Alles war dunkel. Das einzige Licht kam von den Sternen und dem Mond über ihr. Mit tränenverschleiertem Blick sah sie in den Himmel, eine letzte Bitte auf den Lippen. Sie ließ sich in den eiskalten Schnee sinken, doch die Kälte machte ihr nichts aus. Was war schon die Kälte gegen den Schmerz, den sie in ihrem Inneren spürte? Dann weinte sie. Sie weinte und schrie, um all das, was sie verloren hatte und das nie wiederkommen würde. Langsam legte sie sich auf den Rücken, den Kopf gebettet in den weichen Schnee, die Arme überkreuzt auf dem Bauch. Und so rief sie sich das Gedicht ins Gedächtnis , das er ihr vor scheinbar endlos vielen Tagen geschenkt hatte. Ihrem letzten Gedicht.


Der Schleier brach und ich sah dich.
Sah dein Gesicht.
Ich ahnte es schon, doch wusst es nicht:
Wenn unsre Herzen sich vereinen
wird meines zu deinem.

Und so fiel sie in ihren ewigen Schlaf.
                                          
                                                        

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