Der Käfer

Der Käfer

Für heute hatte ich dem Käfer versprochen frei zu kommen. Das hatte auch einen gewichtigen Grund, sonst könnte sie meiner Meinung nach für immer das Dasein eines mickrigen Käfers fristen, aber der Urlaub, den ich für Miss Skeeter eingereicht hatte, würde morgen zu Ende gehen. Und ich wollte ja nicht, dass sie später arbeitslos dastand. Sie würde mir in ihrer Position um so vieles nützlicher sein, die gute Seele! So wühlte ich gegen Mittag vorfreudig das Glas aus meinem Koffer und setzte mich, fies grinsend, damit auf mein Bett. Das würde ein Spaß werden! Na, schon Angst, Rita? Nein? Böser Fehler! Aber das würde sie schon noch lernen. Vor mich hin kichernd öffnete ich erwartungsfroh das Glas und legte es vorsichtig auf meinem Bett ab, auf dass der Käfer raus kommen konnte. Beherrsch dich, Hermione, schalt ich mich selbst belustigt im Stillen und wurde wieder ernst. Gleichzeitig richtete ich aber meinen Zauberstab auf das Mistding.

„Nur, dass Sie nicht auf falsche Gedanken kommen, Rita!“, warnte ich sie eindringlich vor.
Daraufhin kroch der Käfer argwöhnisch, langsam auf das Bett und verließ sein Gefängnis.

„Revolvio Animagi“, rief ich auch schon auf das Insekt zeigend.

Das Krabbeltier wuchs und wuchs und nahm langsam aber sicher, die menschliche Form von Rita Skeeter an, aufgrund meines dritten Jahres wusste ich, dass es einen derartigen Spruch gegen die Animagusverwandlung gab. Als wir im dritten Jahr Wormtail gestellt und Remus sowie Sirius, diesen magisch enttarnt hatten, somit war es für mich eine Kleinigkeit den richtigen Zauber zu finden. „Incarcerus“, warf ich auch schon rasch den nächsten Zauber, der Miss Skeeter zur Bewegungsunfähigkeit verdammen sollte. Fasziniert beobachtete ich, wie sich die Seile um den Körper der Reporterin schlangen und sie fesselten.

Meine Mundwinkel zuckten höhnisch nach oben, als ich ihr kalt ins entsetzte Gesicht sah. Ein böses Grinsen konnte ich mir wirklich nicht verkneifen, während ich die vor mir liegende, mitgenommen wirkende Gestalt musterte. Das Make-up war leicht verschmiert und sah nicht mehr wirklich frisch aus, aber auch ihr Haar erinnerte sehr fettig daran, dass sie Wasser schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ein dicker Pickel leuchtete rot und gelb auf ihrem Kinn. War etwas dünn geworden, die Gute.

Hatten ihr meine Blätter etwa nicht geschmeckt?

Rita sah mich hinter ihrer großen Brille aus fuchsteufelswilden Augen an, wenn sie könnte, wäre sie mir vermutlich an die Gurgel gegangen.

„Hallo Rita!“, säuselte ich betont lieblich, aber mit kaltem Blick. Dies war ein lustiges Spiel, aber vielleicht auch nur für mich. Dennoch genoss ich es zutiefst!

„Na wie geht’s? Haben Sie die letzten Wochen genossen, mal so richtig schön ausspannen von der Flotten Feder, nicht?“, versuchte ich sie mit meinem Zynismus zu reizen, schließlich wollte ich sehen, ob sie so dumm war drauf einzugehen. Sie lag mit zusammengekniffenen Lippen und verschnürt wie ein Paket auf meinem Bett und starrte mich bitterböse an. Bei genauerem hinsehen, glaubte ich zu erkennen, dass sie sich auf die Lippen biss, vielleicht um nicht laut zu schreien, vor Wut?

„Was ist denn, Rita, Sie sagen ja gar nichts? Oder leiden Sie an Sprachlosigkeit, tritt dies bei längerer Animagusverwandlung auf?“, ließ ich mit besorgt fragendem Ton vernehmen, spielte provozierend mit dem Zauberstab in meinen Haaren und drehte mir, wie beiläufig, ein paar Locken.

