Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (6)

Dabog- der Verlassene schrie auf und dann…fuhr er aus seinem tiefen Schlaf hoch.

„Du bist wieder aufgewacht, der dunklen Fürstin sei Dank!“ sprach eine Stimme, dicht neben ihm. Er schaute etwas verwirrt hoch und sah einen, in dunkle Robe gekleideten Apotheker, mit narbigem Gesicht, der sich über ihn beugte. „Wir dachten schon, wir hätten auch dich an diese seltsame Schlafkrankheit verloren.“ Dabog blinzelte verwirrt. „I…ich habe also auch geschlafen?“ „Ja und du musst sehr beunruhigende Träume gehabt haben, bis… du dich dann auf einmal etwas beruhigt hast und schliesslich…wieder aufgewacht bist. Was hast du gesehen, was ist passiert?“ Dabog war noch immer etwas durcheinander, besonders von seinen letzten Träumen und er wollte nicht alles preisgeben, man wusste ja nie. Er traute diesen seltsamen Apothekern nicht, die mit so vielen seltsamen Dingen herum-experimentierten. So erwiderte er: „Ich habe davon geträumt, dass ich wieder lebendig bin und davon, wie ich den Tod gefunden habe.“ „Das muss schlimm für dich gewesen sein, denn dein Tod war ziemlich qualvoll.“ „Ja“, erwiderte Dabog und erhob sich von dem kalten, steinernen Bordstein auf dem er eben noch gelegen hatte, „Es war nicht gerade eine Vergnügen, doch dafür wurde ich dann ja zu dem was ich heute bin.“ Der Apotheker klopfte ihm mit seiner knöchrigen Hand auf die Schulter und meinte: „Ja und du bist einer der Besten. Ausserdem war dein Wille stark genug, dass der Alptraum dich noch nicht ganz übermannen konnte. Ich kann mir gut vorstellen, dass du ein würdiger Leibwächter von Sylvanas sein wirst. Sie braucht nun jeden Mann, denn sie ist nun, da sie bereits so lange schläft, noch viel grösseren Gefahren ausgesetzt.“ „Was meint ihr damit?“ fragte Dabog. Das sonst ausdruckslose Gesicht des Apothekers schien für einen Moment lang von einem Anflug von Kummer überschattet zu werden. „Nun, diese Schlafkrankheit scheint noch gefährlicher zu sein, als wir bisher dachten. Die Leute, welche davon länger betroffen sind, werden zu sogenannten Schlafwandlern. Ihre Träume sind so real, dass sie Unbeteiligte angreifen, oder sich auch selbst Schaden zufügen. Ich…mache mir wirklich grosse Sorgen, weil… wir wissen einfach nicht, wie wir diesen Ereignissen begegnen sollen. Sowas haben wir noch nie erlebt. Die Schläfer… benehmen sich alle, als wären sie wieder lebendig. Sie wirken total verändert.“ Dabog musste an seine eigenen Träume zurückdenken und er nickte verständnisvoll. „Ja…das ist sehr beunruhigend.“ „Du hast wirklich grosses Glück, dass du wieder aufgewacht bist“, sprach der Apotheker. „Vielleicht kannst du uns auch behilflich sein. Dürften wir einige Tests mit dir durchführen?“ „Was für Tests?“ fragte Dabog misstrauisch. „Nichts Besonderes, wir werden dich untersuchen und vielleicht finden wir heraus, was dir geholfen hat wieder aufzuwachen.“ „Also ich weiss nicht… das muss ich mir noch überlegen.“ „Du traust uns nicht?“ Dabog antwortete nicht und erhob sich. „Ich muss jetzt zur Fürstin. Ich hätte mich schon vor einiger Zeit bei ihr melden sollen.“ Der Apotheker nickte etwas finster, drang aber nicht weiter auf Dabog ein. „Mein Name ist Apotheker Griffs, falls du es dir doch noch überlegen solltest uns aufzusuchen“, sagte er nur, dann fügte er hinzu: „Mögen die Schatten dich leiten.“

Der Angesprochene nickte und dachte einen Moment lang wieder an das wundervolle, warme Licht, dass er direkt nach seinem Tod wahrgenommen hatte und an die Gefühle, die ihn ergriffen hatten, als er diese wundervolle Frau im Traum gesehen hatte. Die Schatten schienen ihm auf einmal nicht mehr jene Geborgenheit zu vermitteln, die sie ihm früher vermittelt hatten.

 

Während er Richtung Königsviertel ging, entsann er sich jener Nacht, als Lumnia ihn bei Tarrens Mühle aufgesucht und ihn darum gebeten hatte mit ihr zu kommen um… womöglich seine Seele zurück zu erhalten.

Diese Erinnerung berührte ihn auf einmal seltsam und er fasste instinktiv in die rechte Tasche seines Waffenrockes. Dort spürte er die glatte Oberfläche jenes magischen Kristalls, den ihm Lumnia damals gegeben hatte, damit er mit ihr Kontakt aufnehmen konnte. Einige Monde waren seither vergangen und er hatte den Kristall zwar immer bei sich getragen, aber nie benutzt. Nun auf einmal war er sich nicht mehr so ganz sicher, ob er ihn nicht doch mal benutzen sollte. Doch… er verwarf den Gedanken sogleich wieder. „Das alles ist doch Blödsinn!“ schalt er sich selbst. „Diese Träume haben mich schwach gemacht. Ich sollte sie einfach vergessen.“ Er hatte auch nicht mehr lange Zeit, darüber nachzudenken, denn die Pforte zu den königlichen Gemächern kam in Sicht, welche bewacht wurden von zwei der berühmten Schreckenswachen in ihren schwarzroten Rüstungen. Als er näher trat, hielten sie ihn auf. „Was willst du hier?“ fragte einer der Wachen. Dabog zog ein Schriftstück hervor, dass er vom Kommandanten von Tarrens Mühle erhalten hatte. „Ich soll mich bei der Fürstin melden. Es hiess, sie brauche neue Leibwächter, weil so viele… eingeschlafen sind.“ Der Wächter überflog das Schreiben und meinte dann: „Alles klar. Du kannst passieren. Wir können zur Zeit wirklich jeden Mann gebrauchen, besonders seit Sylvanas selbst eingeschlafen ist und dieser eigenartige grüne Nebel auftauchte.“ Der Nebel, war Dabog bekannt. Er hatte ihn die letzte Zeit öfters gesehen und er hatte die dunkle Bedrohung gespürt, die von ihm ausging. Als er selbst träumte, war dieser Nebel auch gegenwärtig gewesen und…es schien, als wäre er der Auslöser des neuen Übels. Dabog nickte der Wache knapp zu und passierte dann das Tor...

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