Daß es am Donnerstag donnert, wußte schon das Sams...

...und auch mein Donnerstag weiß das. Die Fenster des Wohnzimmers gehen zur Wetterseite, das Wasser hat einen dichten Vorhang auf die Scheiben gelegt, in Schlieren fließt es hinab, staut sich kurz unten am Fensterrahmen und stürzt dann über die Dachpfannen in die Regenrinne. Dort gurgelt und plätschert es, reißt Pflanzenteile, Vogelfedern und das, was es auf seinem Weg über das Dach eingesammelt hat, mit sich fort. Die Dachgauben werden gerade saniert, die Fallrohre sind noch nicht angebracht, das Wasser stürzt drei Stockwerke hinab auf gekiesten Boden, die Steine werden aufgewirbelt, es entstehen kleine Krater und große Pfützen.

Die Mücken in meinem Wohnzimmer kauern sich in einer Ecke des Zimmers zusammen – Vorsicht, Mädels, der Weberknecht lauert zehn Zentimeter weiter und er hat nicht, wie ich, versprochen, daß in dieser Wohnung kein Tier getötet wird.

Auf der anderen Seite des Hauses treibt der Wind den Regen auf die Eichen, Blätter wehen wild, eine unglückliche Katze hockt unter dem Vordach, eine Taube starrt auf den Platz in der Dachrinne, auf dem eben noch der größte Teil ihres Nestes war, ein Mensch versucht, seinen Schirm so zu halten, daß er die Tropfen nicht ins Gesicht bekommt.

Wie gut, daß ich zu Hause bin bei diesem Regen, bei diesem Donner.

Moment mal...Donner? Wo ist der Donner? Ich habe keinen gehört.

 

Irgendwo hier muß doch die Telephonnummer vom Sams sein...

Kommentare

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    Wunderbarer Einfall! Ich bin selbst mit dem Sams groß geworden. Gefällt mir gut. :-)

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Feenstaub

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