7. Vierundzwanzig

In den nächsten Wochen musste Toni eine Reihe von unschönen Erfahrungen machen. Manche waren vorhersehbar, wie zum Beispiel die Erkenntnis, dass er für die Prüfung, vor der er von Anfang an Respekt gehabt hatte, doch länger als anderthalb Wochen hätte lernen sollen. Wobei er auch in diesen anderthalb Wochen nie so ganz bei der Sache gewesen war. Vorallem, nachdem er Gregor in der Kneipe getroffen hatte. Er hatte danach noch sehr lange über dieses Treffen nachgedacht und dabei dann lieber aus dem Fenster gestarrt und auf seinem Stift gekauft, anstatt sich auf das Zeug auf seinem Schreibtisch zu konzentrieren, das eigentlich dringend hätte gelernt werden sollen.

Aber leider saß er, als ihm das klar wurde, schon im totenstillen Hörsaal vor dem Blatt mit den Aufgaben und ihm blieb nichts anderes übrig, als mit dem Mut der Verzweiflung nach seinem Stift zu greifen und einfach anzufangen.

Andere Erfahrungen wiederholten sich einfach, denn da Toni so gut wie gar nicht, und wenn, dann auch nur Spaghetti mit Sauce, kochte, wurde er natürlich nicht besser und genau wie die Lasagne vor fast einem Monat gelang ihm jetzt auch der Gemüseauflauf, den Anna sich gewünscht hatte, absolut gar nicht. Das Deaster endete dann auch genau wie beim letzten Mal: Sie warfen das ungenießbare Gekochte in den Mülleimer und gönnten sich an der Bude in der Nähe von Tonis Wohnung ein preiswertes Fischbrötchen mit Pommes und nahmen die ganzen Sache wieder mit Humor.

Aber das waren Dinge, die Toni nicht wirklich aus der Ruhe brachten. Denn vermutlich hatte er die Prüfung trotzdem bestanden, auch, wenn er mit der Note nicht zufrieden sein würde, aber letztendlich zählte dann doch nur das Bestehen. Und das mit dem Kochen war auch keine wirklich ernste Sache. Anna war zwar enttäuscht gewesen, aber das blieb sie nicht lange. Und Toni würde später noch genug Zeit haben, vernünftig kochen zu lernen.

Die einzige Erfahrung, die ihn wirklich fertig machte war, dass die Sache zwischen Gregor und Xenia eine richtig ernste war. Bei den lange innigen Blicken, die sie sich ständig zuwarfen, das verliebte Anlächeln und das ständige Berühren wäre das schon einem gelegentlichen Beobachter sofort aufgefallen. Aber Toni war ja gar kein gelegentlicher Beobachter, sondern eher ein dauerhafter.

Er wollte es sich selbst zwar nicht eingestehen, aber er hoffte die ganze Zeit, wenn er rausging, Gregor wieder zu begegnen und zwar ohne Xenia. Er hielt auch ständig überall Ausschau nach ihm, aber entweder sah er ihn gar nicht, oder nur zusammen mit Xenia. Aber auch, wenn er ihm ausnahmsweise mal zufällig begegnete, war immer Xenia dabei.

Sie waren auch schon ein paar mal ins Kino gekommen, als Toni grade gearbeitet hatte und immer hatten sie dabei förmlich zusammen geklebt. Und Toni hatte dabei nie den Eindruck gehabt, dass sie das taten, weil sie sich dazu verpflichtet fühlten, weil es eben zu einer Beziehung einfach dazugehörte. Oder, weil einer darauf bestand, dass der andere mitkam. Sondern, weil sie einfach gerne zusammen waren.

Das waren Dinge, die Toni irgendwann furchtbar auf die Nerven gingen. Genau wie Xenia es bei jedem Treffen mehr tat. Sie redete eindeutig zu laut und ihre Lache war viel zu quietschig. Und wenn sie sich mal etwas länger mit Toni unterhielt, was aber nur selten vorkam, dann war es nur über lauter uninteressante Sachen, bei denen er gar nicht wusste, was er dazu überhaupt sagen sollte.
Selbstverständlich wusste er, dass es einfach nur pure Eifersucht war und ebenso selbstverständlich ließ er sich nichts davon anmerken. Genau so wenig wie von der Wut, die auf einmal wieder da war. Es war die gleiche wie damals am Strand und nach wie vor hatte er keine Ahnung, woher sie kam.

