Chronik: Der Omekönig -Odok in den Komukasernen-


Als Odok und Nogoi sich immer mehr Akuma und damit dem Seentempel näherten, vergaß Odok die Anwesenheit seines Begleiters und ließ diesen mit dem Jikko des Springens im Glanz des schwarzen Lotus weit hinter sich. So kam es das Odok lange vor Nogoi die äußerste Verteidigungslinie des Seentempels erreichte, welche einem gigantischen Festungswall gleichte. Als er sich daraufhin anschickte das große Tor zu öffnen und in den Kern des Tempels zu schreiten, sprangen von überall Komu her. Diese fletschten ihre Zähne und bellten den Affenkönig an, dass er baldig verschwinden möge oder sterben sollte. "Wie tief sind die Götter gefallen?", fragte Odok, "Das sie mich hier her bestellen um mein Ende zu besiegeln?"

In diesem Moment erschien der alte Nogoi, atemlos und am Ende seiner Kräfte musste er sich mehr als sonst an seinem Ebenholzstab aufrechthalten.

"Du hast mich betrogen!", fauchte Odok, "Zu Akumatara wolltest du mich führen um ihm meine Dienste anbieten zu können. Nun stehe ich an den Toren des Tempels und die Komu gedenken mich zu töten! Was soll dies Treiben?"

"Verzeih, mein werter Omekönig.", begann Nogoi noch immer aus Atem japsend, "Da ihr noch nie den Seentempel beehrtet, seid ihr den Komu gänzlich unbekannt und alles Unbekannte ist den Komu Feind."

"Das mag stimmen.", äußerte Odok, "Doch wie soll ich hinein?"

"Ich gebe euch Geleit.", versicherte Nogoi und rief: "Ihr Komu von Akuma, ewig möge eure Wache gelten, doch gebt uns den Einlass in den Kern des Hauses das ihr schützt. Dies ist ein Sorio aus Seiku, den Akumatara mich holen ließ, so lassest uns zwei hindurch."

Auf die Worte des Halbgottes milderte sich der Blick in den Augen der Komu, sie fletschten nicht mehr die Zähne, ihre Mähnen legten sich und alle von ihnen verneigten sich vor Nogoi und Odok ehe sie sich zurückzogen.

 

Das Tor öffnete sich und Odok trat mit Nogoi hindurch. So begaben sich die zwei in die Tiefen des Seentempels und traten in den Thronsaal. Nogoi kniete vor dem mächtigen Gott sofort nieder, Odok hingegen blieb stehen ohne sich von der Gestalt des Großgottes Beeindrucken zu lassen.

"Eure Taikomi Tara, so lasst mich sprechen.", begann Nogoi kurz inne haltend ob Akumatara Einwände hätte, "dies ist ein Sorio aus Seiku:

 

Jener welcher über wen wir sprachen.

Jener welcher über den wir berieten.

Jener welcher über den ihr eure Milde wiederfahren ließet.

Jener welcher ist es, denn Anstatt Strafe, Taglohn gilt.

 

"So bin ich der jene.", sprach Odok und verneigte sich vor Akumatara. Allen Protokollen widersprechend, blieb der Omekönig sich selbst Treu und ließ so alle anderen Götter erbleichen und erzittern. Akumatara übergang den Fauxpas und ließ die Götter, welche im Thronsaal verammelt waren, daran denken, dass Odok als geborenes Ome noch nicht alle Sitten und Gebräuche des Reiches Akuma zu Wissen vermochte. So sollte Milde walten. Die Götter die dies vernahmen, huldigten der weisen Milde ihres Taikomi Tara. Akumatara wies die zwölf Elementargötter, welche seine engsten Berater darstellten, nach einem geeigneten Dienst für Odok zu suchen. So ergab sich das für Odok nur der Platz gegeben war, die Kasernen der Komu zu überwachen. Also wurde Odok sogleich zu den Kasernen geleitet, wo man ihm die Aufgaben seines neuen Dienstes verständlich machte. Man zeigte ihm die Liste der Komu, es gab tausende von ihnen, wenn auch nur hunderte den Seentempel bewachten, so waren die anderen zeitweise Gast in den heiligen Kasernen. Es galt den Komu Mahlzeiten zu servieren. Ihre Zimmer zu pflegen und über ihre Dienstbarkeit zu wachen. Als Odok in die Kaserne trat:

Hörten die Komu welche spießen, auf zu speißen.

