7. Wiedersehen mit Catherine


Arizona, 1987

Magnus schreckte aus seinem Schlaf hoch. Wieder einmal hatte er kurz vor dem Aufwachen von Catherine geträumt. Er sah Jonathan, ihren Schöpfer, bei ihr und erkannte seine frühere Burg. Dann war da noch ein dunkelhaariger, jüngerer Vampir, der anscheinend von ihr geschaffen worden war. Sie nannte ihn Antonio. Waren das Visionen? Sah er die Realität? Er würde seine einstige Geliebte gerne wiedersehen. In der letzten Zeit hatte er oft von ihr geträumt und ihm kam es so vor, als gäbe es eine Art Verbindung zwischen ihnen. Eine telepathische Übertragung über diese weite Entfernung hinweg. Er in Amerika und sie in Schottland. Nach seinen Träumen zu urteilen, lebte sie immer noch dort und Jonathan existierte ebenfalls noch. Das machte Magnus zornig. Hatte sein Rivale, die ganzen Jahrhunderte, in denen er selbst im ewigen Schlaf gewesen war, an Catherines Seite verbracht?

Magnus kroch aus seinem Erdloch unter dem schäbigen Haus, das er bewohnte, hervor. Es stand nicht weit von einer Fernstraße entfernt, auf sandiger Erde. Wie überall hier in der Wüste Arizonas. Er trat auf die Veranda hinaus und lehnte sich an das Geländer. In der Ferne hörte er Motorräder heranbrausen und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Seine Freunde waren im Anmarsch. Er hatte Anschluss bei einer Motorradgang aus Unsterblichen gefunden. Er ging hinunter zu seiner Maschine, die vor dem Haus geparkt war und begann den Staub des Tages vom Chrom zu wischen. Es war eine Harley, die er von den Jungs bekommen hatte. Magnus fand sofort Gefallen an diesem Gefährt. Kurz darauf fuhren mehrere Motorräder in den Hof: "Hi, Magnus! Lass die Putzerei. Das ist sowieso Zeitverschwendung hier. Komm, wir reißen ein paar Bräute auf." Der hellblonde Vampir sah zu ihnen hinüber: "Okay, ich komme mit. Wohin soll es denn gehen?"

„Ach, in so ne Trucker-Bar. Die Mädels sind zwar nicht sonderlich hübsch, aber vielleicht schmecken sie besser." Allgemeines Gelächter. So zog Magnus öfters mit ihnen durch die Lande. Sie spürten irgendwie, dass er alt war beziehungsweise eine starke Aura besaß. Er hatte ihnen erzählt, er wäre erst aus dem Koma erweckt worden. Durch seine vermeintliche Stärke respektierten sie ihn. Alle der Gang waren entweder unter oder knapp über hundert. Da flößte Magnus wahres Alter schon großen Respekt ein.


Er hatte gerade eine Frauenleiche in der Einöde begraben und brauste nach Hause zurück, als er vertraute Schwingungen wahrnahm. Sie kamen aus seiner Bleibe. War sie es wirklich? Konnte das sein? Magnus stieg vom Motorrad und betrat das karge Wohnzimmer. Die blutbefleckten Dielen knarrten unmerklich unter seinen Schritten. Sie hörte es und fuhr herum. Da stand sie an der Küchentür, unverändert, wie damals. Sie trug sogar noch fast dasselbe Kleid und es war blau. Ihr blondes Haar zerzaust vom Wind, aber immer noch so lang und ihre schimmernden blauen Augen sahen ihn fassungslos an. Sie musterte ihn genau. Dieselben Augen, derselbe Mund, sein schmales Gesicht mit dem markanten Kinn. Die Haare waren genauso hellblond: "Magnus, bist du es wirklich?"

„Catherine", flüsterte er und lächelte. „Endlich bist du hier." Sie horchte gebannt seiner Stimme, Magnus Stimme. „Wie ist das möglich?", stammelte sie. Er kam ein Stück näher: "Ich bin wieder erweckt worden. Ein Forscherteam hatte mich gefunden." Sie wich ein wenig zurück: "Du hast nur geschlafen?" „Ja, ich bin damals geflohen, weil ich nicht vernichtet werden wollte. Ich bin Magnus aus Fleisch und Blut. Daran hat sich nichts geändert. Es schmeckt noch wie vor siebenhundert Jahren." Dabei lachte er boshaft und da wusste Catherine, dass es wirklich ihr Geliebter war und nicht nur ein Doppelgänger. So lachte nur er.