„Was wollen Sie?“, fauchte sie mir da auch schon schrill entgegen und ich unterdrückte das Zurückzucken heldenhaft, da ihre Stimme wirklich kein Genuss für die Ohren war, so verzog ich nur unwillig die Mundwinkel und blickte ihr kalt entgegen.

„Na, dachte mir doch, dass Sie noch Stimmbänder haben“, zog ich sie weiter auf und ließ den Zauberstab wieder sinken. Sie begann sich hin und her zu winden und an ihren Fesseln zu ziehen und zu zerren.

„Ruhig Blut, Rita! Die bekommen Sie nicht auf, keine Sorge! Aber wie ich sehe sind Sie ungeduldig und ich will Sie ja nicht zu lange aufhalten, nicht wahr!“, sagte ich bestimmt.

Sie sah mich irritiert an, als würde sie denken, ich hätte meinen Verstand verloren. Anscheinend war Ironie ein Fremdwort für sie. Ich schnalzte missbilligend mit der Zunge.

„Rita, Rita, Sie müssen in erster Linie lernen, dass ich der Boss in dieser Beziehung sein werde und Sie zu tun haben, was ich Ihnen sage!“, erklärte ich ihr ruhig, aber sehr akzentuiert. Jetzt musste ich doch laut kichern. Miss Skeeters Gesicht war aber auch zu komisch. Ich glaube, jetzt dachte sie wirklich, ich sei verrückt.

„Ach, jetzt schauen Sie doch nicht so. Ich bin nicht verrückt, Sie dummes Ding!“, formulierte ich ihre Gedanken noch immer kalt kichernd.

„…Sie, ... Sie sind gemeingefährlich!“, kreischte Rita laut los und strampelte wie verrückt mit ihren Beinen, dabei rutschte ihr der Rock ihres zerknitterten Kostüms nur noch weiter hoch. Somit sah ich sie strafend und tadelnd an und wedelte bedrohlich mit meinem Stab vor ihren Augen.

„Rita, Schluss mit lustig, wenn Sie sich nicht augenblicklich beherrschen verhexe ich Sie, ich möchte mit Ihnen reden“, erklärte ich samtig.

„… Das ist nicht möglich, Sie… Sie dürfen, sie kö… können gar nicht zaubern“, stotterte sie und so etwas wie Angst huschte über ihre Gesichtszüge. Ich hob abwertend eine Augenbraue.

„Rita, natürlich kann, darf und werde ich! Wenn Sie nicht das tun was ich sage. Außerdem habe ich schon gezaubert, zwei Zauber in Ihrer Gegenwart, nicht wahr und sehen Sie eine Eule des Ministeriums?“ fragte ich gespielt sarkastisch nach, dabei warf ich einen affektierten Blick zum Fenster. Sie schien sprachlos, da sie mich mit offenem Mund anstarrte und sah dabei nicht besonders intelligent aus.

„Sie fragen sich jetzt, was ich von Ihnen will? Sie wissen, dass ich über das, was sie dieses Jahr über mich, aber vor allem über Harry geschrieben haben, nicht glücklich bin. Ihre Lügen sind inakzeptabel und das wissen Sie, nicht wahr, Rita? Sie wollten sich nur bei Minister Fudge lieb Kind machen, oder?“ Sie starrte immer noch, so fuhr ich resolut fort.

„Ihre Strafe, für Ihre Vergehen Harry und mir gegenüber, haben Sie in diesem Glas die letzten fünf Wochen abgesessen.“ Ihre Augen kullerten fast aufs Bett, als ich dies sehr lapidar von mir gab. Sie kreischte sofort laut los. „Was. Bilden. Sie. Sich. Überhaupt. Ein. Wer. Sie. Sind…!“ Diese enervierende Person war von Wort zu Wort lauter geworden.

Inakzeptabel! Sie musste lernen, wer am längeren Hebel, oder in diesem Fall Zauberstab, saß und so unterband ich ihr Geschrei lässig mit einem Silencio. Könnten Blicke Brötchen werfen, wäre ich, in diesem Moment, stolze Besitzerin einer Großbäckerei geworden. Wieder schnalzte ich missbilligend mit der Zunge.

„Rita, wenn das so weiter geht, werden wir noch die nächste Woche hier sitzen und morgen müssen Sie wieder arbeiten gehen!“, erklärte ich ihr beruhigend. Sie starrte wütend zu mir auf, hatte aber eingesehen, dass sie erst mal stumm bleiben sollte.

