Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (3)

Dabog zuckte zusammen und schreckte aus seinen wundervollen Träumen hoch. Er hörte eine tiefe Stimme hinter sich:

„Entschuldige!“ Ich möchte dich nicht erschrecken, aber wer bist du und was machst du hier?“ Dabog fuhr hoch und wollte instinktiv seine Waffen zücken, bis er merkte, dass er gar keine mehr besass. Voller Misstrauen wandte er sich um, vor ihm stand ein junger Tauren. Er trug eine braune, verzierte Lederrobe und hatte langes, zu Zöpfen geflochtenes Haar. Der Tauren hob seine Hände und sprach „Ich will nichts Böses. Ich dachte nicht... dass ich hier jemandem begegne.“ „Du bist... ein Tauren, ein Druide, vermute ich,“ sprach Dabog, der sich nun wieder etwas gefasst hatte. „Ja das stimmt. Ich heisse Varunna.“ „Mein Name ist Dabog Goodheart. Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, wie ich hierherkam und warum. Das hier...soll der Smaragdgrüne Traum sein, aber zu diesem haben doch sonst nur Druiden den Zugang.

Ich treffe eigentlich nur Druiden hier, wenn ich mal jemanden treffe und manchmal besucht mich meine Liebste Lumnia wenn sie selbst träumt. Aber ihr Traum ist nicht wie meiner. Sie lebt noch, ich lebe nicht mehr, jedenfalls nicht...wirklich.“ Varunna wirkte etwas verwirrt und fragte: „Was meinst du genau damit?“ „Dass ich eigentlich gestorben bin...“ „Aber...warum bist du dann nicht weitergegangen? Die Seelen gehen doch nach dem Tod in das grosse Licht, normalerweise wandeln sie nicht durch den Smaragdgrünen Traum.“ „Ich verstehe dass auch nicht wirklich. Ich als Menschenkrieger, hier...in dieser Astraldimension der... Druiden. Das passt doch nicht. Auch wenn es mir hier gut gefällt, glaube ich nicht, dass dies mein immerwährendes Jenseits sein soll. Ich habe das Jenseits, das auf mich wartet noch nicht wirklich betreten. Aber vermutlich weil ich einfach noch nicht mit meinem irdischen Leben abgeschlossen habe. Mein Körper... wurde in der realen Welt von den „Verlassenen“ wiederbelebt und das hält mich vermutlich zurück. Meine Liebste will mich unbedingt erretten, aber...mein Körper, ist nicht mehr mein Gefäss. Er ist nur noch ein Instrument für die Zwecke der Untoten.“ Varunna sprach: „Das tur mir sehr leid für dich. Es ist tatsächlich sehr aussergewöhnlich, dass du hier gelandet bist, du sagst du bist keine Druide?“ „Nein, bin ich nicht, ich bin ein… ich war… ein Krieger.“ Varunna nickte nachdenklich. „Eigentlich bin ich selbst das erste Mal hier, dass ich dich gerade an diesem Ort antreffe, ist einen seltsame Fügung. Ich würde dir gerne helfen, aber… ich weiss ehrlich gesagt nicht wie. Dein alter Körper wird für dich nicht mehr bewohnbar sein. Denn der nekromantische Geist hat nun deinen Platz dort drin eingenommen. Es bleibt dir wohl nichts anderes als weiter zu gehen, weiter ins endlose Licht…“ der Tauren beschrieb einen Bogen mit seinem Arm, der hinauf in den Himmel deutete. „Ja, ich weiss… meine Situation ist wohl ziemlich hoffnungslos, nicht wahr…?“ Dabog lächelte traurig. Dann fuhr er nach einer Pause fort: „Vermutlich bin ich einfach noch zu sehr an Lumnia gebunden, sie ist… meine grosse Liebe, aber… ich kann nun nicht mehr für sie da sein. Was will ich also noch hier?“ „Du kannst nicht loslassen, das ist oft der Grund, warum eine Seele nicht weitergehen kann.“ „Ich glaube einfach nicht, dass es mein Schicksal ist, schon zu gehen, auch wenn ich mich nach ewiger Ruhe sehne… ach, ich weiss auch nicht…“ Dabog rang hilflos mit den Händen. Tränen traten in seinen Augen, rannen hinab wie Perlen und tropften in das Wasser des Teiches (in dieser Welt sah einfach alles besonders schön aus, sogar die Tränen). Dieses wurde dadurch leicht aufgewühlt und sein Spiegelbild verschwamm. Tiefer Kummer zog Dabogs Herz zusammen und er sprach: „Siehst du, ich werde vergessen werden und verschwinden, wie dieses Spiegelbild. Ich weiss nicht mehr… was ich bin. Was bin ich bloss?“ „Du bist einfach eine traurige, einsame Seele, welche ihren Weg noch nicht gefunden hat“, sprach Varunna tröstend. „Aber du wirst deinen Weg finden, du wirst die Antworten finden und vermutlich wird das hier sein. Denn sonst wärst du nicht an diesem Ort gelandet. Irgendeine Aufgabe musst du haben. Irgendeine Bestimmung. Du musst sie nur erst finden.“ Der Tauren legte Dabog tröstend seine riesige Pranke auf die Schultern. Er überragte den Menschenmann, um fast zwei Köpfe. „Du bist im Augenblick nur etwas verwirrt, aber ich glaube, dass du eine Stärke in dir hast, welche dir sehr helfen wird Dabog“, sprach er. „Ja, irgendwie fühle ich mich auch immer noch für Lumnia verantwortlich. Sie hat so schrecklich unter meinem Verlust gelitten. Nun jedoch, habe ich manchmal plötzlich Angst, die vergisst mich. Dass sie mich vergessen könnte, ist der schlimmste Gedanke.“ „Wie ich bereits sagte, so lange du nicht loslassen kannst, wirst du leider auch deinen Frieden nicht finden Dabog. Der Frieden entsteht schlussendlich nur in uns selbst. Wir können den inneren Frieden nicht von anderen Menschen abhängig machen… jedenfalls…, sagt mir das mein Mentor immer…“ fügte der junge Tauren mit verlegener Bescheidenheit hinzu. „Ich selbst habe damit ja keine wirkliche Erfahrung. Dennoch, auch ich habe eine grosse Liebe. Wäre ich in der gleichen Situation wie du, ich wüsste auch nicht, was ich tun sollte. Ich wünsche dir sehr, dass du eine Lösung findest. Leider muss ich nun wieder gehen. Vielleicht sehen wir uns ja wieder einmal. Oder vielleicht auch nicht, wenn du es denn doch schaffen solltest, ins ewigen Jenseits einzugehen. Das wäre dann natürlich die beste Variante. So leb denn wohl Dabog Goodherart- Mann mit dem starken Herzen…“ Dabog lächelte dankbar. Er schätzte die tröstenden Worte des Taurens. Auch wenn dieser ihm auch keine Lösung bieten konnte. Vielleicht musste er einfach Geduld haben, bis sich seine Bestimmung offenbarte.

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