„Und nun bist du endlich da! Ich habe dich sehr vermisst. Bitte komm in meine Arme." Catherine zögerte. Doch sie erkannte die Zuneigung in ihm und schritt schließlich auf ihn zu bis sie unmittelbar vor ihm stand. Er schloss sie in seine Arme und drückte ihre zarte Gestalt an sich. Dann betrachtete er ihr Gesicht und strich über ihre Wange: "Wie kommst du hierher, meine Schöne?" Sie blickte wie hypnotisiert in seine blauen Augen: "Ich habe von dir geträumt. Ich sah dich in diesen Lederkleidern in diesem Haus. Da musste ich dich einfach suchen." Catherine streichelte über seine Schultern, über seine Brust: "Wie konntest du zurückkehren?" Sie betrachtete ihn immer noch fast ehrfürchtig und betastete ihn, wie wenn sie es nicht glauben könnte. Magnus lächelte geschmeichelt. Er war so froh, dass sie hier war.

„Hast du mir die Träume geschickt? Ich sah dich nämlich ebenfalls immer wieder. Du warst mit Jonathan und einem Antonio auf meiner alten Burg." Sie nickte: "Ja, ich lebe noch dort, aber ich habe dir nichts geschickt. Wir haben wohl unabhängig voneinander jeweils das Leben des anderen gesehen." Er umfasste ihre zarten Schultern: "Du bist noch schöner geworden. So mächtig inzwischen." Catherine blickte in sein Gesicht: "Küss mich, Magnus!"

„Nichts lieber als das", entgegnete er und legte seine Lippen auf ihre. Magnus war im Himmel. Aus anfänglicher Zaghaftigkeit wurde wilde Leidenschaft. In dieser Hinsicht hatte er sich ebenfalls nicht verändert. Noch genauso zügellos, wie damals.

Später, als sie befriedigt auf dem Boden lagen, fragte sie: "Wie lange ist deine Auferstehung her?" „Einige Monate. Ich habe in der Zeit vieles über die heutige Welt gelernt."

„Lebst du eigentlich in diesem verkommenen Haus?" „Ja, zur Zeit. Ich suche mir was Besseres." Er hielt inne: "Oder wir suchen uns etwas. Ich möchte dich gern an meiner Seite haben." Catherine nickte glücklich: "Ja, ich möchte dich auch. Mein schöner Magnus. Ich bin dir schon wieder verfallen, wie damals nach unserer ersten Nacht. Nun ist es abermals so. Unsere erste Nacht in deinem neuen Leben." Er lächelte und zog sie an sich: "Ich weiß eben, wie man dich glücklich macht. Lass uns neu beginnen und ich verspreche dir, meine alten Fehler nicht mehr zu begehen." Dann liebte er sie wieder. Diesmal hemmungsloser als zuvor.

Am Ende der Nacht, saßen sie aneinander geschmiegt hinter dem Haus im Sand und betrachteten den Sternenhimmel. Magnus strich zärtlich durch ihr Haar: "Hast du vielen das Blut gegeben?" „Nein, nur einem. Er heißt Antonio. Es geschah 1521 und er war fünfzig Jahre mein Gefährte. Inzwischen herrscht er über San Francisco in Kalifornien. Ich bin sehr stolz auf ihn." „Gut, dann warst du sparsam mit deiner Kraft." Sie nickte: "Ja, ich fand sonst niemanden, den ich wollte. Jonathan kehrte immer wieder zurück und auch Antonio." Magnus verzog die Mundwinkel: "Jonathan! Gibt es den auch noch?"

