8. Mit Cathy in San Francisco

Nach einigen Wochen nach dem Wiedersehen mit Catherine, folgte Magnus seiner Gefährtin nach San Francisco. Sie wollte ihren Sprössling Antonio besuchen und ihm Magnus, als ihren neuen Gefährten vorstellen. Der hellblonde Unsterbliche war sehr neugierig auf diese Metropole.

Er und Catherine reisten durch die Lüfte und als das Lichtermeer der Stadt vor ihnen auftauchte, war Magnus sehr beeindruckt. Welch herrlicher Anblick! Tosend drang der Straßenlärm an seine Ohren. Unmengen von Autos in den Straßen und unzählige Menschen. Catherine steuerte zielsicher über die Wolkenkratzer hinweg, zum Stadtrand hin. Magnus betrachtete fasziniert die große Golden Gate Bridge, die sich rechts von ihnen über die Bucht spannte. Kurz darauf wurde die Besiedlung unter ihnen spärlicher. Einzelne Villen in großen parkähnlichen Grundstücken folgten. Ein scheinbar kurzes Stück davon entfernt, tosten die Wellen des Pazifiks an die Küste.

Nun verringerte seine Gefährtin die Höhe und er konnte das Anwesen erkennen, auf das sie zusteuerte. Eine beleuchtete Villa umringt von einem Wäldchen aus tropischen Gewächsen, lag vor ihnen. Magnus stach sofort die imposante Eingangstreppe ins Auge, flankiert von zwei großen Löwen aus weißem Marmor. Catherine setzte auf der großen Terrasse neben dem Pool auf. Lächelnd blickte sie sich um: "Er hat sich seit letztem Mal erheblich gebessert, was seine Unterkunft angeht." Ihr Begleiter blickte sich um: "Ja, nicht übel. Ist wohl sehr reich, dein Söhnchen." Er folgte Catherine ins Haus, als sich die Terrassentür, wie von Geisterhand öffnete. Drinnen war viel mit alten Möbeln eingerichtet und es hingen alte Bilder an den Wänden. Catherine musste lächeln, als sie die mittelalterlichen Künstler erkannte. Schon seit sie über der Villa geschwebt hatten, sandte sie ihre Gedanken an Antonio, damit er auf ihr Kommen vorbereitet sei. Der Hausherr stand plötzlich hinter ihnen an der Terrassentür und sagte: "Willkommen in meinem bescheidenen Heim." Catherine fuhr herum, lächelte und ging auf ihren Zögling zu: "Antonio. Sei gegrüßt!" Sie küsste ihn kurz und wandte sich dann zu ihrem Gefährten um: "Das ist Magnus. Ich habe ihn doch noch gefunden."

Antonio betrachtete den großgewachsenen Unsterblichen mit dem langen hellblonden Haar genauer. Er war stärker als er und sehr schön. Kein Wunder, dass seine Schöpferin ihm verfallen war: "Es freut mich, dich endlich kennen zu lernen, Magnus. Catherine hat mir schon einiges über dich erzählt." Er reichte dem anderen die Hand. Magnus ergriff sie und erwiderte: "Ganz meinerseits. Ich habe ebenfalls schon etwas über dich gehört." Dabei warf er Catherine einen kurzen Blick zu. Dem Hausherrn gefielen die intensiven blauen Augen des Blonden und Magnus war beeindruckt von Antonios Aura. Mit ihm war seine Cathy also fünfzig Jahre zusammen gewesen. „Kommt, ich führe euch herum."

