Zuerst liegen sie einfach so da, die Buchstaben
Ungeordnet zuerst, gleichsam hingeworfen.
Bilden dann Wörter, Sätze, die sich reihen
Finden sich später zu Briefen, Mails, sms, WhatsAppMessages,
Nachrichten, Artikeln, Geschichten...
Fallen nach Gebrauch in schneller Folge auseinander
Um sich auf der Stelle wieder neu zu formen
Aufgescheuchten Vogelschwärmen gleich
Unendliche Male jeden Tag, oft bis spät in die Nacht

Augenlöffelweise verschlungen
Ungefiltert, manchmal unverdaut, oft unverdaulich
Breiten sie sich aus in meinem Kopf
Durchdringen alle Hirnwindungen
Gleiten dann auf der Rutsche direkt in mein Herz
Wecken dort alle möglichen Gefühle:
Traurige, frohe, wütende, angespannte, beruhigende...
Immer wieder zu viele auf einmal
Vor allem aber: Sie sind nicht meine!

Mein Geist und mein Herz beschäftigen sich
Mit Unmengen von Dingen
Umhüllt und mit Buchstabengirlanden versehen
Die gar nicht die meinen sind
Die mit mir und meinem Leben nichts zu tun haben

Ich brauche wohl eine Fastenkur
Zumindest mal einen Tag lang
Ohne meinen üblichen Buchstabensalat
Damit sich mein Gehirn und mein Herz,
Mein ganzes Inneres erholen können
Um wieder ganz zu mir und zur Ruhe zu kommen






Kommentare

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    Auch ich kenne das gut, wenn all die Buchstaben, Worte, Sätze und Texte einfach zu viel werden. Ich hoffe, dass das "Buchstaben-Fasten" dir gut tun wird ;)

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    Ich verstehe gut was du meinst, manchmal muss man von allem mal Abstand nehmen, vor allem wenn man etwas Zeit braucht alles zu verdauen. Sehr schön beschrieben! 5/5

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    Mir hat Dein Abstrakter Text sehr gut gefallen, ich wünsche Dir, das die Buchstaben Dir immer gut tun..LG Carmen

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    Oh ja diesen Wirr-Warr an abstrusesten Gedankene kenne ich nur zu gut. Wobei ich für mich erkannt habe das das meiste Übel darin Tagesnachrichten sind, gefolgt von Informationen aus der Arbeitswelt und nur ein geringer Teil stammt aus privater Kommunikation. Mein Tipp wäre: keine Nachrichten mehr anschauen, die eigenen Quellen prüfen undunnötiges dringend ausmustern und berufliche Dinge... nun da müssen die Filter im Kopf neu kalibriert werden. Aber du hast das alles hier sehr schön zusammengeführt.

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    Dann wünsche ich dir mal ein erholsames und vor allem FROHES Fasten. Stecker ziehen und ... Plopp. Viel Erfolg und denk an den Jojo-Effekt. Der schlägt auch beim Buchstabensalat-Fasten gerne zu. ;) VG, Noia.

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    Ja, ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Gerade die sozialen Netzwerke und jede Art digitaler und interaktiver Texte vermögen einen regelrecht zu blockieren. Ungeachtet dessen, dass man sich natürlich über jede Nachricht freut und darauf brennt, die unterschiedlichen Artikel und Geschichten zu verschlingen. Aber es ist einfach zuviel. Vor allem zu viele Quellen. Da ist es dann wirklich Balsam für die Seele, wenn man sich mal eine Weile ausklinkt. Und dann sprudelt auch der eigene, innere Quell wieder um einiges üppiger. Das schreibe ich dir jetzt, obwohl ich mit diesem Kommentar und meinen vorherigen Antworten unter meiner Geschichte noch ein paar Sätze mehr in die Schüssel mit dem Buchstabensalat mit hineinwerfe. Bitte antworte nicht, sondern komm zur Ruhe, liebe Sharimaya!

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