„Ich werde das Ganze jetzt abkürzen, indem ich Ihnen sage was ich von Ihnen zukünftig erwarte. Ich weiß nicht, ob Sie das schon durchdacht haben, Rita, aber ich habe Sie in der Hand. Sie sind ein nichtregistrierter Animagus, darauf steht Askaban und ich möchte bezweifeln, dass Sie da einziehen möchten? Doch Sie haben Glück, denn ich erhoffe mir viel aus unserer Zusammenarbeit. Ich möchte, dass Sie aufhören solche dreckigen Artikel über Harry zu schreiben, also für alles was Sie ab jetzt über Harry schreiben werden, brauchen Sie meine Freigabe. Haben Sie das verstanden, Rita? Sollten Sie jemals wieder etwas über Harry schreiben ohne mich vorher informiert zu haben, werde ich nicht davor zurückschrecken Sie anzuzeigen!“

Ich hatte all dies mit leiser, beherrschter Stimme und vor der Brust verschränkten Armen erklärt und blickte ihr nun kalt, abwartend in die Augen. Man konnte richtig sehen, wie es in ihrem Hirn, bei meinen wohlüberlegten Worten, arbeitete.

„Oh, ich sehe wie es bei Ihnen da oben rattert, meine Liebe! Aber mühen Sie sich nicht zu sehr, Sie kommen da nicht raus, falls Ihnen solche Sachen wie Selbstanzeige durch den Kopf gehen, kann ich Sie beruhigen, das werden Sie nicht können. Sie können sich glücklich schätzen, denn ich habe die letzten Wochen einige Zauber entwickelt. Ja, Sie haben richtig gehört, Rita, nur für Sie. Sobald ich ihn gesprochen habe, wird es Ihnen von heute an unmöglich sein jemandem mitzuteilen, dass Sie ein Animagus sind. Es ist ein bisschen wie beim Unbrechbaren Schwur, nur dass ich Ihr Einverständnis nicht brauche!“

Das stimmte nicht ganz, ich brauchte zwar nicht ihr aktives Einverständnis, aber sie musste mir erlauben die Zauber auf sie zu werfen, doch das musste Rita ja nicht wissen und es waren sehr schwarze Zauber. Sie sah mittlerweile aus, als würde sie weinen wollen, so wie sie da auf meinen Bett lag, wie ein Häuflein Elend. Aber Mitleid kam bei mir irgendwie nicht auf, auch wenn ihre Augen hinter der schief sitzenden Brille in ungeweinten Tränen schwammen.

„Ist ein Hobby von mir neue Zauber und so zu erfinden, Sie verstehen? Ah, wo war ich genau, ich habe Sie also in der Hand, auch war ich so frei und habe mir Ihr Buch, … ah, wo hab ich es? Moment…!“, zeigte ich mich von meinem Ton her sehr verspielt und wusste, dass ich sie zutiefst verunsicherte. Ich streckte mich zum Nachttisch und zog Ritas Enthüllungsbuch aus der Schublade.

„Ja, da haben wir‘s. Also, ich habe Ihr Buch!“ Das Weib fing abrupt wieder an gegen die Seile anzukämpfen und unartikulierte Laute von sich zu geben, denn an sich würde ich sagen, sie schrie sich die Seele aus dem Leib.

„Bitte was? Rita, Sie wissen doch, dass ich Sie nicht verstehen kann, denn Sie sind stumm!“, machte ich sie freundlichst auf ihre aktuelle sehr unglückliche Lage aufmerksam. Es war aber auch zu komisch, wie sie sich auf dem Bett wand und mit weit geöffnetem Mund lautlos brüllte, dabei sah sie regelrecht tollwütig aus. Ihre Brille hatte sie mittlerweile verloren und ihre weißblonden Haare standen wirr in alle Richtungen ab. Ich ließ sie seelenruhig toben, denn irgendwann würde sie müde werden. Derweil lehnte ich mich entspannt an das Kopfende meines Bettes, um die Show, die Miss Skeeter bot, zu genießen.