Später, als sie im Wohnzimmer saßen, hielt Antonio seine Neugierde nicht mehr aus. Er sah zu Magnus hinüber, der lässig im Sessel saß und ein Bein auf das Knie des anderen gelegt hatte. „Wie ist es geschehen? Wie wurdest du zurück geholt?" Sein Gegenüber lächelte zuerst nur. Da sandte Catherine ihrem Gefährten: 'Antonio weiß darüber Bescheid. Du kannst es ihm erzählen.' Magnus begann: "Einige Forscher holten mich zufällig zurück. Ich erwachte und neben mir lag ein Toter, den ich ausgesaugt hatte. Anfangs fühlte ich mich noch schwach und unsicher auf den Beinen. Dann kamen noch zwei weitere Männer und ich trank sie ebenfalls aus. Vor der Höhle, in der ich geruht hatte, standen Jeeps, die ich zuerst für pferdelose Kutschen hielt. Das war ja alles vollkommen unbekannt für mich. Ich hatte ja nur bis zum 13. Jahrhundert gelebt. Aber mich interessierte alles brennend und ich wollte schnell alles lernen. In Sarajevo lernte ich eine Unsterbliche kennen und sie zeigte mir die Errungenschaften der Neuzeit." Antonio nickte wissend: "Ich kann mir vorstellen, wie es dir ergangen ist. Mir ging es ebenfalls schon öfters so. Ich bleibe doch immer ein Kind der Renaissance und verstehe die neuen Erfindungen nicht so leicht, wie jüngere Unsterbliche." Magnus spielte mit seinen Fingern: "Och, verstehen tue ich es eigentlich ganz gut. Das machte mir keine Schwierigkeiten. Vielleicht weil ich neu erwacht bin." Sie unterhielten sich noch weiter die restliche Nacht. Antonio fragte Magnus gegen Morgen: "Hast du Lust morgen mit mir ein paar Junge unschädlich zu machen, die in meinem Revier wildern?" Der war nicht abgeneigt und antwortete: "Ja doch. Ich habe schon lange nicht mehr gekämpft. In der Wüste war es nie nötig." Der Hausherr lächelte: "Sehr gut! Dann ist dies ja die passende Gelegenheit um wieder in Übung zu kommen." Magnus lachte nur.


Am nächsten Abend wurde Magnus von Antonio geweckt, um mit der Jagd auf diese junge Brut beginnen zu können. „Zieh dich an! Wir müssen los, solange sie noch schlafen", sagte der Hausherr. Magnus war nicht begeistert über diese Störung: "Ach, lass mich noch." Antonio ließ nicht locker: "Du wolltest doch dabei sein, oder?!"

„Ja schon", erwiderte er, wälzte sich aus den Decken und zog die Lederhose über. Dabei spürte er Antonios Blicke im Rücken. Er konnte die Gedanken des anderen zwar nicht lesen, aber er nahm an, dass Antonio gefiel, was er sah. Magnus musste vor sich hin grinsen. Dann nahm er das Kurzschwert, das Antonio ihm reichte entgegen.

„Hier, deine Waffe." Magnus fragte: "Wird es einfach?" Der andere nickte: "Ja. Es sind Neugeborene oder vielleicht einige Jahre unsterblich. Drei Männer und zwei Frauen."

„Frauen? Du tötest sie auch?" Antonio erstaunte diese Frage: "Warum nicht? Sie bedrohen mein Revier. Ich mache keine Unterschiede." Magnus grinste: "Nun ja, ich habe noch nie gegen sie gekämpft. Höchstens im Bett. Bei uns damals war es nicht üblich." Der Hausherr schritt zum Aufzug: "Die Zeiten sind längst vorbei. Also los!" Sie schwangen sich in die Lüfte und Antonio gab die Richtung vor, da er wusste wo sich das Versteck der Gruppe befand.

Bald darauf standen sie vor einem leer stehenden Haus. Drinnen war noch alles ruhig und dunkel. Vorsichtig betraten sie das Treppenhaus und Antonio stieg zielstrebig in den Keller hinab. Magnus folgte ihm und fühlte nun die anderen. Diese waren bereits erwacht, aber spürten sie noch nicht kommen. Er umklammerte den Griff seines Schwertes, um sofort damit zuschlagen zu können, wenn sie angreifen sollten. Antonio ging vor ihm. Plötzlich hörte er einen Aufschrei, Gepolter und sah einen geköpften Mann am Boden liegen. Den Ersten hatte Antonio schon erledigt. Nun war der Rest gewarnt. Zwei weitere Unsterbliche schossen durch den Gang auf sie zu, versuchten sie an den Kehlen zu packen. Magnus schlug seinen Gegner aus der Luft zu Boden, holte mit dem Schwert aus und traf aber nur die Schulter des Angreifers. Dieser blutete jedoch stark aus der gespaltenen Schulter aber attackierte den Eindringling mit seinen Fingernägeln. Magnus bekam Kratzer an der Brust und den Armen ab, bevor er abermals mit dem Schwert zuschlug. Diesmal traf er den Kopf und spaltete ihm den Schädel. Wie grotesk das aussah, als der schwerverwundete Vampir noch vor ihm stand, bevor er vor immensem Blutverlust zusammensackte.