Aber er wollte auch gar nicht weiter darüber nachdenken. Genau so wenig wie über seine Eifersucht auf Xenia und seine Gefühle für Gregor. Aber er hatte keine Chance dem zu entgehen, denn seitdem er Gregor an diesem Tisch hatte sitzen sehen, hatte das Gedankenrad angefangen, sich zu drehen und der Ballast der jetzt noch zusätzlich dazukam, spornte es an, noch schneller zu werden. Und so viel konnte er gar nicht joggen, um es ignorieren zu können, schließlich musste er ja auch noch ein paar Stunden schlafen, um in der Uni noch mitzukommen.

Von da an war es nur noch ein kurzer Schritt bis zu dem Wunsch, dass die erneute Begegnung mit Gregor nie stattgefunden hätte. Schließlich hatte Toni vorher komplett mit diesem Teil seines Lebens abgeschlossen und in den sieben Jahren davor auch so gut wie gar nicht mehr an Gregor gedacht. Eigentlich gab es auch keinen Grund, wieso er jetzt auf einmal damit wieder angefangen hatte, aber er musste jetzt einfach akzeptieren, dass es nun doch passiert war. Und als die Tage verstrichen und Toni sich innerlich durch das Chaos in seinem Kopf immer mehr ausgehöhlt fühlte reifte in ihm schließlich die Erkenntnis, dass er an seiner Situation etwas ändern musste, denn so konnte es absolut nicht weitergehen.

Jetzt, wo die Semesterferien anstanden, würde er natürlich die übliche Woche zu Maja, Peter und seiner Mutter fahren, aber mit dem Gedanken, dass er mit einer Woche Abstand billig aus dieser Angelegenheit herauskam befasste er sich gar nicht erst, weil ihm von Anfang an klar war, dass es definitiv nicht so passieren würde.

Nein, die einzige Möglichkeit, diese Sache vielleicht zu beenden war ganz und gar nicht billig: Er würde die Oberflächlichkeit zwischen Gregor und ihm durchbrechen und mit ihm über diese Dinge reden müssen. Und dann würde Gregor ihn zurückweisen und ihm sagen, dass es da jetzt Xenia gab, was Toni zwar die ganze Zeit vor Augen hatte, was er aber trotzdem ja einfach nicht begreifen wollte.

Dann würde es ein paar Wochen weh tun, zurückgewiesen zu werden und wenn Toni damit durch war, könnte er vielleicht zu seinem alten Leben zurückkehren.

Er lag, wie üblich in den letzten Wochen, wach im Bett und starrte an die Decke, als ihm dieser Plan einfiel und danach fühlte sich der Druck, unter dem er momentan stand, nicht mehr ganz so stark an. Er drehte sich auf die Seite und hoffte, jetzt vielleicht einschlafen zu können, machte sich aber gleichzeitig auf eine weitere durchwachte Nacht gefasst. Doch als er die Augen wieder öffnete, schien die Sonne in sein Fenster und er fühlte sich ausnahmweise mal wieder einigermaßen ausgeschlafen.

Nachdem Anna als Schlußlicht aus ihrer Vierergruppe ihre letzte Prüfung geschrieben hatte, kratzten sie alle ihre letzten Geldreserven zusammen und fuhren in einen zwei Stunden entfernten Freizeitpark, um dort das Ende des Semesters zu feiern.

Eigentlich war Toni ein großer Fan von Freizeitparks und vor allem vom Achterbahnfahren, aber jetzt musste er an damals denken und wie elend er sich dabei gefühlt hatte. Und das war auch wegen Gregor gewesen. Der dann ja die ganze Zeit gewartet hatte, bis Toni zurück zur Burg gekommen war, wodurch seine kleine Welt wieder in Ordnung gebracht worden war und vielleicht war das ja ein gutes Vorzeichen.

