Das Leben am Grimmauld Place

Das Leben am Grimmauld Place

Das Gute an mir war, ich konnte mich an viele Dinge gewöhnen, so benötigte ich seit einiger Zeit keinen Wecker mehr, um nach meinen fünf Stunden Schlaf aufzustehen. Mittlerweile öffnete ich meine Augen und war sofort wach, ohne langsames dahindämmern, auch dies hatte ich geübt, aber noch nicht genug, denn wach war ich zwar, aber einsatzbereit war ich noch nicht. Vor dem Zubettgehen hatte ich noch schnell einen Silentium über Ginny gelegt. Er war vergleichbar mit dem Silencio, nur machte er nicht stumm, sondern schützte eine Person vor äußeren Geräuschen, sorgte für Stille.

So konnte ich mich entspannt fürs Joggen herrichten und musste nur kurz ins Bad, um mir die Zähne zu putzen. Als auch dies erledigt war, ging ich fix und fertig und frohgemut hinunter. Es war kurz vor sechs. Ich erwartet nicht schon jetzt jemandem zu begegnen, denn gestern war es spät geworden. Die Sitzung war ja mindestens bis Mitternacht gegangen also würde keiner wach sein, außer vielleicht Molly und Arthur, aber die würden in der Küche sein und nichts mitbekommen. Es war befriedigend zu sehen, dass ich immer schneller wurde, aber auch, dass es immer mehr Runden wurden, das motivierte ungemein. Nach meiner Stunde lief ich ins Haus und begab mich zügig ins Bad. Als ich mit Bademantel bekleidet mein Zimmer betrat, schaute ich ob Ginny um halb acht schon wach war oder noch im Land der Träume weilte.

Sie hob den Kopf und blinzelte mich aus verschlafenen, braunen Augen an.

„Morgen“, flüsterte ich leise zu ihr hin und wühlte in meinen Sachen. Ich entschied mich für ein schwarzweißes Kleid mit kleinen Ärmchen und gerafftem Oberteil, das unterhalb der Brust weit auslief und bis zu meinen Oberschenkeln reichte. Es war leicht und locker, würde ein bisschen mehr von meinem Körper zeigen als gestern. Ginny gähnte herzhaft, reckte und streckte sich genüsslich. Ich stand fertig angezogen da und bürstete mein langes, braunes Haar, das ich offen lassen wollte. Irgendetwas reizte mich nicht daran, als graue Maus dazustehen.

„Morgen, Hermione! Wo warst du gestern? Wir haben auf dich gewartet. Was hast du gemacht? Warum bist du“, sie schielte zum Wecker, „… um kurz vor acht schon fertig angezogen? Mann, wir haben Ferien, Hermione!“, setzt die Litanei ein und das Mädel war noch nicht mal wach,
erschreckend. Blablabla, am liebsten hätte ich einen frustrierten Schrei ausgestoßen. Hallo? Gerade aufgewacht und nichts als Fragen und Vorwürfe, mit solchen Freunden brauchte man keine Feinde mehr, das war meine feste Überzeugung.

„Ginny, schön, du bist schon wach. Dass ich schon immer eine Frühaufsteherin war, weißt du doch aus Hogwarts und aus den Ferien bei euch. Ich brauche nicht viel Schlaf und stehe halt gerne früh auf. Entschuldigung, sollte ich dich gestört haben“, merkte ich leicht säuerlich an. „Außerdem hast du gestern Abend schon geschlafen als ich kam, da wollte ich dich nicht wecken! Wo ist eigentlich Pig, du weißt doch, ich will die Briefe, die ich gestern Abend geschrieben habe, verschicken“, fragte ich nun geschäftig und sie hörte sich nun meine Vorwürfe eulenhaft schauend irritiert an.

