„Danke für den tollen Nachmittag Taida.“, freudig lächelte das kleine Mädchen den Mann an. „Es erinnert schon an die Zeit mit meinem Bruder.“
„Wenn du möchtest können wir das öfters mal machen.“
„Ja gerne.“
Die beiden kamen in der Organisation an. Minako ging geradewegs zu Kazuo sein Zimmer. Taida hingegen suchte Hoshido auf. In dem Raum angekommen musste sie feststellen, dass Kazuo nicht da ist. Sie stürmte sofort wieder aus dem Raum raus.
„Taida!! Wo ist Kazuo?“
Hoshido ergriff das Wort. „Er ist in unserem Behandlungszimmer und ruht sich noch aus. Er sollte nun wieder normal sein. Kein Anfälle wie die von letztens bekommen.“
„Wirklich? Ist er wieder gesund?“
„Ja. Er braucht auch nicht mehr in den Raum zurück. Er bekommt hier ein eigenes Zimmer. Immerhin hat er kein Zuhause mehr.“
„Kann er in das Haus nicht mehr zurück?“
„Na ja er ist 15 Jahre alt. Er kann noch nicht alleine wohnen. Das Haus wurde außerdem abgesperrt. Er darf sich noch seine liebsten Sachen holen und das wars.“
„Ich habe keine liebsten Sachen in diesem Haus. Das einzige was ich gerne holen würde wäre meine Kleidung und Minakos Schulbücher.“
Hoshido und Taida drehten sich um, Minako schaute an den beiden vorbei und sahen Kazuo an.
„Du kannst schon wieder aufstehen, wie schön.“, meinte Hoshido.
„Ja mir tut aber immer noch alles weh und wirklich gut geht es mir auch nicht.“
„Das ist normal. Du musstest immerhin ziemlich leiden.“
„Ja...Ich würde mich gerne frisch machen und umziehen, dann können wir meine Sachen holen.“
„Ja folge mir.“
Hoshido nahm den Jungen mit zu seinem Zimmer. Es war eines der oberen Etage. In dieser hatte viele Angestellte ein Zimmer.
„Du hast ein eigenes Bad in deinem Zimmer. Brauchst es also mit niemanden teilen.“
„Das freut mich.“
„Kleidung haben wir dir bereit gelegt. Deine sollte gewaschen werden.“
„Danke.“
Die beiden kamen am Zimmer an. Kazuos betrat es und schaute sich um. Es war nicht sonderlich groß und hatte nur das nötigste wie einen Schrank, ein Bett und einen Schreibtisch mit Stuhl. Kazuo schloss die Tür hinter sich und begab sich erst einmal in das Badezimmer und duschte sich.

Minako fragte Taida wo das Zimmer sei. Der erklärte ihr den Weg dorthin. Auf dem Weg traf sie auf Hoshido.
„Was habt ihr mit ihm gemacht?“
„Wir haben ihn behandelt. Damit wir den Parasiten töten können war eine Stromschlag Behandlung notwendig. Diese waren zum Ende sehr stark, weil der Parasit nicht sterben wollte. Die Wahrscheinlichkeit war höher, dass er stirbt als das er dies überlebt.“
„Er hätte daran sterben können?“
„Ja die Stromschlag waren fast gleich mit einem Blitz.“
Minako schaute ihn erschrocken an. Sie hätten echt riskiert, dass er stirbt nur damit keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.
„Ach so...Ich werde erst einmal zu ihm gehen.“
„Mach das.“
Minako ging weiter. Sie verlief sich in dem großen Gebäude und musste nachfragen, wohin sie für die Zimmer muss. Nach langen suchen hatte sie dann endlich sein Zimmer gefunden. Sie stand davor und klopfte. Es dauerte bis Kazuo etwas sagte. Schließlich konnte sie dann den Raum betreten.
„So sehen also die Zimmer hier aus.“
„Nichts besonderes wie ich finde.“, hörte man aus dem Badezimmer.
