Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (Teil 22)

«Nein!!» schrie Dabog «Nein!!» bleib hier Ysera… Ysera!» Doch auch wenn er aus Leibeskräften schrie, drang kein Ton aus seinem Mund. Der Wind zerrte an ihm, ängstlich kauerte er sich im Schutz einer der mächtigen Wurzeln nieder und hob seine Hände schützend über den Kopf. Es wurde immer dunkler und dunkler, der grüne Nebel hüllte wieder alles ein. Dabog lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wurzel, als diese auf einmal ebenfalls lebendig zu werden schien. Entsetzt sprang er zur Seite, als sie sich vor seinen Augen in eine schleimige Masse verwandelte aus der wieder das grässliche Ungeziefer hervorströmte, dass schon das letzte Mal als der Alptraum sich vor seinen Augen manifestiert hatte. Überall verfärbten sich die Pflanzen und der Boden wieder und es wimmelte vor Ungeziefer. Schwarze schattenhafte Schemen, schälten sich nun aus dem Nebel und griffen ihn an. Dabog hatte keine Waffen und konnte sich nicht zur Wehr setzen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als um sein Leben zu laufen. Die Schemen folgten ihm, grässliche Schatten in grotesken Formen. Sie umkreisten ihn und plötzlich vernahm er wieder diese flüsternden Stimmen. «Du bist also immer noch hier, dabei solltest du doch auf Balduraya aufpassen und auch Gwydyon hast du im Stich gelassen. Ausgerechnet jetzt, da sie dich doch brauchen würden. Du versagst immer wieder, wie schon bei Lumnia. Du wirst niemals den Frieden finden, niemals…» Die Schemenen kamen immer näher umringten ihn, bis er schliesslich ganz eingekesselt war. Dabogs Atem ging rasend er schaute sich hilflos nach einem Ausweg um, doch die Schemen kamen näher und näher und schliesslich versank Dabog in tiefster Finsternis, ein Alptraum aus dem es kein Entrinnen mehr zu geben schien. Seine Seele litt grässliche Qualen. Es war als würde sie in tausend Stücke zerrissen. Die Schemen nahmen nun die Gestalt von all den Leuten an, die ihm am wichtigsten waren: Lumnia, Balduraya, seine neue gewonnenen Freunde Gwydyon, Tyrande und sogar Varunna. Ihre Augen blickten hasserfüllt auf ihn herunter. Sie trugen alle entweder Schwerter oder Dolche in der Hand. «Du hast mein Herz gebrochen, so viele Male!» sprach Lumnia. «Das vergesse ich dir niemals! Dafür hast du den Tod verdient, Duzend Tode für jedes Mal, dass du mir Leid zugefügt hast!» «Du bist widerlich!» zischte Balduraya, während sie ihn mit hasserfüllten und doch irgendwie seltsam toten Augen anstarrte und ihre beiden Dolche gegen ihn richtete. «glaubst du wirklich ich könnte dich jemals lieben? Eine Abscheulichkeit wie dich?» 

Vor allem ihre Worte trafen Dabog besonders tief, tiefer noch als jene von Lumnia, vor einiger Zeit wäre das noch anders gewesen. «Wir sind alle tot, deinetwegen,» sprach nun auch Gwydyon. «Deinetwegen sind wir alle hier! Es soll dir nicht besser ergehen! Auch du sollst Qualen leiden, wie wir. Du hast nicht verdient zu leben!» «Tot?» flüsterte Dabog entsetzt «aber das kann doch nicht sein das… ist nicht möglich!» «Oh doch, es ist leider möglich,» stiess nun auch Varunna hervor und kam bedrohlich auf ihn zu. In seinen Händen hatte er ein Schwert und hielt es Dabog an die Kehle. Tiefer Resignation erfüllte nun den einstigen Menschenkrieger auf einmal. Er konnte sich nicht mehr zur Wehr setzen, nicht mehr unterscheiden, was nun wirklich real und was Einbildung war. Und… die Finsternis zog sich mehr und mehr über ihm zusammen, liess sein Bewusstsein entgleiten und eins werden mit dem Smaragdgrünen Alptraum.

Doch dann auf einmal geschah etwas Unglaubliches! Ein wundersames Licht, durchdrang die Finsternis plötzlich und eine riesige Raubkatze sprang aus selbigem hinaus, in den Kreis der Schemen hinein und trieb sie auseinander. Krallen blitzen auf und fällte einige der Gegner. Im Sprung verwandelte sie sich wieder und zu Dabogs unglaublichem Erstaunen, erkannte er den Tauren- Druiden Varunna! Dieser stellte sich dem Schemen, dass seine Gestalt angenommen hatte entgegen. Der einstige Menschenkrieger traute seinen Augen nicht, als zwei beinahe identische Personen sich da plötzlich gegenüberstanden. «Wer hat dir erlaubt dich als mich auszugeben!» sprach der gerade angekommene Varunna, dann sandte er einen Feuerschlag gegen sein böses Pendant. Dieses schrie laut und schmerzvoll auf und ging in Flammen auf, dabei verwandelte es sich in ein dunkles unförmiges Etwas mit schleimigen Tentakeln zurück. Ein blauweisser Kettenblitzschlag tat sein übrigens und fällte gleich noch die restlichen Schemen, die vorhin die Gestalt von Dabogs Freunden angenommen hatten. Die Sinne des einstigen Menschenkriegers klärten sich wieder. 

Varunna lief zu ihm und packte ihn mit seiner kräftigen Pranke am Arm. «Raus hier, aber schnell! Ich öffne ein Portal!» Dabei warf er Dabog ein Schwert zu. «halt sie uns währenddessen vom Leib!» Dabog fing die Waffe dankbar auf und streckte ein weiteres Schemen damit nieder. Es war noch nicht vorbei, die Verderbtheit verschwand nicht wieder, gebar stattdessen immer neue, schreckliche Kreaturen. Dabog schlug um sich wie ein Löwe, im Blutrausch. Eine Kreatur nach der andren fiel seinem Stahl zum Opfer, bis er über und über mit schwarzgrünem, stinkendem Schleim bedeckt war. Doch er gab nicht auf. 

Endlich hatte Varunna das Portal geöffnet und zog nun Dabog mit einem gewaltigen Ruck hinter sich her. Wirbelnde bläuliche Lichter, umfingen die beiden und ein starker Sog zog sie davon…

 

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