9. Gartenparty

Der Samstag kam schnell.
Schon vormittags begann Valentin mit seiner Rundum-Körperpflege. Alex hielt es ähnlich, damit sie beide am Abend den bestmöglichen Eindruck machen würden.
Jeder von ihnen nahm sein jeweiliges Bad in Beschlag und schließlich trafen sie sich im Wohnzimmer wieder.
Valentin war vor Alex fertig und wartete in seinem schwarzen Anzug auf dem Sofa. Als er sie kommen hörte, erhob er sich und war bei ihrem Anblick erstmal sprachlos.
So schick hatte er sie noch nie gesehen.
Alex trug ein langes, dunkelgrünes Abendkleid, hatte ihre Haare lockiger gemacht, sich deutlicher geschminkt und Schmuck angelegt.
„Du siehst toll aus“, bemerkte er anerkennend.
Alex lächelte geschmeichelt: „Danke. Du aber auch.“ Sie fuhr leicht über seine seidigen Haare, die gleichmäßig über seine Schultern flossen.
Schließlich war es Zeit aufzubrechen.
Joe, der ebenfalls einen schwarzen Anzug trug, chauffierte die beiden heute zur Party.
Valentin meinte zu ihm: „Schön, dass du auch mitkommst.“
Der Hausdiener erwiderte: „Nur als Chauffeur. Ich bin dann bei den anderen Fahrern und normalen Dienern.“
Der Jüngere war ein wenig enttäuscht: „Schade!“
Joe grinste: „Keine Sorge. Du wirst sicher keine Langeweile haben. Rick kommt ja auch und du lernst mal andere Liebesdiener kennen. Die Damen sind dort alle in Begleitung.“

Christines Anwesen grenzte an einen der Seen mit eigenem Anlegesteg.
Joe passierte ein großes, weißes Tor, das sich elektrisch vor ihnen öffnete, nachdem er Alex durch die Sprechanlage angekündigt hatte. Der Wagen kroch über die lange Auffahrt, auf eine riesige, weiße Villa, die zwischen den Bäumen auftauchte, zu.
Valentin war von dem herrschaftlichen Gebäude beeindruckt, vor dem bereits mehrere Limousinen parkten. Mit einem Seitenblick zu Alex stellte er abermals fest, wie toll sie heute Abend in ihrem Abendkleid aussah.
Seine Herrin legte ihre Hand auf seinen Schenkel und erwiderte seinen anerkennenden Blick. Ganz ungewohnt für sie, da er bis jetzt nur legere Klamotten getragen hatte.

