2. Geschichte: Zauberei in der Schule

Natürlich gab es in der kleinen Stadt, in der Mr. Zephyrinus wohnte, auch eine Schule. Morgens sah der Zauberer die Kinder auf ihrem Schulweg, mit fröhlichen oder unglücklichen Gesichtern, je nach dem, ob sie gerne zur Schule gingen oder nicht.
Die meisten gingen wohl nicht gerne zur Schule...

Mr. Zephyrinus fragte sich, warum das wohl so war. Er beschloss, es heraus zu finden, zauberte sich unsichtbar und folgte den Kindern in die Schule. Als er sich dort umsah, verstand er, warum so viele Kinder traurige Gesichter machten, wenn sie zur Schule gingen. Die grauen Wände und der grüne Bodenbelag waren wirklich kein schöner Anblick. In so einer tristen Umgebung konnten Kinder sich ja gar nicht wohl fühlen.

Der Zauberer betrat eines der Klassenzimmer. Hier sah es auch nicht besser aus. Kein einziges buntes Bild hing an den Wänden, die Tische und Stühle waren alt und wackelten und der Putz bröckelte von der Decke. Und ein Fenster schloss auch nicht mehr richtig. Huuh, wie kalt musste es hier im Winter sein. Mr. Zephyrinus schüttelte sich. Umso mehr, als er gleich die Lehrerin sah. Streng blickte sie auf die Kinder herab, die sich ängstlich vor ihr duckten. Nein, so ging das auf gar keinen Fall weiter!

Schnell murmelte Mr. Zephyrinus einen Zauberspruch:

"Holler, boller, bunte Farben,
alles heil, gemütlich, fein,
alle Lehrer nett und fröhlich,
so soll jetzt die Schule sein!"

Und siehe da, plötzlich war das Fenster wieder heile, die Wände im ganzen Schulgebäude waren bunt gestrichen und der Fußboden war mit einem flauschig-weichen Teppich bedeckt. Die Tische und Bänke wackelten nicht mehr und hatten nun ebenfalls bunte Farben. Und die Lehrerin sah auf einmal so fröhlich aus. Sie sah die Kinder freundlich an und ihre Stimme klang sehr liebevoll.
Ja, so gefiel Mr. Zephyrinus die Schule!

Und den Kindern wohl auch, denn nachdem sie sich kurz verwundert umgeschaut hatten, sprangen sie auf, lachten und klatschten in die Hände. Auch die Lehrerin machte mit. Mr. Zephyrinus aber verließ leise den Klassenraum und ging nach Hause. Dort zauberte er sich wieder sichtbar. Er war sehr zufrieden mit sich.
Mittags stellte er sich ans Fenster und beobachtete die heimkehrenden Kinder. Alle waren fröhlich und er hörte sie sagen, dass sie sich schon auf den nächsten Schultag freuen würden.

Mr. Zephyrinus lächelte.
Dann machte er sich einen Tee, setzte sich in seinen Sessel und beschloss, am nächsten Tag wieder etwas zu zaubern, was die Menschen glücklich machen würde.

Was das wohl sein wird?

Kommentare

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    Das hätte ich in so einer Schule auch gemacht. Vorausgesetzt, dass ich zaubern kann. Ach, wäre das schön! : )

  • Author Portrait

    Die Welt braucht mehr Menschen wie Herrn Zephyrinus! <3 Wundervoll!

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Feenstaub

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