Alles kommt irgendwann zurück

Der Geruch von verbranntem Fleisch stieg mir in die Nase. Übelkeit stieg in mir hoch. Langsam ging ich über den Schotterweg in Richtung des kleinen Hauses das in mitten der Ödnis stand. Ein typisches Muggelhaus mit weißem Gartenzaun. An eben diesem Gartenzaun lehnte schon meine Freundin aus Hogwartszeiten, Florence Calvin, ihres Zeichens Aurorin. Ihre rabenschwarzen schulterlangen Haare waren vollkommen verwuschelt. Sah aus als hatte ein Hamster versucht sich darin ein Nest zu bauen. Neben ihr tauchte ein brauner Haarschopf auf der mir sehr vertraut war.

„Gute Morgen Bella. Schön dich zu sehen,“ begrüßte mich Flo breit grinsend.

„Guten Morgen Flo und Mia. Was habt ihr für mich?“ grüßte ich die beiden erfreut.

„Schreckliche Sache,“ Mia verzog bestürzt das Gesicht. „Mrs June Weston war eine ruhige Seele. So einen Tod hat sie wirklich nicht verdient.“

„Ein Muggel?“ fragte ich als ich die vielen Muggelgeräte im Garten entdeckte.

„Nein. Mrs Weston war ein eingetragener Squib. Sie war mit einem Muggel verheiratet.“ klärte mich eine Stimme hinter Florence auf. „Guten Morgen Bella.“

„Guten Morgen Catrice. Du auch schon da?“ begrüßte ich meine beste Freundin, die im Zaubereiministerium arbeitete. „Wieviel Kaffee war nötig?“

Cat hob ihre Hand in der sie einen großen Becher Kaffee trug. „Das ist mein vierter,“ gab sie zu.

„Du hältst dich gut,“ stichelte ich. Ich kannte meine Kaffeesüchtige Freundin einfach zu gut. „Wir haben also einen toten Squib. Was riecht hier so nach verbranntem Fleisch?“

„Mrs. June Coleman,“ klärten mich meine Freundinnen einstimmig auf.

„Die Tote? Sie ist verbrannt? Aber das Haus…,“ ich schluckte. Was war hier vorgefallen? „Ein Fluch? Aber ich kenne keinen Fluch der so etwas bewirkt.“

„Das ist ja das seltsame an diesem Fall, Bella. Es war kein Fluch. Zumindest nicht von einem Zauberer gesendet. Gegen diese Frau wurde kein Zauberstab erhoben. Die Auroren haben sie gerade erst gelöscht,“ erklärte mir Florence nachdenklich und strich sich währenddessen fahrig durch ihre verwuschelten Haare.

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Was hatte diese arme Frau auf diese bestialische Art umgebracht?

„Ich… Ich muss mir die Verletzungen ansehen,“ stotterte ich. Mich graute es davor diese Frau zu sehen. Nachdem das Haus völlig in Takt war, würde mich das schlimmste erwarten.

Mia nickte und begann in den Taschen ihres Umhanges zu kramen. „Gut. Wo habe ich bloß mein Riechsalz?“

„Du hast es in deine Handtasche getan, weil du ein Loch in der rechten Tasche entdeckt hast.“ Florence verdrehte die Augen.

Mia drehte sich fragend zu ihrer Kollegin. „Und wo habe ich meine Handtasche?“

„Euphemia! Wie oft soll ich dir noch sagen, pass auf deine Sachen auf? Ich bin nicht deine Mutter!“ fauchte Florence ihre zerstreute Freundin an.

„Ja Chef,“ antwortete Mia kleinlaut.

Flo verdrehte die Augen und wandte sich zu mir. „Na los, gehen wir. Bringen wir es hinter uns.“

Ich nickte. Stumm gingen wir durch den perfekten kleinen Vorgarten zur Haustür. Als Flo diese öffnete schlug uns der Gestank nach verbranntem Fleisch entgegen. Ich kämpfte die Übelkeit wieder hinunter und versuchte nur durch den Mund zu atmen. Ich sah zu Mia die schon Grün im Gesicht war. Sie schüttelte den Kopf und rannte zu einem Busch wo sie sich lautstark übergab.

„Wie hat sie nur die Prüfung zur Aurorin überstanden?“ bemerkte Flo kopfschüttelnd bevor sie vor mir durch die Tür trat.

Es war auch innen ein typisches Muggelhaus. Pastellfarben wohin das Auge reichte. Zartrosa Tapete an den Wänden, Zartrosa Rosen in Vasen auf Tischen und Kommoden darunter zartrosa Tischdeckchen. Ich bin in der zartrosa Hölle gelandet, ging es mir durch den Kopf während ich Flo folgte.

Geschwind ging diese durch den zartrosa Alptraum um in einem beigefarbenen wieder zu erwachen. In der Mitte des beigefarbenen Wohnzimmers kniete das Grauen. Es war genauso wie ich es mir vorgestellt hatte: Der Körper der Frau war vollkommen in Takt. Ich trat vorsichtig näher während Flo gebührenden Abstand hielt. Der Kleidung nach schätzte ich die Tote ende fünfzig. Sie trug einen Knielangen beigefarbenen Rock dazu eine rosa Strickjacke über einer zartrosa Bluse. Ihr Gesicht war vollkommen entstellt und ähnelte mehr einer verkohlten Wachspuppe. Ihr Mund war unnatürlich vor entsetzten aufgerissen. Den Atem anhaltend beugte ich mich vor und besah mir das innere ihres Mundes. Ihr Rachen war vollkommen verbrannt und Rußig.

