Der gemeinsame Traum

Ich hatte aus dem Labor eine Tastatur geholt und mich ins Wohnzimmer gesetzt. Wie im Seehaus konnte ich auch hier mit dem Fernseher auf den Server zugreifen und hatte so die Möglichkeit, ins Internet zu gehn. Selina kam zu mir. Sie ging auf die Onlineseite einer Lebensmittelmarktkette und suchte die im Ort befindliche Filiale aus. Mir war das gar nicht bekannt, dass man die Sachen auch geliefert bekommt. In unserer Situation war es natürlich vorteilhaft. Ich ging zur Haustüre und winkte einen der Beamten herbei. "Ist einer von euch Vegetarier?" Der Beamte verneinte. "Gut! Es wird bald eine Lieferung vom Lebensmittelhändler kommen. Die ist bestellt. Sie sind zum Essen eingeladen, wenn sie möchten. Alle vier selbstverständlich, wenn auch nicht alle auf einmal. OK?" - "Oh! Das ist sehr freundlich von ihnen, Herr Montar. Wir nehmen dankend an." - "Wir können ihnen auch gerne heißen Tee machen, es ist ja saukalt hier heraußen. Selina, Schatz, machst du bitte Tee für unsere Bodygards! Im Garten hinten sind Gartensessel. Die können sie ruhig verwenden. Von uns aus müssen sie nicht stehen. Darauf lege ich keinen Wert. Nur vorsichtig müssen sie sein. Dieser Mann ist wirklich extrem gefährlich." - "Danke, Herr Montar, Herr Schmeisser hat uns gewarnt." Selina hatte bestellt. "Ich mach uns dann was Feines. Aber jetzt mach ich erst mal Tee." - "Ich komm mit."  Erfreulicher Weise wurden meine Bewegungen schon viel flüssiger und ich begann, kurze Wege ohne Krücke zu gehen. Selina blieb das nicht verborgen. "Übertreibs nicht,  Michael. Ich freu mich mit dir über deine Fortschritte, aber du darfst dich nicht überanstrengen.Michael?" - "Was denn, Liebes?" - "Du wolltest mit mir über einiges reden?" - "Das hat keine Eile mein Engel." - "Du-u... Ich platz aber vor Neugier!" - "Was möchtest du denn gern wissen?" - "Du sagtest, du wolltest mit mir über die Stiftung reden und über unsere gemeinsame Zukunft...?"  - "Jahh..."

Viktor stand mit dem Rettungswagen am Parkplatz vor einem WC. Er hatte sich ein wenig zurückgelehnt und dabei festgestellt, dass er noch weit davon entfernt war sein Vorhaben halbwegs sicher durchzuziehen. Ein Passat kam angefahren. Der Fahrer stieg aus und ging ins WC. Viktor bemerkte, dass der Mann den Motor laufen lassen hatte. Er griff sich die beiden Waffen, stieg in den Passat und fuhr damit los. Das Handy des Fahrers lag auf dem Beifahrersitz, es würde also ein Weilchen dauern, bis der Diebstahl gemeldet würde.

"Weißt du, Kleines, ich habe so meine Vorstellungen, was wir, wenn das ganze Theater hier zu unseren Gunsten ausgehen sollte, mit unserem restlichen Leben anfangen könnten." Selinas Blicke hingen an meinen Lippen. "Unser Leben beginnt erst, Michael..." - "Ja, bisher gab es deins und meins. Ich möchte, dass aus deins und meins UNSERES wird. Ich möchte mit dir bis zum Ende meiner Tage zusammen sein, Selina! Und da du eine Aufgabe hast, die du bisher gemeinsam mit deinem Vater wahrgenommen hast und ich eine Aufgabe habe, die, wie deine, dem Wohl der Menschheit  zu Gute käme, haben wir sowas wie eine gemeinsame Verantwortung." Ich machte eine Pause, um Selina zu Wort kommen zu lassen. Doch sie sagte nichts. Ich konnte ihren Gesichtsausdruck nicht deuten, also fuhr ich fort. "Selina, ich glaube, wenn wir überleben, sollten wir dankbar unsere Aufgabe wahrnehmen und das Heilverfahren deines Vaters und Meine Energiegewinnungsform zwar kostendeckend aber nicht unbedingt gewinnbringend in den Markt einfließen lassen. Langsam aber stetig, das uns nicht wieder jemand umbringen will... Krankenhäuser auf der ganzen Welt mit Gratisstrom, Krebsmedizin für alle, die sie brauchen, ich weiß, das klingt wie der Wunschtraum eines Kindes... Aber mit dir an meiner Seite würde mir alles gelingen! ALLES!" Begeistert von meiner Vorstellung hatte ich mich warm geredet. "Wir beide haben Geld genug, wir brauchen damit nichts zu verdienen. Vielleicht kriegen wir posthum mal den Friedensnobelpreis, aber das wär mir egal." Selinas Augen glänzten. Mein Traum entsprach wohl auch ihren Vorstellungen. Sie kam auf mich zu und küsste mich. "Es ist so schön diesen Traum gemeinsam zu träumen. Ich werde alles mit dir tun, wenn wir nur überleben. Wir werden es die Montar-Bücker Stiftung nennen." - "Das ist gut, Liebes, denn so wirst du irgendwann einmal heißen... Selina Montar-Bücker...

Kommentare

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    wirklich ein schöner traum!

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    Ach das wäre wirklich schön. Ich gönne es den beiden so.

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    Ein schöner Traum, hoffentlich geht er in Erfüllung!

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