Das Land, das nicht ist...

Der Raum war von Fliederduft erfüllt. Der laue Sommerwind bauschte die hellen Vorhänge vor den Fenstern und strich ihm angenehm warm über das Gesicht, fuhr ihm durch's Haar. Die Weide vor den Fenstern stimmte mit den goldenen Strahlen der untergehenden Sonne ihr abendliches Klagelied an. Die schneebedeckten Gipfel der Silberberge am Horizont leuchteten in der roten Glut des Sterns und wirken, wie aus Feuer an den Himmel gemalt.

Von der Ecke des Diwans aus nachtblauer Seide, auf dem er lag, konnteer hinaus in den Garten blicken und den honigfarbenen Schimmer des Goldregens erspähen, dersich zwischen unzählige Fliederbüsche und andere, fremdartige Pflanzen drängte.

Sein Blick schweiftedurch den Raum, blieb an der gegenüberliegenden Wand haften, von der aus ihm sein eigenes Spiegelbild mit wachen Augen entgegenblickte. Das abendliche Licht fing sich in seinem Haar und ließ es glänzen. Schimmerte silbrig auf seiner Haut und ließ die nachtblauen Augen strahlen. 
Als sein Blick tiefer glitt, bemerkte er, dass er keine Kleidung trug und beschämt ob dieser Blöße griff er nach einem Kissen um sich zu bedecken.

"Michael..." Erschrocken wandte er sich um. Sein Blick glitt hektisch durch den Raum. Es dämmerte bereits und es dauerte eine Weile, bis er den Träger der leisen Stimme in dem Dämmerdunkel auszumachen vermochte.

Mit einem erschrockenen Aufschrei stürzte er auf den leblosen Körper zu, der umgeben von Papier und dunkler Tinte in der Mitte des Raumes lag. Und mit vor Entsetzen bleichem Gesicht, ob der abgemagerten Gestalt, beugteer sich über den Bruder, fasste ihn unter den Armen und zog ihn an seine Brust.

Ein Lächeln stahl sich auf die blassen Lippen des Jungen."Michael...du bist da...jetzt wird alles gut." Er schüttelte den Kopf. "Nein...du bist krank, Dylan...du bist krank."

Die Hand des Bruders griff nach der Seinigen und hielt sie fest. "Du bist bei mir. Nur das zählt..." Er schloss die Augen, denn das Sprechen fiel ihm schwer, selbst das Atmen bereitete ihm größte Mühen und glich einem Röcheln.

"Warum hast du mich allein gelassen?" Es dauerte eine Weile, bis Dylan erneut die Augen öffnete und seinen Blick suchte."Weil es Zeit war zu gehen..." Er schluckte.  "Ich habe eine Welt erschaffen, die wirklich existiert...und sie ist so wunderschön...ich werde an ihr zugrunde gehen. Sie macht mich krank. Ich kann in meiner eigenen Welt nicht leben...und ich kann auch nicht zurück...ich habe verspielt."

Er schüttelte den Kopf. "Das kann ich nicht glauben. Das kann ich einfach nicht." "Es ist außer Kontrolle geraten, Michael. Weil ich zu selbstsüchtig war...es zerfällt und alles Wunderbare und Fantastische mit ihm." "Dann sag mir, was ich tun soll."

"Zerstöre es! Zerstöre, was ich geschaffen habe!"

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