„Sie ist innerlich verbrannt,“ stellte ich fassungslos fest. Langsam lies ich meinen Blick wieder über die Leiche gleiten. Ihre Hände hatte sie an ihrem Hals verkrampft. Allerdings hielt sie nicht ihren Hals vor Schmerzen.

„Eine Kette,“ murmelte ich nachdenklich und streckte die Hand aus um ihren Arm weg zu ziehen. Doch es war unmöglich: Sie war zu einer Statue erstarrt. Frustriert lies ich meinen Arm sinken.

„Was?“ wollte Catrice wissen die eben den Raum betrat.

„Habt ihr eine Kette gefunden? Oder ein Amulett?“ wollte ich wissen.

Cat und Flo sahen sich fragend an und schüttelten dann den Kopf.

Ich hob den Kopf. „Ich glaube ich habe den Auslöser gefunden,“ Ich deutete auf die Leiche. „Seht ihr wie sie die Hände hält. Zuerst dachte ich sie hätte vor Todesqualen ihren Hals gehalten, aber nein: Sie wollte etwas von ihren Hals ziehen. Eine Kette oder ein Amulett.“

„Isabella Maria Foscarini. Du bist genial,“ staunte Catrice.

Florence nickte. „Jetzt fehlt uns nur noch diese Kette.“

„Die hat der Täter wahrscheinlich mitgenommen,“ vermutete Cat.

„Um seine Spuren zu verwischen,“ beendete Florence den Gedanken.

„Das Amulett ist wahrscheinlich ein Erbstück. Ich meine wie viele schwarz magische Ketten gibt es die Menschen von innen verbrennen?“ gab ich zu bedenken.

„Ich habe noch nie davon gehört,“ gab Cat zu. Auch Florence verneinte.

„Aber ich kenne jemand der sich mit dieser Materie auskennt.“ Nachdenklich betrachtete ich die Hände der Frau. Sie waren glutrot als hätte sie heißes Eisen gehalten. „Nur schade das er mich nicht sehen will,“ murmelte ich leise.

 

Der Geruch nach verbranntem Fleisch hing immer noch ihm Raum als ich meine Geschichte beendete. Langsam öffnete ich wieder meine Augen. Mein Blick fiel auf verstörte bleiche Gesichter. Das Essen stand nun unberührt auf den Tisch. Ich konnte es ihnen nicht verübeln.

„Das ist ja schrecklich,“ hauchte Aurora bestürzt. In ihren Augen glänzten Tränen.

„Und Grausam,“ murmelte Mirco sichtlich betroffen. Seit ich mit meiner Erzählung begonnen hatte, hatte er keines der Brötchen mehr angefasst.

„Und Ekelhaft,“ fügte Aris hinzu der ganz grün im Gesicht war. Aurora straffte in gleiche mit einem wütenden Blick. „Ist doch Wahr,“ murmelte er ängstlich und rückte ein Stück von ihr ab.

„Das war ein geplantes Attentat,“ nachdenklich fuhr sich Nero über seinen blonden Dreitagebart. „Präzise geplant und ausgeführt.“

Ich nickte träge. Müdigkeit hatte mich nach dem erzählen des erlebten überfallen.

„Aber wer würde so etwas tun? Ein übrig gebliebener Todesser?“ überlegte Aris laut.

„Könnte sein. Es ist jedenfalls jemand der Muggel und Squibs hasst,“ bestätigte Ernesto.

„Jemand der Voldemorts Ansichten teilt,“ stellte Luna fest.

„Diese Rassistischen Denkarten werden wohl nicht so schnell verschwinden,“ seufzte Aurora müde.

Ich schüttelte den Kopf. „Leider nicht.“

„Eine Idee um was es sich für ein Artefakt handelt?“ wollte nun Mirco ungewohnt ernst wissen. Ich räusperte mich und sah zu Aurora. Diese nickte zaghaft. Nun war es Zeit meine Erkenntnisse zu teilen.

„In Noctem.“ sagte ich mit brüchiger Stimme. Verwirrte Gesichter starrten mich an.

„Was?“ Nero blickte mir ungläubig entgegen. „Das ist unmöglich, Isabella.“

„Doch das ist möglich,“ entgegnete ihm Luna und schenkte ihm einen hasserfüllten Blick. „Wir haben recherchiert. Die Sage ist wahr: ‚In Noctem‘ existiert.“

„Und wir sind scheinbar nicht die einzigen die davon wissen.“ fügte Mirco hinzu.

„Nein. Es ist scheinbar im Besitz von jemand gelangt der weiß wie es funktioniert,“ mutmaßte ich nachdenklich und das war eine erschreckende Erkenntnis.

„Dieser Zauberer scheint dann die Sage zu kennen,“ Setzte Nero an. „Aber wo hat er das Amulett gefunden?“ Ich sah ihn schulterzuckend an. Eine weitere Frage auf die wir keine Antwort wussten.

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