„Ja, aber er ist in Schottland geblieben"

Catherine zog am nächsten Abend die Ledersachen an, die Magnus ihr gab. Eine Hose und eine Art Mieder. Das war die reinste Zurschaustellung ihrer Weiblichkeit. Natürlich gefiel ihm seine Geliebte in diesem Aufzug. Er betrachtete erregt das Ergebnis: "Steht dir ausgezeichnet. Nun können wir los." Er geleitete sie nach draußen zu seiner Harley und als sie beide aufgesessen waren, startete er die Maschine: "Halte dich gut an mir fest!" Und brauste los. Catherine war noch nie auf so etwas Röhrenden, Lauten und Vibrierenden gesessen. Diese Fortbewegung war langsam gegenüber ihrer eigenen. „Aber es macht Spaß", sagte Magnus, nachdem er ihre Gedanken gehört hatte. Sie fuhren die schnurgerade Straße entlang, bis weiter vorn Leuchtbuchstaben zu sehen waren. Sie gehörten zu einer Raststätte, vor der viele Motorräder parkten. Von drinnen drang laute Musik heraus.

„Hier treffen wir uns. Es sind auch Sterbliche drin. Komm!" Magnus legte den Arm um Catherines Taille und zog sie mit sich: "Du bist nun mein Mädchen. Möchtest du trinken?" Sie schüttelte den Kopf: "Du?" „Mal sehen." Drinnen war es laut, verraucht und es stank nach Whisky. Überall Typen in Leder, sterblich wie unsterblich. Magnus wurde mit Kopfnicken begrüßt und Catherine spürte die gierigen Blicke der menschlichen Männer auf sich. Magnus registrierte es ebenfalls. "Welchen soll ich für diesen Frevel bestrafen?", flüsterte er in ihr Ohr. „Keinen", erwiderte sie. Er küsste ihre Wange: "Wähle!" Catherines blaue Augen streiften die Menschen. Sie suchte nach einem Verbrecher unter ihnen, aber das waren die Meisten hier. Ein schmieriger, fetter Kerl war ihr am unsympathischsten: "Den dort." Magnus war nicht begeistert über ihre Wahl: "Wenn du meinst. Fettes Blut! Aber es ist dein Wille. Willst du zusehen, wie ich ihn fertig mache?" Sie nickte. Magnus war überrascht darüber. Damals konnte sie das noch nicht.

Als der Dicke hinausging, folgte ihm der Unsterbliche. Catherine verließ kurz darauf ebenfalls die Bar. Der Mensch steckte sich bei seiner Maschine gerade eine Zigarette an, als Magnus fragte, ob er auch eine haben könnte. Der Sterbliche zündete sie ihm an und der Vampir nahm einen tiefen Zug. Der warme Rauch füllte seine kümmerlichen Lungen und nachdem Magnus den Rauch ausgeatmet hatte, schmiss er die Kippe weg. „Schmeckt es dir nicht?", fragte der Rocker. Magnus entblößte seine Zähne: "Ich will etwas ganz anderes von dir." Dann riss er dem Menschen den Kopf zur Seite und biss herzhaft zu. Der Dicke brüllte vor Schmerz und wehrte sich, doch drinnen hörte ihn niemand wegen der dröhnenden Musik. Catherine beobachtete ihren Gefährten genau. Seine Augen funkelten stärker und er quetschte die Arme des Sterblichen zusammen, an denen er sich festhielt. Das Opfer schrie immer noch. Magnus trank zu gierig und vergeudete vieles. Plötzlich schleuderte er den Körper einige Meter von sich, um sich dem stöhnendem Menschen abermals zu nähern: "Na, wie ist das zu leiden? Um sein Leben zu winseln?"