Zuerst waren sie allerdings nur zu viert unterwegs und klapperten alle Attraktionen ab, mit denen sie fahren wollten. Das Wetter war schön und die Wartezeiten lang, sodass dafür schon fast der ganze Tag drauf ging. Am Ende waren sie dann alle bereits ziemlich fertig von der ganzen Lauferei, aber Xenia und Anna bestanden darauf, noch einmal mit dem Kettenkarussel zu fahren. Und während sich die beiden in der immer noch sehr langen Schlange anstellten, holten sich Gregor und Toni etwas zu trinken und setzten sich dann am Ausgang auf eine niedrige Mauer.

Natürlich war jetzt der ideale Zeitpunkt, um mit Gregor zu reden und schon bei dem Gedanken fing Tonis Herz heftig an zu klopfen. Was er sich im Kopf vorher noch so einfach und lässig ausgemalt hatte, war es in der Wirklichkeit natürlich absolut nicht. Er umklammerte den gekauften Plastikbecher mit Bier, suchte verzweifelt nach den richtigen Worten und hoffte, dass sie schnell kamen, denn unendlich Zeit hatte er ja auch nicht.

Wahrscheinlich hätte er gar nicht nach Worten suchen brauchen und einfach geradeheraus sagen können, was ihn beschäftigte. Schließlich hatten Gregor und er damals schon öfters solche Gespräche geführt und nach der Aktion von Toni neulich in der Kneipe wusste er sicher auch sowieso schon, was Sache war.

Aber geradehaus ging nicht, Tonis Hirn weigerte sich. Und leider tat es das auch bei der Suche nach den richtigen Sätzen um es eben nicht geradeheraus anzusprechen, denn Toni fand sie einfach nicht. Und die Tatsache, dass Gregor auch die ganze Zeit schwieg, obwohl Toni damals noch den Eindruck gehabt hatte, dass er sich gerne mit ihm unterhalten und es ihn auch interessiert hatte, was er erzählt hatte, macht es ihm auch nicht wirklich leichter.

Als sie schließlich so lange schweigend da gesessen hatten, dass Anna und Xenia schon in den Sitzen des Kettenkarussels Platz nahmen und ihnen von da aus zuwinkten, musste Toni endlich mit der Sprache raus. Schließlich würde die Fahrt nicht sehr lange dauern.

Also räusperte er sich einmal. "Also... du und Xenia," meinte er und hatte einfach mit dem Mut der Verzweifelung das Erste gesagt, das ihm in dieser Sekunde eingefallen war. Und jetzt war ihm diese völlig idiotische Gesprächseröffnung absolut peinlich. Er spürte, wie ihm das Blut in die Wangen stieg und da Gregor ihn in diesem Moment ansah, fiel es ihm vermutlich auch auf. Falls er nicht zu perplex von der idiotischen Gesprächseröffnung war, denn zumindest der Ausdruck auf seinem Gesicht sah danach aus. Und während er auch einen Moment brauchte, um herauszufinden, was er darauf erwidern sollte, wurde Toni in diesem Moment klar, dass er es grandios verbockt hatte. Denn natürlich würde Gregor nicht wissen, worauf er hinauswollte. Was er ihm dann auch deutlich zeigte, als er schließlich den Mund öffnete und "Ja, ich und Xenia und du und Anna," erwiderte und dabei schief grinste, als hätte Toni nur einen schlechten Witz gemacht.

Toni war grade so wütend auf sich und seine komplette Unfähigkeit, dass er jetzt gar nicht mehr nachdachte, sondern einfach weiterredete. "Aber hast du nicht damals gesagt, dass es mit Kerlen besser ist?!"

Mit diesem Satz hatte er die Grenze des Oberflächlichen zwischen ihnen mit einem zackigen Schritt endgültig übertreten und Gregor damit eiskalt erwischt. Toni konnte es diesmal ganz deutlich an seinem Gesicht ablesen. Und wieder dauerte es einen Moment, bis ihm darauf eine Erwiderung einfiel. "Wenn du mich schon zitierst, dann bitte auch richtig. Denn soweit ich mich erinnern kann, hab ich damals gesagt, dass Frauen zwar ganz cool sind, es sich mit Kerlen aber besser anfühlt." sagte er, fast schon ein bisschen von oben herab und dann stand er auf, denn in diesem Moment waren Xenia und Anna im Ausgang erschienen. Und Toni war heilfroh, dass sie da waren, denn er hätte diesen peinlichen Moment zwischen ihm und Gregor keine Sekunde länger ausgehalten.