Minako schaute zu der angelehnten Tür und wurde knallrot. Im nächste Moment hoffte sie, dass er Kleidung trug.
„Wie geht es dir Kazuo?“
Sie ging zum Bett, um sich zu setzen.
„Bescheiden...Mir ist immer noch schlecht...ich habe Schmerzen...ich habe das Gefühl, dass mir die Haut brennt.“
„Ich habe schon gehört, was sie gemacht haben. Hast du Verletzungen davon getragen?“
„Brandwunden...aber nichts gravierendes.“
Kazuo fing an zu husten und plötzlich war es still im Bad. Minako schaute zur Tür. Sollte sie da jetzt hingehen und nachsehen? Sie war sich nicht sicher.
„Kazuo?“
Er antwortete nicht. Minako nahm ihren ganzen Mut zusammen und ging langsam zum Bad. Sie lunzte durch den Türspalt. Dort sah sie Kazuo auf dem Boden sitzen. Er hielt sich noch mit dem Händen am Waschbecken fest, bis sie doch herunter rutschten. Zu Minakos Hoffnung trug er wenigstens eine Hose.
„Kazuo!“
Sie betrat den Raum und sah wie im Waschbecken eine Menge Blut war. Sie setzte sich zu ihm runter und faste ihm am Rücken.
„Was ist mit dir Kazuo?“
Er schwieg und schaute auf den Boden. Plötzlich lehnte er sich an Minako an. Sie schaute ihn verwundert an. Sie fing an sich große Sorgen um ihn zu machen.
„Kazuo was ist los? Soll ich jemanden holen?“
„Niemanden..“
„Aber ich glaube du brauchst Hilfe.“
„Will keine Hilfe.“
Minako schaute ihn an. Sie blieb einfach ruhig sitzen.
„Wann hast du Blut gespuckt?“
„Nachdem duschen...“
„Ging es dir da schon schlecht?“
„Ja...mir geht es durchgehend schlecht...“
Kazuo versuchte sich auf zu rappeln, was ihm auch gelang. Er macht das Wasser am Waschbecken an und machte sich Wasser in sein Gesicht.
„Lass uns meine Sachen holen gehen.“
„Soll ich etwa mit kommen?“
„Ja bitte.“
Kazuo verließ den Raum, um sich komplett anzuziehen. Minako stand auf und folgte ihm.
„Bist du dir sicher, dass es dir gut genug geht?“
„Ja...“
Als Kazuo fertig war verließen die beiden den Raum und suchten nach Taida.

„Taida kannst du uns fahren?“
„Ja natürlich. Lasst mich nur kurz zu Ende essen. Wollt ihr auch etwas?“
„Nein danke.“
Auch Minako verneinte. Die beiden haben Taida in der Kantine gefunden. Er war gerade dabei zu Abend zu essen.
„Kazuo du solltest aber vielleicht noch etwas essen. Du siehst blass aus.“
„Ich möchte nichts essen.“
Er setzte sich mit an den Tisch. Minako tat es ihm gleich. Taida aß weiter. Dabei beobachtete er Kazuo. Man sah ihm an wie schlecht es ihm geht. Taida wagte auch einen Blick zu Minako. Sie sah sichtlich besorgt aus.
„Gut lasst uns gehen.“
Taida stand auf und brachte sein Tablett weg. Darauf machten die drei sich auf den Weg.

Am Haus angekommen parkte Taida direkt davor das Auto.
„Ich werde hier warten.“
„In Ordnung.“, sagte Minako.
Minako und Kazuo stiegen aus dem Auto und gingen zum Haus. Kazuo zögerte beim Betreten, tat es dann aber doch. Unsicher schaute er sich um.
