Der historische Rahmen um "Sæwicingas"

Als Rúna acht oder neuen Jahre alt war, überfiel König Göttrik Reric, eine slawisch-dänische Siedlung in der Nähe von Wismar. Diese Schlacht wird auf 808 datiert.

Göttrik starb 810 und sein Nachfolger - Hemming - schloss Frieden mit Karl dem Großen und vertrieb Horik I. ins Asyl nach Schweden. Nach Hemmings Tod 812 kommt es zu einem innerdänischen Bürgerkrieg zwischen den Nachkommen Göttriks (Horik und dessen Brüdern) und Harald Klak, dem Nachkommen Hemmings.

Somit befinden wir uns zum Beginn der Geschichte, ungefähr neun oder zehn Jahre später, in der Herrschaftszeit von König Horik I..

Neben den Erbfolgestreitigkeiten zwischen Horik und Harald stehen auch religiöse Interessen gegeneinander. Harald sucht die Nähe zu Ludwig dem Frommen, wird dessen Lehnsmann und erhält Unterstützung bei seinen kriegerischen Auseinandersetzungen mit Horik I.. Dennoch siegt das große Heer Horiks 813 und Harald Klak muss sich aus Dänemark zurückziehen. Ausschließlich Jütland und Haithabu verbleiben dem Nachfahren Hemmings. Horik wird zum alleinigen Herrscher über Dänemark und Schonen.

815 - und hier sind wir in der Geschichte angekommen - versucht Harald, seine Herrschaft zurückzuerobern.

 

In der Zeitfolge von Stephanie Vonwiller liest sich der Überblick wie folgt:

9. Jahrhundert:

800: unzählige Wikingerangriffe führen zum Zerfall aller angelsächsischen Königreiche mit Ausnahme von Wessex. Karl der Große wird am Weihnachtsmorgen in Rom zum Kaiser gekrönt.


808 König Göttrik von Dänemark zerstört die slawische Stadt Reric und lässt die dort ansässigen Kaufleute nach Haithabu umsiedeln.

810 Friesland wird von einer dänischen Flotte angegriffen. Der karolingische König Gotfrid wird ermordet. Sein Neffe und Nachfolger Hemming schließt mit Franken Frieden.

812 Hemming stirbt. Als Könige folgen aus der Verwandschaftslinie Harald Klak und Reginfred nach.

813 Eine dänisch königliche Expedition bricht nach Vestvold in Südnorwegen auf, um die dänische Oberherrschaft wiederherzustellen.

814 Harald Klak, ehemals vertriebener Thronanwärter in Dänemark, steht nach dem Tod Karls des Großen im Dienst des Frankenkaisers Ludwig I. der Fromme.

815 Der fränkische Versuch, Harald als Dänenkönig einzusetzen , scheitert

819 Harald Klak wird als Mitkönig durch die Söhne Gotfrids anerkannt.

Ab 826/27 ist Horik I. mutmaßlich der alleinige Herrscher über Dänemark und Schonen, doch das ist eine andere Geschichte.



Quellen:

Von geplünderten Heiligtümern und geheiligten Plünderern: Die Christianisierung Skandinaviens im Mittelalter 814 - 1104; Felix Mescoli

Annales regni Francorum 813; Chronicon Moissiacense 813

Sandra Polzer: Die Franken und der Norden. Über die Schwierigkeit der Interpretation von frühmittelalterlichen Quellen zur Geschichte Dänemark. Wien 2008

Dänemark: Eine Wikingerlüge? Stephanie Vonwiller


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