Ich verstummte. Wie kam ich drauf? Er hatte nichts getan, außer mich anzusehen. Konnte ich ihm das vorwerfen? Immerhin lebten wir in der gleichen Stadt.
Nein! Immerhin stand er nun vor mir! Er verfolgte mich, er war ein Stalker!
„Wieso zur Hölle bist du dann hier!? Erklär mir das, Stalker! Was willst du?“ Mein Finger Borte sich in seine Brust. Sie fühlte sich so gut an ... Angewidert zog ich sie zurück und entfernte mich.
Das gefiel ihm sichtlich nicht. Sein entspannter belustigter Ausdruck verhärtete sich. Er wollte nähe. Ich sollte die Polizei rufen. Vielleicht war er ein Psychopath. Anzeichen zeigte er. Dieses hin her, war nicht normal, geschweige denn der Einbruch.
„Dich.“ Ich stutzte, mich? Schnell nahm ich Luft, um einen gewaltigen Protest anzufechten, um ihm zu sagen, dass er widerlich ist und verwinden sollte, doch dazu kam ich nicht. Denn es kam einfach nichts heraus. Wie aus einem Luftballon entwich die Luft aus meinen Lungen.
Nichts.
Was machte dieser Mann mit mir? Sein Mundwinkel zog sich hinauf, als hätte er es erwartet. Dieses manipulative Schwein! Was tat er wieder mit mir? Mit den Händen in den Hosentaschen kam er zu mir hinüber. Genau vor mir, kam er zum Stehen. Ich blickte ihn nicht an, konnte es nicht. Mein Blick lag auf dem Boden, zu unserer rechten. War das Laminat je so schön gewesen? Nicht nochmal. Mein Bauch verkrampfte. Seine nähe tat mir nicht gut. Bitte nicht noch mal, wiederholte mein Bauchgefühl.
„Was hast du getan Needy? Du warst ein böses Mädchen, mal wieder.“ Ich konnte mich nicht mal entsinnen, wann ich das erste Mal böse gewesen sein sollte, geschweige denn jetzt. Doch dann leuchtete es mir ein. Die verfluchte Matratze. Das war nicht böse, das war Gerechtigkeit!
„Das hättest du nicht tun sollen, Needy.“ Was er nicht sagt. Immerhin hatte er mich mit seinem Vorgehen mehr als bestraft. Wenn nicht sogar niedergeschmettert.
Mein Atem beschleunigte sich, mein Körper begann zu kribbeln. Es begann erneut. Ich wollte schreien und fortlaufen. Angst bildete sich in meiner Brust, doch ich tat es nicht. »Nicht!«, schrie ein Großteil von mir. Das böse Gefühl kam auf, dass ich mich mit der Aktion zur Zielscheibe gemacht hatte. Die Wut verwandelte sich, wurde wärmer und ... tiefer. Dabei tat er nichts, machte nur den Mund auf.
Seine Hand legte sich um mein Kinn, zwang mich ihn anzusehen. Meine Wangen brannten unter seiner Berührung. Seine Augen waren leicht glasig, was ein Leuchten zur Folge hatte. Sie spiegelten pure Lust und verheißungsvolle Versprechen. Ich schluckte schwer. Meine Gedanken waren dabei zu verstummen, all der Widerwille, mein Gewissen ... fort. Und der Dunst. Na der tauchte wieder auf.
„Ich werde nicht schreien.“ Dann würde er verschwinden und nie wieder kommen, so hoffte ich. Es war mein letzter Strohhalm. Mein letzter Kampf.
Langsam bildete sich ein breites unwiderstehliches Grinsen auf seinem Gesicht aus. Was eine Kettenreaktion zur Folge hatte.
„Du wirst schreien, wenn nicht aus Lust, dann aus Schmerz.“ Etwas zerbrach in mir. War es die Hoffnung, dass es Empathie war, dass wir beide uns doch anziehen könnten? Doch dem war nicht so, er wollte nur eines von mir.
Meinen Schrei. Meinen Schmerz.