„Mann, was ist denn nur mit dir los, du bist so schlecht drauf. Ich wollte doch nur wissen was du so machst, also was hast du denn nun so lange gemacht? Ron ging erst nach 23 Uhr. Ich meine du kannst doch keine solchen Romane geschrieben haben, oder?“, fragte sie nun deutlich neugieriger.

„Nichts Ginny, nur auch noch ein bisschen gelesen!“, meinte ich abwehrend. „Und ich bin nicht schlecht drauf, mich nervt nur, dass ich mich andauernd rechtfertigen muss vor euch!“, sagte ich ihr dann doch ehrlich. Sie stand auf und sah in ihrem rosafarbenen, kurzen Nachthemd zum Schießen komisch aus. Es war ein Geschenk von Ron zum Geburtstag. Er war echt farbenblind, oder er wollte sich an Ginny rächen, warum auch immer!

„Nerven Ron und ich dich sooo?“, fragt sie verschnupft und sah mich mit einem Kuhblick aus großen, braunen Augen verärgert an.

„Ehrlich, ja das tut ihr, seit gestern schon ein bisschen. Ich meins ja gar nicht böse, aber ich lese nun mal, daran ist doch nichts Schlimmes, warum dann immer diese Fragen?“, fragte ich frustriert und wedelte mit meiner Hand in der Luft, dann ließ ich mich mit einem plumps auf mein Bett fallen.

„Sorry, echt so schlimm? War mir gar nicht bewusst. Ich glaube weil wir´s nicht so ganz nachvollziehen können, aber wir sollten deine Wünsche echt respektieren, sorry nochmal! Aber du musst verstehen, wir hören du tanzt auf einmal und hast seit du hier bist uns nichts über deine Ferien erzählt, das musst du auch verstehen. Und dann setzt du dich auch noch zu Snape“, meinte Ginny vorwurfsvoll. Leicht verdrehte ich die Augen, denn dort war es halt nun mal interessanter als bei euch, dachte ich mir. „Hm, ist ja gut, verstehe ich und heute werde ich mir die Zeit mit euch nehmen, versprochen, jetzt gleich beim Frühstück, bevor wir alle mit der Arbeit beginnen ok? Aber ich habe mich gestern nicht zu Professor Snape gesetzt, sondern zu Sirius!“, erklärte ich heftig und stellte die Sachlage rasch klar.

„Ich geh schon mal runter, in Ordnung, Ginny?“, nahm noch meine zwei Briefe mit und ging.

„Klar, ich beeile mich, bis gleich. Ich weck noch kurz Ron, damit er mitkommt und bring dir Pig mit runter!“, bot sie mir dann doch sehr hilfsbereit an.

„Ja, danke, tu das. Bis dann!“, murmelte ich, aber ich brauchte jetzt Kaffee, Aus, Ende, Amen.
Jetzt, kurz vor acht, waren Sirius, Lupin, halt nun ja Remus und Mrs. Weasley in der Küche. Molly werkelte am Herd herum und ließ alle möglichen Küchenutensilien um sich herum schweben. Remus und Sirius saßen auf ihren Plätzen und hatten die Köpfe zusammengesteckt und tratschten.

„Guten Morgen alle zusammen!“, ließ ich höflich vernehmen und setzte mich auf meinen Stammplatz, wie es inzwischen schien.

„Guten Morgen“, schallte es von allen dreien.

„Schöne Träume gehabt?“, hauchte mir Sirius seidig entgegen.

„Sollte ich dich nach deinen Fragen, Sirius?“, stellte ich eine doppeldeutige Gegenfrage, während ich seine taxierenden Blicke auf meinem Dekolleté spüren konnte. Augenscheinlich gefiel ihm mein Kleid heute sehr gut, es stand mir auch, wie ich zugeben musste und seitdem ich so exzessiv trainierte, hatte sich mein Körper zu meinem Vorteil gestrafft. Remus warf Sirius einen strafenden Blick zu, konzentrierte sich dann aber auf Mollys Frage was er essen wollte.

