Abschied

Saphira stand auf einem der Balkone der Kathedrale und blickte auf das untergehende Abbild der Sonne. Ihre Tränen waren versiegt, aber sie konnte den Schmerz den das ableben von Church in ihr Herz gerissen hatte noch deutlich spüren. Vanessa war los gegangen um nach Allister zu sehen, Celles hatte sich aufgemacht um Mari alles zu erzählen, schließlich war jetzt klar das ihr geliebter Sarefusal noch am Leben war. Als Finn eingetroffen war hatte sie den Raum verlassen müssen, wie der Verschlinger ihre große Liebe einverleibt hätte sie nicht mit an sehen können. Eine Krähe landete neben ihr und starrte sie an. Saphira fühlte das sie wieder den Tränen nah war: "Na du kleiner Vogel, kannst du mir sagen wie ich ohne ihn Leben soll? Ich fühle mich wohl selbst gerade als hätte man mir das Herz heraus gerissen!" Der Vogel krächzte, was hatte sie auch erwartet, etwa eine Antwort des Tieres auf ihre Fragen?
Plötzlich spürte sie wie sich starke Arme um sie schlossen, sie spürte seinen Atem auf ihrem Hals, damit hatte er sie schon so oft im letzten Jahr in den Wahnsinn getrieben hatte. Sie spürte seinen Herzschlag auf ihrem Rücken. Halluzinierte sie nun schon aus purer Verzweiflung? Ihre Puls begann rasant zu steigen: "Du lebst?"
Wieder spürte sie seinen Atem auf ihrem Hals: "Ja, dank dir!"

Zur selben Zeit standen Vanessa und Allister in Badrias Gasthaus. Vanessa nahm ihre Sachen und spürte die leicht gespannte Stimmung zwischen ihnen. Sie blickte sich in den leeren Räumen um: "Was Badria wohl jetzt damit machen wird? Es..."
"Wir müssen reden!", Allister unterbrach sie und deutete ihr sich zu setzen, er klang angespannt und nervös. "Das klingt nicht gut!", stellte Vanessa beunruhigt fest "Menschen sagen das wenn sie dich verlassen wollen!" Allister starrte auf den Tisch: "Wir wussten beide das eine Beziehung zwischen und nicht wirklich Chancen auf Erfolg hat und eher fernab jeder Realität liegt, ich bin ein Freigeist und du hast alle männlichen Wesen immer als Spielzeug betrachtet!" Vanessa schnappte schockiert nach Luft: "Also am See hat es dich nicht gestört mein Spielzeug zu sein, und ich war nicht die Person die immer gestöhnt hat das sie mich liebt!" Allister hob beruhigend die Arme: "So war das nicht gemeint Vanessa! Wir kommen aus unterschiedlichen Welten, und ich muss in meine zurückkehren, versteh das bitte, klar hast du mir etwas bedeutet! Die Zeit mit dir war sehr schön, eine Bereicherung für mein Leben, eine neue Erfahrung..." Vanessa sprang auf: "Das muss ich mir nicht anhören! Du bist ein Arschloch!" Sie rannte aus dem Gasthaus, Allister sprintete ihr hinterher und packte sie am Arm: "Warte, Vanessa, du siehst das falsch!" Vanessa wirbelte herum und verpasste ihm eine Ohrfeige.
"Du bist der schlimmste Typ der mir je begegnet ist! Daran kann man nichts falsch sehen", schrie sie ihn an "verschwinde doch zurück in deine Heimat, hier hast du wohl eh schon alle Frauen durch!" Allister verdrehte die Augen: "Mach nicht so ein Drama, du hast dein Leben lang mit den Gefühlen anderer gespielt, ich finde dich ziemlich gut, aber trotzdem muss ich gehen!" Vanessa verpasste ihm noch eine Ohrfeige, gefolgt von einer dritten und vierten. Allister packte ihre Hände und zog sie zu sich: "Ich habe im Moment keine emotionalen Ressourcen für eine Beziehung mit einem Teufel, ich muss erst meine Angelegenheiten zuhause klären! Dann werden wir uns wieder sehen und wir werden dann merken ob es zwischen uns etwas werden kann oder nicht!" 
Vanessas Wut war verflogen, sie fühlte sich einfach nur leer und zutiefst enttäuscht: "Verschwinde Allister, ich finde einen besseren als dich, bestimmt!" Allister seufzte und lies sie los. Vanessa ging ohne sich umzudrehen, hoffte bis zum letzten Schritt das er ihr nachlaufen würde, wie es bis jetzt noch jeder getan hatte, aber nichts geschah.

Celles und Saphira warteten  schon ungeduldig im Thronsaal als Vanessa endlich auftauchte. "Was ist passiert?", wollte Celles sofort wissen als sie Vanessas verweinte Augen sah. "Er ist weg!", Vanessa warf genervt ihre Sachen auf den Boden "dieser Mistkerl hat sich einfach verpisst, holt Finn uns jetzt ab?" Saphira nickte, wollte nicht nachbohren. Sie und Church hatten sich auch darauf geeinigt erst mal nicht zusammen zu sein. Sie wusste nicht ob sie ihm je verzeihen konnte was er Celles, Allister und Badria angetan hatte. Sie hoffte das er sein Versprechen, keinem Wesen mehr zu seinem Vorteil Schaden zuzufügen, halten würde und die beiden eines Tages zusammen sein könnten. Celles hatte Mari versprochen die Suche nach Sarefusal wieder aufzunehmen und ein Auge auf Badria zu haben.
"Wohin sollen wir jetzt gehen?", fragte Saphira "ich möchte nachhause!" 
"Das ist eine gute Idee, ein Haus am Waldrand, so haben wir mehr Kontakt zu Mari!", stellte Celles fest. "Und dort gibt es keine verdammten Elfen!", pflichtete Vanessa ihnen bei. Finn stapfte in den Raum, er trug wie immer einen neuen Anzug und teure Schuhe. Diesmal hatte er sich einen Gehstock als Accessoire zugelegt auf dessen Griff ein dicker Klunker vor sich hin funkelte.
"Ich habe ein Haus am Waldrand bauen lassen!", anscheinend hatte er das Gespräch mit an gehört "ich wollte darin wohnen, aber die Erinnerungen an unsere Kindheit haben mich dort verfolgt! Ihr könnt es haben, schätze auf 400m² solltet ihr zu viert Platz finden!" Saphira zog die Brauen hoch: "Du bietest uns Hilfe an? Einfach so?" Finn wedelte genervt mit seinem Gehstock: "Dort sind wenigstens keine Menschen die ihr gefährden könnt! Außerdem wäre es nett für Mari mehr Gesellschaft als Bambie und Klopfer zu haben!" Celles grinste, nie würde Finn zugeben das sie ihm am Herzen lagen.

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    hehe dabei haben alle noch ihre Zimmer in Ladiras Landhaus in ihrer Heimat. Mari ist schließlich überall, wo Wald ist. Vermutlich hat sie Finns Haus, wenns aus Beton war, längst abgerissen und eines aus Holz erschaffen, wie ein lebender Organismus.

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