Nun kamen die Frauen ihren Gefährten zu Hilfe. Antonio hatte schon den Zweiten außer Gefecht gesetzt. Magnus wurde auf einmal von hinten angegriffen und in den Nacken gebissen. Eines dieser Biester krallte sich an ihm fest und riss ein Stück Fleisch aus seinem Hals. Zum Glück hatte sie nicht die Halsschlagader erwischt. Er griff erbost nach hinten und schleuderte sie vor sich zu Boden. Unzählige Knochen in ihrem Leib brachen. Bevor sie wieder aufstehen konnte, sprang Magnus mit beiden Beinen mit voller Wucht auf ihren Körper. Sie fauchte und zerkratzte seine Beine, solange er sie zu Brei zertrat. Ihr zerfleischter Leib brodelte und zuckte und schließlich trennte er mit einem Schwerthieb ihren Kopf ab. Dann war es endlich still im Keller.

Antonio hatte in dieser Zeit die andere Unsterbliche getötet. Der Gang war voller Blut und die Adern der Besiegten krochen um ihre Füße. Magnus und Antonio hoben die Köpfe auf und trugen sie auf das Dach des Hauses. Danach die Körper. Der hellblonde Vampir betrachtete den Schlamassel. Nun hatte er doch eine Frau getötet. Naja, sie hatte ihn auch angegriffen. Zwei Unsterbliche in einer Nacht zu vernichten, hatte er noch nie getan. Antonio trat neben ihn: "Und wie fühlst du dich?"

„Ich denke, gut. Meine Kratzer heilen bereits. Nur meine Hose ist zerfetzt." Dabei blickte er an sich hinunter. Das schwarze Leder hing streifenweise herab. Antonio hingegen hatte fast nichts abbekommen. Er war wirklich sehr stark, wäre mit allen Fünf spielend fertig geworden. Magnus Fleischwunde am Hals war noch deutlich zu sehen. Antonio fragte zögernd: "Möchtest du trinken?" Und entblößte seinen Unterarm. Der Blonde verneinte zuerst, aber irgendwie reizten ihn die bläulichen Adern, die nun hervorzutreten schienen. Er umfasste den Arm des anderen, führte ihn an seine Lippen, fühlte die zarte Haut und versenkte seine Zähne darin. Das dunkle, köstliche Blut rann über seine Zunge und beide erfasste die Erregung. Antonio drängte sich enger an ihn, zog ihn von der Wunde weg, um ihn zu küssen. Magnus stieß ihn von sich: "Hör auf damit! Ich will das nicht." Antonio nickte enttäuscht: "Dann lass uns gehen." Magnus musste vor sich hin grinsen. Er fühlte sich geschmeichelt und Antonios Blut war auch wirklich gut gewesen, aber er hatte sich noch nie mit einem Mann eingelassen. Es hatte sich nie ergeben und es hatte ihn bisher auch nie gereizt. Als sie über der Stadt schwebten, fragte sein Begleiter: "Gefällt dir die Neuzeit?"

„Ja. Es ist alles total anders als früher. Viel spannender! Ich liebe zum Beispiel das Motorradfahren. Catherine mag es nicht sonderlich." Antonio lächelte: "Das kann ich mir vorstellen. Sie lebt lieber weiter in der Vergangenheit. Dabei fällt mir ein. Warst du schon einmal in einer Disco?" Magnus überlegte: "Am Anfang mal. Ich kenne Bars und Raststätten. Die Gegend war ziemlich trostlos, wo ich herkomme."

„Komm, wir ziehen uns um und besuchen eine. Wird dir sicherlich gefallen. Bist du hungrig?" Der blonde Unsterbliche verneinte.

Die Hosen seines Gastgebers waren ihm zu eng, aber bei den Sachen von dessen Mitbewohner, wurde er fündig. Antonio reichte ihm eine schwarze Lackhose: "Deinen Ledermantel kannst du dazu anlassen. Das passt gut dorthin. Es gibt ziemlich verrückte Kleidung dort." Er zwängte sich ebenfalls in eine Lackhose und zog dazu ein schwarzes, enges Shirt an. „Nun können wir gehen." Magnus meinte: "Ich bin gespannt."

Die Disco der Sterblichen war wirklich eine andere Welt. Laut und überall weiche, heiße Leiber, die sich im Gedränge an ihm streiften. Sehr knapp bekleidete Frauen überall und ein schwerer menschlicher Geruch hing in den Räumen, vermischt mit Rauch, Alkohol, Schweiß und Blut. Viel besser als auf den Bällen damals. Unter ihnen wogte die Fleischmasse auf der Tanzfläche. Zuckendes Licht und zuckende Körper. ‚Zum Glück bin ich nicht hungrig. Hier könnte ich mich nicht beherrschen. Pure Ekstase!', sandte er Antonio. Dieser grinste teuflisch: ‚Ja, es ist verführerisch.' Magnus beobachtete die tanzenden Sterblichen. Einige Frauen in Lackcorsagen und hohen Stiefeln gefielen ihm. Er lehnte sich an eine Säule und sah sich weiter um. Auf Podesten tanzten fast nackte Frauen und Männer. Dann spürte er Blicke auf sich. Jemand beobachtete ihn und kurz darauf stand eine Frau vor ihm, beugte sich zu ihm und sagte in sein Ohr: "Bist du öfters hier?" Er lächelte: "Nein, zum ersten Mal."