„Jetzt genug, Rita? Selbst wenn ich Ihnen nun Ihre Stimme wieder geben würde, glaube ich kaum, dass Sie noch einen Ton sagen können!“, strahlte ich sie nach einiger Zeit hämisch grinsend an.

„Um auf Ihre ungestellte Frage einzugehen, ich war so frei und bin gestern in Ihrer Wohnung gewesen und habe dort ganz zufällig dieses Buch gefunden und ich muss schon sagen, es ist eine äußerst interessante und bisweilen brisante Lektüre!“, erzählte ich gleichmütig. Sie wusste natürlich genau, dass ich bei ihr eingebrochen war, aber das machte dieses Spiel nur umso lustiger.

„Ich werde es behalten, um das gleich klarzustellen. Sie dürfen aber ein zweites beginnen, über die neuen Einträge erhalte ich von Ihnen einmal monatlich einen Auszug und bevor Sie jetzt wieder damit anfangen, denken Sie daran: Ich habe Sie in der Hand. Sie waren so freundlich und haben das Enthüllungsbuch wie eine Art Tagebuch geführt und ich bin mir sicher, dass sich einige in dem Buch erwähnte Personen über einen Auszug freuen würden. Also, ob Sie mich wirklich ärgern wollen, Rita, sollten Sie sich gut überlegen!“, fügte ich drohend an. Sie lag mittlerweile still und ruhig, vollkommen erschöpft auf dem Bett, als hätte sie aufgegeben. Dem Braten traute ich zwar noch nicht so ganz, aber ich nahm den Silencio mit einem Wisch meines Zauberstabes von ihr.

„Sie können sprechen, Rita!“ machte ich sie darauf aufmerksam, als sie sich sofort räusperte.

„Chrm… chrm… wer sind Sie?“, kam die Frage leicht krächzend, aber kalt von Miss Skeeter und sie blickte mich misstrauisch an.

„Bitte, Sie wissen wer ich bin. Hermione Granger!“, wehrte ich lachend ab und strich mir eine lange, braune Locke hinters Ohr.

„Nie und nimmer! Kein kleines Mädchen kann ein derart kaltes Miststück sein, wie Sie. Was haben Sie mit Miss Granger gemacht?“, zischte Rita leise und versuchte sich in eine sitzende Position zu kämpfen.

„Ich finde es wirklich nett von Ihnen, Rita, dass Sie sich um mich sorgen und es tut mir auch leid Sie enttäuschen zu müssen, aber ich bin wirklich und wahrhaftig Hermione Granger. Sie haben sich nur die falsche Person zum Spielen ausgesucht und mein Alter hin oder her, ich sollte nicht unterschätzt werden, wenn ich Sie mir so anschaue, denke ich, wird dies auch nicht mehr passieren, oder?“, fragte ich ehrlich interessiert, ob sie ihre Lektion gelernt hatte.

„Nein, nein! Das kann nicht sein! Sie müssen lügen, das kann nicht sein!“, steigerte sie sich ungläubig hinein und wirkte wirklich erschüttert.

„Rita, so beruhigen Sie sich doch, ist doch nicht schlimm, nehmen Sie‘s sportlich. Sie wollten uns bzw. mich übers Ohr hauen und sind jetzt selbst in ihre Grube gefallen. Ist doch halb so schlimm, wenn Sie tun was ich Ihnen sage, haben Sie auch nichts von mir zu befürchten!“, versuchte ich sie aufzumuntern.

„Wenn Sie aber auf dumme Gedanken kommen sollten, Rita, tja, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen, aber für so unüberlegt halte ich Sie nicht!“, fügte ich mit leiser, drohender Tonlage hinzu und saß abwartend vor ihr.

„…wissen Ihre Freunde,… Potter und die anderen, was Sie da tun?“, fragte Miss Skeeter in anklagendem Ton.

„Ich denke nicht, dass Sie das was angeht, Rita, aber nein, tun sie nicht. Wir wollen ihnen doch nicht die Illusionen nehmen, nicht wahr?“ Ich sah ihr drohend in die Augen, während sie mich ungläubig maß.

„Damit das endlich zu einem Ende kommt, erklären Sie sich mit meinen Forderungen einverstanden, Miss Skeeter, ja oder nein?“, stellte ich sie nun ungeduldig vor die Wahl.

