Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (8)

Dabogs Seelen- Ich welches nun schon endlos lange durch den smaragdgrünen Traum zu wandeln schien, war in grossem Aufruhr. Sein Herz, welches eigentlich gar kein wirkliches Herz mehr war, klopfte ihm bis zum Hals. Er musste irgendwie eingeschlafen sein. Ein seltsamer Zustand, wie ein Traum in einem Traum. Als Lebender hatte er das auch schon einige Male erlebt, doch diese Fälle waren selten. Diesmal war der Traum, im Traum ein Schrecklicher gewesen. Er hatte von Lumnia gehandelt, seiner geliebten Lumnia. Sie war in grösster Gefahr gewesen. Eine dunkle Macht hatte sie in ihren Fängen. Es musste ein Dämon, oder irgendwas Ähnliches sein. Dabog war in diesem Traum ein Hauptakteur gewesen. Er hatte Lumnia versucht zu retten, doch diese war dem grossen Bösen trotzdem zum Opfer gefallen. Es hatte sie in tausend Stückte gerissen und ihr Blut klebte überall an Dabog. Voller Entsetzen fuhr der Mann aus dem Traum hoch und betastete seine Kleider, welche zum Glück völlig sauber waren.

Während er so über die schrecklichen Bilder nachdachte, die er eben gesehen hatte, vernahm er plötzlich ein seltsames Flüstern. Noch verstand er keine Worte. Er ging den Geräuschen nach, welche irgendwo aus dem dichten Blätterwerk vor ihm zu kommen schienen. Langsam und vorsichtig, bewegte er sich vorwärts. Und schliesslich wurde das Flüstern immer deutlicher. Ein seltsamer Nebel schien auf einmal vor dem einstigen Menschenkrieger aufzutauchen, ein Nebel, seltsam und schmutzig-grün. Doch dies war nur ein kurzer Augenblick und Dabog glaubte an eine Sinnestäuschung. Vor ihm lag noch immer die unberührt scheinende Welt des Smaragdgrünen Traumes. Doch ein Wind war plötzlich aufgekommen, welcher die Blätter der mächtigen Bäume zum Rauschen brachte. Das sanfte, grüne Licht welches alles hier einhüllte, schien plötzlich nicht mehr so klar und rein wie vorher, doch diese leichte Verdunkelung, fiel dem jungen Mann nicht so wirklich auf. Die Stimmen die zu ihm wisperten, wurden lauter und lauter, bis er einige Worte verstand.

Vor sich sah er auf einmal die schemenhafte Gestalt von Lumnia! Sie schaute ihn liebevoll an, winkte ihn zu sich. Er verschnellerte seinen Schritt, rief ihren Namen, doch in diesem Augenblick senkte sich ein mächtiger Schatten auf sie hinab! Die Bäume schienen auf einmal zum Leben zu erwachen. Sie veränderten sich. Ihre Blätter wurden plötzlich spitzig wie Messer, ihre Äste wirkten, als ob sie versteinern würden. Die Erde unter ihnen, wurde zu einer schleimigen, schmutzig-grünen Masse und zwischen den Wurzeln, welche sich nun plötzlich wie Schlangen wanden, quollen auf einmal hunderte von Insekten hervor: Tausendfüssler, Käfer und andere Aasfresser. Die schrecklichen Äste fuhren herab und durchbohrten Lumnia. Sie hoben sie hoch hinauf, tiefrotes Blut quoll aus hunderten von Wunden, ihr fürchterlicher, erstickter Schrei drang Dabog durch Mark und Bein. „Nein!“ sprach der junge Mann zu sich selbst „das kann nicht sein, dass darf nicht sein! Lumnia ist unmöglich hier! Sie ist lebendig! Sie hat diese Welt noch nie betreten!“ Er widerstand, einer höheren Eingebung folgend, dem unbändigen Drang zu ihr zu laufen, um sie zu retten. Der Nebel, den er vorhin nur am Rande wahrgenommen hatte, erschien nun wieder und wallte um den Leichnam seiner Liebsten herum, der nun über und über mit den schrecklichen Insekten bedeckt war. Und dann vernahm er wieder das Flüstern. „Du hättest sie retten sollen! Immer wieder versagst du. Du hast Lumnia einfach allein gelassen, bist in eine deiner Schlachten gezogen, nur um noch mehr Triumph zu ernten. Du hast sie allein gelassen und dann wurdest du zu einem dieser schrecklichen Untoten. Nur wegen dir musste sie auch sterben, nur wegen dir! Du bist ein Versager, ein Nichts! Du hast eure Liebe geopfert und ihr Herz gebrochen.“

Aus dem fürchterlichen Schleim, bestehend aus Insekten und Blut, erhob sich Lumnia nun auf einmal wieder. Ihr Körper war schwarz, verbogen und entstellt, ihr einst wunderschönes Gesicht zerfetzt und rote Augen glommen in tiefen Augenhöhlen. Dabog stockte der Atem vor unsäglichem Entsetzen. Lumnia starrte ihn an und ihre Stimme, welche nun wie die einer Banshee klang, sprach: „Ich hasse dich Dabog! Ich hasse dich dafür, dass du mich so unglücklich gemacht hast, dafür, dass du mich verlassen, mich allein zurückgelassen hast, ohne Hoffnung und ohne Zuversicht. Du bist Schuld, dass ich zu einer schrecklichen, untoten Kreatur wurde, ohne Seele, ohne wirkliches Leben. Du wirst dafür büssen….dafür büssen!“ „Nein, nein!“ schrie Dabog. „Das ist nicht wahr, das ist nicht mit Lumnia passiert! Ich spürte dass sie lebt, ich spürte dass sie atmet. Ich stand stets mit ihr in Verbindung, seit ich hier bin. Sie wäre auch niemals so rachsüchtig. Was du auch immer bist, weiche von mir! Weiche von hier, beim ewigen Licht!“ Sein Seelen- Ich, begann hell zu stahlen, als er diese Worte sprach. Dieses Licht dehnte sich immer weiter aus und traf die schreckliche Szenerie. Und so wie sie aufgetaucht war, war sie auch schon wieder verschwunden! Dabog schaute sich ungläubig um, der Wald und die grünen Wiesen des smaragdgrünen Traumes, lagen wieder in ihrer ganzen, reinen Unschuld vor ihm. Auch Lumnia war verschwunden. Der junge Mann seufzte tief und liess sich müde zu Boden sinken...

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