Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (9)

Schliesslich drehte er sich auf den Rücken und schaute gedankenverloren hinauf in die grünlichleuchtende Sonne. Was war nur geschehen? Er wusste, das alles mit Lumnia war nicht real gewesen, denn tief in seinem Innern spürte er, dass alles mit ihr in Ordnung war. Doch wie lange würde das noch so sein? Hatte er vielleicht eine mögliche Zukunft gesehen, oder einen Teil davon? Schwebte sie wirklich in einer Gefahr, welche noch nicht abzusehen war? Sie würde ihm helfen wollen, sie würde versuchen seinen untoten Körper, der noch immer auf der Erde von Azeroth wandelte zu erlösen, vielleicht hoffte sie sogar, die Seele von Dabog wieder zurück zu holen, doch das konnte sie auch in Gefahren bringen… Doch er konnte ihr von hier aus nicht beistehen, ausser vielleicht… plötzlich kam ihm ein Einfall, ein kühner bestimmt, aber vielleicht funktionierte er.
Dabog konzentrierte sich und versuchte mit seinem untoten Körper in Kontakt zu treten. Das war ihm schon einmal gelungen. Er wusste zwar nicht, wie es genau funktioniert hatte, aber noch bestand eine Verbindung, eine sehr dünne, kaum Spürbare zwar, aber dennoch ein schmales Band, welches jedoch auch sehr leicht zerreissen konnte. Vielleicht war das eine Chance endlich etwas zu tun, etwas das ihm half, die schreckliche Untätigkeit, zu der er bisher verdammt gewesen war, zu durchbrechen.

Er lenkte sein ganzes Sein, auf seinen einstigen Körper, versuchte die Aufmerksamkeit selbigen auf sich zu ziehen. Die Verlassenen waren zwar untot, besassen keine Seele mehr, aber einige Erinnerungen und einen Verstand besassen sie noch. Das war vermutlich noch eine Restessenz der Seele, welche den untoten Körper einst bewohnt hatte. Und… Dabog versuchte seinen liebsten und stärksten Gedanke an seine, von Nekromantie am Leben erhaltenen Hülle, zu senden: Der Gedanke an Lumnia und seine Sorge um sie. Während er diese Gedanken immer mehr intensivierte, geschah mit ihm plötzlich etwas sehr Seltsames. Auf einmal tat sich vor ihm eine Art Portal aus dunkelblauen, wirbelnden Lichtern auf. Von diesem Portal wurde das Seelen- Ich von Dabog wie von einem grossen Staubsauger angezogen. Der junge Mann schrie auf, als er den Halt verlor und in die wirbelnde Masse hineingesogen wurde. Was war das bloss? Trotz allem, fühlte er seltsamerweise keine Furcht. Es war ihm sogar plötzlich, als ziehe ihn der Strudel an einem ihm bereits sehr vertrauten Ort. Ein Licht erschien nun am andern Ende des Strudels, welcher ihn wild umherwarf. Immer stärker wurde der Sog, doch dann prallte Dabog plötzlich gegen etwas Hartes!

Der Durchgang in das seltsame Licht, war mit einem eigenartigen Gitter verschlossen. Es schien als würden die Gitterstäbe leben. Sie bewegten sich und verformten sich immer wieder. Fratzen bildeten sich aus ihnen, Fratzen die ihre Münder weit aufgesperrt hatten und schrecklich heulten und schrien. Als Dabog gegen das Gitter prallte und der Sog dahinter ihn an diese heranpresste, griffen kalte Hände nach ihm. Er sah ganz nahe vor sich die schrecklichen Fratzen, stöhnte und versuchte sich zu befreien. Der Sog der in das Licht führte, schwächte sich noch immer nicht ab. Mit grimmiger Entschlossenheit, stemmte sich Dabog von dem Gitter weg, schlug nach den Händen und Münder, welche ihn angriffen. Es waren die nekromantischen Geister, geboren aus einer unheimlichen, dunklen Magie, welche jenseits von Dabogs Vorstellungskraft lag. Doch er würde nicht aufgeben, jetzt da er so weit gekommen war. „Macht den Weg frei!“ sprach er. „Es ist mein Recht hier zu sein! Das Portal ist für mich geöffnet worden.“ „Oh nein!“ hörte er die Echos hunderter von Stimmen. „Wir lassen dich nicht durch.“ „Doch das werdet ihr, mein Name ist Dabog Godheart. Weichet!“ Als die verderblichen Geister diesen Namen hörten, stöhnten sie laut und erschrocken auf. „Wie kommst du hierher?“ fragten sie. „Wie ich sagte, ein Portal ist für mich geöffnet worden. Man ruft mich am andern Ende, also hinweg mit euch!“ Er schloss seine Augen und versuchte seinen rasenden Puls zu beruhigen. Dann atmete er tief ein und liess alles Schwere los…
Die lebenden Gitter, dehnten sich plötzlich aus und verbogen sich, so dass der junge Mann von dem Sog hindurch gezogen werden konnte.
Und dann auf einmal… fand er sich in einem seltsam schweren Körper wieder! Es fühlte sich an, als würde er in einen eisigkalten Strudel eintauchen. Er keuchte auf, so ein Schock war das was er hier erlebte. Die ganze Leichtigkeit und Transzendent seines geistigen Körpers war verschwunden. Was ihn hier empfing war Leere, Kälte, Schmerz und… ein unglaublicher Gestank, der von ihm selbst auszugehen schien. Er war in seinen alten Körper eingetaucht und dieser setze sich nun, seinen Befehlen folgend, in Bewegung…
Noch war es jedoch ein fremdes Gefühl, ein Gefühl nicht zu vergleichen mit einem wirklichen Leben. Dabog begriff, dass er für einen Moment die Kontrolle über seine alte Hülle zurückgewonnen hatte, doch es war als wären nun zwei Wesen in selbiger beheimatet. Er selbst und der nekromantische Geist, der das Etwas das Dabogs Seele zur Zeit steuerte, am Leben hielt. Noch konnte der junge Mann das Ausmass des Ganzen nur schwer erfassen. Er wurde nur von einem Gedanken getrieben: Lumnia zu beschützen. Wie lange er dauern würde, bis der Wille der seinen alten Körper sonst antrieb, sich sein Terrain zurückeroberte, wusste er noch nicht, aber er würde so lange es ging die Überhand behalten...

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