„Habe ich denn eine Wahl?“, warf sie zweifelnd ein und klang sehr müde und erschöpft und ließ ihren Kopf kraftlos in den Nacken fallen. Ich hob überrascht meine Augenbrauen an.

„Aber natürlich, Rita. Askaban steht Ihnen jederzeit offen und die Leute, deren Geheimnisse Sie hüten, würden Sie bestimmt auch gerne ins Jenseits befördern, um sich Ihres Schweigens zu versichern!“, nickte ich ihr zu.

„Hmpf! Sehr witzig, Miss Granger! Da bleibt mir wohl nichts Anderes übrig!“, sagte Miss Skeeter mehr als widerwillig.

„Ich freue mich über Ihre Kooperation. Wir werden wunderbar zusammenarbeiten!“, grinste ich sie zynisch an, da ich ihren Widerwillen durchaus wahrnahm. Ich hob sofort nach ihrem erzwungenen „Ja“ meinen Stab und intonierte leise, die von mir selbst entworfene Formel Credere tacientiae, was ‚zur Verschwiegenheit verbunden‘ bedeutete und setzte meine Forderungen, wie ihren Animagus, oder dass ich die Erpresserin war, ein.

Da ich Skeeter nicht wirklich traute, warf ich noch einen zweiten Zauber den Conari pactio predere über sie, der mir anzeigen sollte, wenn sie mit dem Gedanken spielen sollte, Dinge auszuplaudern, die der Verschwiegenheit angehörten. Sie wäre dazu zwar nicht in der Lage, da der erste Zauber zu stark war und es keinen Gegenzauber gab, aber ich wollte informiert werden, sollte sie wanken, denn dann wäre wieder ein Gespräch fällig, um sie an ihre Loyalitäten zu erinnern.

Für diese beiden Zauber hatte ich ihre vorhergehende Zustimmung gebraucht, diese hatte sie mir ja gerade erteilt und auch nicht wirklich freiwillig, aber wer wollte schon zu genau sein? Ich nicht! Die Zauber hüllten sie ein und wirkten, denn ich konnte die gespannte, magische Atmosphäre in meinem Zimmer wahrnehmen und Rita ging es ähnlich, so wie sie gerade ängstlich und überfordert durch die Gegend blickte und hektisch atmete, nicht wirklich wissend, was mit ihr passierte und die Zauber ihr antaten. Mein dritter Zauber war ein Meisterwerk, an dem ich seit zwei Jahren bastelte, nur hierfür würde ich Blut brauchen, also erhob ich mich vom Bett und schritt zu meinem Schrank und holten einen der Horusdolche hervor. Ich drehte mich mit erhobenem Dolch zu Miss Skeeter. Diese stieß sofort einen schrillen, furchtsamen Schrei aus, obwohl sie bisher, wie erstarrt, meine Zauber über sich hatte ergehen lassen. Aber jetzt kam Leben in sie, sie versuchte panisch, mit ihrem gefesselten Körper über das Bett zu robben, um sich in Sicherheit zu bringen. Ich verdrehte leicht genervt die Augen, denn ich brauchte sie, also würde ich mich bestimmt nicht auf sie schmeißen und sie erstechen, was dachte dieses hirnlose Insekt?

„Rita, das ist lächerlich!“, bescheinigte ich ihr vehement, stemmte die Fäuste in die Hüften und tippte mit dem Vorderfuß mehrmals ärgerlich auf den Boden. Erfreulicherweise hielt sie auch gleich wieder still und blickte mich mit misstrauischen, schreckensgeweiteten Augen an. Ich trat nun auf sie zu und ritzte mir dabei die linke Hand an, was Skeeter wimmern und mich meine rechte Augenbraue heben ließ, richtete nun den Dolch auf sie und zog ihr linkes Handgelenk, das an ihrer Hüfte stramm gefesselt war, rücksichtslos hervor.

„Tut nicht sehr weh und geht ganz schnell“, versprach ich ihr, doch ihr Blick schwamm zu diesem Zeitpunkt in Tränen. Ein Ruck und die Innenfläche ihrer Hand zierte ein roter, blutiger, nicht wirklich tiefer Strich. Ich nahm ihre Hand in meine blutende, so als würde ich sie ihr schütteln, damit sich unser Blut vermischte. Als nächstes richtete ich den Zauberstab auf unsere verbundenen Hände und rezitierte Impetus impedive, was so viel bedeutete wie: den Angriff verhindern und Loyalität sichern. Ich musste mich absichern, sollte sie versuchen mir in irgendeiner Art und Weise zu schaden oder mich direkt angreifen, würde der Fluch sie schon in den Anfängen ihres Tun‘s stoppen und sie in ein Koma schicken, aus dem nur ich sie würde erretten können.