„Gefällt's dir? Cool, oder?!" Magnus nickte. Sie schmiegte sich enger an ihn als es nötig wäre und er fühlte ihren Herzschlag an seiner Brust und ihr Atem blies an seine Wange: "Kommst du mit an die Bar dort?" Er folgte ihr. Sie trug ein rotes Lackkorsett, schwarzen Minirock und Schnürstiefel bis zu den Knien. Scheint hier Mode zu sein. Ihr Haar war lang und schwarz gefärbt. Sie bestellte zwei Drinks mit einer grünlichen Farbe. Der Unsterbliche roch daran und nippte vorsichtig. Der Alkohol brannte ein wenig an seinen Lippen. „Ich bin Miriam. Und du?"

„Magnus. Schmeckt nicht schlecht." Miriam lehnte sich ganz nah zu ihm, um ihn besser zu verstehen. Die Berührung ihrer Brüste an seinem Oberkörper gefiel ihm. Daraufhin legte er beiläufig seine Hand auf ihren Hintern und hörte wie ihr Puls beschleunigte. Das erregte ihn. Seine Lippen kamen ihrem Mund sehr nah. Magnus gefiel dieses Spiel sie zu erregen. Ihr lüsterner Blick und die scheinbar zufälligen Berührungen seines Körpers. Inzwischen war ihr Absinthglas fast leer. Magnus kippte sein Getränk blitzschnell zu Boden und Miriam führte ihn dann an der Hand eine Treppe empor. Oben angelangt, lehnte sie sich an das Geländer: "Schau. Von hier kannst du alles überblicken." Er drängte sich an ihren Rücken: "Ja, gefällt mir hier oben." Seine Hände strichen über ihre Hüfte, er küsste ihren Hals und schob ihren Rock hoch. Als sie keine Einwände hatte, zog er ihren Tanga ein Stück herunter und drang in sie ein. Die Sterbliche stöhnte auf und lehnte sich weiter vor. Sein Mantel verdeckte ihr Tun. Er fand die Kulisse absolut passend dazu. Die brodelnde Menge unter ihnen, Lichtblitze und diese harten Rhythmen. Sie fasste nach hinten an seinen Hintern und krallte sich hinein. Das erregte ihn noch mehr und er biss sanft in ihre Halsseite. Kurz darauf erlebte er seinen Höhepunkt. Befriedigt zog er ihren Tanga wieder hoch und hauchte ein „Danke" in ihr Ohr. Sie war noch ganz benommen von ihrer Ekstase, als Magnus schon unten war, um Antonio zu suchen.

Auf der Suche genoss er die vibrierenden, sterblichen Körper an seinem festen Fleisch. Wie in einem Strom durch den er schwamm. Auf der anderen Seite der Tanzfläche stand Antonio und lächelte ihm zu. Als er bei ihm ankam, meinte dieser: "Es gefällt dir, wie mir scheint." Antonio sah zu Miriam hinauf: "Ich glaube, du hast sie ganz schön verwirrt. Sie sucht dich." „Dann lass uns gehen. Ich hatte meinen Spaß."

Bei Antonio zu Hause interessierte Magnus der übergroße Fernseher und sie ließen sich auf der Couch nieder. Er nahm die Fernbedienung und zappte durch die Kanäle, bis er bei einem Erotikkanal hängenblieb. Eine Weile sah er zu und meinte dann: "Ich glaube, ich habe Menschen noch nie zugesehen. Das ist auch langweilig. Solche Filme von uns zu drehen wäre viel interessanter." Antonio grinste: "Das könntest du ja tun und als Video rausbringen. Wahrscheinlich würden sich perverse Sterbliche darum reißen. Sie sehen sich auch Filme an, wo Frauen und Kinder gequält werden, oder sie es mit Tieren treiben." Magnus schüttelte ungläubig den Kopf: "Solche Dinge finden Gefallen?" „Ja wirklich. Und wir gelten als Monster. Trotzdem würden sie unser Blut gern trinken, um schön und jung zu bleiben. So verteufelt, wie die Menschheit heutzutage ist, war sie noch nie." Magnus erwiderte lachend: "Klingt fast paradiesisch für uns. Aber wofür leben sie?" Der Schwarzhaarige blickte auf den Bildschirm: "Hm, für Geld und Spaß. Tagsüber verdienen sie sich ihren Unterhalt, um ihn nachts für Vergnügungen auszugeben."

