Der Detektiv I


"Aber bevor mich man jeglicher Unhöflichkeit einer Dame gegenüber maßregelt, stelle ich mich vor. Ich heiße Stephen Kiel meines Zeichens Detektiv.", sprach der Unbekannte mit den eisgrauen Augen.

Das war also: Stephen Kiel. Für Felix hatte der Name fast schon etwas von einer göttlichen Formel und auch Kathy verstand welche Präsenz vor ihr stand. Stephen war der erste Charakter der Felix Gehirnwindungen entsprang und so sollte es nicht verwundern, dass er es war dem Kathy als erstes in Felix Kopf begegnete.

Der Meisterdetektiv musterte die Archäologin eingehend. Ihre geweiteten Pupillen und das Beben ihrer Lippen waren eindeutiges Zeichen, dass sie wusste wer vor ihr stand.

"Wie ich sehe haben Sie mich erkannt, ich weiß auch wer Sie sind, genügt es Ihnen wenn ich Sie Kathy nenne oder soll ich Sie mit Frau ..."

Kathy schnitt Stephen das Wort hastig ab und meinte, dass Kathy ihr die allerliebste Anrede wäre und ein "Du" auch die bevorzugte Anrede darstellen würde.

"Nun gut, wie wäre es wenn wir den Rest in der Bibliothek und nicht im Hausflur besprechen?", fragte Stephen der Kathy in folgedessen in das Wohnzimmer führte, welches er als Bibliothek bezeichnete. Als sich die hölzerne Tür still öffnete und Stephen Kathy hineinbat trat sie in einen großen, luftigen Raum. Dieser war erheiternd möbliert und von den breiten Fenstern aus ließ sich der unberührte Schnee betrachten. Ihr wurde erläutert, dass dies der Raum sei in denen Stephen, Tea und Felix sich regelmäßig trafen um ihre Erlebnisse zu sprechen. Diese Erlebnisse wurden dann von Felix verarbeitet und zu Stephens Leidwesen mit der ganzen Welt geteilt.

"Du magst seine Aufzeichnungen nicht?", fragte Kathy verwundert, die es von ihren Charakteren eher gewöhnt war, dass alles was sie preisgaben auch die Welt wissen durfte.

"Er schreibt unsere Erlebnisse auf, das ist sein gutes Recht, aber er romantisiert es und macht es reiserischer als es sein müsste."

"Oh wirklich?"

"Meine Meinung, machen Sie sich dazu bitte selbst ein Bild, Tea findet die Aufzeichnungen ganz gut. Im Übrigen wissen alle dass Sie die Studie noch nicht gelesen haben."

Kathy schluckte sie war ertappt, ehe sie stammelnd eine Entschuldigung vorbringen konnte, führte Stephen fort: "Ist ja auch nicht so dringlich, das ist fast vier Jahre her. Aber ich denke ich sollte den Kamin wieder anfeuern unser Gast soll es ja gemütlich haben."

So schickte sich Stephen an den Kamin von einem kühlen zu einem feurigen Schlund zu verwandeln. Währenddessen ließ Kathy ihren Blick schweifen und betrachtete das Zimmer eingehender. Der gemütliche Eindruck den die Bibliothek gemacht hatte, hielt ihrem prüfenden Blick stand. Es war einfach herrlich. Sie merkte gar nicht wie Stephen entschuldigend das Zimmer verließ und erst als er hinter sich die Tür schloss erwachte Kathy wieder aus ihren Gedanken. Was sollte sie jetzt tun? Sie hatte noch keine Führung erhalten, wenn sie ohne einen Ortskundigen durch die Windungen wandern würde, wäre sie hoffnungslos verloren. So entschied sich Kathy zu warten und zog, auf dem Sofa sitzend, weiterhin den wohligen Duft von Tannenharz und Büchern ein. Knackend brannten die Holzscheite im steinernen Kamin. Hin und wieder rutschten die Scheite auseinander und die orangen Flammen fraßen gierig das Tannenholz. Das weiche Sofa, welches mit einem Lehnsessel und einem zentralen Tisch den Mittelpunkt des Zimmers darstellte, lud förmlich zum Einschlafen ein. Kathy brauchte viel Überwindung nicht dem Schlaf zu erliegen. Ganz im Kampf mit dem Gedanken des Einschlafens versunken, merkte Kathy nicht wie die Bibliothekstür sich öffnete. Erst als ihr eine weibliche, sanfte und leicht irritierte Stimme ans Ohr klang, konnte sie dem Gedanken entrinnen.

"Verzeihung, ich wusste nicht, das ein Klient zu Besuch ist."

Kathy drehte sich um, damit sie sehen konnte, wem die wohlklingende Stimme gehörte.

Es war eine attraktive Frau ihres Alters. Ihr braunes Haar umschmiegte ihre Schultern. Ihre zarte Haut war noch von der Kälte des Wintertages gerötet und ihre wohlgeformten Kussmundlippen formten eine Mimik der Entschuldigung. Sie wollte schon auf dem Absatz kehrt machen, als Kathy ihr hastig erklärte, dass sie kein Klient sei sondern von Felix in sein Gehirn eingeladen wurde.

"Wenn das so ist. Kann ich ja hier bleiben.", sagte sie beruhigt, "Wenn es Sie nicht stört?".

"Gerne, ich bin Kathy?"

"Tea Fuchs, angenehm. Ich habe hier eines der Zimmer belegt."

Stephen trat mit einem silbernen Tablett in den Raum. Für jede der anwesenden Personen hatte er eine Tasse mit heißer Schokolade angerichtet.

"Da wir nun beisammen sind kann ich Sie ein wenig in Felix Gehirn herumführen und die ein oder andere Anekdote berichten.", äußerte Stephen genüsslich die braune Flüssigkeit trinkend.

"Im Gegenzug würden wir auch dich mehr kennen lernen.", freute sich Tea. "Felix hat ja schon recht viel über dich erzählt."

"Felice hat was?", fragte Kathy erstaunt.

"Nichts indiskrete.", zwinkerte Tea Kathy zu, Stephen beachtete das Gespräch der beiden nicht sonderlich und trifte in seine eigene Welt ab.

"Stephen?", unterbrach Tea die Gedanken des Detektivs.

"Hmmm?", war die noch nicht ganz wache Gegenreaktion.

"Du wolltest Kathy durch Felix Hirn führen."

Mit einem kräftigen Schluck leerte Stephen die Tasse und setzte fort:

"In der Tat das wollte ich."

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