Dafür ja auch der Conari pactio predere, der mich schon vorher, bevor Skeeter auf dumme Ideen kommen konnte, einschreiten lassen würde und es dadurch nicht bis zum Äußersten kommen würde. Während der Fluch wirkte, rankte sich weißer, sich windender Rauch um unsere Hände und besiegelte das untrennbare Band zwischen Rita und mir. Sie sog die Luft zwischen ihre fest zusammengebissenen Zähne, aber ich musste mir auch auf die innere Wange beißen, da die schwarze Magie einiges von mir forderte, war dieser Spruch nicht ein alltäglicher und so ohne weiteres zu wirken. Dies hier war höhere und dann auch noch tiefschwarze Magie und das dieses magische Band auch wirklich bindend war, dafür musste ich schwer darum kämpfen und eisern an meinen Willen festhalten als endlich der Rauch silberhell erstrahlte bevor er sich endgültig auflöste und Rita aber auch ich erleichtert aufatmeten.

Tja, ich hatte schon manchmal meine wirklich genialen Momente. Ich war sehr zufrieden, dass die selbstentwickelten Zauber funktioniert hatten, denn damit war die stundenlange, tagelange und monatelange Arbeit nicht umsonst gewesen. Wenngleich ich nun etwas ermüdet und erschöpft war und mir kurz müde über die Augen wischte, das war sehr anstrengend gewesen. Ich selbst war neugierig, wie diese Verhexungen vonstattengehen würden, schließlich war ja heute der Premierentag, aber Skeeter stand glaube ich wirklich kurz davor an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie sah mich mit weit aufgerissenen Augen an, aus denen Unglaube, Furcht und Unverständnis sprach. Ich heilte unser Hände mit einem Episkey und trat vom Bett zurück, aber da spürte ich auch schon meine eigene Ermüdung, die doch größer war, als ich angenommen hatte, wie gut, dass ich für meine jungen Jahre wirklich so gut, talentiert und mächtig im Zaubern war, wie gedacht.

„Rita, ich werde Ihnen jetzt erklären was diese Zauber bewirken, damit Sie keine Dummheiten begehen, spätestens danach werde ich die Fesseln lösen!“, sprach ich in beruhigendem Ton und wartete auf ein Zeichen, dass Sie wieder aufnahmefähig war und nützte die Zeit um mich selbst zu fangen und das schnell hinter mich zu bringen. Sie schloss geschlagen ihre Augen und schüttelte ihren Kopf als würde sie Fliegen verscheuchen, doch dann hob sie ihr Gesicht empor und sah mir mit klaren Augen entgegen und nickte mir zu, akzeptierte anscheinend, dass diese Zauber nun so oder so auf ihr lagen.

„Für Ihr Verständnis: Der erste Zauber bindet Sie an Ihre Verschwiegenheit den vorhergehenden Themen gegenüber, sprich meine Person und im Besonderen ihre Animagusform betreffend, auch zu Ihrem Enthüllungsbuch usw. können Sie keine Aussagen mehr treffen, verstanden, Miss Skeeter?“, forderte ich etwas ungeduldig eine Reaktion. Rita nickte mir nur knapp zu.

„Der zweite Zauber informiert mich umgehend, sollten Sie mit dem Gedanken spielen, den Versuch zu starten die Übereinkunft zu brechen, um mir die Zeit zu geben, Sie an Ihre Verpflichtung mir gegenüber erinnern zu können, verstanden Miss Skeeter?“, wollte ich nüchtern eine erneute Bestätigung von ihr. Rita kniff ihre Lippen zu einem schmalen, widerwilligen Strich zusammen, nickte aber abrupt.