„Was erzählen sie heutzutage über uns?" Antonio erwiderte:" Fast niemand glaubt mehr an uns. Wir sind Fantasiegestalten. Dämonen gibt es in der Welt der Wissenschaft nicht mehr. Trotzdem sind die Menschen davon fasziniert, oder gerade deshalb. Am meisten reizt sie die Unsterblichkeit und die ewige Jugend. Glaub mir. Würden sie einen von uns gefangen nehmen, würden sie ihm das Blut aussaugen. Sie sind so versessen in ihrem Jugendwahn. Lassen sich schöner operieren. Ich denke es ist besser, sie glauben nicht an uns, sonst würden sie uns wegen unserer Unsterblichkeit jagen." Magnus nickte: "Verrückt! Früher vernichteten sie uns, weil wir Teufel für sie waren und heute würde man uns für etwas Kostbares halten. Komische Welt!"

Als Magnus hungrig in Antonios Keller erwachte, vernahm er schwache Herzschläge. Sie schienen von oben zu kommen und es war nicht Santinos Herz. Er zog sich kurz an und fuhr mit dem Aufzug nach oben. Unter die Pulsgeräusche mischte sich jetzt noch Menschengeruch. Daraufhin krampften sich seine Adern fordernd zusammen. Magnus betrat das Wohnzimmer und dort saß Antonio mit zwei hübschen Frauen. Sofort wusste er, dass dieser sie wegen ihm herbestellt hatte. Bewundernde Gedanken schlugen ihm entgegen und er lächelte innerlich. Antonio sah ihn erwartungsvoll an, für welche er sich entscheiden würde. Magnus sah sich beide Frauen an und sog ihren Duft ein. Die mit den rotbraunen Haaren sprach ihn mehr an und er setzte sich neben sie.

Nach ein wenig Smalltalk verließen sie gemeinsam den Wohnraum und Antonio führte sie in eines seiner Bäder. Es war prunkvoll eingerichtet. Mit Säulen, Marmor und vergoldeten Armaturen. Eine große sprudelnde Wanne stand auf einem Podest. Magnus gefiel es hier sofort und er würde hier gern trinken. Sie alle zogen sich aus und bestiegen die Wanne. Kurz darauf befingerten sich er und die Rotbraune. Da sie eine Hure war, kam sie schnell zur Sache. Das warme Wasser erwärmte seine kalte Haut. So würde sie nichts Ungewöhnliches bemerken. Ihre Hand ergriff seinen großen Schwanz: "Wow, du bist aber gut ausgestattet." Magnus grinste. Ihr Herz hämmerte in seinen Ohren und er musste seinen Trieb noch unterdrücken. Die Frau setzte sich kurzerhand auf seinen Schoß und führte sich sein Teil ein. Das überrumpelte den Unsterblichen und er verlor die Kontrolle über sich. Fauchend zog er ihren Kopf an den Haaren zurück und biss herzhaft in ihre Kehle. Sie schrie auf und begann sich zu wehren. Als Antonio das bemerkte, biss er ebenfalls sein Opfer bevor dieses in Panik geriet. Magnus sog gierig das Blut ein und nahm die Schläge und Kratzer seines panischen Opfers kaum wahr. Er war ganz versunken in das Pulsieren und dem dröhnenden Herzschlag und der Hitze, die durch ihn strömte. Bald wurde ihre Gegenwehr schwächer und erstarb ganz. Als der Strom versiegte, lehnte sich Magnus keuchend an den Wannenrand. Nach einiger Zeit, als der Rausch vorbei war, sah er Antonio vor sich. Dieser begann ihn zu küssen und zu streicheln. Er war zu erregt, um den anderen abzuweisen und ließ ihn gewähren. Irgendwie war es egal, wer ihn befriedigte.

Magnus konnte noch nicht so recht glauben, was er eben getan hatte. Dieser dunkelhaarige Teufel hatte ihn einfach verführt, als er am wehrlosesten war. Berauscht vom Blut und so erregt. „Du elender Mistkerl!", sagte er zu Antonio. Dieser erwiderte: "Erzähl mir bloß nicht, es hätte dir nicht gefallen. Das wäre doch eine glatte Lüge." Magnus musste grinsen und rief in Gedanken nach Catherine.

