Alte Freunde-Stammtisch?

Man war noch einige Zeit sitzengeblieben im Felsenkeller. Kein Wunder, bei der erstklassigen Bewirtung in herrlichem Ambiente. Es wurde noch ein recht schöner, und trotz der relativ großen Runde, harmonischer Abend. Auch die Mädels verstanden sich auf Anhieb gut und  hatten Stoff genug für eine angeregte Unterhaltung. Besonders angenehm fand Peter, dass sich Rupert heute einmal Zeit genommen hatte, bis zum Schluß bei ihnen sitzen zu bleiben. "Du hast dir offenbar zu Herzen genommen, dass ich deine Gesellschaft mitbestellt habe bei der Reservierung! Das ist sehr erfreulich, Bertie!" Elke lachte: "Ich habe ihm gedroht, sofort zu gehn, wenn er den Tisch verläßt! Er muss lernen, auch einmal selbst Gast zu sein!" - "Dann bedanke ich mich auch bei dir Elke! Das war ein richtig schöner Abend! Man sollte so ein Treffen in dieser Runde öfter in Betracht ziehen." Allgemeine Zustimmung folgte auf Peters Worte, denn alle hatten den Abend genossen. Auch Irina und Leonhard fühlten sich sichtlich wohl in dieser Runde. Mittlerweile war es weit nach Mitternacht und man verabschiedete sich. Rupert und Elke begleiteten ihre Gäste persönlich zum Ausgang. Elke erklärte Peter, dass sie seine Idee aufgreifen werde, um einen "Alte Freunde-Stammtisch" ins Leben zu rufen. "Das wär doch nett, findest du nicht? Nicht all zu oft, aber so einmal im Monat, so dass sichs jeder einrichten kann, auch verläßlich zu kommen" - "Gute Idee, Elke! Ich bin auf jeden Fall dabei!" ließ sich Ricarda venehmen. Peter hatte schon bemerkt und mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die beiden sich gut verstanden. Unter allgemeinem "Gute Nacht!" und "Kommt gut Heim!" -Wünschen verschwanden die Leute zu ihren Autos.

Elke stand bei Rupert, der noch gewunken hatte. "Mir gefällt das ganz und gar nicht Schatz. Versteh mich nicht falsch, ich mag Peter sehr und ich möchte auch nicht, dass du ihn im Stich lässt, aber es wäre mir lieber, er hätte dich nicht mit hineingezogen." - "Mir gefällt die Sache auch nicht. Aber hätte ich dieses Problem, hätte ich mich auch an ihn gewandt. Das ist schon seit unserer Jugend so und das ist auch gut so!" - "Ich weiß, Liebling. Seine Freundin gefällt mir auch. Die ist nicht nur hübsch, die hat auch was im Kopf. Sie passt gut zu ihm, find ich." - "Hoffentlich passiert den beiden nichts! Ich hab kein gutes Gefühl..."

Peter fuhr selbst. Er hatte kaum was getrunken und gut und ausgiebig gespeist und mit der Automatik war das Fahren kein Problem. "Ich bin gespannt, was morgen in Salzburg rauskommt." meinte Ricarda. "Ich auch. Ich habe mich heute die ganze Zeit umgeschaut, ob wir beobachtet werden. Ich hab schon voll den Verfolgungswahn. Aufgefallen ist mir aber niemand. Ich glaub auch gar nicht, dass uns die Russen abhören würden, die haben ja unsere Fahrzeuge gekriegt. Ich halte es fast für wahrscheinlicher, dass Frau Weinberger unter amerikanischer Beobachtung steht. Wenn unser Gespräch abgehört wurde, wissen die, dass wir uns morgen treffen." - "Glaubst du?" - "Nicht wirklich. Aber es ist nicht ausgeschlossen."

Peter setzte den Blinker. Sie waren zu Hause angekommen. Sie fuhren in die Garage. In der Wohnung angekommen, waren sie sich einig, sofort ins Bett zu gehen. Doch sie waren irgendwie aufgewühlt. Peter lag am Rücken und Ricarda legte sich an seine Seite mit dem Kopf auf seiner Schulter. Sie legte den Arm um ihn? "Hast du mich lieb, Peter?" - "Aber ja doch, spürst du es nicht?" - "Doch, aber manchmal kann ich es gar nicht glauben, dass ich in deinen Armen liege. Vor einer guten Woche hab ich dich noch nicht einmal gekannt und hab mich fast nicht getraut in dein Auto zu steigen. Und jetzt mag ich dich gar nicht mehr loslassen." - "Das sollst du auch gar nicht, Liebling. Ich mag das, dass du gern auf Tuchfühlung gehst. Wenn ich dich spür, dann ist alles gut." - "Bei mir auch." murmelte Ricarda und Peter konnte spüren, wie sich ihr Körper langsam entspannte.  So wie sie gelegen war, mit dem Kopf auf seiner Schulter und dem Arm um seine Brust, hatte sie der Schlaf ins Reich der Träume geholt. Peter streichelte noch immer ihre Taille mit dem Daumen, wie er das schon die ganze Zeit getan hatte. Er genoß ihre Nähe sehr und er konnte nicht aufhören, sie zu liebkosen, aber er fand in dieser Nacht noch lange keinen Schlaf...

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