Es viel mir wie Schuppen von den Augen. Das alles war sein Plan, er hatte eine verdammt gute Menschenkenntnis und gewusst, wie ich auf ihn in dem Café regieren würde. Was nur eines bedeuten konnte.
Er wollte mir seine Macht über mich zeigen. Wie er mich manipulierte, mich formte. Dass ich nicht in der Lage war, einen Strich zu ziehen. Das wollte er, das machte ihn an. Er war ein Psychopath. Wenn er ihn hörte, war er zufrieden, war er erregt. Was also nur eines bedeuten würde, wenn ich schrie, würde er gewinnen ...

Er packte mich, hob mich hoch. Ein Entkommen gab es nicht. Fast automatisch legte ich die Beine um ihn, meine Arme taten es diesen nach. Ich spürte seine kräftigen Muskeln, die alle samt angespannt waren. Ich hoffte, ich wäre so schwer, dass es ihm mühe bereitete, doch das tat es nicht, er schnaubte nicht einmal, als würde ich nichts wiegen. Mit meinen einssiebzig und den achtundsechzig Kilo war ich kein leichtgewicht. Und trotzdem für ihn fast ein nichts.
Ich fühlte mich klein und verletzlich, was hatte dieser Mann nur an sich. Dieser Tyrann. Gerade war nur er in der Lage mich zu verletzen. Eine erschütternde Erkenntnis, die im nächsten Moment schon wie weggescheucht war. Würde er mich Küssen? Er war so nah, doch machte er keine Anstalten.
Er legte den Kopf leicht schräg, blickte hinaus. Was ein leichtes doch schnell wieder verstorbenes Grinsen entfachte. Was genau hatte er vor? Ich sagte nicht, sah ihn nur an. Eine Hand lag fest auf meinem Hintern, die andere strich langsam zum Reisverschluss des hochgerutschten Kleides. Er blickte mir tief in die Augen, als er ihn langsam hinabzog. Etwas was mir viel zu lange dauerte.
Als seine Finger meine Haut berührten, entzündeten sie ein Schauer. Ich atmete schneller, mein Puls raste. Ich konnte es kaum ertragen, seine Lippen so nah an meinen zu spüren und sie trotzdem nicht küssen zu können. Er würde wegziehen, ich wusste es. Ich konnte es mir nur damit erklären, dass er mich sehen wollte. Sehen, wie ich auf das reagierte, was er tat.
Er setzte sich in Bewegung und trat hinaus, er hatte doch nicht wirklich vor mich hier zu nehmen? Er blieb nicht stehen, sondern ging die Treppen hinab, mich immer fest im Blick. Langsam dämmerte es mir, er wollte zum See. Ich packte ihn fester, statt meine Lust zu verlöschen, schürte es sie. Wie oft hatte ich mir diesen Moment vorgestellt. Natürlich mit einem ganz anderen Mann an meiner Seite, doch nun sollte es so sein und ich würde das verfluchte letzte Mal definitiv genießen.
Am Rand angekommen, machte er vor dem kalten Wasser, keinen Halt. Es ging in die kälteren Jahreszeiten über, also musste das Wasser eisig sein. Schnell spürte ich es an meinen Beinen. Ich zuckte zusammen, schnürte mich enger an ihn. Seine Augen funkelten auf, durch meine Geste näher zu wollen. Mein Kleid und alles andere, saugte sich in Sekundenschnelle mit Wasser voll. Ich wurde gefühlt einige Kilo schwerer.
Er ging noch einige Schritte hinein, bis er an einem Pfahl des Stegs ankam und mich dort gegenlehnte. Ich schluckte schwer, das Wasser ging uns bis zur Brust. Ich selbst hätte wahrscheinlich gerade nicht mehr stehen können.
Er löste seine Hand von meinem Hinterteil und meinem Rücken und fuhr unter mein Kleid. So sanft hatte ich ihn nicht in Erinnerung. Es war anders, intensiver ... Er zog es mir über den Kopf. Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus. Nun war ich nur noch mit Unterwäsche bekleidet.
