Die Menschen drängelten. Große und kleinere. Alle gingen in eine Richtung. Manche pöbelten, andere schubsten. Die Stimmung war ruhig, ausgelassen und doch ein wenig angespannt. Der Lärmpegel war enorm. Einige hatten gelb schwarze Hemden oder Jacken an. Hier und da sang die Menge oder schrie freche Sprüche. Einige standen in kleinen Grüppchen bei einander und unterhielten sich. Dann wurden ein paar Mal kurz lauter. Viele hatten eine Bierflasche in der Hand. Lachten und sangen. Doch alle gingen in eine Richtung. Hier und da standen am Rande weiße Transporter. Alle sahen irgendwie gleich aus. Irgendwo wurde ein Böller gezündet. Es knallte und weißer Rauch stieg auf. Viele Lachten und hatten Freude und Spaß. Alle waren entweder in schwarz, gelben Trikots oder sie hatten entsprechende Schals um den Hals. Hinter einen Wohnmobil kam ein Trupp hervor. Alle in schwarz gekleidet.

Das war nur ein Freundschaftsspiel. Die Stimmung war ruhig. Zwar gab es hier und da ein paar Ausschreitungen, aber keine Straßenschlachten. Einmal hat es geknallt und der weiße Rauch lag immer noch in der Luft. Aber das störte uns nicht. So lange es ruhig blieb war alles gut. Wir hatten unseren Abschnitt und hier war alles ruhig. Ich wurde eben erst angesprochen und habe mit einem eingefleischten Fan geredet. Er war nett und das Gespräch hat mir Spaß gemacht. Dann hat jedoch Jörg mir meine Tüte mitgebracht. Das Mittagessen. Ein leckeres Schnitzelbrötchen, einen Apfel und eine kleine Tafel Schokolade. Die werde ich meinen Kindern mitbringen. Ich und meine vier Kollegen hatten Spaß, alles war ruhig. Wir gingen von der Essensvergabe zu unseren Platz. Dort lehnten wir uns an einen der weißen Transporter.

 

Ich sah das Schild. Herzlich Willkommen stand dort und die Helden des Spieles waren im Hintergrund des Plakates zu erkennen. Eigentlich würde es mich anziehen. Eigentlich würde ich auch in die Laune kommen. Doch ich war angespannt. Ich hatte Angst. Alle sahen gleich aus. Die schreienden Personen machten mir Angst. Es waren so viele. Ich nahm den Gong war, der erinnerte, dass in einer Viertelstunde das Spiel beginnen würde. Ich würde jetzt hektisch werden, da die Zeit knapp war, doch die Zeit blieb für mich stehen. Ich drehte mich im Kreis. Alle sahen gleich aus. Immer noch drängten die Besucher zu den Eingängen. Ich wurde hektischer.

Wir beobachteten wie die Besucher in eine Richtung gingen. Das Spiel würde in einer halben Stunde beginnen. Noch war alles ruhig. Relativ gesittet gingen alle in eine Richtung. Nur eine Person nicht. Sie ging auf und ab. Immer schaute sie nach oben. Mal verschwand sie in der Menge, dann konnte ich deren blonden Haare wieder erkennen.

„Na wer bist du denn?“ sagte eine sanfte Stimme und packte mich an der Schulter. Ich drehte mich um und schaute in ein schönes Gesicht. Ihre schwarzen Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie lächelte mich an. Ihre Zähne waren weiß und blitzten. Ein großer Kontrast zu ihrer südländischen Hautfarbe. Ich fühlte mich sofort wohl, doch dennoch bekam ich keinen Ton heraus.
„Wie alt bist du denn?“ fragte sie mich. Jetzt hockte sie sich hin und lächelte mich an.
„sieben.“ Sagte ich schüchtern.
„Suchst du deinen Papa?“
Ich nickte nur. Obwohl sie in schwarzer Montur war, fühlte ich mich wohl und geborgen. Überall waren Protektoren. Ihren Helm hatte sie an der Weste fest gemacht.

Aus der Menge heraus sah ich, wie eine Person hektisch umher lief. Und dann zu uns kam. Als er den Jungen erblickte sah man ihm an, dass er ihn gesucht hatte. Er umarmte ihn.
Das Schöne an dem Beruf ist, dass er sehr vielfältig ist und dass er viele Spontanitäten bietet.

Kommentare

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    Gut geschrieben und ein interessanter Ansatz solche Begebenheiten aus Sicht der Beteiligten wiederzugeben. :-) Ich finde allerdings der Perspektivwechsel zwischen Polizist und Kind wird am Anfang nicht richtig deutlich. Das hat mich beim ersten Lesen etwas verwirrt. 4/5

  • Author Portrait

    Interessante Perspektive! Gut geschrieben! Auch die Stimmung kam gut rüber! 5/5

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