Auf der breiten Eingangstreppe wurden sie bereits von der Gastgeberin, die ein enganliegendes lilafarbenes Kleid trug, begrüßt. Sie war klein, zierlich und ihre langen, schwarzen Haare waren teilweise hochgesteckt. Valentin bemerkte ihren abschätzenden Blick, mit dem sie ihn bei der Begrüßung musterte und es wurde ihm ein wenig mulmig. In diesen grünen Katzenaugen lag etwas Lauerndes.
Danach nahmen sie sich ein Glas vom Begrüßungscocktail und Alex unterhielt sich gleich mit einigen Gästen. Valentin musste sich immer bei den anderen vorstellen lassen und kam sich so vorgeführt vor. Das passte ihm gar nicht, aber natürlich waren die anderen Frauen neugierig auf Alex neuen Hausgenossen.
Sie war richtig stolz, ihren hübschen und charmanten Valentin den weiblichen Gästen vorstellen zu können. Er verhielt sich noch zurückhaltend und sie nahm immer mal wieder seine Hand, damit er sich sicherer fühlte. Mit Genugtuung registrierte sie die anerkennenden Blicke, die ihrem jungen Diener zugeworfen wurden.
Valentin war mit seinen hellen, langen Haaren und seinen intensiven blauen Augen einfach ein Blickfang. Von der Größe her eher kleiner für einen Liebessdiener mit knapp 1,80 m. Die Meisten waren sonst zwischen 1,80 und 1,90m, und seine Statur war auch schmaler. Aber das tat seiner Attraktivität anscheinend keinen Abbruch. Durch sein jugendliches, androgynes Aussehen fanden die Frauen ihn richtig süß und es weckte ein wenig den Mutterinstinkt in ihnen.
Schließlich seilte er sich ab, um sich am Buffet noch mal etwas zu trinken zu holen. Als er sich gerade ein Sektglas nahm, sprach ihn ein anderer Mann an: „Du warst noch nie hier auf ner Party, oder?!“
Valentin blickte auf und sah einen blonden Kerl vor sich: „Ja, es ist meine erste Party. Irgendwie komme ich mir komisch vor.“
Sein Gegenüber grinste: „Das ist normal. Mir ging’s genauso. Ich bin übrigens David.“ Valentin stellte sich nun ebenfalls vor und fügte hinzu: „Ich bin mit Mrs. Taylor hier.“ David nickte: „Aha, du bist also ihre neue Anschaffung. Christine hat mal was erzählt. Gefällt es dir bei ihr?“
Valentin lächelte: „Ja, sehr gut.“
Da stieß Rick zu ihnen und nahm sich ebenfalls ein Getränk. Dessen Augen hafteten unentwegt an dem Luxuskörper der Gastgeberin.
„Heiß, oder?“, flüsterte Rick dem Hellblonden zu.
Valentin zuckte mit den Schultern: „Sie sieht schon gut aus, aber ist ein wenig älter, oder?!“
David grinste: „Dafür hat sie ordentlich Pfeffer im Arsch. Ihr musst du es heftig besorgen. Ist das bei Alex auch so?“
Valentin betrachtete Christine noch: „Ich kann mich nicht beklagen und ich denke, Alex auch nicht.“
„Soso“, kommentierte David diese Aussage. Er konnte sich das bei diesem Typen echt nicht vorstellen. Der hatte so ein Babyface. Musste der sich überhaupt rasieren: „Wie alt bist du eigentlich?“
Valentin schmunzelte: „20. Und du?“
David entgegnete: „Echt, 20? Ich bin 25. Bin schon einige Jahre bei Christine und ihre Nummer Eins.“
Rick fügte hinzu: „Weißt du, sie hat neben David noch vier andere Liebesdiener.“
Valentin machte große Augen: „So viele?“ Dann fuhr er jedoch erleichtert fort: „Da kann ich mich echt glücklich schätzen, dass ich Alex Einziger bin.“ Er warf einen zufriedenen Blick zu seiner Herrin hinüber: „Ich habe sie ganz für mich allein.“
David war ein wenig gekränkt: „Mal sehen, wie lange noch. Irgendwann wollen sie doch einen Jüngeren.“
Valentin ließ sich davon nicht runterziehen und nahm einen Schluck von seinem Sektglas.
David stupste den Jüngeren am Arm an, während er die Frauen betrachtete: „Komm, ich stelle dir mal meine Kollegen vor.“
Christines Liebesdiener erzählte ihm auf dem Weg immer mal wieder, wer zu wem gehörte und Valentin stellte verblüfft fest, dass viele Frauen mindestens zwei Liebhaber bei sich zu Hause hatten. Da beschlich ihn die Sorge, dass Alex sich auch irgendwann einen zweiten Liebesdiener anschaffte.
So lernte er jetzt den schwarzhaarigen Tom, den Latino Santino und den ebenfalls hellblonden Marc kennen. Dieser war Christines Neuzugang, erst 18 und vom Typ her Valentin ähnlich. David erwähnte noch den Ältesten von Christines Gespielen namens Steve.
Der Jüngere wurde neugierig: „Wie ist das so mit vier Konkurrenten? Gibt’s da einen Plan, oder wie läuft das?“
David lachte: „Drei. Mit Steve läuft eh nichts mehr. Der ist schon Mitte 30, aber er darf weiterhin hier leben. Plan, nein! Sie nimmt einfach den, auf den sie gerade Lust hat. Aber die anderen müssen nie lange warten. Christine braucht viel Sex. Ich habe das Zimmer direkt neben ihrem. So bekomme ich immer mit, wer gerade bei ihr die Nacht verbringt.“ Dabei zwinkerte er schelmisch.
Valentin legte den Kopf schief: „Und das stört dich gar nicht?“
Der andere lachte kopfschüttelnd: „Nein, das stört mich überhaupt nicht. Solange ich genug zum Zug komme. Es ist nur frustrierend, wenn sie mich zur Strafe ne Zeitlang ignoriert und zuerst die anderen ran dürfen, bevor ich mal wieder an die Reihe komme.“
Er war überhaupt nicht neidisch auf sein Gegenüber, denn er hatte Alex ganz für sich allein.

