Heute ist der erste Schultag des dritten Jahres in der Oberschule. Minako saß an ihrem Platz und war am Träumen. Nach und nach kamen ihrer Klassenkameraden rein und setzten sich. Das letzte Jahr beginnt. Durch die Parasiten ist der Notstand ausgebrochen und kein Ende ist in Sicht.
„Minako!!“
Sie schreckte hoch und schaute eine Truppe ihrer Klasse an.
„Was ist denn?“
„Deine Haare? Du hast sie abschneiden lassen!“
„Wieso nur?“
„Sie waren so lang!“
„Genau das war das Problem. Sie waren zu lang. Außerdem möchte ich erwachsener aussehen, was ich jetzt tue oder?“
„Ja...und es steht dir gut.“
„Ja finde ich auch. Das war eine gute Entscheidung.“
Ihre Klassenkameraden lächelten und Minako freute sich über die Komplimente. Alle setzten sich an ihrer Plätze, als der Lehrer hinein kam. Hinter ihm her kam ein Junge. Minako schaute ihn verblüfft an. Kann das wirklich sein?
„Guten Morgen Klasse. Ich hoffe ihr hattet erholsame Ferien. Auf ein letztes Jahr! Heute begrüßen wir aber noch einen neuen Schüler. Stell dich doch bitte vor.“
„Ja. Mein Name ist Kazuo Hoshi. Ich bin 18 Jahre alt. In den Ferien bin ich hierher gezogen, da ich angefangen habe bei der Organisation des dritten Bezirks zu arbeiten. Oder eher war das Anfangen dort eine Vorwand, um wieder hier her zu kommen. Dadurch, dass ich bei der Organisation bin, trage ich meine Waffe bei mir. Aber keine Sorge. Menschen kann sie nichts anhaben.“
„Gut setzte dich doch bitte auf den freien Platz.“
„Ja.“
Kazuo ging zu seinen Platz. Er hatte wieder diesen ernsten Blick oder eher immer noch.
Der Lehrer begann mit seinem Unterricht. Minako konnte den Blick von ihm nicht abwenden. Aber wieso sagte er nichts zu ihr? Erkennt er sie nicht? Hat er sie vergessen?
In der Pause verließ Kazuo das Klassenzimmer. Minako lief ihm hinter her.
„Kazuo!“
Als er stehen blieb, blieb auch sie stehen.
„Hm? Was ist denn?“
„Du bist wieder Zuhause...“
Er drehte sich um und schaute sie verwirrt an.
„Wovon sprichst du?“
Minako war geschockt. Er hat sie wirklich vergessen.
„Du...du weißt nicht mehr wer ich bin?“
„Nein...ich kenne dich nicht.“
„Ach so...Dann tut es mir leid.“
Minako drehte sich bedrückt weg und ging. Plötzlich hielt sie jemand mit einer Umarmung von hinten fest und legte den Kopf auf ihren.
„Als wenn ich dich vergessen könnte, kleine.“
Ein Lächeln machte sich in Minakos Gesicht breit. Sie drehte sich um und umarmte ihn.
„Ich dachte wirklich du hättest mich vergessen.“
„Ich hätte dich eher nicht erkannt.“
Er ließ sie los und schaute sie an.
„Wieso hast du deine Haare abgeschnitten?“
„Sie haben mich genervt.“
„Aber kleine...“
„Nenne mich nicht kleine. Ich bin gewachsen.“
Sie stellte sich vorhin und verglich mit ihrer Hand an ihm wie viel sie gewachsen ist.
Kazuo fing an zu lachen. Tatsächlich hörte sie ihn zum ersten Mal lachen.
„Viel bist du aber nicht gewachsen kleine.“
„Du kannst ja doch lachen.“
„Ja wieso sollte ich es nicht können?“
„Bevor du gehen musstest, hast du gerade mal gelächelt.“
„Das stimmt. Ich habe langsam meine Vergangenheit überwunden und gehe voran in die Zukunft. Außerdem bin ich wieder bei meiner Familie.“
„Du bist wirklich angestellt bei der Organisation?“
„Ja ich habe nach meinem Geburtstag sofort bei Taida angerufen und ohne zu zögern hat er mich eingestellt.“
„Apropos gemeldet...Wieso hast du dich nie wieder bei mir gemeldet.“
Sie schlug ihn leicht gegen den Oberkörper. Er hielt ihre Hände fest.
„Ich konnte es nicht. Nachdem wegen mir die Scheibe ersetzt wurde konnte ich mich einfach nicht mehr bei dir melden. Ich habe mich so schlecht gefühlt, weil wir uns wegen mir nicht mehr sehen konnten.“
„Aber wir hätten wenigstens reden oder schreiben können.“
„Das konnte ich nicht. Aber ich habe mir jede deiner Nachrichten durch gelesen und keine ignoriert.“
Aufmunternd lächelte er Minako an.
„Wenigstens etwas.“
Minako fing auch wieder an zu lächeln. Kazuo wollte sich noch etwas zu trinken holen gehen. Das ließ Minako ihn alleine machen, also ging sie zurück in das Klassenzimmer.
„Minako ihr kennt euch?“, fragte sie einige.
„Ja wir waren schon in der Mittelschule in einer Klasse. Wir haben auch zusammen in der Organisation gewohnt. Aber er musste wieder zurück gehen in den zweiten Bezirk.“
Interessiert schauten sie sie alle an, dann grinsten sie.
„Seid ihr zusammen?“
„Nein!!“
„Warum wirst du dann rot?“
Kazuo kam rein und stützte sich auf ihren Kopf ab.
„Wir sind nur beste Freunde.“
Geschockt schauten alle die beiden an.