„Bleib weg! Verschwinde!, rief der Rocker. Magnus krallte sich in seinem fetten Bauch fest, zog ihn daran hoch und schlug abermals seine Zähne in dessen Halsseite. Eine Hand des Vampirs steckte in den Eingeweiden des Menschen und rührte mit Vergnügen darin herum. Sein Jammern und Röcheln hörte sich schaurig an und Catherine bat: "Lass ihn endlich sterben." Magnus zog daraufhin seine Finger aus dem Bauch und trank schneller. Schließlich starb sein Opfer. Der Unsterbliche kauerte am Boden, bis sein Rausch vorbei war. Danach warf er die Leiche in den Abgrund hinter der Raststätte. Als er sich umdrehte, stand Catherine vor ihm. Sie blickte ihm erregt in die Augen. Sein Gesicht und seine Hände waren voller Blut. Ihre Zunge leckte über seine blutigen Wangen und schließlich küssten sie sich. Magnus drängte sie an die Bretterwand, zog ihre Hose vom Hintern und sie seine. Dann packte er sie in den Haaren, wandte sie um, drückte ihren Oberkörper auf einen Felsen und stieß in sie. Catherine überraschte seine Grobheit, aber es erregte sie. Er riss ihren Kopf an den Haaren zurück und versenkte sein Gebiss in ihrer bloßgelegten Kehle. „Oh, Magnus! Liebe mich", stöhnte sie wollüstig. Er krallte sich in ihre Pobacken, bewegte sich heftig, bis sie beide befriedigt waren. Dann küssten sie sich wieder. Das Blut in seinem Gesicht war bereits getrocknet. „Lass uns fahren!", sagte er.

Er mochte den Fahrtwind im Gesicht, als sie zurückfuhren. Sein Körper strahlte Hitze durch seinen Ledermantel hindurch an Catherine ab. Sie genoss seine Wärme und sein Geruch entfaltete sich. Der Geruch des Sterblichen. Magnus spürte ihre kühlen Hände an seinen Schenkeln. Das Leder legte sich eng an seine Oberschenkel und darunter konnte sie seine Muskeln fühlen. Sie strich über die Innenseiten und Magnus Pulsschlag setzte ein. Er war hochgradig erregt, aber konnte ihre Zärtlichkeiten nicht erwidern, ohne sein geliebtes Motorrad zu opfern. Sie erfühlte die Beule unter dem Leder. „Du machst mich wahnsinnig", raunte er. „Das war beabsichtigt", antwortete sie. Er hielt abrupt an: "Du magst Spielchen?" „Ja, in gewisser Weise." Er entblößte seine Zähne mit einem breiten Grinsen: "Okay. Dann darfst du Zuhause mit mir spielen." Catherine war gespannt.

Magnus führte sie in den Keller seines Hauses hinab, wo er sich entkleidete. Dann reichte er ihr ein Paar Handschellen und sagte: "Leg sie mir an." Bereitwillig legte er seine Hände auf den Rücken. Catherine ließ sie um seine Handgelenke schnappen, trat dann vor ihn und streichelte mit den Fingern sanft über seine Brust. Ihre Lippen näherten sich seinen, aber als er sie küssen wollte, wich sie wieder zurück. Es gefiel ihr, ihn zu reizen und er konnte sie nicht berühren. Flüchtig fasste sie an seine erogenste Zone. Wie er zusammen zuckte. Dann zog sie sich ebenfalls aus und ihr Anblick machte ihn noch lüsterner.

„Knie dich hin", hauchte sie und er befolgte ihren Wunsch. Catherine legte ein Bein über seine Schulter, um ihm ihren Geruch zu präsentieren. Seine lange Zunge schnellte vor und bohrte sich zwischen ihre Schamlippen. Die Unsterbliche stöhnte auf und ließ ihn weitermachen. Kraftvoll massierte er mit der warmen Zungenspitze ihre Perle und drang in ihre feuchte Öffnung. Catherine stöhnte und keuchte lauter und auch Magnus erregte das sehr. Er zerrte ein wenig an den Handschellen. Sie krallte sich immer fester in seine Haare, ihre Muskeln spannten sich immer stärker an. Leise Schreie lösten sich von ihren Lippen. „Wunderbar! Mach weiter so", feuerte sie ihn an. Er stieß ihr die heiße Zunge immer wieder in ihre kühlen Tiefen und genoss ihr Zucken. Ihre Fingernägel gruben sich in seine Kopfhaut und schließlich schrie sie auf. Sie klammerte sich bebend an ihn, bis sich ihr Herzschlag und ihr Atem beruhigte. Dann löste sie sich langsam wieder von ihm. Magnus sah, ganz trunken vor Erregung, zu ihr auf. Die zierliche Blondine hauchte: "Leg dich nieder." Nachdem er das getan hatte nahm sie seinen prächtigen Phallus in die Hand, rieb ihn einige Male und ließ sich dann langsam auf ihn hinunter. Magnus knurrte laut vor Erregung, als er endlich ihre nassen Wände um sich spürte. Sie bewegte sich sehr langsam, ließ ihn einige Male fast hinaus gleiten, was Magnus noch mehr anstachelte. Es machte ihr anscheinend Spaß ihn zu quälen und hinzuhalten. Als er versuchte kräftiger in sie zu stoßen, entzog sie sich ihm: " Hab Geduld, mein Lieber! Nicht so hastig." Er murrte: "Ich ertrage das nicht länger. Bitte!" Catherine führte sich sein Glied abermals hinein und begann ihn nun zu reiten. Das gefiel Magnus schon viel besser, aber er überließ ihr das Tempo. Sonst könnte sie es eventuell abermals hinaus zögern. Endlich steigerte sie ihr Tempo, ihre Finger krallten sich in seine Brust und er spürte, dass ihre Anspannung wuchs. Genau wie seine und kurz darauf erbebten sie beide.