Kurz darauf erschien sie in der Tür und blickte auf ihre beiden Schützlinge. Er sandte: ‚Zieh dich aus und komm zu mir.' Schon der Gedanke an den Beischlaf mit ihr, trieb ihm das Blut in die Lenden. Sie beobachtete lächelnd seine Reaktion, streifte ihr Kleid ab und kletterte zu ihm in die Wanne. Dann liebte er sie ungestüm, wie immer. Ihr schien es zu gefallen, denn sie schlug ihm aufmuntert auf den Hintern und streckte ihm ihre Kehle entgegen, damit er zubiss. Das tat er. Catherine stöhnte und ihre Augen schimmerten deutlicher. Magnus hatte sich fest in ihren Hals verbissen, umklammerte ihre Handgelenke und brachte das Wasser zum Spritzen. Antonio sah nur zu und verließ schließlich das Bad, um die Körper zu beseitigen. Als sie beide am Ziel waren, sank Catherine außer Atem neben ihn. „Wie lange willst du eigentlich noch hier bleiben?", fragte Magnus. „Ich weiß nicht. Willst du schon wieder weiter?", entgegnete Catherine. „Naja, ich möchte mir noch so viel ansehen. Irgendwie plagt mich die Unruhe", meinte er. Sie erwiderte: "Wir haben doch Zeit. Einige Nächte noch, in Ordnung?!" Er erhob sich und stieg aus dem Wasser: "Meinetwegen. Ist ja schön hier."

Am nächsten Abend war Magnus mit Catherine in der Stadt unterwegs. Sie wollte einkaufen und er spazierte solange lieber herum. Da entdeckte er etwas, das er unbedingt haben wollte. Eine dicke Harley parkte an der Straße und vom Besitzer weit und breit keine Spur. Der Unsterbliche begutachtete das gute Stück von allen Seiten, strich über den Tank, setzte sich schließlich darauf und war hin und weg davon. Schnell schloss er den Motor kurz und brauste davon. Als Catherine mit ihren Tüten aus dem Kaufhaus kam, wartete er bereits davor mit der neuen Maschine. „Wo kommt die jetzt her?", fragte sie. „Die hab ich gefunden. Gefällt's dir?" Sie zuckte mit den Schultern: "Ach, Magnus ich kann mit diesen Dingen nichts anfangen."

„Steig auf!" Sie ging jedoch weiter: "Nein, ich fliege lieber. Bis später." Dann kurvte er eben allein durch die Stadt. Wie grell erleuchtet die Städte heute waren, fast wie am Tag. Überall diese Leuchtschriften und Straßenlaternen. Früher hingegen waren die Orte fast dunkel. Nur vereinzelte Fenster waren beleuchtet und die Menschen gingen früh schlafen. Und dann dieser Lärm. Sirenen, Autos, Musik aus den Kneipen. Ziemlich verwirrend für einen Unsterblichen wie ihn.

Plötzlich entdeckte er eine Gruppe von Seinesgleichen. Sie schlenderten die Straße entlang, unterhielten sich flüsternd, um dann in der nächsten Seitenstraße zu verschwinden. Neugierig folgte Magnus ihnen, stellte die Harley aber vorher ab. Kaum war die Gruppe außer Sichtweite der Sterblichen, huschten sie die enge Gasse entlang. Magnus hetzte unbemerkt hinterher, schnappte einige Gedankenfetzen von ihnen auf und erfuhr so, dass sie auf dem Weg in einen speziellen Club waren. Das wollte er sich genauer ansehen. Er hatte keine Mühe ihnen zu folgen, hielt sich aber in gebührender Entfernung und baute seine Blockade im Kopf auf. Die Gruppe schoss plötzlich in die Höhe und als Magnus wenige Zeit später ebenfalls auf dieses Gebäude flog, sah er den Eingang des Clubs. Ein unsterblicher Türsteher stand davor und beäugte die Ankömmlinge. Magnus Anblick schien ihn zu verunsichern, denn er öffnete ihm schnell die Tür und dieser trat ein. Im Innern war es dunkel. Nur die blinkenden Scheinwerfer der Tanzfläche erhellten manche Bereiche. Es war ziemlich voll, fast wie bei den Sterblichen. Magnus bemerkte sehr schnell, dass sich hier nur seine Art befand. Die Meisten waren jung. Da war er eine Ausnahme und manch einer nahm Notiz von dem Alten und wich vorsichtshalber zurück. Die Jungen hatten von Natur aus großen Respekt vor den älteren Unsterblichen, weil diese sie oft verfolgten und töteten. Sie gingen ihnen lieber aus dem Weg, als einen Streit herauf zu beschwören. Doch in diesen Clubs herrschte waffenfreie Zone. Jeder durfte sich hier aufhalten. Einige Frauen begutachteten den Neuen aus der Entfernung. Magnus spürte das. Manche Gedanken flogen ihm zu. Obszöne Gedanken. Eine Dunkelhaarige stand auf einmal neben ihm: "Hi. Neu in der Stadt?" Er sah auf sie herab: "Ja, kann man so sagen." Inzwischen näherten sich ihre drei Freundinnen, die sich im Hintergrund gehalten hatten. „Gefällt dir San Francisco?"

