Chronik: Der Omekönig -Odok und das Akinofest-


Rasch hatte Odok den Ginkamihain mit den gebannten Naturgeistern verlassen und eilte schneller als Winde und Blitze durch Akuma Richtung des Banketts. Als ihm ein zündender Gedanke kam. Flink eilte er nach Seiku um Koyo -den Wächter des Herbstes- aufzusuchen, dieser überwachte wie jedes Jahr zum Akinofest die Herbstblüte der Blätter in Seiku.

"Wartet Meister Koyo, so wartet doch.", rief Odok dem windigen Herbsgott hinterher.

"Wie kann ich dienen? Ich bin in Eile das Akinofest ruft.", bließ der Herbsgott im entgegen.

"Akumatara schickt mich, weil ich durch mein Jikko des Springens schneller bin als jeder anderer Gott, ich soll dir ausrichten, dass das Bankett nicht am Jifusee und dem Seentempel gehalten wird, sondern am Felsentempel, sodass dir der lange Weg gespart wird. Bedenke wohl das es für die anderen Götter ein etwas längerer Weg seien wird, doch sei gewiss sie werden kommen."

Nichts ahnend lief Koyo in die Finte von Odok, dankte dem Omegott und eilte den Felsentempel zu erreichen. Odok indes wandelte mit den Kräften der Enchies sein Antlitz in das von Koyo und eilte sich gleichfalls den Seentempel zu erreichen. An der Festpagode angekommen, stellte der verwandelte Odok fest das außer ihm noch niemand an dem Festplatz angekommen war. Während sich der Omegott umsah ereilten seine Nase feinste Düfte, von Speisen und Brauerei. Dem einzigartig, schönen Geruch folgend, gelangte Odok in eine Pagode. Dort bucken, brieten, kochten und brauten die Diener eine Vielzahl von Gerichten und das Götterbreu. Letzeres kannte Odok nur aus Erzählungen der anderen Götter. Ein Getränk aus vergorenen Früchten, Hopfen, Malz, diversen Kornsorten und Nektar. Der verführerische Duft war noch schöner als das was Odok von dem sagenhaften Trunk gehört hatte. Schon lange wollte er es kosten und nun war er bestärkt. Doch konnte er nicht einfach zum Kessel gehen, schließlich waren überall die Geister und Dämonen, welche mit den Vorbereitungen für das Bankett beschäftigt waren. So war er gezwungen seine Kräfte einzusetzen, er ging zu einem Baum nahm ein Blatt und spielte darauf eine wunderschöne, beruhigende Melodie. Das Jikko der Blattflöte hatte er soweit perfektioniert, dass selbst Gras für sein Vorhaben geeignet gewesen wäre, doch Odok wollte sicher gehen. Als die Geister und Dämonen die schönen Klänge vernahmen, fielen sie der Reihe nach in tiefen Schlummer. Flink packte Odok die feinsten Speisen und delikatesten Gerichte, rannte zum Bottich mit dem Götterbreu und nahm einen großen Krug zur Hand. Odok trank Krügeweise von dem göttlichen Getränk und verzehrte einen Großteil aller Speisen.

Als das Götterbreu einige Zeit zum Wirken hatte, sprach Odok zu sich: "Bald werden die Gäste kommen. Sie werden nichts zu essen haben. Hungrige Götter können ungehalten sein wie Bestien. Ich geh lieber Heim."

So taumelte Odok wankend durch Akuma und statt sein Heim zu erreichen, gelangte er vor die Tore eines Schreins. Es war der Schrein des Halbgottes Hiringu, Odok war sich unschlüssig wie er an diesen Ort gekommen war. Doch wollte er dem weißen Halbgott einen Besuch abstatten. Als der Omegott den Schrein betrat, fand er ihn gänzlich verlassen vor. Weder Hiringu noch seine Diener waren aufzufinden. Odok wusste nicht das sie in den nahegelegenen Wäldern Kräuter sammelten um den gierigsten Göttern ihre Völlerei schmerzfrei zu gewähren. Odok begab sich bald in die Laborküche des Großschrein und begutachtete all die seltsamen Apparaturen, Flüssigkeiten und seltsamen Aufschriften. Sein Blick blieb an einer großen Amphore hängen, welche den Titel "Magenheilung" trug. Odok, dessen Bauch zum reisen voll war und dem das Götterbreu das Gehirn vernebelt hatte, griff nachdem Gefäß, welches für das ganze Bankett ausreichend gewesen wäre, entkorkte es und trank es in einem beherzten Zug zur Gänze aus. Schlagartig verloren sich Bauchkrämpfe und die Nebel in seinem Kopf, alles lösste sich in Wohlgefallen auf. Doch der Wohlgefallen wehrte nicht lange. Denn Odok begriff was er im Rausch getan hatte: "Nicht schon wieder.", stöhnte der Omegott, "Ich verscherze es mir mit jedem und allen Göttern. Ich bin verloren, ich muss fort von diesem Ort, fort aus Akuma. Als König hatte ich nie diese Probleme, husch, husch, schnell solange es noch geht." Rasch machte sich Odok aus dem Großschrein und erreichte nach kurzer Zeit das Himmelstor. Mit dem Jikko des Springens machte er sich auf nach Ryusei zu seinem Volk. "Ich bin zurück.", rief er aus und sein Volk eilte zu ihrem König. Odoks Volk warf sich auf die Knie und klagte: "Onajitara Odok so lange wart ihr fort, wir weinten viel unter eurer Abwesenheit und dachten ihr habt uns vergessen."

"Vergessen? Euch? Nimmer würde mir das Geschehen." Nachdem diese Worte gewechselt waren, schickte sich das Volk an seinem König ein Festmahl zu halten. Hunderte leckere Speisen und der süßsaure Wein aus den Früchten der Insel wurden gereicht. Doch als Odok den ersten Schluck aus seinem Becher nahm, verzog er das Gesicht. "Ist der Wein schlecht geworden?", fragte er in die Runde. Alle Ome nahmen ihren Becher und tranken ihn in einem Zug aus. "Nein Herr, er ist so frisch wie Tau am Morgen." "So verstehe ich nicht, warum er mir nicht mehr schmeckt." Da sprach ein Ome: "Herr, habt ihr vielleicht vom Götterbreu getrunken?" Odok bejahte diese Frage und seine Ohren hörten, dass nachdem Verzehr das Altern ein Ende habe, aber nur mehr das Götterbreu und ähnlich feine Säfte der Zunge schmeichelnd würden. So verkündete der Omekönig nach kurzem bedenken: "Kinder hört was mir eingefallen ist. Ich werde zum Jifusee zurückkehren und euch allen von dem Götterbreu bringen. Es soll nicht nur für mich gewesen sein. "

Mit diesen Worten verließ Odok Ryusei mit dem Jikko des Springens. Ehe er das Himmelstor erreichte, wandte er das Jikko der Unsichtbarkeit an um weder von Wachen noch Göttern gesehen zu werden. An der Pagode angekommen, fand er die Diener noch immer schlafend und schickte sich an mehrere Amphoren und Krüge des Götterbreu mitzunehmen. als er den letzten Krug befühlt hatte, war der letzte Tropfen aus dem Bottich verschwunden. Als er sich das genommen hatte, was er wollte, eilte Odok nach Ryusei zurück. Dort feierte er mit seinem Volk ein rauschendes Fest.

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