Toni war das Ganze immer noch unangenehm als sie schließlich im Auto auf dem Rückweg saßen. Er ging auch davon aus, dass es den ganzen zweistündigen Heimweg so bleiben würde und richtete sich schon einmal innerlich drauf ein.

Allerdings konnte er im Laufe der Fahrt feststellen, dass ihr Gespräch anscheinend auch nicht spurlos an Gregor vorbeigegangen war, denn anstatt sich, wie auf der Hinfahrt, an den lebhaften Gesprächen der beiden Mädels auf dem Rücksitz zu beteiligen und dabei immer wieder liebevolle Neckereien mit Xenia auszutauschen, saß er schweigend da und umklammerte das Lenkrad. Wofür Toni absolut dankbar war, denn diese elendige Flirterei auf der Hinfahrt war ihm tierisch auf die Nerven gegangen. Aber so hatte er jetzt wenigstens davor Ruhe, während er auf dem Beifahrersitz saß, sich für seine Unfähigkeit schämte und den Moment entgegegen sehnte, an dem er wieder alleine in seinem Zimmer sein würde.

Allerdings verzögerte sich die Rückfahrt um einiges, als Anna und Xenia in der Ferne ein McDonalds-Zeichen sahen und darauf bestanden, dort Halt zu machen, weil ihnen beide der Magen knurrte.

Also fuhren sie von der Autobahn ab auf einen überfüllten Parkplatz und betraten dann einen ebenso überfüllten McDonalds. Toni, der immer noch ein flaues Gefühl im Magen hatte, hatte absolut keinen Hunger und während sich die anderen in einer langen Schlange an einer Kasse anstellten suchte schon mal nach einem freien Tisch für sie. Er hatte Glück, denn grade als er vorbeikam, standen vier Leute auf.

Mit einem tiefen Seufzer ließ sich Toni auf einen Stuhl fallen und fuhr sich einmal mit der Hand durchs Gesicht. Erst jetzt merkte er, wie völlig kaputt er war. Und es war nicht nur eine psychische Müdigkeit von dem anstrengenden Tag. Er hatte grade das Gefühl, als wäre ihm sein Leben durch die Finger geglitten und als ob er überhaupt keine Kontrolle mehr über irgendetwas darin hatte. In diesem Moment wünschte er sich nur, ein paar Tage zu schlafen, um dann aufzuwachen und festzustellen, dass alles wie vorher war, bevor er Gregor wieder begegnet war.

Aber natürlich würde das niemals passieren und ihm nichts anderes übrig bleiben, als irgendwie mit der Realität fertig zu werden.
Während er da saß und nachdachte, hatte er seinen Blick ziellos durch das Restaurant schweifen lassen und blieb schließlich bei Gregor und Xenia hängen. Sie hatte ihn am Arm gefasst und redete auf ihn ein und wenn Toni ihren Gesichtsausdruck auf diese Entfernung richtig deuten konnte, sah sie besorgt aus.

Gregor schüttelte ein paar Mal den Kopf, dann hob er die Hand und streichelte ihre Wange und als sie ihn anlächelte, wandte Toni den Kopf ab und versuchte, die heftige Eifersucht, die in ihm aufstieg, zu ignorieren.

Anna kam als erstes mit einem vollbeladenen Tablett zurück. "Ich hab dir Pommes mitgebracht," sagt sie, während sie sich neben ihn an den Tisch quetschte. "Schließlich kenn ich dich und du kannst mir nicht erzählen, dass du keinen Hunger hast." Sie grinste ihn an und Toni grinste zurück. "Du hast natürlich Recht," gab er sofort zu und beim Anblick des Tabletts voll mit Essen bekam er wirklich Hunger. Er nahm Annas Hand und drückte sie einmal kurz an seine Lippen. "Du bist die Beste."

"Ich weiß," erwiderte Anna ohne falsche Bescheidenheit, sie lachten einmal und fingen dann an zu essen.

Die ersten zwei Pommes schmeckten auch richtig lecker und dann kamen Gregor und Xenia und schlagartig war Tonis Hunger wieder verschwunden. Trotzdem zwang er sich, weiterzuessen und griff nach der dritten Pommes, während sich Gregor und Xenia ihnen gegenüber an den Tisch setzten.