Ich war fasziniert von Sam, er ließ mich einfach nicht los. Obwohl es so ungesund war, würde ich nicht die Bremse ziehen. Geschmeidig schmiss er das teure Kleid auf den Steg und wendete sich wieder meinem Körper zu. Meine Finger wanderten über seine Schultern, über seine Brust. Der Stoff störte mich. Also tat ich es ihm gleich und zog das blaue Shirt hoch. Er ließ es sich ausziehen. Meine Zunge fuhr über meine Lippen, vielleicht war es doch nicht so abwegig, dass er es wiederholen würde ... Er presste sich näher an mich, hielt sich dabei an der Holzfläche fest die zu knarzen begann unter seiner Kraft. Der Druck war angenehm und eine Qual zugleich. Seine Hand fuhr in meine Haare, zwangen mich ihn genau anzusehen und zu verhindern ihn doch nicht küssen zu können. Sein Blick brannte auf meiner Haut, sprachen von brennender Begierde. Anders wie gestern schien ich diesmal nicht nur ein Stück Fleisch zu sehen. Diesmal sah er die Frau, die ihm sein Bett genommen hatte und die er deswehen bestrafen wolle. Was bedeutete, wir hatten eine Vergangenheit, eine Emotion die ich auslöste. Was mehr war als eine einmalige Nacht, mit einer Fremden. Ob ihm dies bewusst war?
Er öffnete seine Hose, bald wäre es so weit. Ich biss mir auf die Lippe. Während er jeder meiner Regungen aufsaugte. Der Dunst, der mich umgab, hielt sich in Grenzen. Ich konnte denken und meinen Willen selbst bestimmen und dennoch konnte ich dem nicht mehr entfliehen, was ich auch nicht mehr unbedingt wollte.
Ich spürte, wie der harte Stoff der Jeans verschwand und ich nur noch ihn spürte. Keine Shorts, wieso auch, wenn man wusste, was man vorhatte? Ich musste grinsen, der Gedanke, dass er wohl öfter an mich gedacht hatte, belustigte mich. Vielleicht war ich nicht die Einzige, die es nicht losließ.
So plötzlich wie sein Auftauchen, krallte ich mich mit Wucht in seinen Rücken, ein tiefes Knurren kam aus seiner Kehle, was mehr animalisch als menschlich wirkte. Nun wanderte meine Hand hinauf, während seine Hände über meinen Körper fuhren. Ich fand mein Ziel.
Sein Haar war weich und warm, es fühlte sich gut an, es zwischen den Fingern zu spüren. Ihn zu spüren. Es konnte nicht falsch daran sein.
Mit einem Ruck riss er an einer Seite des Slips. Die Seite gab nach, wenn auch zu Leiden meiner Haut. Diese Dinger waren robuster als man glaubte. Also zischte ich. Was ihm ein breites Grinsen erlaubte. Wenn es so weiter ging, hatte ich bald keine Unterwäsche mehr ... Plötzlich war ich mir unsicher, ob ich nicht doch wollte, dass es nicht bei diesem Mal blieb.
Er wendete sich nun zur anderen Seite und riss auch dort den Stoff entzwei. Nur leicht zog er an dem zerfetzten Stoff und schon war ich frei, nun war nichts mehr zwischen uns. Mein BH schien ihn wie beim ersten Mal nicht weiter zu interessieren.
„Needy.“ Seine Lippen nährten sich. Er fuhr ihnen an meinen entlang, machte aber keine Anstalten sie endlich auf meine zu legen. Er löste liebliche Qualen aus, die aus unerfüllten Sehnsüchten bestanden.
Meine Zunge fuhr hervor und glitt über seine Lippen. Leicht würde ich es ihm auf keinen Fall machen. Sein Atem wurde schneller, seine Hand ergriff fest das Holz. Ich hatte ihn noch nicht unkontrolliert erlebt, etwas sagte mir, dass es dieses Mal so sein könnte. Er war bisher Herr der Lage gewesen, doch diese kleine Regung schien ihn aus dem Konzept zu bringen.
