Das Land des dunklen Mondes (13)

Als der junge Lunarier sie auf so sanfte Weise berührte, schloss Aellia die Augen. Sie wollte es mit all ihren Sinnen geniessen. Seine Hände waren zärtlich und leidenschaftlich zugleich. Als er merkte, dass sie einverstanden war, wurde er etwas kühner. Er liess seine Finger über ihren Hals hinuntergleiten, zu ihrem weichen, schimmernden Dekolleté. Er fuhr bis zu ihrem Bauchnabel herab, was wohlige Schauer durch ihren Körper rieseln liess. Dann glitten seine Hände unter ihren vollen Brüsten hindurch und seitlich wieder hinauf. Wieder erbebte sie leicht. Sie war sich solch zärtliche Berührungen nicht gewöhnt. Nannios atmete schneller und flüsterte: „Du bist einfach so wunderschön, so einzigartig!“ Er begehrte sie, wie sie noch nie bisher ein Mann begehrt hatte, das spürte sie und seine Leidenschaft erregte sie mehr als sie es sich je hatte vorstellen können. Jetzt da die erste Hemmschwelle überwunden war, begann ein unbeschreibliches Feuer, auch in ihr zu lodern. Sie wandte sich ihm zu, nahm seine Hände und legte sie auf ihre Brüste, deren Warzen sich unter seiner Berührung verfestigten. Er spürte das und begann heftig atmend ihre prallen Rundungen zu massieren und zu streicheln. „Oh bei der grossen Lunaria, du hast wahrlich die Göttin des dunklen Mondes in dir!“ Er liebkoste ihre Brüste weiter und sie wölbte sich ihm entgegen. Er musste sich bereits sehr beherrschen, das merkte sie und es gefiel ihr. Ihre schlanken Hände fuhren seinen Bauch herab und ertasteten seine, bereits stark erigierte Männlichkeit. Sie knetete diese sanft, dann immer etwas fester, was ihn laut aufstöhnen liess. Er küsste sie voller Leidenschaft. Seine Zunge drängte in ihren Mund, wo ihn ihre Zunge voller Bereitschaft erwartete. Sie war schon sehr erfahren, das merkte er und es erregte ihn noch mehr. Er küsste ihren Hals, liess seine Lippen immer weiter hinuntergleiten. Doch bevor er ihre so ersehnten Brüste erreichte… liess sie sich einfach in den Abgrund fallen! Er war erst so überrascht, dass er ihr nicht sogleich folgte. Doch als sie ihm in der Luft schwebend, einen herausfordernden Blick zuwarf und verschmitzt lächelte, folgte er ihr grinsend. Nun also begann das Spiel. So einfach liess sich eine Frau nicht erobern und schon gar nicht eine Frau des dunklen Mondes!

Nannios liess sich ebenfalls in den Abgrund fallen und flog Aellia mit rauschenden Schwingen hinterher. Die Silhouetten der beiden hoben sich vom silbernen Mond, deutlich ab. Noch flog die Harpya ziemlich langsam, sodass er sie bald erreichen konnte. Er umfasste ihre Hüften und die beiden begannen sich in einem eleganten Paarungstanz umeinander zu drehen. Immer wieder versuchte er sich ihr mit seinem Unterleib zu nähern. Manchmal erschien es, als wolle sie es zulassen, doch dann drehte sie sich ganz plötzlich wieder ab und flog ihm erneut davon. Nun war es wohl an der Zeit, seine Flugkünste unter Beweis zu stellen! Nannios liess sich ganz plötzlich in den Sturzflug fallen, was Aellia einen etwas erschreckten Schrei entlockte. Immer tiefer und tiefer stiess der junge Lunarier. Die glitzernde Oberfläche des Flusses kam in rasender Geschwindigkeit näher. Er bremste seinen Sturzflug gerade rechtzeitig ab und schoss wie ein Pfeil, dicht der Wasseroberfläche entlang, bis zu dem gewaltigen Wasserfall, der sich tosend über die natürliche Felsterrasse herabstürzte Er spürte die Gischt auf seinem Gesicht und seinem Körper, als er diesem entlang, wieder steil in die Höhe stieg. Dann drehte er wieder ab und flog zurück zu Aellia, welche das Schauspiel sichtlich beeindruckt beobachtete. Nannios war ein wahrer Flugkünstler, schon immer hatte er die Frauen damit sehr beeindruckt. Er hatte schon ein paar Frauen vorher gehabt, doch keine berührte ihn so sehr, wie diese fremde Harpya aus dem fremden Land. Es war ihm sehr wichtig ihr zu gefallen und jetzt, da sie sich ihm bereits auf so wunderbare Weise geöffnet hatte, wollte er sie keinesfalls enttäuschen. Er nahm an, dass sie hohe Ansprüche an einen Mann stellte, denn sie war sehr stolz und eigenwillig. Dennoch hatte er eine Weichheit uns Sanftheit in ihr wahrgenommen, welche vermutlich bisher noch niemand aus ihr hatte herauslocken können. Es kam ihm, der als Heiler sehr sensibilisiert für die Gefühle anderer war vor, als ob sie einst eine Mauer um ihr Herz herum aufgebaut hätte, welche nun langsam etwas zu bröckeln begann. Er wusste nicht, warum sie diese Mauer aufgebaut hatte, vielleicht weil sie doch irgendwie sehr allein gewesen war in ihrer Welt? Er wusste es nicht, aber er würde sie auch nicht so bald darauf ansprechen, denn er spürte, dass sie sich dann vermutlich wieder verschloss, wie sie es schon öfters gemacht hatte, wenn er sie auf irgendwas angesprochen hatte, worüber sie nicht gerne sprach. Er musste sehr behutsam vorgehen, um wirklich zu ihr durchzudringen, doch da seine Gefühle für sie schon vom ersten Augenblick, da er sie getroffen hatte sehr stark gewesen waren, fiel ihm das nicht immer leicht. Er wollte so gerne mehr über sie wissen.