„Alles in Ordnung bei dir?“
„Ja...“
Er ging die Treppe hoch. Auf der Hälfte stoppte er und schaute zu Seite. Er konnte das Blut sehen, was noch auf dem Boden zusehen war. Er senkte kurz seinen Blick und ging dann weiter nach oben. Minako folgte ihm. Sie wüsste zu gerne, was in seinem Kopf vorging, aber das wird sie wohl nie erfahren.
Kazuo war in seinem Zimmer und packte seine Sachen ein.
„Kannst du deine Bücher nehmen?“
Minako stand in der Tür und sah ihm zu.
„Ja kann ich machen. Soll ich noch etwas nehmen?“
„Nein geht schon.“
Er packte alles ein was er brauchte. Viel hatte er ja nicht und persönliches schon gar nicht. Als er fertig war, verließ er wortlos das Zimmer und schnell danach das Haus. Minako kam ihm so schnell gar nicht hinterher. Sie kam kurz nach ihm am Auto an. Sie verstauten alles im Kofferraum und stiegen wieder ein.
Taida fuhr wieder los. Draußen war es mittlerweile dunkel geworden. Kazuo schaute nachdenklich aus dem Fenster.
„Alles okay bei dir?“
„Minako hör auf ständig zu fragen. Es ist alles gut!“
„Ja...“
Taida fuhr zu Minakos Haus, um sie dort abzusetzen.
„Bis morgen.“
„Bis morgen.“
Minako stieg aus dem Auto. Sie ging ins Haus und schaute noch kurz dem wegfahrenden Auto hinterher.

In der Wohnung angekommen, war es dunkel und still. Yuki schien wohl schon zu schlafen. Minako beschloss das selbe zu tun und ging zu Bett. Die Nacht verlief ruhig.
Am morgen machte Minako das Frühstück. Sie bereitet alles für Yuki und sie vor. Als sie fertig war wartete sie, dass Yuki aufsteht. Nachdem sie nach über ein und halb Stunden nicht aufstand, beschloss Minako nach ihr zu sehen. Sie betrat das Zimmer und stellte mit erschrecken fest, dass ihr Zimmer leer ist.
Minako beschloss sofort im Krankenhaus anzurufen. Jemand nahm nach nicht langen warten ab und meldete sich mit dem Namen des Krankenhauses und des eigenen.
„Hallo mein Name ist Minako Houno. Ich wollte wissen, ob sie etwas von Yuki wissen.“
„Ja...weiß ich...Leider muss ich ihnen mitteilen...na ja...wir hatten gestern einen Anschlag von infizierten Menschen...viele unserer Angestellte sind umgekommen. Darunter auch Yuki...“
Minako war schockiert. Sie schwieg eine weile. Jetzt auch noch Yuki. Wie konnte das nur passieren?
„Hallo ist da noch jemand dran?“
„Ja...Wieso wusste die Organisation nichts davon?“
„Die Organisation war hier. Leider war es aber zu spät. Nur wenige konnten gerettet werden.“
„Kann ich Yuki noch einmal sehen?“
„Nein leider nicht. Wir haben gestern alle, die keine Angehörigen mehr hatte zusammen noch zur Bestattung freigegeben.“
„Jemand wusste doch bestimmt, dass ich sie kenne.“
„Tut mir leid, aber der Arzt wollte Freunden von ihr nicht Bescheid sagen...“
„Schon gut...Danke für die Auskunft. Auf wiedersehen.“
„Auf wiedersehen.“
Minako legte auf. Sie ließ das Handy fallen und ging zu Boden. Jetzt hatte sie niemanden mehr. Ihre komplette Familie ausgelöscht. Minako stand wieder vom Boden auf. Sie packte sich ihre Sachen ein. Darunter Kleidung und persönliches. Auch ein Bild von den dreien. Als Shinichi und Yuki noch lebten. Auch Bilder ihrer Eltern. Als sie eine komplette Familie waren. Ihre Schulsachen nahm sie auch mit. Sie ging in die Küche und frühstückte etwas. Dann räumte sie alles weg und brachte den Müll raus. Als sie wieder in der Wohnung war nahm sie sich ihre Sachen und ging. Sie nahm mit den Sachen den ganzen Weg bis zur Organisation auf sich.