Der Morgen nahte und sie verkrochen sich in Magnus Schlafplatz. Er bestand aus einer großen Metallbox, die mit Decken und Kissen ausgepolstert war. Magnus hatte einfach vom Keller aus einen Schacht in den Fels geschlagen, der in eine breitere Kammer überging. Sein Zuhause hatte nichts mehr von dem Luxus früherer Zeiten. Beide betteten sich in die Box und Magnus küsste seine Liebste. Sein Körper lag halb auf ihrem und seine Lippen ruhten an ihrer Wange. Sie hielt ihn fest, solange sie auf ihren Schlaf wartete. Catherine strich durch sein Haar, das staubig von der Fahrt war. Auch ihres war matt vom Staub. Ihre Augen huschten über seinen, vor Wärme flimmernden, Körper. Sie streichelte seinen Rücken und den reizvollen Hintern, wanderte weiter über die kräftigen Oberschenkel zu seinem flachen, muskulösen Bauch. Dann über die strukturierte Brust, seinen Arm entlang zu den großen Händen. Sie spielte mit seinen langen Fingern. Catherine fühlte erst jetzt eine leichte Schwäche. Ab und zu hörte die Unsterbliche ein Auto oder einen Lastwagen vorbeidonnern und spürte die Vibrationen. Dann endlich fielen ihr die Augen zu.

Magnus war am aufwachen. Catherine hörte sein Herumwälzen. Erst, als am Horizont nur noch ein roter Streifen zu sehen war, schlug er die Augen auf. Seine Gefährtin saß auf der Veranda und beobachtete den Himmel, als er die Tür öffnete und fragte: "Gehst du wieder fort?" „Aber nein, Liebster. Ich bleibe bei dir. Diese Einöde hat etwas Friedliches. Irgendwie gefällt es mir hier." Magnus nickte: "Schön, dass es dir gefällt. Karg, im Gegensatz zu Schottland." Nach einer kurzen Pause: "Du hast die Burg also noch." Catherine erwiderte: "Sogar deine Sachen. Ich verwahre sie in einer geheimen Kammer. Dein schwarzer Sarkophag steht ebenfalls noch darin." Magnus erstaunte es, aber machte ihn auch glücklich: "Du hast mich nie vergessen." „Ich wollte dich nie vergessen", fügte sie hinzu. Er kniete neben ihr nieder: "Cathy, was möchtest du heute tun?" Sie sah skeptisch zu ihm: "Wie nennst du mich?" Magnus lachte: "Cathy! So sagen die Sterblichen hier. Es klingt moderner." „Na, schön." Sie strich lächelnd über seine Wange und er küsste sie. Dann erhob er sich wieder: "Wie wär's, wenn wir zur Stadt fliegen. Ich brauche ein wenig Action und du neue Klamotten." Catherine stand auf und blickte an sich hinunter: "Ja, das wäre mir recht. Etwas Unauffälligeres." Diesmal eilten sie durch die Lüfte. Magnus war noch um einiges langsamer, als Catherine.