„Dafür seid ihr aber sehr vertraut miteinander.“
„Das liegt wohl daran, dann wir uns vertrauen.“, sagte Kazuo.
Der Unterricht begann wieder.

Nach der Schule gingen Minako und Kazuo gemeinsam nach Hause. Die Schule war näher als die alte an der Organisation, also konnten sie zu Fuß laufen.
„Du trägst immer noch die Kette von mir?“
„Ja...Ich habe sie nie abgenommen. Hast du auch noch meinen Anhänger?“
Kazuo holte sein Handy raus und zeigte es ihr.
„Natürlich.“
Beide lächelten sich an.
„Schön, dass du wieder gegen Parasiten kämpfen darfst.“
„Ach ja du bist ja ein Jahr jünger als ich.“
„Richtig.“
„Vielleicht lässt sich da ja etwas regeln.“
„Meinst du?“
„Ich werde mal mit Taida sprechen. Ich bin ja nicht mehr sein Schützling, sondern jetzt Kollege.“
„Kann ich dann nicht dein Schützling sein?“
„Ich glaube eher nicht.“
Kazuo fing an zu lachen.
„Stimmt du wärst kein guter Erwachsener für einen Schützling.“
„Ey!“
Minako lief los, vor ihm weg. Kazuo lief ihr nach. Plötzlich blieb sie stehen. Ein Parasit tauchte auf.
Kazuo holte seine Waffe raus und erschoss diesen.
„Ich will auch wieder töten.“
Kazuo nahm sich vor, Zuhause sofort mit Taida zu sprechen, damit auch Minako sich wieder beteiligen kann.
Zuhause also angekommen, suchte Kazuo wie so oft früher schon Taida auf.
„Taida!“
„Ah hallo Kazuo. Hm du hast Minako bei dir? Sag nicht ihr seid wieder in der selben Klasse?“
„Doch genau das sind wir.“
„Wie schön.“
„Taida!! Du hättest mir auch sagen können, dass Kazuo wieder da ist.“ Minako schaute ihn mit ernster Miene an.
„Ja das hätte ich tun können, aber Kazuo wollte das nicht.“
„Kazuo!“
Minako drehte sich zu ihm um.
„Entschuldige, aber es sollte eine Überraschung werden.“
„Na gut...“
„Kazuo warum hast du mich aufgesucht? Hatte es einen Grund?“
„Ja. Ich möchte Minako als meine Partnerin haben. Kannst du da nicht etwas regeln?“
„Ich glaube nicht, aber ich werde es mal versuchen.“
„Danke.“
„Aber du kannst mit kommen Kazuo. Immerhin hast du ein Anliegen und diese kannst du als Angestellter äußern.“
„Ach ja. Gut dann lass uns sofort los gehen.“
„Was?“
Kazuo ging schon mal vor. Taida musste ihm schnellstens folgen. Minako blieb alleine zurück und schaute den beiden nach. Irgendwie fühlte sie sich ausgeschlossen. Sie beschloss in den Trainingsraum zu gehen. Ob das Training bald wieder stattfinden wird? Sie ging weiter in den Kontrollraum. Da lag ihr Schwert, seit drei Jahren unberührt. Sie nahm es in die Hand und schwang es. Es wäre schön es wieder gegen Parasiten einsetzten zu können.
„Minako was machst du hier?“
Sie erschreckte sich und drehte sich um. Es war Akito, der sich so an sie heranschlich.
„Ich wollte mich nur mal wieder umsehen und mich an die alte Zeit erinnern.“
„Ach ja...Du bist hier ja jetzt die einzige die nicht kämpfen darf.“
„Richtig...aber Kazuo und Taida versuchen etwas zu regeln, damit ich jetzt schon wieder kämpfen darf!“
„Und du meinst das wird etwas?“
„Ja ich denke schon.“
Akito holte seine Waffe raus.
„Wollen wir ein bisschen trainieren?“
„Gerne.“
Die beiden gingen in den Trainingsraum und begannen gegeneinander zu kämpfen. Akito war ihr mittlerweile bei weiten überlegen, was vor drei Jahren noch nicht so war. Allerdings durfte sie auch nicht trainieren. Akito hin gegen schon. Mit Sicherheit ist er nun auch schon Kazuo überlegen. Akito stieß sie zu Boden und richtete seine Waffe auf sie.
„Du wärst jetzt tot.“
„Das stimmt.“
Minako fing an zu lächeln, dann stand sie auf.
„Das hat Kazuo damals auch zu mir gesagt, nachdem er mich doch besiegt hat.“
„Wenn sie wieder hier sind, könnt ihr ja wieder gegeneinander kämpfen. Ihr habt wieder denselben stand. Er durfte ja auch die ganze Zeit nicht trainieren.“
„Aber wird heimlich gegen Parasiten gekämpft haben.“
„Meinst du?“
„Ich weiß es. Ich kenne ihn.“
Minako lächelte.
„Lass uns etwas essen gehen.“
Sie brachte ihre Waffe zurück in den Kontrollraum und ging mit Akito in die Kantine. Dort angekommen holten sie sich etwas zu Essen und verzehrten es.
„Wie lange werden sie brauchen bis sie wieder kommen?“, fragte sie.
„Ich weiß es nicht. Es dauert erst einmal bis sie dort sind und dann müssen sie verhandeln und wieder zurück kommen. Das kann schon eine Weile dauern.“
Minako dachte nach. Dann wird sie Kazuo heute wohl nicht mehr sehen. Sie hoffte nur, dass sie bis morgen früh wieder da sind. Immerhin haben sie morgen Schule.

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