„Bist du nicht ein bisschen früh auf, Hermione? Was möchtest du?“, wandte sie sich nun auch fürsorglich an mich.

„Nein, Mrs. Weasley ich bin Frühaufsteherin und eigentlich spät dran, einen schwarzen Kaffee, bitte!“, erklärte ich ihr freundlich und bat um meinen Kaffee, den ich so dringend brauchte. Ich wusste nicht wirklich was ich falsch gemacht hatte, aber wieder einmal stand ich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

„Bitte was?“, fragte ich irritiert und zog meine Augenbrauen bis zum Haaransatz hoch. Molly wandte sich mit einem missbilligenden Ausdruck ab und ließ eine Tasse vor mich hin schweben.

„Könnte es sein, dass du dich ein bisschen verändert hast in letzter Zeit?“, meinte Remus sehr vorsichtig und beugte sich zu mir. Ich zog den Kaffeeduft genüsslich ein und sah lächelnd auf.

„Danke, Mrs. Weasley!“, bedankte ich mich lieb und artig.

„Was möchtest du noch, Liebes?“, erklang es in missbilligendem Ton von Mrs. Weasley, aber ich hatte immer noch keinen wirklichen Schimmer warum.

„Ähm… danke nichts, Mrs. Weasley!“, gab ich noch sehr freundlich lächelnd zurück.

„Und Professor… ähm ich meine Remus, jeder wird erwachsen“, tat ich lapidar ab und nahm noch einen tiefen Schluck.

„Du willst nicht essen, das ist nicht gut, du musst was essen, Liebes. Ich mache dir einen Teller mit Eiern und Speck!“, beschloss Molly resolut für sich. Ich kniff meine Lippen fest aufeinander. Glaubte sie wirklich ich würde sagen ich möchte nichts, um dann einen Teller voll Fett und Cholesterin in mich zu stopfen? Der beginnende Kopfschmerz pochte hinter meiner Stirn. Ich verkniff mir jede weitere Diskussion. Wäre eh sinnlos, bestimmt wollte sie, dass wir alle die Umfänge von ihr annahmen!

Halt stopp! So viel Bösartigkeit sollte ich mir selbst in Gedanken verbieten. Das war nicht nett! Sie meinte es bestimmt nicht böse, aber nerven tat es trotzdem.

„Jetzt wünsche ich mich in mein Bett zurück“, zischte ich leise, durch meine geschlossenen Zähne.

„Würde dir da nicht langweilig werden?“, grinste mich Sirius, der dem Gespräch gelauscht hatte, über seine Tasse hinweg an.

„Wer sagt denn, dass ich mich in ein leeres Bett wünschen würde, Sirius und dann wär´s darin bestimmt nicht langweilig, oder willst du mir etwa unterstellen ich könnte langweilig sein?“, flüsterte ich so leise, das dies Remus nicht hörte, der sich gerade überschwänglich bei Molly für seinen Frühstücksteller bedankte. Sirius prustete, als Reaktion auf meine Provokation, seinen heißen Kaffee, an dem er sich gerade verschluckt hatte, wieder in die Tasse. Tränen traten in seine grauen Augen, aber in diesem Moment erschienen Ron, Ginny mit Pig auf ihrer Schulter und die Twins und somit kam Sirius zu keiner adäquaten Antwort mehr. Vielleicht auch besser so, denn er schien leicht aus dem Konzept und sah mich sprachlos an.

Wieder erschallte ein großes „Guten Morgen“ im Raum.

Ginny setzte sich neben mich und Ron mir schräg gegenüber, neben Remus. Mein Verhör würde jetzt beginnen, wie freute ich mich doch.

„Wo warst du?“, legte Ron auch schon los.

„Wo wohl, wo du nie sein wirst, Ron!“, gab ich eloquent zurück.