Als sie einen größeren Ort erreichten, landeten sie unauffällig und schlenderten die Hauptstraße entlang. Die Unsterblichen registrierten die abschätzenden Blicke der Sterblichen. Die Lederklamotten waren nicht sehr gern gesehen. ‚Ahnen sie was wir sind' Magnus verneinte, aber fügte hinzu: ‚Rocker gelten als gewalttätig und machen vielen Angst. Wir besorgen ja jetzt andere Sachen für dich.' Catherine seufzte erleichtert: ‚Ja, bitte. In diesen Kleidern fühle ich mich nicht wohl.'

Der Vampir betrat mit ihr ein Damengeschäft. Die Verkäuferin erschrak über diese Gestalten und näherte sich zaghaft: "Was kann ich für sie tun?" Magnus sagte: "Meine Freundin möchte etwas kaufen." Die Sterbliche lächelte gekünstelt und widmete sich Catherine. Vor ihr hatte sie weniger Angst, wie vor diesem großen Mann in schwarzem Leder. „Ihre Größe, Miss?" Die blonde Vampirin überlegte: "Ich weiß nicht." Und sah an sich hinunter. Die Sterbliche musterte sie prüfend: "Hm, ich schätze 34 oder 36." Sie zog ein T-Shirt aus dem Regal und hielt es Catherine unter die Nase: "Probieren Sie das mal an. Dann sehen wir weiter. Dort drüben sind die Kabinen." Catherine ging in die Richtung, in die die Frau zeigte. Sie kannte sich in der modernen Welt so gut wie nicht aus. Magnus hatte damit schon mehr Erfahrung. Er stöberte in den Klamotten und zog das heraus, was ihm an seiner Liebsten gefallen könnte. Die Verkäuferin beobachtete ihn mit Argwohn, aber traute sich nicht sich einzumischen. Er war irgendwie unheimlich, jedoch sehr attraktiv. Schließlich brachte er seiner Gefährtin eine Jeans, Shirts, ein Kleid und Röcke zur Kabine. „Hier, Liebes. Dann hast du von allem etwas." Skeptisch blickte Catherine in den Spiegel: "Ich sehe merkwürdig aus in den modernen Sachen." „Nicht merkwürdig. Nur sexy." Sie begutachtete sich in der Jeans: "Diese Hosen sind ungewohnt. Das reibt an den Schenkeln." Die Verkäuferin zog nur die Augenbrauen hoch. Magnus flüsterte: "Nicht so laut. Was soll sie von dir denken?" Er betrachtete Catherine in dem neuen Outfit: "Also, ich finde es stark. Dein Hintern kommt da so gut." Sie verzog das Gesicht: "Typisch! Ist dass das Einzige auf was du schaust? Damit meine Brüste und mein Hintern ja deutlich zu sehen sind."

„Schon gut. Du wolltest doch meine Meinung hören." Die Sterbliche näherte sich: "Passt es?" Catherine drehte sich hin und her: "Ja, ich denke schon. Wir kaufen es und noch diese T-Shirts." Die Verkäuferin nahm die Sachen zur Kasse: "Gut, ich packe es ein." Solange kramte Magnus Geld aus seiner Jacke: "Wie viel?" Während er bezahlte, betrachtete sich Catherine noch im Spiegel. Eine kleine, zierliche Frau mit langen, glatten Haaren, einem schmalen Gesicht und hohen Wangenknochen. Ihr T-Shirt wölbte sich an der Brust deutlich nach vorn und ihre Warzen drückten hindurch. Das störte sie sehr und sie fragte die Verkäuferin leise: "Was kann ich da machen?"Und zeigte darauf. „Ach, haben sie keinen BH? Moment, ich kann ihnen welche zeigen." Die Unsterbliche folgte ihr neugierig und betrachtete diese Teile. Die Frau gab ihr einen schwarzen und einen weißen ohne Spitzen: "Die sind gut unter T-Shirts. Da zeichnet sich nichts ab. Normal oder Push-up?" Catherine war überfordert: "Normal, denke ich." Nun stand sie ratlos in der Kabine und überlegte wie man das trug. Viele Möglichkeiten gab es nicht und Magnus half ihr dabei. Endlich fühlte sie sich komplett angezogen und sie konnten das Geschäft verlassen.