„Schon. Ziemlich groß und verrückt." Die Dunkelhaarige fragte weiter: "Wo kommst du her?" Magnus erklärte: "Aus der Wüste. Dort war es langweilig gegenüber hier." Sie lachte: "Kann ich mir denken. Hast du Lust mit uns mitzukommen? Dann feiern wir unsere private Party." Er musterte die Frauen: "Was hast du anzubieten?" Sie versuchte ihn mitzuziehen, scheiterte aber an seiner Kraft: "Uns vier. Hast du Lust?" Magnus beschloss mit zugehen. Allein mit vier Frauen wurde sicherlich sehr amüsant. Er folgte ihnen ins Freie. „Wie heißt du überhaupt?" „Magnus." Die Unsterbliche mit den braunen Haaren sagte: "Schön. Ich bin Vivian. Wir nehmen die Limousine zu meinem Haus." Sie holte ihr Handy aus der Handtasche und rief bei ihrem Chauffeur an.

Solange sie an der Straße warteten, schmiegte sich Vivian an Magnus, strich über seine Brust: "Wie alt bist du? Schwach bist du jedenfalls nicht." Er legte seine Hände auf ihre Schultern: "Fünfhundert." Dann zog er sie an sich und küsste sie. Vivian umschlang ihm, presste ihren Körper an seinen. Er fühlte mehrere Hände an seinem Leib und Küsse der anderen an seinem Nacken und seinen Wangen. Er war bereits sehr erregt und hoffte, dass der Wagen bald kam. Im Auto ging die Küsserei weiter. Magnus Hände tasteten nach verschiedenen Brüsten und Beinen. Sie zogen ihm die Hose bis zu den Knien hinunter und schoben sein Shirt hoch. Vivian kniete auf den Boden, um sich seinen Schwanz in den Mund zu stecken. Magnus knurrte leicht, während er eine ihrer Freundinnen küsste. Es gefiel ihm sehr so von allen Seiten verwöhnt zu werden. Endlich waren sie am Ziel angekommen. Er konnte es kaum noch erwarten, die Erste zu nehmen. Vivian stieg aus der Limousine: "Gehen wir rein." Sie bewohnte einen edlen Bungalow mit Pool und großem Grundstück. Hier schienen alle Unsterblichen so vornehm zu wohnen. Der Chauffeur ging in sein Quartier zurück um endlich zu schlafen. Magnus betrachtete im Vorbeigehen die Einrichtung, die aus viel Glas, Leder und Chrom bestand. Die Damen lotsten ihn zielstrebig in das Schlafgemach. Vivian fragte: "Willst du trinken?" „Eigentlich nicht. Ich habe erst." „Gut. Was dagegen, wenn wir es tun?" Magnus lächelte: "Nein, nur zu."

Zwei der Frauen verschwanden kurz, um dann einen nackten, gefesselten Mann ins Zimmer zu zerren. Der Unsterbliche interessierte sich mehr für die Hausherrin, mit der er sich küssend aufs Bett sinken ließ. Doch sie schob ihn von sich: "Zuerst koste ich von dem Sterblichen." Magnus roch den Angstschweiß des Menschen. Dieser hatte die Zähne der Damen bereits kennengelernt. An manchen Stellen seines Körpers hatte er Bisswunden und ahnte, dass es diesmal nicht dabei bleiben würde. Die Frauen hatten sich entkleidet und zogen ihr Opfer auf das Bett. Ihre Zungen leckten über die verschwitzte Haut des Menschen und Vivian grub ihre Zähne als Erste in seinen Brustmuskel. Er stöhnte auf, an mehr hinderte ihn der Klebestreifen über seinem Mund. Nachdem sie einige Züge genommen hatte, überließ sie ihn den anderen. Magnus erwartete sie sehnsüchtig. Die Show gerade hatte ihn sehr angeturnt und empfand es erlösend endlich in sie eindringen zu dürfen. Das Blut hatte ihren Körper erwärmt und nun bewies er ihr seine Stärke. Hinterher liebte er die anderen Drei. Es war einfach wunderbar.