Sein Griff wurde fester, seine Finger Borten sich in mein Fleisch. Meine Zunge neckte ihn weiter, dann biss er zu. Nicht auf die zarte Weise. Ein Schmerz durchzog mich. Ich stöhnte auf, es erregte mich. Er biss mir in die Zunge! So schnell, wie er zugebissen hatte, ließ er auch wieder ab.
Er ließ mich eine ganz andere Seite an mir entdecken. Schmerz war sonst nie etwas, was mich erregte. In seinem Fall war es die perfekte Mischung aus Erregung und Neckerei, die mich zum Beben brachte.
Ich blickte ihm in die Augen, erwiderte seinen Blick voll Lust und Begierde. Als würden wir auf der gleichen Welle schwimmen. Etwas, was ihm wohl auch in demselben Moment klar wurde. Sein Ausdruck veränderte sich. Er war derselbe, wie in der vergangenen Nacht.
„Böses Mädchen.“ Damit tat er es endlich. Hüllte mich mit einem Mal aus. Ein Ächzen entfuhr mir, was hatte sich verändert? Er war wieder hart und grob, Schmerz durchfuhr mich. Ich war noch schmerzhaft wund von letzter Nacht, was es unangenehmer werden ließ und mir reichlich zu schaffen machten.
Durch seine egoistische und grobe weise, sehnte ich mich nach dem Moment vor seiner Besinnung und erinnerte mich, wieso dies das letzte Mal sein solle. Gröber, fester. Diesmal wollte er nicht nur kommen, er wollte in mir Schmerz entfachen.
Ich seufzte, es war auszuhalten, doch nicht gerade schön. Was wohl bedeutet ich war wieder das Stück Fleisch, was er fallenlassen würde ... Wo war der Mann von eben hin? Dieser leidenschaftliche und spielerische Kerl?
Ich packte sein Haar, so fest ich konnte. Er wollte zeigen, wer die Macht hatte? Dann sollte er sich warm anziehen!
„Ich werde nicht schreien“, stöhnte ich an seine Lippen. Das war das Einzige, was er wollte. Dass ich ihm zeigte, dass er die Macht hatte. Darauf musste er verzichten, wenn er es so wollte! Sex war etwas, dass beide Seiten zur erfüllten Ekstase treiben sollte. Würde er seinen Teil nicht erfüllen, würde ich ihm meinen verwehren. Damit würde er sein Ziel niemals erreichen. Er stieß härter zu, ein Krächzen kam hervor.
Kein Schrei.
Den würde er von mir nicht bekommen. Niemals.
Nicht so.
„Needy.“ Seine Stimme war streng, drohend. Ich sah ihm genau in die Augen. Meine Lust war so gut wie verflogen, es war nicht mehr reizend, es war lässtig. Würde ich ihm nicht gehorchen, würde er sicherlich Maßnahmen ergreifen, bis ich es tat. Sollte er. Denn dann wäre es umgehend vorbei,ich konnte ihn ebenfalls von mir stoßen. Ich würde mich nicht schlimmer verletzen lassen, als er es eh schon tat. Das Körperliche war auszuhalten, zumindest noch. Das Schlimmere war seine Kälte. Die mir, wie ein Eisklotz entgegenschlug, trotz, dass er sich offensichtlich zu mir hingezogen fühlte. Wäre er sonst hier? Ich fragte mich, wie er so geworden war, hatte ihn jemand verletzt? Es war unmöglich sich auf den Akt zu konzentrieren. Ich hatte Sex und trotzdem genoss ich ihn nicht. Weshalb ich meine Gedanken nicht abschalten konnte und mich nicht darauf einließ.
„Küss mich und ich werde schreien.“ Sein Blick war plötzlich undeutbar, seine Stöße verstummten. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn. Das brachte ihn ins Schwitzen? Das Spielchen hier aber nicht.
Irgendwas hatte es mit den Küssen auf sich. Würde er es tun? Einen Kompromiss eingehen. Er war immer noch Hart, die Lust war ihm also nicht vergangen. Sein Blick lag fest in meinem. Meine Hand fuhr über seine Schulter, verharrte dann dort, nah an seinem Hals. War sein Puls erhöht? Wenn nicht sowieso schon durch den Akt.