Nach einer Weile wurde das Buffet eröffnet. Valentin hatte noch nie so viele leckere Dinge auf einmal gesehen. David empfahl ihm dies oder jenes, und schien Partyerfahrung zu haben.
Die Männer bedienten sich an den ganzen Leckereien. Valentin hatte wirklich die Qual der Wahl und versuchte von allem ein Häppchen zu probieren.
Zum Essen setzten sie sich an einen kleinen Tisch, aßen, redeten und beobachteten die Gesellschaft.
Während dem Essen, fragte ihn David, welche der Damen ihm gefallen würde. Er fand die eine oder andere schon attraktiv, aber Alex gefiel ihm doch am besten. Er betrachtete sie von Weitem, wie sie mit anderen scherzte und lachte. Das war wirklich süß.
Als Valentin dann am Buffet Nachschlag holte, sprach ihn plötzlich eine junge Frau an: „Hi.“ Er wandte ein wenig erschrocken den Kopf und sah ein blondes Mädchen neben sich.
„Hi. Ich bin Valentin“, stellte er sich höflich vor. Sie lächelte: „Sandy. Du bist mit Alex hier?“
Er nickte: „Ja. Freut mich dich kennenzulernen.“
Sie legte ihre Finger auf seinen Arm: „Mich ebenfalls.“
Valentin verunsicherte diese Geste und er sah sich ein wenig hilfesuchend nach Alex um, aber die war mit Vivian und einigen anderen Frauen in eine angeregte Unterhaltung vertieft. Sie hatte ihm daheim noch erklärt, dass er irgendwelche Annäherungsversuche nicht erwidern musste, aber Sandy hatte ihre Hand gleich wieder weggenommen und so betrachtete er abermals die Salatauswahl. Das Mädchen tat es ihm gleich: „Was isst du denn gern?“
Valentin erwiderte schmunzelnd: „Ich probiere mich durch. Vieles kenne ich noch gar nicht. Ich bin erst seit knapp einem Monat bei Alex.“
„Ach so, erst. Sonst wärst du mir sicher mal auf einer Party aufgefallen.“ Sie ließ eine seiner Haarsträhnen durch ihre Finger gleiten: „Mit den auffälligen Haaren. Du bist echt hübsch.“
Diese Bemerkung machte den jungen Mann verlegen: „Danke.“ Aber wusste nicht, ob er das Kompliment erwidern sollte, beschloss dann, es zu lassen, und lud sich einfach noch einen Schöpfer Salat auf den Teller. Sie war schon gutaussehend mit ihren langen, goldblonden Haaren und der schlanken Figur.
Sandy zeigte auf eine der Schüsseln: „Kannst du mir von da was drauf tun?“
Er nickte und befolgte ihren Wunsch und als er ihr den Teller wieder reichte, streifte sie seine Hand mit ihren Fingern. Einerseits fühlte er sich geschmeichelt, aber andererseits verunsicherten ihn fremde Frauen. Gut, sie war eher noch ein Mädchen. Daher befürchtete er von ihr keine Gefahr.