„Ich versteh dich nicht, Hermione! Man braucht auch mal Spaß und Abwechslung und was soll das mit dem Unsinn, dass du dich sechs Stunden am Tag draußen rumtreibst“, erklärte er anklagend. Ich ließ mir keinen Missmut über diese kleine Rede von Ron anmerken, nur atmete ich mehrmals tief durch, während auch schon ein überhäufter Teller vor mir landete. Ich beachtete ihn gar nicht, sondern krallte mich an meine Tasse, wie an einen Anker, um nicht zu aufbrausend zu werden.

„Mein lieber Ron, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, ich mag es, es macht mir Spaß. Warum muss ich mich vor dir und allen hier rechtfertigen weil ich meine Zeit gerne mit Büchern verbringe? Lerne es zu akzeptieren. Ich akzeptiere auch eure Fliegerei oder nicht!? Und mein Training steht hier ja mal so was von nicht zur Debatte. Hast du mich verstanden? Du wüsstest noch nicht einmal davon, wenn Professor Dumbledore nicht darauf bestanden hätte es zu erfahren. Und nun guten Appetit“, da auch sein Frühstück vor ihm landete, brachte ich meinen Standpunkt zu Ende.

Ron starrte mich an „Wasss?“, knurrte ich nur noch schlechtgelaunt, nachdem ich mir aus der Kanne vom Tisch meinen Kaffee nachgefüllt hatte.

„… ich… ich, warum bist du so zickig, Hermione?“, stotterte er verstört vor sich hin.

„Ron, ich glaub das reicht jetzt, du machst es mit der Aussage nicht besser“, antwortete Ginny nun ruhig. Ich stieß Luft durch die Nase aus und schnaubte wie ein Pferd.

„Hier Hermione, da ist Pig!“, wandte sich das rothaarige Mädchen um Frieden bemüht an mich und reichte mir die kleine, aufgescheuchte Eule, die wild flügelschlagend auf und ab hüpfte.

„Danke, Ginny“, lächelte ich sie freundlich und dankbar an. Ich nahm ihn und befestigte die beiden Briefe und flüsterte ihm zu: „Der eine geht nach Gringotts zu Rangok, und der andere ist leider ein weiter Weg, aber du schaffst das, zu Victor Krum“ Dann entließ ich ihn in die Luft. Er flog auch sofort durch das offene Küchenfenster.

Zu Sirius gewandt sagte ich flüsternd: „Kleinkinder, das hier ist langweilig, du verstehst?“, stellte ich fest und machte eine kurze Geste zu den gerade mit dem Essen beschäftigten Geschwistern, wobei die Twins einen solchen Lärm machten, dass niemanden auffiel, was Sirius und ich sprachen. Nach dieser Aussage lachte Sirius schallend, was auch mich zum Lachen brachte. Die Twins bekamen das alles nur am Rande mit, da sie wie so oft ihre Köpfe zusammengesteckt hatten und wie wild miteinander planten, aber ich fing einen kurzen Blick auf und Fred zeigte mir, dass sie dann noch kurz mit mir reden wollten, so nickte ich dann auch kurz und unauffällig zu ihnen. Danach lauschte ich den Gesprächen am Tisch und plante meinen Tag. Nach der dritten Tasse Kaffee, schob ich meinen fast unberührten Teller von mir, was mir einen komischen Blick von Ron, Remus und Sirius einbrachte, aber ich zuckte daraufhin nur mit den Schultern.

„Wo willst du hin, Liebes?“, ließ sich da Mrs. Weasley vernehmen.

„Ich wollte anfangen zu arbeiten“, antwortete ich.

„Aber doch nicht jetzt schon, es ist noch nicht mal neun Uhr, so früh musst du nicht arbeiten“, tat sie meine Aussage ab und sah mich mit einem gutmütigen Ausdruck an.