Wachten die Komu auf, welche geschlafen hatten.

Und jene Komu die nichts von dem taten, traten wie die anderen an Odok neugierig heran.

Odok kümmerte sich drei Wochen lang um die Komu ehe ihm ein Festmahl zu seinem Dienstbeginn gegeben wurde. Kein großes Bankett aller Götter, nur eine Tafel der Götter und Halbgötter welche die Komu belangten und jenen denen Speißen und Wein nie zu Schade wurde.

Als die Feier schon vorangeschritten war, sprach Odok: "Sagt werte Schar, was ist der Name meines Amt?"

"Es hat keinen Namen.", erklärten sie.

"Ist es denn so wichtig, dass man es nicht in Wort bekleiden darf?", fragte Odok.

"Im Gegenteil, so klein und unbedeutend, dass es kein Wort verdient."

"Wie meint ihr das?", fuhr Odok auf.

"Wenn ein Gott oder Halbgott sich Akumataras Willen wiedersetzt oder sonst welche Verfehlungen aufzeigt, so lässt man ihn die Komu pflegen und wachen. Kein Lohn, kein gutes Wort ist diesem Posten unterstellt, solltet ihr aber euren Dienst schlecht machen, wird man euch hart strafen, härter als die Götter, welche noch einen Rang begleiten."

Als Odok dies vernahm, zogen sich Falten auf seiner Stirn und die Pupillen seiner Augen wurden klein und starrend: "Für was halten diese Götter mich? Ich bin der König der Ome und kein Wesen für derart Schwindel. Es soll dem Gesindel sein, dass es verdient, aber nicht einem Sorio und König!"

In einem wütenden Schrei schleuderte Odok den mächtigen Tisch und alles was sich darauf befand zur Seite und beeilte sich den Seentempel zu verlassen.

 

Es dauerte nicht lang und Odok sprang in Sätzen nach Ryusei.

"Lasst hören euch, ich, euer König, bin wieder da.", sprach Odok als er den Boden von Ryusei betrat. Sogleich eilten die Ome zu ihm und fragten: "Herr einundzwanzig Jahre wart ihr im himmlischen Dienst, wie könnt ihr eures Ranges noch zu uns herab treten?"

"Einundzwanzig Jahre? Liebe Kinder habt ihr rechnen ganz verlernt, es waren nicht mehr als Einundzwanzig Tage meiner Abwesenheit."

"So ist's im Himmel ein Tag gleich einem Jahr.", erstaunten sich die Ome, "Doch sagt Herr, was seid ihr nun?"

"Es ist eine Schande euch das sagen zu müssen, doch Akumatara hat kein Verständnis für meine Mächte und mein Können. Er sah wer ich bin, doch ließ er mich Arbeiten des Gesindels führen und die Komu pflegen. Kein Rang hat dieses Tun und ist nur jenen vorbestimmt, die in der Gnade des Großgottes gefallen sind. Zu Beginn war mir der Umstand verschwiegen, doch heute als wir ein Fest zu meiner Ernennung feierten sprachen die Zungen im Wein offener als ihnen Gut tat. So wurde ich wütend und verließ den Seentempel. Jetzt bin ich wieder hier!"

"So soll es sein.", sprachen die Ome.

Kaum hatte Odok seine Unterredung mit den Ome beendet, begann sein Volk ein Festmahl zur Wiederkehr anzurichten.

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