Brynalde

Was für eine peinliche Situation das gewesen war. Doch das freundliche und offene Wesen der Frau machte sie schnell vergessen, was ihr vorher alles durch den Kopf geschossen war und bald hallte ihr glockenreines Lachen wieder durch den Raum. Sie hatte ihre alte Kleidung wieder an und fühlte sich wohl in ihrer Haut. Frisch gewaschen dufteten sowohl sie, als auch ihre Kleidung herrlich. „Und das hat er wirklich getan?“ lacht sie übermütig. Die Frau, Brynalde hieß sie, hatte ihr so viel zu erzählen und sie sog alles voller Spannung in sich hinein. Es waren keine Geschichten von Wichtigkeit, aber voller Leichtigkeit und Freude. Von ihren Enkeln hatte sie viel erzählt, aber auch von ihrem vermeintlich, zukünftigen Meister und seinen Missgeschicken. Sie hatte über die Maße lachen müssen als sie gehört hatte, was für ein Tollpatsch er wohl manchmal war und fast fühlte sie sich deswegen schuldig, denn eigentlich hatte er ja nichts gemacht, aber halt eben nur fast.

Magd war Brynalde auf dem Anwesen, aber das war eigentlich eine ruhige, angenehme Arbeit. Der Meister schickte nur selten nach ihr und so hatte sie sich nur in den Morgenstunden bis zum frühen Nachmittag hin um die Tiere im angrenzenden Stall zu kümmern und von Zeit zu Zeit ein wenig Ordnung zu halten. Insgesamt sei das auf ihre alten Tage wohl genau das Richtige, so dass ihr viel Zeit für ihre Enkel und all die anderen Dinge des Lebens blieben. Mittlerweile waren sie durch eine wunderschön verzierte Glastüre in den angrenzenden Garten gegangen und hatten sich auf einem einfachen Holzstuhl niedergelassen, so dass ihr nun vergönnt war einen Blick auf den Garten zu werfen, welchen sie zuvor nur gehört hatte. Wobei sie wohl nur einen kleinen Teil davon zu Gesicht bekam, aber das war ihr nur ganz recht. Eine Hecke bildete den Rand der gemütlichen Gartenlaube, welche von Bäumen aller Art gesäumt war.

Einige hatten kurze, knorrige Äste und nur noch wenige Blätter zierten ihr Kleid, eine gewisse Form von altertümlicher Würde ging ihnen einher. Andere hingegen waren größer, hatten fast schon lila anmutenden Blätter, während wiederum nächste gerade zu filigran erschienen, ihr Blätterkleid in einem von strahlendem Blütengelb durchsetzten Grün zur Schau stellten. Die Liste hätte sich noch schier endlos fortsetzen lassen.

Auch Blumen säumten sich, mit allerlei Kletterpflanzen an Bäumen und Hecke entlang, gingen dann in das Grün eines gepflegten, aber nicht allzu kurzen Rasens über, welcher sie fast an die große Waldlichtung zu Hause im Dorf erinnerte, welche zu Festen immer rege besucht wurde. Ein kleiner Springbrunnen bildete neben dem Gartenmobiliar den Abschluss, wobei das Wasser jedoch still und niedrig in dem Auffangbecken stand, so dass sich viele kleine Vögel gesammelt hatten und gemeinsam den neuen Tag zelebrierten in der Melodie reinster Harmonie, wie sie nur ein Zwitschern ausdrücken kann. Putzig diese kleinen Wesen, wie sie dort fiepten und planschten.

Sie streckte sich behaglich und blickt mit einem Lächeln zu der älteren Frau herüber, welche mit einem Schmunzeln in ihren Erzählungen inne gehalten hatte. Unter normalen Umständen wäre ihr das wohl peinlich gewesen, aber im Moment spürte sie einfach nur eine neu erlangte Zufriedenheit und so schwiegen die Beiden sich ohne Gewissensbisse an, bevor Brynalde sich dann irgendwann verabschiedete um weiter ihren Pflichten nachzugehen. Ilaya blieb einfach nur versonnen sitzen und lies dieses Bild des Friedens weiter auf sich einwirken, das konnte sie nach all der Aufregung nun wirkte vertragen, dachte sie sich mit einem Lächeln.

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