Plötzlich riss er mich an sich, mir wurde die Luft aus der Lunge gepresst. Seine Lippen, legten sich auf meine. Ich hatte gewonnen. Zumindest diese Runde. Auch wenn es sich nicht recht wie ein Gewinn anfühlen wollte.
Seine Zunge bahnte sich seinen Weg zu meiner. Ich legte meine Hände um sein Gesicht. Allein darauf hatte ich gewartet. Ich beschloss, den kleinen Sieg zu genießen. Nun konnte er haben, wonach er sich sehnte, Hauptsache er löste sich nicht aus diesem Kuss. Er schmeckte Fantastich, roh, wild und männlich. Ich stöhnte an seine Lippen.
Damit begann er wieder mit seinem Tanz. Diesmal war es wieder anders, geschmeidiger, kontrollierter. Was das ganze Zusammenspiel erneut änderte. Der Schmerz war verstummt, an dessen Stelle trat ein Feuer, eine Spannung, die mir den Verstand nahm. Es kam so weit, dass ich nur noch stöhnte und nicht mehr dazu kam, ihn zu küssen. Ich packte seinen Rücken für mehr Halt, versuchte es weiter hinauszuzögern, doch der Schrei stand schon bereit in meiner Kehle. Konnte ich ihn noch verhindern?
Er biss mir leicht in die Lippe, ein Jammern entwich meiner Kehle. Er erhöhte das Tempo, blieb dabei trotzdem kontrolliert. Es schien, dass sein Ziel nicht mehr der Schmerz schien, nur noch der Schrei.
Als ich es kaum aushielt, quietschte ich und packte ihn an den Armen, bäumte mich auf. Ich stand kurz vor der Explosion. Nicht mehr lang und ... Er biss mir in den Hals. Ich schrie auf und kam. Ich sah Sterne und Funken, versuchte mich nicht einmal zu fassen und ließ mich einfach mitreißen. Er hielt nicht an, bearbeitete mich weiter mit Stößen, die mich weiter auf der Welle meiner Ekstase forttrugen. Was mich zum finalen letzten Schrei verlockte. Wodurch auch er kam.
Ich zitterte am ganzen Körper, die Kälte spielte dabei keine Rolle. Er machte keine Anstalten sich von mir zu lösen. Lehnte nur seinen Kopf auf meiner Schulter ab. Er atmete heftig, seine Brust hob und senkte sich im Gleichtakt. Hatte ich je sowas erlebt? Zwei Wellen, so nah beieinander? Mein Körper war geradezu ausgelaugt und summte. Wie hatte er das geschafft? Und das so schnell hintereinander. Nicht mal der Vorabend war vergleichbar mit diesem einen Mal.
Er regte sich. War es schon so weit? Eine zweite Runde würde ich nicht ertragen. Er ließ von mir ab und schloss die Hose. Er sah mich an. Sein Blick distanziert und doch anders wie gestern. Oder irrte ich mich?
Ich wusste genau, was jetzt kam. Ich würde eine Abfuhr vom Feisten erhalten. Mal wieder. Doch sein Mund öffnete sich nicht, ohne ein weiteres Wort ging er. Ich sah ihm nach, meine Augenbrauen zogen sich zusammen. Ich wusste nicht, was schlimmer war, eine gewaschene Abfuhr oder dieses Schweigen.
Er nahm sich das T-Shirt und ging mit aller ruhe in den Wald. Ich hatte mich nicht im geringsten bewegt. Bis er in der Dunkelheit des Waldes verschwunden war. Meine Kiefer pressten sich aufeinander. Er ließ mich zurück. Allein und nackt ... mal wieder.

Kommentare

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    Bei dir geht's ja ganz schön zur Sache :-D Echt gut geschrieben, und "Nida" ist ein richtig schöner Name für eine Figur. Ganz klares 5/5 soweit :)

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