„Das ist sehr lieb von Ihnen Mrs. Weasley, aber ich habe einen straffen Zeitplan ausgearbeitet und an den möchte ich mich halten, da wir leider keine Magie verwenden können, dauert es halt länger. Es macht mir nichts aus. Ach, bevor ich es vergesse, mittags benötige ich kein Essen, denn ich werde auf dem Weg ins Zentrum eine Kleinigkeit beim Bäcker oder dergleichen kaufen. Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet.“ Und so kehrte ich einer verblüffend leisen Küche den Rücken. Ich hatte mich erfolgreich in die Bibliothek geflüchtet, nachdem ich gestern die zwei Bücher durchgearbeitet hatte, suchte ich jetzt die erste Stunde alle Bücher zum Thema Okklumentik heraus. Es waren nur drei Stück, aber diese würde ich jetzt durcharbeiten. Ich konnte ein treppauf und treppab und anderen Lärm hören, den die anderen erzeugten, während sie sich immer alle zusammen ein Zimmer nach dem anderen vornahmen, um es zu reinigen. Dass das in ein solch lautes Rufen und Schreien ausufern musste, begann an meinen Nerven zu zerren, darum sprach ich einen Silentium auf den Raum, um Ruhe zu haben.

Der Eindruck, den ich mit meiner Aussage, dass ich kein Mittagessen brauchte, gemacht hatte war mir ja so was von gleichgültig. Seit Stille herrschte kam ich wunderbar gut voran. Ich hatte begründete Hoffnung durch die neu gewonnenen Informationen die Okklumentik bis zum Ende der Ferien mehr oder weniger zu schaffen und mich dann nach den Ferien an den praktischen Teil wagen zu können. Ich war in die Lektüre also sehr vertieft, als sich später vorsichtig die Tür öffnete und zwei identische Haarschöpfe hereinschauten.

„Ist es erlaubt einzutreten, My Lady, oder wünscht Ihr keine Störung, oh holde Maid!“, ärgerten mich die Twins bitterböse, aber ich winkte sie wortlos rein.

„Ihr stört doch fast nie, also was wolltet ihr mir sagen“, fragte ich gespannt und beugte mich mit meinem Buch auf dem Schoß vor.

„Als erstes, meine Teuerste, hast du nicht hoch und heilig geschworen nicht in den bösen, bösen und gefährlichen, schwarzmagischen Büchern zu lesen?“, grinste Fred mich fies an und wackelte tadelnd mit seinem Zeigefinger provokant vor meinem Auge rum.

„Haha, sehr witzig“, antwortete ich augenrollend.

„War uns schon klar, dass du Mum anschwindelst, aber wir sind immer wieder von deinem Talent angetan, wie du das immer schaffst, bewunderungswürdig. Wir versuchen es auch andauernd, aber so wie du… du bist halt unsere Meisterin“, verbeugte George sich scherzhaft vor mir.

„Ihr könnt solche Kindsköpfe sein!“, bescheinigte ich ihnen und schüttelte den Kopf.

„Aber doch nur zu deiner Erheiterung, doch was Wichtiges, dein Tipp gestern mit Dung war Gold wert, das war der Mann gestern neben uns, der mit den blutunterlaufenen Augen und dem ungewaschenen, rötlichbraunen Haar. Wir haben ihn uns kurz nach dem Ende der Versammlung geschnappt und konnten mit ihm gut verhandeln. In zwei Wochen wird er liefern!“, erzählten sie freudig und mit strahlenden Gesichtern.

„Das war Fletscher,… mhm nun gut, aber bezahlen werdet ihr ihn doch erst nach Erhalt der Ware. Was habt ihr eigentlich bestellt?“, schaute ich beide fragend an.

„Denkst du wir sind blöd, der kriegt erst sein Geld wenn er liefert. Es dauert nur so lange, da er es auf dem Schwarzmarkt besorgen muss. Wir brauchen giftige Tentakelsamen und Knarlkiele!“, erklärte Fred lässig an der Couch lehnend und ich nickte, als mir die Bestellung noch als relativ harmlos erschien, aber in den Händen dieses Pärchens war nichts ungefährlich.