Da entdeckte Alex die beiden am Buffet und beobachtete die Blondine mit Valentin genau. Die Berührungen von Sandy gefielen ihr gar nicht. Am liebsten würde sie aufstehen, aber sie hielt sich noch zurück und wartete ab, wie Valentin reagieren würde. Der blieb weiterhin zurückhaltend, aber sah dann hilfesuchend zu ihr herüber. Die Gelegenheit nutzte Alex sofort und winkte ihn zu sich.
Erleichtert entschuldigte Valentin sich bei seinem Gegenüber: „Sorry, ich muss zu Alex.“
Das Mädchen folgte seinem Blick und sah, wie die Dunkelhaarige ihn herwinkte: „Okay, vielleicht sieht man sich später nochmal.“
Valentin nahm seinen Teller wieder in die Hand und wandte sich ab: „Ja, vielleicht.“

Bei seiner Herrin angekommen, fragte sie lächelnd: „Schmeckt‘ s?“
Er nickte: „Ja, sehr lecker.“
Ihre Hand strich kurz über seinen Hintern: „Geh ruhig wieder zu Rick.“
Die beiden fremden Frauen am Tisch neben Vivian, sahen ihn neugierig an: „Alex, wie konntest du uns diesen Engel einen Monat lang vorenthalten.“
Sie tätschelte Valentin lachend: „Macht euch bloß keine unnötigen Hoffnungen.“
Dem Diener war die Situation nicht so angenehm und er entschuldigte sich, um schnell zurück zu Rick zu kommen. Alex nickte ihm nur zu und ließ ihn gehen.

