Der Überfall

Ich bat Max in beiden Fällen am Ball zu bleiben und besonderes Augenmerk darauf zu legen, einen zuverlässigen Mann für Selina und meine Tochter abzustellen. Selina mochte das gar nicht. "Michael! Du wirst bedroht, nicht wir!" - "Und wie kann man mir am meisten wehtun? Es ist ja nur, bis wir wissen, woher die Bedrohung kommt, Schatz! Sei lieb!" Wir verabschiedeten uns, damit Georg sich hinlegen konnte. Abschiedskuss bekam ich keinen. Ob der Knoblauch dran Schuld war, oder meine Anordnung an die Security war mir nicht klar, aber wahrscheinlich maß ich dem zu viel Bedeutung bei.

Als wir auf das Palais zufuhren stutzte ich. Ich hatte das Tor geschlossen als ich losgefahren war. Ich hatte extra die Fernbedienung in den Rover gelegt. Nachdem Georg und Maria bei mir im Auto saßen, war wirklich niemand zu Hause, aber das Tor stand offen. Diesmal stellte ich den Rover direkt vor dem Tor quer. Über die Freisprechanlage hatte ich sofort Max am Telefon. Hinter mir kam ein weiterer Wagen, ein Mercedes daher und hinter diesem stellte sich plötzlich ein Wagen unserer Security quer. Aus dem Mercedes waren zwei maskierte Personen gesprungen und wären zu uns gelaufen, doch als unser Securityfahrzeug  sich hinter dem Mercedes querstellte nahmen die beiden Reisaus in Richtung des nahe liegenden Wäldchens. Max entsprang dem auto und lud hörbar seine Waffe durch. "Stehenbleiben!" rief er und schon krachte ein Warnschuss. Die beiden Gestalten schienen zu überlegen, liefen aber dann weiter, bis Max mit einem gezielten Schuss einen Ast vor ihnen herunterschoss. "Letzte Warnung! Nehmen sie die Hände über den Kopf und drehen sie sich langsam um!" Max' Begleiter liefen zu den Vermummten hin und fixierten ihre Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken. Selina kam auf mich zu. Sie war ebenfalls Max' Auto entstiegen. "Würdest du bitte zugeben, dass DU bedroht wurdest, Michael Montar? Und dass es besser war, Dich zu beschützen? Und dass dir deine Frau das schon sagte? Gerade eben?" Jetzt stand sie dicht bei mir. Der Ausdruck, mit dem sie mich ansah, war mir fremd. "Ich sollte dir böse sein, aber ich bin froh, dass dir nichts passiert ist. Du stinkst übrigens nach Knoblauch." Ich brachte keinen Ton heraus. Als wir abgefahren waren, hatte Selina bemerkt, dass der Mercedes, der zeitgleich mit uns eingetroffen war auf dem Parkplatz wieder losfuhr und uns folgte. Sie setzte meine Anweisung an Max kurzer Hand außer Kraft und wies ihn an, mit zwei Leuten und ihr persönlich ebenfalls zum Palais zu fahren. Nun stand sie bei mir, würgte wieder einmal meinen Oberarm und zischte auf mein flehend leises: "Sel...!", "Bitte sag jetzt einfach gar nichts, Michael!" Unsere Sicherheitsmänner brachten die Vermummten zu uns. "Nehmt ihnen die Sturmhauben ab!" Es war Selina gewesen, die das Komando gab. Ich glaube bis heute, dass sie, wie ich inständig hoffte, jetzt nicht vor Tommy zu stehen...

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