„Minako? Was ist mit dir?“, wollte jemand wissen.
„Wo ist Taida?“
„Er ist gerade mit Kazuo etwas frühstücken.“
„Danke.“
Sie ging weiter mit ihren Sachen. Bis nach ganz oben in die Kantine. Dort sah sie Kazuo und Taida sitzen. Sie war erleichtert, als sie Kazuo etwas essen sah. Dann ging sie zu ihnen.
„Taida...Kannst du dich bitte darum kümmern, dass meine Wohnung meine bleibt? Ich möchte da wieder einziehen, wenn ich volljährig bin.“
Taida schaute sie verwundert an.
„Wie meinst du das? Was ist mit Yuki?“
„Sie ist tot. Sie ist beim gestrigen Anschlag der infizierten Patienten ums Leben gekommen. Bitte kümmere dich darum, dass ich nach meinem achtzehnten Geburtstag wieder darein ziehen kann.“
„Ich werde mich darum kümmern. Hast du schon etwas gegessen?“
„Ja. Ich möchte bitte in mein Zimmer.“
„Ja ich werden mich auch darum kümmern.“
Minako schaute auf Kazuo Teller. Er hatte nicht viel drauf. Hat er so viel gegessen oder sich so wenig genommen?
„Kazuo hast du etwas gegessen?“
„Nicht viel...“, antwortete er. „Mir geht es immer noch nicht gut.“
Taida war fertig und räumte alles weg. Auch Kazuo räumte seine Sachen weg. Zusammen gingen die drei zur Verwaltung um sich wegen eines Zimmers zu erkundigen. Wie der Zufall es will, war ein Zimmer neben Kazuo sein frei. Taida brachte sie noch hin und ließ die beiden dann alleine.
Minako betrat den Raum und richtete sich sofort ein. Kazuo kam mit ihr und setzte sich aufs Bett.
„Jetzt haben wir beide niemanden mehr...“
Minako schwieg. Sie räumte schweigsam alles weiter ein. Kazuo legte sich aufs Bett und verschränkte seine Arme unter seinem Kopf zusammen.
„Jetzt haben wir nur noch uns beide und die Organisation. Ich bin übrigens jetzt auch beigetreten. Du bist jetzt meine Vorgesetzte.“
Minako stellte das Bild mit ihren Eltern und das mit Yuki und Shinichi auf ihren Nachttisch. Kazuo drehte sein Kopf dahin und schaute sich die Bilder an.
„Wie schön. Du hast wenigstens Erinnerungen an deine Familie. Ich weiß nicht einmal mehr wie sie aussehen. Meine Mutter habe ich nicht kennengelernt. Mein Vater starb vor ein paar Wochen.“
„Vor ein paar Wochen erst?“
„Ja deswegen bin ich ja hier her gezogen. Meine Tante meinte ich habe ihn umgebracht. Daran erinnern kann ich mich aber nicht.“
„Vielleicht lag es am Parasit, der dich kontrolliert hat.“
„Das ist gut möglich. Ich habe meine ganze Familie getötet...Ich war auch nichts anderes als ein Parasit.“
„Du warst...aber jetzt bist du es nicht mehr.“
„Hm...“
Minako legte sich auch nach hin und schaute ihn an.
„Was meinst du was jetzt passiert?“
Er schaute wieder an die Decke.
„Ich weiß es nicht. Wer weiß was noch mit den Parasiten passiert. Ob vielleicht sogar noch etwas stärkere auftaucht, als diese Monster.“
„Das können wir ja leider nicht wissen. Irgendwie hoffe ich, dass alles bis nach den Sommerferien vorbei ist.“
„Das hoffe ich auch. Ich habe keine Lust auf diese Klassenkameraden aufzupassen.“
„Ich auch nicht...“

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