Rick und David grinsten über beide Backen, als er bei ihnen ankam: „Na, konntest du dich von der Damenwelt losreißen.“
Valentin setzte sich genervt auf seinen Stuhl: „Ja. Ist das auf Partys immer so?“
David war schon längst fertig mit Essen und lehnte sich zurück: „Nicht immer. Aber du scheinst gut anzukommen. Was wollte die eine vorher?“
Der Jüngere erwiderte: „Sie hat mich wohl angemacht. Heißt Sandy. Na ja, dann hat mich Alex hergerufen.“
Der Blonde stütze das Kinn auf seine Hand: „Und wie findest du die Kleine? Lässt du dich darauf ein?“
Valentin schüttelte den Kopf: „Nein. Alex meinte, dass ich nicht darauf eingehen muss. Ich möchte das nicht.“ Dabei sah er kurz zu seiner Herrin.
Er wollte keinen Sex mit anderen Frauen mehr. Sie genügte ihm vollkommen und zu ihr hatte er genug Vertrauen, um das zu genießen. Ihre Berührungen erregten ihn immer sofort und auch ihr Anblick. Es war einfach immer so schön mit ihr und er war ihr so dankbar für sein jetziges Leben an ihrer Seite. Daran hatte er nie mehr geglaubt, dass er noch solch ein Glück haben würde. Nach allem, was ihm widerfahren war, seit er das Spielzeug für diese perversen Aufseherinnen geworden war. Er schüttelte abermals den Kopf, um die Erinnerungen sofort zu vertreiben.
Rick sah ihn fragend an: „Was ist?“
Er schnitt ein weiteres Stück von seinem Lachs ab: „Ach, nichts.“
„Alex bekommt nach der Party bestimmt einige Anfragen, ob sie dich mal ausborgt. So wie dich manche angesehen haben.“
Da starrte Valentin seinen Bekannten entsetzt an: „Meinst du, sie geht darauf ein?“
Oh, nein. Das war gerade das, wovor er Angst hatte. Zu einer Fremden kommen und nicht wissen, was sie von ihm verlangen würde.
„Musstest du das schon machen?“, fragte er Rick vorsichtig.
„Ja, bei Alex und dann noch bei Christine. Die ist ganz schön wild. Aber kann auch streng sein. Wenn du sie ungefragt anfasst, scheuert sie dir eine. Als es mir passiert ist, hat mich der hier ausgelacht.“ Dabei warf er David einen vorwurfsvollen Seitenblick zu, aber dieser lachte jetzt nur: „Selbst schuld! So benimmt sich ein wohlerzogener Diener auch nicht.“ Zu Valentin meinte er: „Rick ging hinter ihr die Treppe hoch und hat ihr an den Po gefasst. Das war zu respektlos. Die Backpfeife hattest du dir verdient.“
Rick schmollte: „Das war ja nicht die einzige Strafe. Später musste ich es ihr mit dem Mund besorgen und ging dabei leer aus.“
„Och je, du Ärmster. Und später hörte ich euer Rammeln nebenan. Da hat sie dich bestimmt ordentlich entschädigt.“
„Hm“, machte Rick nur.
Valentin hing weiter seinen Gedanken nach. Mit Vivian könnte er es noch akzeptieren. Die kannte er ein wenig, aber zu irgendeiner von den Gästen hier wollte er nicht. Aber falls Alex es von ihm verlangen würde, müsste er sich wohl oder übel fügen, aber er würde versuchen mit ihr zu reden.
Als er neu zu Alex gekommen war, bedrängte sie ihn zum Glück überhaupt nicht. Er hatte das Gefühl, dass sie auch unsicher war, aber er wusste inzwischen, dass er nicht ihr erster Liebesdiener gewesen war. Er wäre mit einer aufdringlichen Herrin überfordert gewesen und Alex war durch Sandro vorsichtig mit Annäherungsversuchen. Von daher hatte es bei ihnen beiden ideal gepasst. Langsam hatte sie sich bei ihm vorgewagt und Valentin hatte ihr alles recht machen wollen, damit sie ihn nicht zurückbringt.
Er mochte Alex inzwischen sehr gern und sie würde ihn nie zu etwas zwingen. Ein eisiger Schauer lief ihm über den Rücken, als die Erinnerung abermals hochkommen wollte, aber er ließ sie nicht mehr an die Oberfläche.
Da kam es gerade gelegen, dass Rick ihm einen Drink mitbrachte. Valentin war Alkohol noch nicht gewohnt. Bei Alex hatte er sich diese Woche ein wenig durchprobieren dürfen, damit er heute Abend nicht sofort betrunken war. Es schmeckte ihm nicht besonders, aber Rick meinte, dass er schon noch auf den Geschmack kommen würde.
Solange sie sich mit David unterhielten, lächelte Sandy Valentin immer mal wieder zu. Er versuchte, ihre Blicke nicht zu erwidern, um ihr keine falschen Hoffnungen zu machen. Da meinte David leise zu ihm: „Soweit ich weiß, ist sie noch Jungfrau. Hattest du schon mal eine?“
Der Hellblonde zuckte die Schultern: „Keine Ahnung. Habe ich zumindest nicht bemerkt. Aber wahrscheinlich nicht. Im Zentrum haben sie schon Erfahrung und Alex hatte sie ebenfalls. Du?“
Sein Gegenüber nickte: „Ja, einmal. Sie war auch 16. Die meisten Mädchen wollen in diesem Alter ihr erstes Mal erleben. Vorher erlauben es ihre Mütter nicht. Da musst du sehr vorsichtig sein, um den Job nicht zu vermasseln. Da kommt es auch darauf an, ob sie schon mit den Dienern ihrer Mütter rumgemacht haben und nur noch keinen Verkehr hatten, oder ob sie überhaupt keine Ahnung von Männern haben.“
Valentin sah zu Sandy, die zum Glück gerade in ein Gespräch vertieft war. Hatte sie ihn deswegen angemacht? Um mit ihm ihr erstes Mal zu haben?
Und wenn, er gehörte Alex und sie lieh ihn hoffentlich niemals aus.

Später gingen einige Spots am Pavillon an und Musik spielte auf. Vereinzelte Paare begannen zu tanzen und die drei Männer betrachteten die Pärchen. David schien immer eine Frau am Rand der Tanzfläche mit den Augen zu verfolgen und ein paar Mal erwiderte sie seine Blicke. Plötzlich sagte er: „Ich glaub, sie will mit mir tanzen. Haltet euch ran!“ Mit diesen Worten ging er grinsend.
Valentin überlegte, ob Alex auch tanzen wollte? Aber er musste eh warten, bis sie ihn aufforderte und so ging er zu den Getränken, wo er sich diesmal eine Cola einschenkte.
Da berührte ihn auf einmal jemand an der Schulter und als er sich umdrehte, stand Christine, die Hausherrin, vor ihm. Mit einem Augenaufschlag fragte sie: „Kommst du mit tanzen?“
Valentin stammelte nur: „Äh, ja. Ich denke schon.“ Das hatte er jetzt überhaupt nicht erwartet, dass die Gastgeberin sich mit ihm abgeben würde. Wo er doch vom Typ her so anders war, als Rick und David.
Sie nahm ihn an die Hand und führte ihn zur Tanzfläche. Als er so hinter ihr ging, haftete sein Blick an ihrem tiefen Rückenausschnitt und ihren wiegenden Hüften. Ihr Kleid schmiegte sich eng an ihre Formen, aber es löste nichts in ihm aus.
Im Zentrum war ihnen das Tanzen leider nicht beigebracht worden. Hoffentlich blamierte er sich jetzt nicht.