„Zauber Nummer drei wird einen Angriff Ihrerseits, ob direkt oder indirekt, auf mich zu verhindern wissen, indem er Sie kurz vor der endgültigen Umsetzung in ein Koma versetzen wird, außerdem werde nur ich Sie aus diesem Koma erwecken können!“, klärte ich sie weiter kalt auf. Rita schaute mich vollkommen zerstört an.

„Nun Miss Skeeter, ich bin bekannt dafür alle Möglichkeiten abdecken zu wollen und ich denke, ich habe es geschafft mich Ihrer Loyalität und Treue mir gegenüber mit diesen drei Zaubern zu versichern!“, zwinkerte ich ihr schelmisch mit einem Auge zu.

„Den Versuch diese Flüche zu brechen, können Sie gerne wagen. Ich verspreche Ihnen aber, das werden Sie nicht schaffen, darüber gibt es nämlich keine Aufzeichnungen. Ich habe sie selbst erfunden und entwickelt und besonders der Dritte ist aufgrund unseres Blutes unbrechbar. Sie sollten nicht damit Ihre Zeit verschwenden, aber es ist Ihre Entscheidung, Miss Skeeter!“, blickte ich sie mahnend an.

„So und da wir dies nun alles geklärt haben…“, schwang ich mit diesen Worten den Zauberstab und löste so die Fesseln: „…wären Sie nun auch wieder frei!“, erklärte ich geschäftig. Die Reporterin stand nun eilig auf und begann sich fahrig mit ihren Händen über ihre Arme und Schultern zu reiben, so, als wäre ihr trotz der sommerlichen Temperaturen zu kalt.

„Sie meinen das alles ernst, was Sie gesagt haben, oder Miss Granger?“, fragte sie tonlos.

„Absolut!“, war meine trockene Antwort.

„Ich… verstehe, der… der letzte Zauber würde mich wirklich in ein Koma schicken, würde ich jetzt meinen Zauberstab auf Sie richten?“, fragte sie fast heiser flüsternd. „Von so einem Zauber hab ich noch nie gehört!“, flüsterte sie erstickt und fasste sich an die eigene Kehle.

„Ich verspreche Ihnen, dass ich Sie nicht belogen habe, Miss Skeeter. Bitte halten Sie sich an die Spielregeln und Ihnen wird nichts passieren. Ich werde nichts Unmögliches von Ihnen verlangen!“, versuchte ich ihr eindringlich und auch sehr leutselig klarzumachen.

„Ja, ist gut, ich denke ich geh dann mal“, wandte sie sich orientierungslos herum und wirkte sehr verwirrt, um nicht zu sagen total überfordert mit den neuen Umständen.

„Ähm, einen Moment noch, vergessen Sie nicht: Morgen beginnt Ihre Arbeit. Sie haben mich an jedem 15ten eines Monats immer zu informieren, sollte ein Artikel über Harry oder Voldemort anstehen natürlich eher und Sie beginnen ein zweites Enthüllungsbuch, sollten Sie sich wegen irgendetwas unsicher sein, kontaktieren Sie mich mit einer Eule, Miss Skeeter!“, kam es noch immer fordernd von mir, wenngleich ich die Müdigkeit in jeder Faser meines Körpers spüren konnte, aber ich wollte mir meine Schwäche mir selbst gegenüber und vor Rita erst recht nicht eingestehen.

„Ja natürlich, wie Sie wünschen. Ich werde mich daran halten, selbstverständlich, Miss Granger!“ sie nickte wie ein Wackeldackel. Die Frau war vollkommen durch den Wind.

„Apparieren Sie von hier aus“, wies ich sie an, dem kam sie auch umgehend mit einem lauten Knall nach. Aha, dagegen war ich ja richtig leise, bemerkte ich wie nebenbei, sehr gehässig. Ein Punkt weniger auf meiner Liste. Miss Skeeter schien ich wirklich erschüttert zu haben. War ich wirklich so schlimm? Nein, ich war doch richtig nett zu ihr gewesen. Ein Blick auf die Uhr genügte, um mir zu zeigen, dass ich mich beeilen musste, wollte ich noch rechtzeitig zu meinem Training kommen und ich wagte mich zu fragen wie ich das in diesem momentanen Zustand schaffen sollte?

Somit griff ich zu einem aufmunternden Trank, aber auch dieser schaffte es nur zum Teil mich wieder zu regenerieren, diese Zauber waren nicht ohne!

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