Auf nach Salzburg

"Ich liebe es, wenn du die Initiative ergreifst!" japste ein atemloser Peter. Seine kleine Schmusekatze hatte ihn nach Strich und Faden vernascht. Liebevoll streichelte sie über seine Brust. "Mich einfach aus dem Bett zu holen!" lächelte sie. "Da versteh ich keinen Spaß, das weißt du jetzt hoffentlich, Herr Handl!" - "Allerdings! Aber es war schön, sich von dir belehren zu lassen! Ich bete dich an, mein Engel!" - "Das hast du aber schön gesagt! Und jetzt komm! Steh endlich auf und trödel nicht rum!" scherzte sie frech, sprang auf und verschwand im Bad. Peter richtete sich auf und setzte sich auf den Bettrand. "Wow!" murmelte er glücklich, "Die Kleine hat mich voll im Griff! Aber schön wars!" - "Das hab ich gehört, Peter!" Ricarda lehnte am Tührrahmen. "Möchtest du mit mir duschen, oder machst du Frühstück?" Sofort verschwand sie wieder im Bad, denn Peter war aufgesprungen. "Dreimal darfst du raten!" rief er, als er ebenfalls im Bad verschwand. Alles hätte so schön sein können...

Rupert war schon im Büro. Er war schon etwas früher zum Felsenkeller gefahren, weil Elke nach dem Joggen mit Michaela verabredet war und er die Einkaufsliste für die Wildwoche erstellen und später mit dem Chefkoch erörtern wollte. Außerdem wollte er sich das Material aus Peters Umschlag genauer ansehen, um im Fall des Falles nicht unvorbereitet zu sein. Peter hatte in ein paar vertraulichen Zeilen an ihn persönlich die ganze Situation nochmal umrissen. Die beiden verband eine so enge Freundschaft, dass Rupert eher beleidigt gewesen wäre, wenn Peter mit seinen Sorgen nicht zu ihm gekommen wäre. Als er sich die Bilddateien ansah entfuhr ihm ein "Ha!". Diesen Container hatte er schon mehrmals gesehen. Es war ihm sogar aufgefallen, dass er zweimal bei der Fahrt nach München nicht dagewesen war, bei der Heimfahrt aber schon. Es war ihm aufgefallen, weil er diese Strecke oft fuhr, wenn er für Catering-Events einkaufte. Ihm oblag oft das Catering für Events, die für den Felsenkeller einfach zu groß waren, von der treuen Kundschaft aber seine persönliche Betreuung verlangt wurde. Einmal, das wusste er ganz genau, war der Container auf der Hinfahrt ganz sicher nicht dagestanden, weil auf der Gegenfahrbahn ein Auffahrunfall passiert war und Rupert hinübergesehen hatte. Auf der Heimfahrt aber, hatte er ein so dringendes Bedürfnis verspürt, dass er bei eben diesem Container angehalten hatte, über die Abgrenzung gestiegen war und sich hinter dem Container erleichtert hatte. Das kam bei ihm so gut wie nie vor, weshalb er sich auch so genau daran erinnern konnte. Wenn die Fotos, und es sah so aus, das Innere des Containers zeigten, war er mit allerhand Elektronik vollgestopft. Dann waren noch einige Zeichnungen, Formeln und Berechnungen auf dem Stick, Schaltpläne oder sowas... Pläne, auf jeden Fall. "Wo bist du da wieder reingeraten, Peter?" fragte er halblaut. Schließlich legte er die Sachen wieder in seinen Safe, in der Hoffnung, sie  nie mehr zu brauchen.

Währenddessen brachen Ricarda und Peter auf nach Salzburg. Peter hoffte, in der Linzergassen-Parkgarage einen Platz zu ergattern, damit er nicht so weit gehen mußte, mit seinen Krücken. Die beiden waren sehr gespannt auf Frau Weinberger und deren Geschichte. Peter hatte vor, nach dem Gespräch Konrad Leitner zu kontaktieren. Denn der brannte auch darauf, Neuigkeiten zu erfahren. Man würde sehen, was dieser Tag noch bringen sollte...


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