Der liebende Prinz

„Verräter!“ Der Blick seines Bruders lies sein Blut gefrieren.

Noch nie war Akitos Blick so kalt gewesen, nichts von seiner üblichen, liebevolle wärme, war noch in seinem Blick vorhanden gewesen. Was hatte er damit gemeint? Wieso Verräter?

Ihm stockte der Atem, als er nachsah, wie sein kleiner Bruder davonfuhr.

Dieser gequälte Blick ließ ihn nicht los. Was hatte er getan, um ihn so zu verletzen? Konnte es sein? Hatte man es ihm erzählt? Aber wer?

So hatte er es ihm nicht sagen wollen, nicht so. Nie hatte er Akito verletzen wollen, er war der einzige in seiner Familie, den er wirklich von Herzen liebte.

Noromis kamen die Tränen, als es ihn wie ein Schlag traf. Was, wenn Vater bereits Bescheid wusste!? Wenn die Nachricht sogar Akito schon erreicht hatte, dann war die Wahrscheinlichkeit dafür sehr hoch. Schnell winkte er eine seiner Leibwachen herbei und trug ihm auf, so schnell er konnte Akitos Kutsche zu folgen.

Niemals würde er es sich verzeihen, seinen kleinen Bruder zu verlieren. Er liebte Akito und er wollte, dass er dieses verrottete Königreich änderte.

Dass auch Akito endlich einen Platz fand, an den er gehörte, an dem er zufrieden war.

Jahrelang hatte er seinen Bruder beobachtet, vielleicht hatte Akito es selbst nicht bemerkt, aber Noromis war es aufgefallen.

Schon als kleiner Junge hatte Akito seine Gefühle vor allen anderen verborgen und sich niemanden geöffnet, nicht einmal Noromis gegenüber.

Jedes Mal, wenn er glaubte, er sei allein, weinte Akito. Immer wieder hatte Noromis sich dafür gehasst, ihm nicht helfen zu können.

Aber nur Akito wäre in der Lage, dieses Königreich von Grund auf zu erneuern, da war er sich sicher. Niemand sonst in dieser elenden Familie hatte ein so reines und edles Herz wie er.

Verzweifelt suchte Noromis nach einer Möglichkeit Akito zu folgen.

Rimona suchte ihn bereits und erzählte ihm, mit schlechtem Gewissen, was passiert war.

Noromis schlimmste Befürchtung bestätigte sich.

Am liebsten wäre er sofort hinterher geritten, um alles richtig zu stellen, um mit ihm zu reden. Aber er konnte den skeptischen Blick seines Vaters im Rücken spüren.

Er würde ihn nicht gehen lassen. Ihm blieb nichts Anderes, als zu den sieben Göttern zu beten, sie mögen Akitos Leben schützen.

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Feenstaub

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