Als man die junge, fremde Harpya zu ihm gebracht hatte, war sie in keinem guten Zustand gewesen. Sie war am Rücken schwer verletzt. Eine verkohlte, schwarze Wunde, welche das Fleisch beinahe bis zum Rückgrat weggeätzt hatte, klaffte dort. Ganz am Anfang hatte er deshalb wirklich Angst um ihr Leben gehabt. Das Fleisch musste erneuert werden. Er musste einige andere Heiler zur Hilfe holen um zu bewerkstelligen, dass die Wunde sich anfing zu schliessen. Es war Schwerstarbeit und ging nur sehr langsam vonstatten, da diese Verletzung nicht von einer normalen Waffe stammte, sondern mit irgendeiner schwarzen, magischen Macht behaftet war, die Nannios noch nie zuvor gesehen hatte. Täglich bat er seine Götter, vor allem aber die Mondgöttin, die Patronin der Heiler war, um Hilfe, Stärke und Gnade. Viele Stunden brachte er am Bett der Harpya zu. Er beobachtete sie während ihres tagelangen Schlafes. Manchmal träumt sie schlimme Träume, bäumte sich in ihrem Bett auf, dann wusste er, dass sie was sehr Schlimmes durchgemacht haben musste. Manchmal redete sie auch im Schlaf. Sie erwähnte ihre Göttin, einige Dinge ihres Lebens, ihrer Welt, aber er konnte sich darauf keinen wirklichen Reim machen. Alles war zu wirr. Je länger er neben ihr weilte und sie anschaute, umso mehr verlor er sich in ihrer Betrachtung. Manchmal rutschte das Laken ihres Bettes etwas weg und legte ihren wunderbaren, mit sehr weiblichen Rundungen versehenen Körper, frei. Ihre Lider waren geschlossen und wenn sie nicht gerade schlimme Dinge träumte, wirkte sie wunderbar entspannt und ein Schein ging von ihr aus, der ihn mehr und mehr in seinen Bann zog. Ihre purpurne Haut war glänzend und samtig, immer anders im abwechselnden Licht der Göttin und des Gottes. Ihre schwarzen Locken umrahmten ihr schönes Gesicht mit den hohen Wangenknochen und den vollen Lippen. Manchmal sehnte er sich unwiderstehlich danach diese Lippen zu küssen, ihren wunderbaren Körper zu liebkosen. Doch natürlich hätte er das niemals getan. All die Tage aber, da er sie einfach nur betrachtete, über sie nachdachte, wurden Träume und Sehnsüchte ihn ihm lebendig, die er nie zuvor gekannt hatte. Es störte ihn gar nicht, dass diese Frau so anders war, so anders aussah. Im Gegenteil. Er fand sie wunderschön, auch wenn einige andere Lunarier teilweise die Meinung hatten sie sei unattraktiv und etwas unheimlich. Nein! Er sah das ganz anders. Er baute irgendwie all die Tage an ihrem Bett, eine Beziehung zu dieser fremden Harpya auf und er konnte es kaum erwarten, bis sie endlich erwachte und er um sie werben konnte.

Als ihre schwere Brandwunde verheilt war, kümmerten er und die andern Heiler sich um ihr Gefieder. Die geflügelten Völker beherrschten es meisterlich, beschädigte Federn auszuwechseln, das war ein unabdingbarer Teil ihres Lebens, denn sehr oft gab es Verletzungen und es gab nichts Schlimmeres, als wenn jemand nicht mehr fliegen konnte. Doch Nannios fand keine Federn unter seinem Volke, die wirklich zum schwarzroten Gefieder von Aellia gepasst hätten. Der Drakonier, welcher auch regelmässig nach ihr sah, schlug ihm dann vor, weisse Federn zu nehmen, da dies einen besonderen Symbolcharakter hatte, welcher der Harpya auf ihrem Wege helfen würde. Ausserdem, so erfuhr Nannios, galten weisse Federn bei den Harpyas als Zeichen hoher Weisheit. Dieser Gedanke gefiel dem jungen Lunarier, vielleicht würde er Aellia ja mit seinem hauptsächlich weissen Gefieder beeindrucken, was es ihm wiederum erleichterte ihr Interesse zu wecken.

 

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    Ich bin noch daran, mich einzulesen - aber mir gefällt deine Geschichte zunehmend und ich freue mich auf die Fortsetzung!

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