„Das freut mich und was treibt ihr jetzt? Müsst ihr nicht putzen?“

„Äh, wir haben besseres zu tun, was ist eigentlich mit Ginny und Ron? Hast du gerade mit ihnen Probleme?“, wollte Fred wissen.

„Ja, leider schon. Da Harry nicht hier ist kleben sie mir wie Kaugummi an der Schuhsohle, echt und das ist etwas was ich zum jetzigen Zeitpunkt echt nicht brauchen kann“, erklärte ich leidend und rieb mir mit meiner Hand über mein Gesicht.

„Warum nicht? Du musst doch nur üben deine Pirouetten zum richtigen Takt zu drehen“, frotzelte George. Mein Blick hätte töten können. Ich zog meine Lippen zurück und zeigte meine Zähne.

„Ihr werdet nochmal mein Grab sein, aber ihr wisst selbst, dass ich mit Sicherheit nicht tanzen lerne“, zischte ich frustriert.

„Logo, das war uns schon klar, nur was tust du wirklich?“ Neugierig beäugten mich beide.

„Ich lerne kämpfen, schaut nicht so, ja, so richtiges kämpfen. Ich könnte euch ohne große Probleme auf die Matte schicken“, gab ich mit einem geschlagenen Seufzer von mir und schaffte das was man selten schaffte, sprachlose Twins, bevor sie sich fingen und loslegten.

„Oh cool, du und deine Ideen immer. Ich kann mir zwar nicht vorstellen wie du kämpfst aber auf uns kannst du zählen, geht klar, wir helfen dir und halten dir die anderen so gut es geht vom Leib, wie sonst auch“, sagte Fred und nickte bestätigend.

Ich grinste verschworen zu ihnen rauf. „Was sollte ich bloß ohne euch anfangen? Das wäre wirklich nett!“

„Immer doch! Bis später! Wir müssen, bevor uns Mum sucht“, sie gaben mir affige Luftküsschen und winkten mir zum Abschied. Die gute Laune der beiden müsste man mal haben. Nachdem ich wieder alleine war, machte ich mir Gedanken wie ich die Geschwister abends ausschalten konnte und da hatte ich auch schon eine Idee, aber dazu später mehr, wenn ich unterwegs sein würde. Ich bekam gar nicht mit wie die Zeit verging, als mich mein Tempus darauf aufmerksam machte, dass ich in einer halben Stunde aufbrechen musste, dann wäre es 14 Uhr.

So begab ich mich in mein Zimmer. Auf dem Weg dahin begegnete mir keiner, offenbar waren wohl alle noch in der Küche zu Mittag. Ich packte meine Sporttasche und ging nach unten, abmelden tat ich mich nicht, warum auch, wussten ja alle wo ich sein würde, beim Tanzen… bähhh! Aus dem Haus raus huschte ich geschwind in eine kleine, unauffällige Seitenstraße in einen schwer einzusehenden Hintereingang und schon apparierte ich. So sparte man wahnsinnig viel Zeit. Als erstes reiste ich in mein Zimmer bei uns zuhause, schließlich brauten sich meine Tränke nicht von alleine und ich hatte ja schließlich fast noch eine ganze Stunde Zeit, bevor ich zum Sensei musste.

Ich füllte die letzte Phiole von dem Blutbildungstrank um und reinigte mit einem schnellen Evanesco den dreckigen Kessel. Um den mittelstarken Heiltrank aufzusetzen war die Zeit heute zu knapp, das würde ich morgen machen, aber vorbereiten konnte ich die Zutaten schon zum Teil. Ein Blick noch auf den Vielsafttrank, der in der Badewanne stand. Dieser würde morgen fertig sein und könnte dann abgefüllt werden, wunderbar. Wenn das Brauen so schön verlief, hatte es etwas sehr Beruhigendes an sich.

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