Als er befriedigt zwischen ihnen lag, biss Vivian abermals in seine Kehle und trank. Zuerst dachte er sich nichts dabei, aber als ihr Sog stärker wurde und er noch die Zähne der anderen in seinem Fleisch spürte, wurde ihm klar, dass es ernst wurde. Sie wollten ihm seine Kraft rauben. Er wusste es plötzlich und spannte die Muskeln an. Da wurden ihre Umklammerungen fester, Fingernägel bohrten sich in seine Haut. Er packte Vivian an den Haaren und riss ihren Kopf zurück: "Miststück! Hör auf!" Sie befahl daraufhin ihren Mädchen: "Haltet ihn fest!", und versuchte ihn wieder aufs Bett zu drücken. Magnus wurde wütend, sein Selbsterhaltungstrieb erwachte und mobilisierte seine ganze Kraft. Er schlug nach den Frauen, zerrte sie von seinen Gliedern und sprang auf die Füße: "Ihr Mistweiber! Kommt nur her. Ich reiß euch in Stücke. Drecksbrut!" Vivian und die anderen verharrten in Lauerstellung. Wie Katzen schlichen sie um ihn herum. Er registrierte jede ihrer Muskelbewegungen und wartete bis sie sich zum Sprung bereitmachten. „Wir kriegen dein Blut schon noch, Süßer. Es ist mächtig." „Viel zu mächtig für euch. Abschaum!", spie er ihnen verachtend entgegen. Auf ein gemeinsames Zeichen hin griffen ihn alle Vier auf einmal an. Magnus schlug sie alle in einem Rundschlag zu Boden, packte gleich zwei Frauen an den Beinen und schleuderte sie gegen die Wände. Er hörte Knochen brechen. Dann trat er auf den anderen beiden, die noch am Boden lagen, herum. Zertrat Arme, Beine und Rippen. Wie ein Berserker tobte er unter ihnen, bis sie versuchten zu entkommen. Die Anführerin kroch auf ihren zerschmetterten Beinen in Richtung Tür. Als Magnus das sah, sprang er mit aller Kraft auf ihren Rücken und zerquetschte dabei ihren Oberkörper. Das Blut war überall und ihre Kräfte versiegten. Schließlich stand er zwischen blutigen, gequetschten Frauenkörpern, die sich hilflos bewegten, wie gestrandete Fische.

Er schleifte sie alle in den Garten und suchte eine Gelegenheit sie aufzuspießen. „Magnus, du Mistkerl. Lass uns in Ruhe! Wir wollten doch nur dein Blut. Was macht dir der Verlust schon?" Er antwortete: "Es ging euch um mehr. Ihr wolltet mich aussaugen und blutleer verbrennen lassen. Vergiss nicht, dass ich eure Gedanken sehen kann. Keine Sorge! Ihr seid jung und werdet schnell verbrennen." Auf dem Nachbargrundstück entdeckte er einen Stapel Holpfähle, die wohl für einen Zaun gedacht waren. Er sprang über die Mauer, holte vier Stück herüber und rammte sie neben einander ins Gras. Zuerst nahm er sich Vivian vor. Sie wand sich verzweifelt, aber er hob sie hoch über die Pfahlspitze und rammte sie ihr zwischen die Beine: "Na, wie fühlt sich der an? Groß und hart, was." Danach verfuhr er mit den anderen genauso. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr befreien. Magnus setzte sich vor die sich windenden aufgespießten Frauen und wartete auf die Morgendämmerung. Als es heller wurde, jammerten und fluchten sie wieder und er zog sich wegen dem stärker werdenden Licht ins Haus zurück. Die heruntergelassenen Jalousien schützten ihn und er konnte mit einer Sonnenbrille, die auf einem Tisch gelegen hatte, beobachten, wie ihre Haut anfing zu verschmoren. Ihre Schreie waren furchtbar. Vielleicht hätte er sie doch köpfen sollen. Die Minuten in denen sie verkohlten, kamen ihm ewig vor. Endlich verstummten die Schreie und es hingen nur noch schwarze, verrunzelte Leiber an den Pfählen. Magnus spürte die bleierne Schwere in seine Glieder kriechen und er verzog sich in den Keller. Morgen Abend würde er sie beseitigen.


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