Auf der Straße schlug Magnus vor: "Lass uns in eine Bar gehen. Menschen beobachten." Catherine folgte ihm in eine schummrige Kneipe und sie ließen sich an einem der hinteren Tische nieder. Nachdem Catherine sich gesetzt hatte, kam schon eine Bedienung und fragte nach ihren Wünschen. „Zwei Bier", entgegnete Magnus. Catherine beobachtete die junge Frau, die mit einem „Ok" wieder verschwand. „Du gefällst ihr und sie kennt dich." Magnus zuckte die Schultern: "Kann schon sein. Ich komme ab und zu hierher." Er grinste: "Bist du eifersüchtig?" Sie lächelte: "Aber nein. Sie interessiert dich nicht." Da kehrte die Bedienung mit den zwei Biergläsern zurück und stellte sie auf dem Tischchen ab. Dieses Getränk roch ekelerregend für Catherines feine Nase: "Hättest du nur etwas anderes genommen. Etwas aus Früchten z.B." Magnus hob das Glas unter die Nase: "Na, so schlimm ist es doch nicht. Tu so, als würdest du trinken." Dabei setzte er den Rand des Glases an seine Lippen und begann nippte daran. Magnus' Aufmerksamkeit erregten drei junge Unsterbliche, die an der Theke standen und kicherten. Es waren zwei Frauen und ein Mann und sie waren anscheinend auf Jagd. Magnus erkannte ihre blasse Haut die, die Frauen mit ihren weitausgeschnittenen Tops fast zu großzügig zur Schau stellten und die gierigen Blicke, mit denen sie die anwesenden Menschen musterten. Die blutjungen Frauen rührten mit dem Strohhalm in ihren Cocktailgläsern, während sie miteinander sprachen. Magnus und Catherine verbargen ihre Gedanken und ihre Aura, um die Drei nicht einzuschüchtern. Sie wollten unbemerkt bleiben. ‚Das wird interessant. Ich will sie verfolgen', sandte er seiner Geliebten. Sie stimmte zu. Bald darauf nahmen die jungen Vampire eine Gruppe von drei Männern ins Visier, die zusammen unterwegs waren und ordentlich becherten.

Nach einigen Bierchen, verließen die besagten Sterblichen die Bar wieder. Magnus legte Geld auf den Tisch und wartete mit Catherine, bis die jungen Unsterblichen ihnen folgen würden. Dies geschah nach einigen Minuten und kurz darauf huschten Catherine und er hinaus und stoben sofort auf die Hausdächer hinauf. Von dort hatten sie einen ungehinderten Blick auf das Geschehen. Ihre Artgenossen bedienten sich im Moment der sterblichen Fortbewegungsweise, um die Gruppe zu verfolgen. Die Frauen trennten sich von ihrem Gefährten und gingen den Männern entgegen. Da diese angetrunken waren, pöbelten sie die attraktiven Frauen an, was von den Unsterblichen auch beabsichtigt war. Ein wenig ließen sie sich darauf ein und lockten die Männer in eine schmale Seitenstraße. Dort lauerte ihr Gefährte bereits auf einem Hausdach und dann ging alles sehr schnell. Jeder packte ein Opfer und biss herzhaft in die Kehle. Magnus erregte der Anblick von Blut auf ihren Gesichtern. Sein Hunger war jedoch noch weit entfernt. Von hinten presste er sich an Catherine und küsste ihre Halsseite, während er das Geschehen in der Gasse beobachtete. Die Jungen waren beinahe fertig mit ihrer Mahlzeit. Der Mann ließ sein Opfer zuerst fallen und lehnte keuchend an eine Hauswand. Seine Gefährtinnen folgten kurz darauf. Nachdem sie die Leichen in einem Müllcontainer versteckt hatten, begannen die Frauen, ihren Gefährten zu küssen und das Blut von seinem Gesicht zu lecken. Catherine meinte schließlich: ‚Lass uns heimkehren.'



 

 

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