Eine Weile herrschte gefräßige Stille, dann sagte Xenia zu Gregor: "Man, du musst unbedingt diese Dinger hier probieren, die sind echt super lecker." Gregor wandte den Kopf zu ihr um und öffnete den Mund und sie fütterte ihn mit irgendeinem Teigklumpen. Ihre Blicke hingen ineinander, während Gregor kaute und schluckte und als er dann ihren Kopf in beide Hände nahm, seine Stirn an ihre legte und "Das war echt super lecker," sagte, wusste Toni aus langer Beobachtungserfahrung, dass jetzt gleich ein sehr intensiver Kuss folgen würde und er hielt es am Tisch nicht mehr aus.

"Ich muss mal eben einen Moment an die frische Luft," sagte er, während er bereits aufstand, damit ihn niemand zurückhalten konnte.

Schnell, aber nicht so schnell, dass es nicht noch verdächtiger als überhaupt schon wirkte, schlängelte er sich zwischen den Tischen hindurch zum Ausgang.

Direkt eben der Eingangstür war aufgrund der ganzen Autos, die ständig ankamen und wegfuhren an frische Luft nicht zu denken, aber als er ein Stück an der Seite des Gebäudes lang gegangen war, wurde es etwas besser.

Er atmete ein paar Mal tief ein, schloß die Augen und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand. Er versuchte tief und gleichmäßig zu atmen und so vielleicht wieder ein wenig zu Ruhe zu kommen, aber nach zwei Atemzügen holte ihn Gregors Stimme aus der Versunkenheit.

Sein Auftauchen, mit dem Toni absolut nicht gerechnet hatte, erschreckte ihn fast zu Tode. Er riss die Augen auf und öffnete fast aus Reflex den Mund, um irgendetwas zu sagen, von dem er noch keine Ahnung hatte, was es sein sollte aber dann sah er Gregors zusammengekniffenen Mund und die gerunzelte Stirn und wusste, dass es besser war, jetzt einfach still zu sein.

"Ich hab jetzt echt die Schnauze voll von der Nummer, die du hier in der letzten Zeit abziehst," fing Gregor an und obwohl er gemessen an seinem Gesichtsausdruck noch ziemlich ruhig sprach, wackelte seine Stimme bereits schon bedrohlich.

Und trotz dieser ganzen Anzeichen hatte Toni das Bedürfnis, sich zu verteidigen. Wenn auch komplett unbeholfen. "Ich habe keine Ahnung von was zu redest!"

Gregor lachte einmal höhnisch. "Ach ja, stell dich nur dumm! Aber das hilft dir absolut nicht! Denn meinst du, mir ist dein ständiges Geglotze und wie du dabei geguckt hast, nicht aufgefallen?! Und dann dieses ,Gespräch' grade?! Du hast dich echt überhaupt nicht verändert!" Er machte einen Schritt auf Toni zu, sodass er ziemlich dicht vor ihm stand und Toni musste zwar einmal hart schlucken, wich aber keinen Schritt zurück. Er versuchte aber gar nicht mehr, irgendetwas zu sagen, sondern hörte nur stumm zu.

"Nur, weil du nicht in der Lage bist, mit dir selbst klarzukommen und dazu zu stehen, wer du bist, musst du das nicht an mir auslassen!" redete Gregor weiter und jetzt konnte Toni sich doch nicht mehr zurückhalten. "Ich weiß echt nicht, was du meinst!" rief er und diesmal war seine Ahnungslosgkeit, zum größten Teil jedenfalls, nicht gespielt.

Gregor zuckte mit den Schultern. "Tja, wenn du es nicht weißt, dann wirst du wohl drüber nachdenken müssen. Oder auch nicht, ist mir scheißegal! Nur hör auf, deinen seelischen Ballast bei mir abzuladen! Und jetzt komm! Ich hab Xenia und Anna gesagt, dass ich nachsehe, ob es dir gut geht, also müssen wir jetzt zusammen wieder reingehen!"

Er ging los und Toni folgte ihm in einem kurzen Abstand.

Kommentare

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    Wie schön, ein neues Kapitel! Das freut mich. :-)

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