Auf der Tanzfläche angekommen, lächelte sie ihn lasziv an, blickte ihm tief in die Augen, glitt mit ihren kleinen Händen über seinen Rücken, bis zu seinem Hintern hinunter. Als sie seine Hinterbacken umfasste und ihn noch näher an sich zog, versteifte sich sein Körper und noch mehr, als sie anfing ihre Hüfte zu der langsamen Musik zu wiegen. Valentin passte sich ihren Bewegungen an, aber dieser enge Körperkontakt war ihm unangenehm.
Sie sah wieder in seine Augen, während eine ihrer Hände sich zwischen ihre Körper stahl und ihre Finger zielstrebig seine Hoden durch den dünnen Hosenstoff umschlossen: „Du bist ja doch echt. Ich war mir wirklich nicht sicher.“ Dabei lächelte sie breit, aber bei Valentin sträubte sich innerlich alles. Er fühlte sich so hilflos, wusste nicht, wie er reagieren sollte und seine Kehle war wie zugeschnürt. Sie war ihm nicht geheuer.
Leider knetete ihre Hand seine Weichteile weiter und allmählich wurde ihr lüsterner Ausdruck zu einem enttäuschten, als sie merkte, dass sich bei ihm nichts regte. Die Schwarzhaarige ließ plötzlich los, hielt nun größeren Abstand zu ihm und als der Song zu Ende war, ging sie einfach weg.
Valentin sah ihr noch kurz nach und kehrte dann zu seinem Drink zurück, der noch am Buffet stand.
Rick begrüßte ihn mit einem Grinsen: „Na, wie war’s mit dem kleinen Panther? So hat sie mich anfangs auch angemacht. Erst mal tanzen und später hatten wir ne echt heiße Nummer im Garten. Das war voll geil, richtig animalisch.“
Die Hausherrin war ganz sicher eine attraktive Frau mit ihrer wallenden Mähne und ihren Kurven, aber ließ Valentin trotzdem irgendwie kalt. Ihre unverblümte Art vorhin hatte ihn total verunsichert.
„Sie scheint keine Hemmungen zu haben“, erwiderte der Hellblonde.
Sein Gegenüber lachte: „Allerdings. Mit ihr hatte ich den besten Sex aller Zeiten. Da verpasst du echt was. Und anscheinend hatte es ihr auch gefallen, denn danach bot sie Vivian an, mich abzukaufen.“
Valentin ungläubig: „Echt?“
Rick winkte ab: „Meine hat abgelehnt, aber im Nachhinein bin ich froh drum. So heiß das Wochenende mit dem Panther auch war, bei ihr leben würde ich nicht wollen. Gerade weil sie so viele Liebhaber hat und im Gegensatz zu Vivian oder Alex streng ist, was das Benehmen angeht. Da musst du genau auf ihre Signale achten, was sie von dir will und ob sie will.“
Valentin wurde es ganz bang: „Dann verkaufen manche ihre Diener wieder?“
Der Braunhaarige nickte: „Ja, Christine zum Beispiel hat nur ihren Ersten aus dem Zentrum. Die anderen hat sie alle ihren Vorbesitzerinnen abgekauft.“
Das schürte Valentins Ängste, dass Alex ihn nicht für lange Zeit behalten würde. Vielleicht nicht für immer, aber er wollte noch viele Jahre bei ihr verbringen.

Später gesellten sie sich wieder zu Alex und Vivian. Der restliche Abend verlief noch sehr angenehm. Sie unterhielten sich, scherzten und traten irgendwann zugleich die Heimfahrt an.


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